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Kunst - Glossar Erich Heckel 31.7.1883 Döbeln, Sachsen - 27.1.1970 Radolfzell Deutscher Maler und Grafiker; gründete mit K. Schmidt-Rottluff und E. L. Kirchner die Künstlervereinigung «Die Brücke»; malte als einer der Hauptmeister des deutschen Expressionismus neben Figurenbildern besonders Landschaften in leuchtenden, pastos aufgetragenen Farben. Heckel war unter dem Nationalsozialismus als «entartet» verfemt. www.wissen.de Erich Heckel Erich Heckel (Döbeln. Sachsen 31.7.1883 - Hemmenhofen am Bodensee 27.1.1970). Heckel und Schmidt-Rottluff hatten 1901 auf dem Gymnasium in Chemnitz Freundschaft geschlossen und begonnen, gemeinsam zu zeichnen und zu malen. 1904 ging Heckel nach Dresden, um Architektur zu studieren. Er begegnete Kirchner und Bleyl und gründete mit ihnen und Schmidt-Rottluff 1905 die Künstlergruppe «Brücke». Zugleich gab er das Studium auf, um sich ganz der Malerei widmen zu können. Heckel, der eine fast schwärmerische Vorstellung von Freundschaft und künstlerischer Gemeinschaft besass, wurde das bindende Element der Gruppe und als Geschäftsführer ihr praktischer Organisator. Die gemeinsame Arbeit mit den Freunden, zu denen 1906 Pechstein und Nolde gestossen waren, bedeutete auch für Heckel vor allem die Auseinandersetzung mit van Gogh, die sich in einer heftigen Pinselschrift äusserte. Doch Heckel erkannte sehr schnell, dass Malerei aus dem Instinkt für ihn nicht zur Formfindung führen konnte. Im Sommer 1907 war Heckel erstmals mit Schmidt-Rottluff nach Dangast an die Nordsee gegangen. Das Erlebnis der ursprünglichen Natur, verbunden mit der Heckel eigenen geistigen Disziplin, führten ihn 1908 zu einem grosszügigen, zusammenfassenden Stil. Im Frühjahr 1909 reiste Heckel in Italien. Den Sommer verbrachte er mit Kirchner an den Moritzburger Seen und ging im Herbst zu Schmidt-Rottluff nach Dangast. Die Reise nach Italien brachte für Heckel eine Klärung seiner Form. Besonders die etruskische Kunst beeindruckte ihn und bestätigte sein Streben nach Strenge, Vereinfachung und Vergeistigung. 1910 war der typische flächige «Brücke»-Stil auch bei Heckel ausgebildet. Von spitzen, eckigen Konturen umschriebene Farbflächen verschränken sich ineinander zu einer ganz festen, geschlossenen Komposition. Die Intensität Heckels blieb im Ausdruck aber herb, karg und eigentümlich spröde. Landschaften entstanden in dichter Folge wieder an den Moritzburger Seen und in Dangast, daneben Stadtansichten, Aktdarstellungen, Badende und Varietészenen. 1911 malte Heckel in Prerow an der Ostsee, wo gleichzeitig Jawlensky arbeitete. Im Herbst dieses Jahres übersiedelte Heckel, wie seine Freunde, nach Berlin, wo er das Atelier von Otto Mueller übernahm. Dieser Wechsel bedeutete keinen Bruch in seinem künstlerischen Wollen. Ihn beschäftigte nicht, wie Kirchner, die treibende Bewegung der Grossstadt, ihn interessierten weiterhin Themen, die nicht dem Augenblick unterworfen waren. Sein Blick richtete sich auf die Vielfalt der Landschaften und den Kreislauf der Jahreszeiten, wie auf das Tun und Treiben der Menschen in ihren Sehnsüchten, Freuden und Schmerzen. Seine Bilder entstanden aus menschlicher Anteilnahme. Das Jahr 1912 brachte für Heckel zahlreiche Begegnungen, so mit Macke und Marc und den Beginn der Freundschaft mit Feininger. Den Höhepunkt bildete die Ausstellung des Sonderbundes in Köln, auf der Heckel und Kirchner die Kapelle ausmalen durften. 1913 trennte sich die Künstlergruppe «Brücke». Heckel zeigte noch im selben Jahr seine ersten Einzelausstellungen. Er schritt weiter auf dem Wege, die Dinge in einer gleichgewichtigen Spannung im Bilde zu ordnen. Er setzte nun auch Anregungen des Kubismus in eine eckige, wie ungelenke Struktur um, die ihm eine eigentümliche Darstellung des Lichtes ermöglichte. Spiegelungen, Brechungen und Reflexe wurden in kristallinischen Formen verdeutlicht, so dass mit Hilfe der sichtbar gemachten Atmosphäre Himmel, Erde, Wasser und Mensch zu einem Ausdruck verschmolzen. 1914 meldete Heckel sich zum Kriegsdienst und wurde 1915 als Krankenpfleger in Flandern eingesetzt. Hier begegnete er Beckmann und schloss Freundschaft mit Ensor. Heckel und Beckmann waren mit anderen Künstlern dem Kunsthistoriker Walter Kaesbach unterstellt, der die Diensteinteilung so traf, dass jeder zweite Tag für die künstlerische Arbeit zur Verfügung stand. 1918 kehrte Heckel nach Berlin zurück. Er führte seine Kunst im thematisch vorgegebenen Rahmen fort und suchte das Bleibende, das Allgemeingültige im Bilde zu fassen. H. Köhn: «Erich Heckel. Aquarelle und Zeichnungen», München, F. Bruckmann Verlag, 1959. |