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Kunst - Glossar

Alfred Kubin

10.4.1877 Leitmeritz, Böhmen - 20.8.1959 Zwickledt bei Wernstein am Inn

Österreichischer Grafiker und Schriftsteller; schuf zahlreiche Mappenwerke und Buchillustrationen (u. a. zu E. T. A. Hoffmann, E. A. Poe und Dostojewskij) in expressiv bewegtem Stil. Er bevorzugte Themen von fantastischer, spukhaft-unheimlicher Irrealität. Roman «Die andere Seite» 1908.

www.wissen.de



  • Alfred Kubin
  • Alfred Kubin (Wikipedia)
  • Der Blaue Reiter



    Alfred Kubin

    Kubin war in Salzburg aufgewachsen und hatte dort 1891/92 die Kunstgewerbeschule besucht, ehe er 1892 bis 1896 in Klagenfurt eine Photographenlehre absolvierte. 1898 kam er nach München, nahm das künstlerische Studium an einer Privatschule auf und wechselte an die Akademie, wo er bis 1901 blieb. Munch, Ensor, Redon, aber auch Goya und Rops beschäftigten ihn stark. Kubin wurde als Illustrator und Zeichner schnell bekannt und zeigte 1902 seine erste Ausstellung in Berlin. 1905 und 1906 reiste er in Frankreich und Italien. Im selben Jahr erwarb er das Schlösschen Zwickledt in Oberösterreich, wo er bis zu seinem Tode ansässig blieb.

    1906 schuf Kubin überraschende Temperablätter. Ohne einen Ausgangspunkt in der Natur zu suchen, gestaltete er Kompositionen «aus Schleiern und Strahlenbündeln, aus kristall- oder muschelartigen Fragmenten, aus Fleisch- und Hautlappen, aus Blattornamenten und tausend anderen Dingen». Diese ungegenständlichen Bilder entstanden ohne bestimmte Absicht während des Malvorganges, waren direkter Ausdruck der die Seele belastenden Erinnerungen.

    1908 publizierte Kubin den Roman «Die andere Seite», in dem er abstrakte Farbträume beschrieb. Das entsprach dem, was Kandinsky dachte und fühlte. So entstand 1909 eine Verbindung zur «Neuen Künstlervereinigung München», an deren Ausstellungen Kubin sich beteiligte, wie auch später an der 2. Ausstellung des «Blauen Reiter». 1913 entwickelte Marc den Plan einer Bibelillustrierung, an der er selber, Kandinsky, Klee, Heckel, Kokoschka und Kubin beteiligt sein sollten. Der Kriegsausbruch liess das Unternehmen nicht zustande kommen; nur Kubin lieferte seinen Beitrag für das Buch Daniel, der 1918 erschien.

    W. Schneditz: «Alfred Kubin und seine magische Welt», Salzburg, 1949
    W. Schmied: «Der Zeichner Alfred Kubin», Salzburg, Residenz Verlag, 1967.


    Lionel Richard
    Lexikon des Expressionismus
    Somogy Paris


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