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Kunst - Glossar

Albrecht Dürer

21.5.1471 Nürnberg - 6.4.1528 Nürnberg

Deutscher Maler, Zeichner, Grafiker und Kunstschriftsteller. Dürer war der bedeutendste und vielseitigste Künstler der Zeit des Übergangs vom Spätmittelalter zur Renaissance in Deutschland.

www.wissen.de



  • Albrecht Dürer
  • Das neue Albrecht-Dürer-Hausin Nürnberg
  • Mit Albrecht Dürer durch Nürnberg - Stadtrundgang der besonderen Art
  • Albrecht Dürer: «Der Männerliebe nicht abgeneigt»
  • Albrecht Dürer (Wikipedia)



    Albrecht Dürer

    Die Vorfahren Dürers kamen aus Ungarn aus dem Dorf Aitos (d.h. Türe) und führten in ihrem Wappen eine geöffnete Tür. Albrecht Dürers Vater, der ebenfalls Albrecht hiess, war Goldschmiedemeister in Nürnberg. Er durfte einmal sogar eine Goldschmiedearbeit für den Kaiser anfertigen. Albrecht Dürers Mutter stammte aus einer Kaufmannsfamilie und hatte 18 Kinder, Albrecht war das dritte. Die Mutter hiess Barbara, und Dürers Portaitzeichnung von ihr gehört zu den grossen Werken der abendländischen Kunst.

    Albrecht Dürer wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg nahe dem Hauptmarkt in der Winklergasse 20 geboren. Dieses Haus wurde im 2. Weltkrieg zerstört.

    Der junge Dürer besuchte die Lateinschule und ging anschliessend bei seinem Vater als Goldschmied in die Lehre. Seine Zeichenbegabung veranlasste den Vater offensichtlich, ihn 1486 in die Lehre von Michael Wohlgemut zu geben, der damals der berühmteste Nürnberger Maler war. Dort lernte Dürer neben dem Zeichnen auch den Holzschnitt und die Malerei.

    1490 begab er sich auf Wanderschaft, um den berühmten Martin Schongauer in Colmar zu besuchen und bei ihm den Kupferstich zu lernen. Als er aber nach einem Jahr in Colmar ankam, war Schongauer gestorben, seine Brüder führen die Werkstatt weiter. Sie nahmen den jungen Nürnberger Künstler bei sich auf.

    Später zieht Dürer nach Basel weiter, dem Zentrum des aufstrebenden Druckergewerbes. Dürer arbeitet hier als Holzschneider und zeichnet Entwürfe, die von anderen in Holz geschnitten werden.

    Wohin sich Dürer von Basel aus wandte, ist nicht bekannt. Doch in dieser Zeit (1490 - 94) beschäftigte er sich mit der machtvoll aufstrebenden Renaissance. Im Mai 1494 kehrt der Künstler nach Nürnberg zurück. Sein Vater und Hanns Frey, ein Nürnberger Kaufmann, haben die Verheiratung ihrer Kinder beschlossen. Am 7. Juli 1494 heiratet Dürer Agnes Frey. Kurz darauf geht er schon wieder auf Reisen, er wandert nach Italien. In dieser Zeit herrscht in Nürnberg die Pest. In einem Jahr wird die Bevölkerung der Stadt von 25000 auf 17000 dezimiert. Dürer zieht auf der alten Handelsstrasse über Augsburg, Innsbruck und den Brenner nach Süden. Auf dieser Reise entstehen die ersten überlieferten Landschaftsbilder der deutschen Kunstgeschichte.

    Im Oktober 1494 kommt Albrecht Dürer in Venedig an und wohnt im «Fondaco dei Tedeschi», wo er neben Bekannten aus Nürnberg, Handelsherren, auch Künstler und Handwerker aus Deutschlund trifft. Venedig ist zu dieser Zeit unumstrittener Mittelpunkt des Welthandels. Dürer studiert intensiv die Errungenschaften der italienischen Künstler. Wieder in Nürnberg gründet er dort eine eigene Werkstatt. Er veröffentlicht die Holzschnittfolge der Apokolypse, ein wesentliches Werk seiner Frühzeit. Das wohl wichtigste Werk unter den Gemälden ist das Selbstbildnis von 1500. Dürer malt auch zahlreiche Portraits und einige Altarbilder. Berühmt wird er mit seinen Holzschnitten mit dem AD-Monogramm. Bald tauchen sogar Fälschungen seiner Werke auf. Dürers Frau verkauft die Holzschnitte auf den Märkten.

    1505 reist Dürer ein zweites Mal noch Italien. Wieder herrscht in Nürnberg die Pest. Inzwischen ist der Maler auch in Italien ein berühmter Mann. Für die deutsche Kirche in Venedig malt er das berühmte «Rosenkranzfest».

    Im Februar 1506 kehrt der Künstler noch Nürnberg zurück, er hat viele Aufträge für Gemälde, aber sie werden schlecht bezahlt. Den Auftrag für den Hellerschen Altar zum Beispiel gibt Dürer wieder zurück. Erst dann entschliesst sich der Frankfurter Kaufmann Heller, das Honorar von 130 auf 200 Gulden zu erhöhen. Mehr Geld verdient der Künstler mit seinen Kupferstichen und Holzschnitten.

    1509 kauft Dürer ein grosses Haus am Tiergärtner Tor unterhalb der Burg, das heute noch als Dürerhaus berühmt ist. Im gleichen Jahr wird er auch zum Ratsherrn in Nürnberg ernannt. Im Auftrag des Kaisers entwirft er den «Triumphwagen», der den Herrscher verherrlicht. Die drei berühmten Kupferstiche «Ritter, Tod und Teufel», «Melancholie» und «Hieronymus im Gehäus» entstehen 1513/14. Am 26. April 1513, zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters, stirbt auch Dürers Mutter, die zuletzt in seinem Haus gelebt hat. Die Aufzeichnungen Dürers in seinem Gedenkbuch zeugen von dem grossen Respekt, den er vor der frommen Frau hatte.

    Im Jahr 1517 schlägt Luther seineThesen an der Schlosskirche zu Wittenberg an. Die Reformation beginnt. Auch Dürer bekennt sich zu dem Reformator, der ihn auf einer Reise nach Augsburg besucht. 1519 stirbt Kaiser Maximilian. Er hatte Dürer eine Leibrente verbrieft. Um von dessen Nachfolger, Karl V., die Bestätigung der Rente zu erhalten, fährt Dürer mit seiner Frau in die Niederlande. Sein «Tagebuch der niederländischen Reise» ist eines der grossertigsten Dokumente über den Künstler und seine Zeit.

    Von einer schweren Krankheit gezeichnet, möglicherweise der Malaria, kehrt Dürer Anfang der 20er Jahre nach Nürnberg zurück.1526 malt er die «Apostel», sein reifstes Werk. Zugleich verfasst er zwei Bücher, in denen er seine künstlerischen Erkenntnisse der Nachwelt überliefert. 1527 ist Albrecht Dürer sehr krank und bis zum Skelee abgemagert. Er stirbt am 6. April 1528.

    Albrecht Dürer hinterliess seiner Frau ein ausreichendes Vermögen, der Menschheit aber ein Werk, das unbestrittener Höhepunkt der deutschen Kunst ist. Wir kennen heute etwa 900 Handzeichnungen des Künstlers, 70 Gemälde, 100 Kupferstiche und über 350 Holzschnitte.

    http://staff.imsa.edu



    Das neue Albrecht-Dürer-Hausin Nürnberg

    Hausherrin Agnes führt durch das neue Albrecht-Dürer-Haus

    Seit dem 21. Mai 1999, zum 528. Geburtstag des Künstlers, führt die Hausherrin Agnes Dürer persönlich durch die Räumlichkeiten des Albrecht-Dürer-Hauses. Sie erscheint angetan mit Hausfrauenhaube und Schlüsselbund am Rock und plaudert aus dem «Nähkästchen». So erfährt der interessierte Besucher allerlei vom Leben und Arbeiten in einem Künstlerhaushalt, von Agnes Wirken in Küche und Haus, von illustren Gästen und fleissigen Hausbewohnern, von ihrem Umgang mit Geld und ihrer Beziehung zu Albrecht, ihrem Hausherrn. Wenn Agnes gerade geschäftlich unterwegs sein sollte, wird sie von der neuen Audio-Besucherführung vertreten. In sechs Räumen, angefangen in der grossen Eingangshalle, der Tenne, bis hinauf zur Werkstatt, kann man den Erzählungen der Agnes Dürer lauschen: Ihre Stimme ist über Kopfhörer in mehreren Sprachen (deutsch, englisch, französisch, italienisch) vernehmbar. Immer am Samstag macht sie auch persönliche Führungen in englischer Sprache.

    Neu ist ausserdem die Werkstatt der Dürerzeit. Dort zeigen Fachleute, wie auf einer Tiefdruckpresse ein Kupferstich und auf der nach einer Zeichnung Dürers nachgebauten Hochdruckpresse ein Holzschnitt entsteht.

    Neukonzeption abgeschlossen

    Das Motto der Neukonzeption des Hauses lautet: Zurück zu Albrecht Dürer. Dieses Ziel wurde während der vergangenen Jahre in drei Ausbaustufen erreicht: 1996 mit der inzwischen mehrfach preisgekrönten Multivisionsschau «ALBERTVS DVRER NORICVS»; im darauf folgenden Jahr mit der Neugestaltung der Tenne, deren Charakter nun wieder der Dürerzeit entspricht, und 1998 mit der Einrichtung einer dürerzeitlichen Werkstatt sowie einer Galerie für Wechselausstellungen. Dazu gehören Präsentationen von originalen Dürer-Graphiken oder von Werken zeitgenössischer Künstler, die in Beziehung zu Dürer stehen.

    Insgesamt wandte sich bei der Neukonzeption des Dürerhauses das neue Konzept wieder intensiver der Person Albrecht Dürers zu, seinem Leben und Werk. Gerade das Fehlen von Original-Gemälden des Künstlers und originärer Einrichtung in dem aus dem frühen 15. Jahrhundert stammenden Fachwerkhaus machte es möglich, die verschiedenen neuen Museumseinheiten als Geschichtswerkstätten aufzufassen, in denen die Künstlerpersönlichkeit des einstigen Bewohners erfahrbar wird. Die Audio-Besucherführung und die persönliche Führung durch die Hausherrin Agnes ergänzen diese neue Darstellung.

    Die Neuerungen im Haus – die technische Ausrüstung sowie die Einrichtung der Galerieräume im Obergeschoss – konnten nur durch die Unterstützung und finanzielle Mitwirkung der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung zustande kommen. Darüber hinaus wurde die Einrichtung der dürerzeitlichen Werkstatt durch eine grosszügige Spende des Lions Club Nürnberg Meistersinger ermöglicht. Dass Agnes Dürer ihre Stimme wiedergefunden hat (Drehbuch und Studioaufnahmen) verdanken wir einer Spende von Dr. Erich Schwanhäusser.

    Das Albrecht-Dürer-Haus

    «Zurück zu Dürer»: Unter diesem Motto präsentiert das Albrecht-Dürer-Haus die Wohn- und Arbeitsstätte des grossen Künstlers Albrecht Dürer (1471-1528). Das Museum zeigt ihn in all seinen Facetten: sein Leben und sein Werk. Im Kinoraum taucht der Besucher mit der Multivisions-Schau «Albertus Durer Noricus» zunächst auf ganz neue Weise in das Werk Dürers ein. Nach dieser Einführung beginnt der Rundgang durch das vierstöckige Haus, das Dürer von 1509 bis 1528 bewohnte. Eine besondere Attraktion ist die grosse Maler- und Druckwerkstatt der Dürer-Zeit, in der die künstlerischen Techniken vorgeführt werden. Übrigens, durchs Haus führt die Hausherrin höchstpersönlich: «Agnes Dürer» berichtet über Kopfhörer in fünf Sprachen (deutsch, englisch, französisch, italienisch und japanisch) und erzählt speziell auch Kindern vom Alltagsleben, von Freud und Leid im Künstlerhaushalt. Und auf Anfrage kommt sie persönlich (in Gestalt einer Schauspielerin) zu einer Führung für Erwachsene oder Kinder.

    Albrecht-Dürer-Haus
    Albrecht-Dürer-Straße 39
    90403 Nürnberg

    www.museen.nuernberg.de/duerer



    Mit Albrecht Dürer durch Nürnberg - Stadtrundgang der besonderen Art

    Albrecht Dürer ist Nürnbergs berühmtester Sohn. Als Maler, Kupferstecher, Holzschnittmeister, Kunsttheoretiker, Ratsherr und Diplomat hat er der Stadt ein grosses Vermächtnis hinterlassen. Er, der Wissensdurstige und grosse Neuerer, hätte seine Freude daran, wenn er sähe, wie heute Menschen, ausgerüstet mit einem tragbaren Minicomputer, Nürnberg auf seinen Spuren durchstreifen. In Bild und Ton informiert der elektronische Stadtführer über Leben und Werk Dürers.

    Der Dürerweg mit seinen insgesamt acht Stationen beginnt vor seinem Haus, dem heutigen Dürer-Museum. Hier entstanden seine grossen Werke, hier lebte und arbeitete Albrecht Dürer zusammen mit seiner Frau Agnes. Nicht weit vom Dürerhaus liegt die Pfarrkirche St. Sebald, die Hauskirche der Familie Dürer. Hier wurde Albrecht Dürer getauft. Hier trat er auch vor den Traualtar, um Agnes, die Tochter eines bekannten Nürnberger Goldschmieds zu heiraten.

    Nicht nur als Künstler, sondern auch als Mitglied des Rates von Nürnberg geniesst Dürer grosses Ansehen. Der Rundgang führt vorbei am Nassauer Haus gegenüber der Lorenzkirche. Hier residierte eine der Patrizierfamilien, mit denen Dürer bestens bekannt war und die Handelbeziehungen bis nach Venedig unterhielt. Zu Dürers Zeit ist Nürnberg eine der bedeutendsten Städte Europas. Eine Stadt, die ihren Wohlstand nicht verbirgt, ihren Gemeinsinn aber auch in wohltätigen Stiftungen zeigt. Eine Station führt auf die Brücke vor dem Heilig-Geist-Spital, das noch heute zur Versorgung Alter und Kranker dient.

    Hohe Kunst des Porträts

    Der fast zweistündige Dürerweg geht dort zu Ende, wo sieben seiner bedeutendsten Werke zu sehen sind: im Germanischen Nationalmuseum. Die Bilder von Kaiser Karl dem Grossen und von Kaiser Sigismund schuf Albrecht Dürer im Auftrag der Stadt Nürnberg. Sie dienten zur Dekoration des Saales, in dem jedes Jahr die Reichskleinodien ausgestellt wurden. Beispiele für die hohe Kunst der Dürerschen Porträtmalerei ist das Bildnis seines verehrten Lehrers und Meisters Wolgemut - oder das seiner Mutter Barbara Holper.

    Zeitlebens war Albrecht Dürer ein Reisender. Mehrmals hält er sich in Venedig oder in den Niederlanden auf. Nach der Rückkehr von einer Antwerpen-Reise erkrankt er schwer und stirbt 1528 im Alter von 57 Jahren. Vor den Toren der mittelalterlichen Stadt wird Albrecht Dürer auf dem Johannisfriedhof begraben. Im Andenken an sein unermessliches Werk widmete ihm sein Freund, der grosse Nürnberger Humanist Willibald Pirckheimer in lateinischen Lettern die Inschrift: «Was an Albrecht Dürer sterblich war, ist hier begraben.»

    www.zdf.de

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