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Kunst - Glossar

Allan Kaprow

23.8.1927 Atlantic City, N. Y

US-amerikanischer Happeningkünstler; bis 1957 waren seine Bilder und Assemblagen vom Abstrakten Expressionismus beeinflusst; veranstaltete in der Reuben-Gallery in New York 1958/59 die ersten Happenings, dessen Begriff und Kunstform er mit einer künstlerischen Aktion unter Einbeziehung des Publikums begründete; seit den 1970er Jahren ersetzt er den Begriff Happening durch die Bezeichnung «Activities»; schrieb ausserdem Kompositionen.

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  • Allan Kaprow
  • Allan Kaprow (Wikipedia)
  • 18 Happenings in 6 Parts
  • Happening



    Allan Kaprow

    In einer kurzen, aber intensiven ersten künstlerischen Phase entwickelte sich Allan Kaprow vom Abstrakten Expressionismus (Jackson Pollock) und vielschichtiger Malerei hin zu malerischen Collage und Assemblage-Techniken. Er schrieb sich in Hans Hofmann's Malschule ein (1947–1948). Durch Hofmann begann er, einen expressiven, spirituellen aktionistischen Malstil, auf realen Landschaften basierend, die dann 10 Jahre später in einer Reihe von gut dokumentierten Schritten hin zum Happening führten.

    1956–1958 studiert er musikalische Komposition beim Avant-garde Komponisten John Cage an der New School for Social Research in New York. 1957–58 beginnt Kaprow seine Arbeit an Environments und der Zuschauerbeteiligung, beinflusst von Cage. Die Integration von Raum, Materialien, Zeit und Zuschauern führt dann schliesslich zu der Entwicklung von Happenings, ein Begriff, den er 1959 erfand. Kaprow lehrt heute am Visual Art Department der University of California in San Diego.



    18 Happenings in 6 Parts

    Kaprow stellte bei diesem wegweisenden Happening, das er im Herbst 1959 in der Reuben Gallery in New York vorstellte, eine Synthese zwischen seiner Ausbildung in Action Painting und seinem Studium von Cages Partituren und Performances her. Ausgehend von einer sorgfältig konzipierten und akribisch geschriebenen Partitur, erschuf er ein interaktives Umfeld, das das Publikum in einem Masse manipulierte, das so gut wie beispiellos war in der Kunst des 20.Jahrhunderts.

    Das Publikum bekam Programme und drei geheftete Karten, auf denen es Instruktionen für seine Beteiligung an dem Happening bekam:«Die Performance ist in sechs Teile unterteilt... Jeder Teil besteht aus drei Happenings, die gleichzeitig stattfinden. Ein Glockenschlag wird den Anfang und das Ende eines jeden Teils signalisieren. Am Ende der Performance werden zwei Glockenschläge ertönen... Nach jedem Teilstück sollte kein Applaus gespendet werden, aber Sie können nach dem sechsten Teil applaudieren, wenn Sie wollen. » Diese Instruktionen galten auch dann, wenn Zuschauer aufgefordert wurden, die Plätze zu wechseln und in den Nächsten der drei Räume zu gehen, in die die Galerie unterteilt war.

    Diese Räume waren ausgestattet mit halbdurchsichtigen Plastikfolien, die mit Verweisen auf Kaprows frühere Werke in Form von Zeichnungen und Collagen bemalt waren, sowie mit Tafelbildern, auf denen einige Wörter hingemalt worden waren, und mit aufgereihten Plastikfrüchten. (...) Im Gegensatz zu Cage, der die Zuschauer zur Beteiligung ermutigte, weil er seine Kontrollfunktion als Urheber aufgeben wollte, wurden die Zuschauer bei den meisten Happenings von Kaprow zu Requisiten, mit Hilfe derer der Künstler seine Vision in die Tat umsetzen konnte.

    Quelle: Paul Schimmel, »Leap into the Void: Performance and the Object«, in: Out of Actions: between performance and the object, 1949–1979, MoCA Los Angeles, New York/London 1998, S. 61f.

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