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Berühmte Berner Künstlerinnen und Künstler Max Buri Burgdorf BE 1868 - 1915 Interlaken BE Max Buri Erhält schon während seiner Schulzeit privaten Zeichenunterricht bei Paul Volmar in Bern. 1885 Übersiedlung nach Basel. Eintritt in die Zeichenschule, dann in die Gewerbeschule als Schüler von Fritz Schider, mit dem er sich später befreundet. 1886 nach München an die Akademie, Schüler von Professor Raupp, der ihn als faul und talentlos entlässt. 1887-1889 an der Privatschule des Ungarn Simon Hollósy, durch den er die Malerei Wilhelm Leibls und Fritz von Uhdes kennen lernt. Reisen nach Österreich, Dänemark und Norwegen. Begeistert sich 1888 an der Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast für die moderne Malerei Frankreichs -wie Amiet und Giacometti -, im Herbst 1889 zieht er nach Paris, besucht die Académie Julian, wird Schüler von Bouguereau und Jules Lefebvre. Freundschaft mit dem Luzerner Maler Hans Emmenegger. Bewunderung für Hodler, dem er später in der Schweiz persönlich begegnet und mit dem er sich befreundet, und für Puvis de Chavannes. Reisen nach England, Holland, Belgien, Spanien und Nordafrika. In den Sommerferien jeweils in der Schweiz, meist mit dem Bildhauer Max Leu in Iseltwald am Brienzersee. 1893 Rückkehr nach München, Schüler bei Albert von Keller. Später eigenes Atelier. 1895/96 als freier Maler in Paris, Aufenthalt in der Bretagne. 1896 wieder nach München, 1898 endgültige Rückkehr in die Schweiz. Arbeitet zuerst in Langnau, dann in Luzern. 1903 definitive Übersiedlung nach Brienz. Stirbt schon 1915 an den Folgen eines Sturzes in die Aare. Nach langen ruhelosen Lehr- und Wanderjahren lässt sich Buri 1903 definitiv in Brienz nieder. Hier findet er bald zur ihm gemässen malerischen Ausdrucksweise - das Bild «Die Dorfpolitiker» von 1904 (Kunstmuseum Basel) belegt es -, die in dem noch verbleibenden Lebensjahrzehnt keinen starken Wechseln mehr unterliegt, hier findet er aber vor allem seine Motive: Die Leute und die Landschaft des Berner Oberlandes. Buri gehört mit Amiet und Giacometti zu jener «glücklichen Gruppe der 1868 geborenen» (von Tavel 1969), deren Motive der noch unbelasteten Bilderwelt des heimatlichen Umkreises entstammen. Dabei sind die erwähnten Maler - zwar in der Provinz (Brienz, Oschwand, Stampa im Bergell) lebend und malend - zu gute und zu bewusste Gestalter und mit den Bestrebungen der neuen Malerei zu sehr vertraut, als dass sie als Heimatmaler bezeichnet werden dürften. Wie Vallet, der etwas jüngere Maler des Wallis, verlassen sie sich nie auf die pittoreske Wirkung eines genrehaften Motivs. Seit etwa 1900 gilt Buris Bemühen der Überwindung der bis anhin gepflegten teilweise süsslichen Genremalerei, und er entwickelt sich, durch die Vorbilder Anker und Hodler bestärkt, zu einem kräftig zupackenden Realisten. Indes verzichtet er sowohl auf Ankers Schielen auf anekdotische Wirkung eines Motivs als auch auf. die expressionistische oder symbolistische Übersteigerung Hodlers. Dabei ist Buri aber kein Neuerer, sondern er folgt Hodler in der monumentalen Gesinnung, in der Transponierung des auf Nahsicht berechneten intimen Tafelbildes in die monumentale Komposition. Die Gestaltungsweise unserer «Rothaarigen» zeigt deutlich diese Tendenz zur einfach-unpathetischen Monumentalisierung: Das herbe Gesicht der hübschen Bäuerin ist ganz nach vorn geholt und fest ins Bildquadrat - Buri gebraucht dieses Format mit etwa diesen Massen damals hin und wieder fürs Porträt - eingespannt. Die nur leicht mit blauen Schatten modulierte helle Fläche der kräftigen Schulterpartie wirkt dabei wie ein massiver Sockel. Die einfache feste Umrisslinie und der grosszügige Flächenaufbau stehen ebenfalls im Dienste des Monumentcharakters der eigenwilligen Persönlichkeit. Kein Umraum lenkt von dieser grossgesehenen Büste ab, das Mädchen ist nicht Teil irgendeiner Szene, sondern in seinem reinen wirklichkeitsnahen Dasein erfasst. Im zwei Jahre später entstandenen schönen Bild «Rothaariges Mädchen» (Kunstmuseum Luzern, Depositum der Eidgenossenschaft) zeigt Buri die junge Frau als Kniestück im Interieur einer Bauernstube mit Blumenstock und Uhr an der Wand: Sofort assoziiert der Betrachter die Welt Gotthelfs. Buri hat mehrere «Rothaarige Mädchen» gemalt, solche kommen auch auf mehrfigurigen gg Kompositionen vor. Teilweise handelt es sich um das gleiche Modell. Das Musée des Beaux-Arts de Lausanne besitzt ein Bildnis, das unsere Rothaarige im Profil zeigt (um 1911), auch auf dem Bild «Die beiden Freundinnen» (1911, Privatbesitz) erkennen wir sie wieder, wahrscheinlich auch auf dem erwähnten Luzerner Bild von 1913 und dem «Brustbildnis einer jungen Frau» um 1912 (Kunstmuseum Solothurn, Josef Müller-Stiftung). Unser Bild stammt aus der ehemaligen Sammlung Arthur Stoll. Es wurde 1972 von den Freunden der Aargauischen Kunstsammlung erworben und der Sammlung des Aargauischen Kunstvereins geschenkt. Quelle: Werke des 20. Jahrhunderts Aargauer Kunsthaus Aarau - Sammlungskatalog Band 2 Beat Wismer, Paul-André Jaccard |