Moderne Kunst bezeichnet die künstlerischen Strömungen von etwa 1900 bis in die Gegenwart, die sich von der naturgetreuen Abbildung lösten und Form, Farbe sowie Idee neu definierten. Dazu zählen etwa Expressionismus, Kubismus und Surrealismus als frühe Wegmarken.
Moderne Kunst wirkt auf den ersten Blick oft sperrig. Wer aber die wichtigsten Strömungen kennt, findet schneller einen Zugang. Von der Abstraktion bis zur Konzeptkunst verschob die Moderne den Massstab: Nicht mehr die naturgetreue Abbildung zählte, sondern das, was ein Werk beim Betrachter auslöst.

Was bedeutet moderne Kunst?
Der Begriff bündelt mehrere Bewegungen, die im frühen 20. Jahrhundert entstanden. Gemeinsam ist ihnen der Bruch mit der reinen Abbildung der Wirklichkeit: Künstler zeigten zunehmend, was sie dachten und fühlten, statt nur wiederzugeben, was sie sahen.
Den Boden bereiteten schon Bewegungen des 19. Jahrhunderts wie der Impressionismus, der das Licht und den Augenblick einfing. Doch erst um 1900 vollzog sich der eigentliche Bruch: Die Erfindung der Fotografie nahm der Malerei ihre Aufgabe, die Wirklichkeit getreu abzubilden. Dadurch wurden Künstler frei, neue Wege zu gehen und die Mittel der Kunst selbst zum Thema zu machen.
„Moderne“ und „zeitgenössische“ Kunst werden im Alltag oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Zeiträume: Als modern gelten meist die Strömungen von etwa 1900 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, als zeitgenössisch die Kunst der jüngeren Gegenwart. Diese Grenze verschwimmt im Sprachgebrauch allerdings häufig.
Die wichtigsten Strömungen
| Strömung | Zeit | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Expressionismus | ab 1905 | Gefühl und grelle Farbe |
| Kubismus | ab 1907 | Zerlegte Formen |
| Surrealismus | ab 1924 | Traum und Unbewusstes |
| Abstrakte Kunst | ab 1910 | Verzicht auf Gegenstand |
| Pop Art | ab 1955 | Alltag und Konsum |
Wichtige Künstler
Die moderne Kunst lebt von ihren Persönlichkeiten. Paul Klee, Wegbereiter zwischen Bauhaus und Expressionismus, verband Linie und Farbe zu einer eigenen Bildsprache. Der spanische Surrealist Joan Miró brachte diese Strömung zur Blüte, während der Expressionismus als Ganzes eine Generation von Künstlern prägte. Auch die Art Brut lieferte wichtige Impulse für die Avantgarde. Einen breiteren Überblick über prägende Namen bietet die Liste der Top 10 Schweizer Künstler und Designer.
So nähern Sie sich moderner Kunst
Viele Menschen empfinden moderne Kunst zunächst als schwer zugänglich. Dabei hilft oft schon eine offene Haltung. Die folgenden Punkte erleichtern den Einstieg beim nächsten Museumsbesuch:
- Fragen Sie nicht zuerst „Was stellt es dar?“, sondern „Was löst es aus?“.
- Lernen Sie die wichtigsten Strömungen kennen.
- Besuchen Sie Museen und lassen Sie Werke auf sich wirken.
- Lesen Sie kurze Begleittexte, aber vertrauen Sie auch dem eigenen Eindruck.
- Nehmen Sie sich Zeit und kehren Sie zu Werken zurück, die Sie nicht sofort verstehen.
Moderne Kunst in Bern
Bern eignet sich hervorragend, um moderne Kunst direkt vor Originalen zu entdecken. Das Kunstmuseum Bern und das Zentrum Paul Klee zeigen bedeutende Bestände der Moderne. Wer den Bogen zur Schweizer Klassik schlagen will, findet ihn bei Ferdinand Hodler, dem Schweizer Symbolisten (1853-1918), dessen Werk der Moderne unmittelbar vorausging. Auch die Wissenschaft hat in Bern ihre Spuren hinterlassen: Emil Theodor Kocher erhielt 1909 als erster Chirurg den Medizin-Nobelpreis.
Häufige Fragen zur modernen Kunst
Wann begann die moderne Kunst?
Der Beginn wird meist um 1900 angesetzt, mit dem Aufbruch der ersten Avantgarden wie Expressionismus und Kubismus.
Was unterscheidet moderne von traditioneller Kunst?
Moderne Kunst löste sich von der naturgetreuen Abbildung und rückte Form, Farbe und die Idee hinter einem Werk in den Vordergrund.
Welche Strömungen gehören dazu?
Unter anderem Expressionismus, Kubismus, Surrealismus, abstrakte Kunst und Pop Art, jede mit eigenen Kennzeichen und eigener Entstehungszeit.
Wie finde ich einen Zugang zu moderner Kunst?
Am einfachsten gelingt der Einstieg, wenn man nach der Wirkung eines Werks fragt statt nach dem Abgebildeten, und sich vorab mit den wichtigsten Strömungen vertraut macht.
Fazit
Moderne Kunst lässt sich am besten über ihre Strömungen erschliessen: Wer Expressionismus, Kubismus oder Surrealismus einordnen kann, versteht auch einzelne Werke leichter. In Bern lässt sich dieser Zugang direkt vor Originalen im Kunstmuseum Bern und im Zentrum Paul Klee vertiefen.
