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Kunst - Glossar Keith Haring 4. 3.1958 Kutztown, Pa. - 16.2.1990 New York US-amerikanischer Maler, Objektkünstler, Bühnen- und Kostümbildner; seit 1978 Graffiti-Zeichnungen in der New-Yorker U-Bahn, 1986 Bemalung der Berliner Mauer auf 107 m, 1987 Kampagnen gegen Rauschgift und Aids; unter dem Einfluss japanischer Kalligraphie entwickelte er eine persönliche Graffiti-Handschrift auf Bildern und Wänden. Harings stilisierte Strichmännchen sind für jedermann lesbar, sie werden zunehmend figuraler, mit parallelen Handlungsabläufen, die sich selbst bedingen. www.wissen.de Keith Haring Haring gilt als der bekannteste Graffitikünstler weltweit. Beeindruckt von der Kunst Christos, der es geschafft hatte mit Arbeiten in der Natur und im öffentlichen Raum die Menschen dazu zu bewegen, die Dinge auf ganz neue Art zu betrachten, arbeitete Haring seit 1978 mit ungeheurer Intensität an seiner künstlerischen Karriere. Mit seiner hervorragenden Gabe der Selbstvermarktung schaffte er es, seine überall in New York gezeichneten Männchen bekannt zu machen. Er war sehr bemüht andere Writer kennenzulernen, da das Graffiti für ihn die höchste Stufe der Kunst war, und so erlangte er grossen Respekt in der Szene, obwohl seine Bilder stilistisch völlig verschieden waren. Die Zeichengestik seiner Figuren war so einmalig, da Haring es verstand, seinen eigenen Stil mit ungeheurem Arbeitseifer zu entwickeln. Sein Tag waren keine Buchstaben, sondern eine Hundezeichnung mit der er auch oft seine Bilder signierte, die später von einem krabbelnden Männchen abgelöst wurde. In der Writerszene war Haring aufgrund seines umgänglichen Wesens, seiner Pionierleistung und wegen der kategorischen Einhaltung der ungeschriebenen Writer-Gesetze sehr beliebt (Haring hat niemals über ein anderes Tag oder Bild gemalt). 1980 fand auf dem Times Square eine Show statt, die einen Wendepunkt der Kunstgeschichte darstellte. Zum ersten Mal wurde ein breites Spektrum der Untergrundkunst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und bei diesem Event gründeten sich auch neue Writer-Gruppen, zu denen auch Haring gehörte. Seinen Durchbruch aber hatte Haring mit den Zeichnungen auf den schwarzen Plakaten, mit denen die Bahnaufsicht Plakate überklebte, deren Hängedauer überschritten waren. Die New Yorker Subwaybenutzer liebten und bewunderten diese Zeichnungen. Haring begann, einzelne U-Bahn Linien systematisch Station für Station abzufahren, um sie zu bemalen, wobei er stets auf einen einfachen Bildaufbau und eine eingängige Botschaft achtete. 1981 begann er, jedem, der ihn bei seinen Aktionen ansprach, einen Button mit dem Strahlenbaby oder einem bellenden Hund in die Hand zu drücken, worauf sich seine Popularität noch erhöhte, da die Menschen sich diesen Button ansteckten und sich als Teil der Subkultur verstanden. Seine über 100 Bussgeldbescheide bezahlte er anstandslos und malte niemals auf Züge, da ihm dies zu gefährlich war. 1987 bemalte er erstmals mit Kindern Wände, worauf etliche Gemeinschaftsprojekte mit Kindern folgten. 1986 eröffnete er in New York seinen ersten Pop-Shop, wo er Gebrauchsgegenstände und Textilien, die von ihm gestaltet waren verkaufte. 1988 folgte der zweite Pop-Shop in Tokio. Haring starb 1990 an AIDS. Haring bereicherte die Welt nachhaltig mit seinen Arbeiten, ist in der Kunstszene ein wichtiger Bestandteil und geniesst bis heute grossen Respekt in der Graffiti-Szene, da er der einzige Graffiti-Maler war, der aus der Subkultur in die grössten Museen der Welt gelangte. Hendoc (*.pdf) |