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Kunst - Glossar
Fernand Léger
4.2.1881 Argentan - 17.8.1955 Gif-sur-Yvette
Französischer Maler und Grafiker; beeinflusst von dem analytischen Kubismus, entwickelte einen von Maschinenformen ausgehenden grossflächigen Stil mit breiter Konturierung und leuchtendem Kolorit; schuf neben figürlichen auch gegenstandslose Bilder und den Film «Le Ballet mécanique».
www.wissen.de
Fernand Léger (Sprache der Geometrie)
Fernand Léger (Wikipedia)
Notizen
Fernand Léger (Der kühle Blick)
Fernand Léger (Biografie)
Ferdinand Léger - Meine Berliner Ausstellung
Kubismus
Fernand Léger
Am 4. Februar 1881 in Argentan, Normandie, geboren. 1897-1899 Architekturlehre in Caen. 1903-1904 Studien an der Ecole des Arts Décoratifs und der Académie Julian in Paris. 1908 Atelier in der Pariser Künstlerkolonie «Zone» u.a. mit Henri Laurens, Marc Chagall und Guillaume Apollinaire. 1914-1917 Kriegsdienst und Verwundung; «Période mécanique», inspiriert durch die Kriegsmaschinerie.
Nach dem Krieg ist Légers Bildsprache während mehreren Jahren von geometrischen Formen geprägt. 1924 dreht er seinen ersten Film «Le Ballet mécanique». 1928 erste Amerika-Reise. 1932 Lehrtätigkeit an der Académie de la Grande Chaumière in Paris. Ab 1937 unter dem Einfluss von Le Corbusier zahlreiche Dekorationen und Wandmalereien. 1940-1945 unterrichtet er an der Yale University. 1945 Rückkehr nach Paris. Am 17. August 1955 in Gif-sur-Yvette gestorben.
Die Sprache der Geometrie
Hans Christoph von Tavel
Kunstmuseum Bern
17. März bis 13. Mai 1984
Notizen
«Jede objektive Schöpfung des Menschen untersteht strengsten geometrischen Gesetzen, und ganz gleich verhält es sich auch mit den Schöpfungen der Kunst.»
(Fernand Léger, Hinweise zur heutigen Kunst, 1923)
Aus: Léger 1971, S. 57
«Der moderne Mensch lebt mehr und mehr in einer vorwiegend geometrischen Ordnung.
Alles, was er auf mechanischem und industriellem Weg schafft, wird von geometrischen Gegebenheiten bestimmt.»
(Fernand Léger, Maschinenästhetik: Maschinenprodukte, Handwerker und Künstler, 1924)
Aus: Léger 1971, S. 66
«Le Ballet mécanique» wurde mehrfach in den verschiedensten Teilen der Weltgezeigt, und ich glaube nicht, dass jemand seinen Einfluss auf die Entwicklung des modernen Filmes (Russland, Deutschland), der kunstvollen Schaufenstergestaltung und der neueren Photographie mit ihrer Vorliebe für geometrische und mechanische Elemente bestreiten wird.»
(Fernand Léger, Autour du Ballet mécanique, 1924)
Aus: Berlin 1980/1981, S. 233
«Die ästhetischen Werte unserer Zeit sind meist mit dem praktischen Nutzen des Objektes verbunden. Man denke nur an die Lokomotive, die mehr und mehr die Form eines vollkommenen Zylinders annimmt, oder an das Auto, das unter dem Zwang der angestrebten Geschwindigkeit tiefer, länger und geschlossener werden musste und damit ein von der geometrischen Ordnung bestimmtes Gleichgewicht geschwungener Linien und horizontal gestreckter Geraden erreicht hat. Die geometrische Form dominiert, durchdringt alle Schaffensgebiete. Sie beeinflusst unsere Seh- und Verhaltensweise.»
(Fernand Léger, Maschinenästhetik und geometrische Ordnung, 1925)
Aus: Léger 1971, S. 79
Die Sprache der Geometrie
Hans Christoph von Tavel
Kunstmuseum Bern
17. März bis 13. Mai 1984
Fernand Léger
Fernand Léger wird am 4.2.1881 im normannischen Argentan geboren. Er geht von 1897 bis 1899 bei einem Architekten in Caen in die Lehre und arbeitet anschliessend als Architekturzeichner in Paris. Nach dem Militärdienst 1902-1903 bewirbt er sich an der Pariser Ecole des Beaux-Arts, wird dort abgelehnt, aber zur Ecole des Arts Décoratifs zugelassen. Als freier Schüler arbeitet er in den Ateliers von Léon Gérôme und Gabriel Ferrier sowie in der Académie Julian. Die grosse Cézanne-Retrospektive 1907 macht, wie auf die gesamte Pariser Avantgarde, auch auf Léger grossen Eindruck und bestimmt in den folgenden Jahren seinen Malstil.
Im Salon des Indépendants von 1911 stellt er sein erstes eigenständiges Werk aus, eine dichte Komposition von Kuben, Zylindern und Kugeln, das mit dem Diktum Cézannes ernst macht und die gesamte Naturerscheinung auf stereometrische Grundgebilde zurückführt. Unter dem Einfluss von Robert Delaunay beginnt Léger die Farbe einzuführen, wobei die Intensität der farbigen und formalen Kontraste zum Stilprinzip wird. Angeregt durch die italienischen Futuristen werden die Kompositionen facettenreich und härter im formalen Ausdruck, die Analogie Mensch-Maschine beginnt sich ab 1913 immer deutlicher abzuzeichnen, die Figuren bestehen ganz aus zylinderförmigen Gliedern und gleichen Robotern. Zum entscheidenden Erlebnis wird für Léger der Kriegsdienst. Im Schützengraben begegnet er dem Mann aus dem Volk, der - wie er selbst - in eine höchst gefährliche, spannungsgeladene Maschinerie eingespannt, wie ein «Automat» reagiert. Léger beschreibt diese Wende später so:
«Ich hatte Paris mitten in einer Phase der Abstraktion, der malerischen Befreiung verlassen. Ohne Übergang fand ich mich Schulter an Schulter mit dem ganzen französischen Volk; unter die Pioniere versetzt, meine neuen Kameraden waren Bergleute, Erdarbeiter, Holzfäller und Metallarbeiter... Gleichzeitig war ich geblendet von dem offen in der Sonne liegenden Bodenstück einer 75er Kanone, von der Magie des Lichts aus blankem Metall. Es war mehr als genug, um mich die abstrakte Kunst von 1912 bis 1913 vergessen zu lassen.»
Die präzise ablaufende Kriegsmaschinerie zeigt Léger den «Dynamismus der Mechanik», den er auch nach dem Krieg in Bildern mit Maschinenteilen umsetzt. Aber auch der Mensch wird diesem Wandel unterworfen. Stammen die Figuren der Vorkriegszeit und auch noch während des Krieges mit ihren Kolben und Zylinderteilen aus den Arsenalen des Futurismus und Orphismus, so werden die neuen Menschen vollkommen mechanisiert und wie KunstFiguren aus plastischen, metallisch glänzenden, standardisierten Volumina zusammengesetzt.
Der schwarze Chauffeur könnte auch als Bühnenbild für den Film «Metropolis» von Fritz Lang dienen: im rechten Bildteil befindet sich eine stilisierte Apparatur aus Kolbenteilen, Kugeln, Gestänge, durchzogen von einem glänzenden metallischen (Lauf)-band, während links eine rudimentäre Gliederpuppe, die den «manichini» de Chiricos verwandt ist, in einem abgegrenzten Bezirk hantiert. Noch abstrakter agieren in Die drei Figuren die mehr maschinen- als menschenähnliche Röhrenwesen, die in ein ungegenständliches, an Purismus und De Stijl orientiertes Bildgefüge eingebaut sind.
Die Studie für Frau mit Kind bereitet ein Hauptwerk dieser Phase vor. Sind die Figuren auf früheren Bildern teilweise noch durch geometrische Felder verdeckt und in ihrer körperlichen Substanz bis zur Unkenntlichkeit zersplittert, präsentiert sich diese Maschinen-Frau dem Betrachter frontal in voller Grösse. Die blauen Flächen wandeln sich zu voluminösen Formen. Die abstrakten Elemente haben hier alle einen gegenständlichen Bezug, eine gegliederte Tür, ein Möbelstück mit Schubladen, ein Geländer, hinter dem ein Stillleben deutlich wird. Die Figur ruht auf einem in die Fläche geklappten Liegestuhl mit rhombischer Musterung. Ihr Kleid ist in einfache grosse Volumina umgewandelt, die durch die starke Plastizität wie eine Panzerung wirken. Das Gesicht ist maskenhaft starr, aber im Unterschied zu den gesichtslosen Roboterfiguren doch als menschliches Antlitz erkennbar.
Der Mechanisierung des Menschen wird in einigen Bildern der Zwanzigerjahre durch eine verstärkte Anthropomorphisierung der Maschinenfigur konterkariert, wie sie Der Mechaniker deutlich zeigt (Griebel). Vor einem abstrakten Hintergrund mit harten, geometrischen Formen und einigen wenigen Farbakzenten hebt sich vollplastisch, muskulös und in den Farben fast naturalistisch, ein nach links blickender Mann mit nackten kräftigen Armen und einer Zigarette in der klobigen Hand ab. Zweifellos sind solche Bilder von dem damals aufkommenden klassizistischen Revival mitgetragen. In der Betonung des mechanischen Charakters der Figuren bleibt Léger aber seinem ursprünglichen Ansatz treu, indem er die menschliche Figur in ihrer Mechanik blosslegt und den industriellen Gegenständen im Bild angleicht. Solche Bilder sind Vorläufer einer neuen Beschäftigung mit der menschlichen Figur, die ab 1930 einsetzt, und in der, ähnlich wie in Picassos neo-klassizistischen Bildern, die Figur monumentalisiert und statisch erscheint. Die drei Musikanten zeigen ein auf engstem Raum zusammengestelltes Trio, das nicht nur durch die Instrumente (Tuba, Akkordeon, Cello), sondern auch durch die Kleidung und die Kopfbedeckungen kontrastreich charakterisiert ist.
1940 entschliesst sich Léger, in die USA auszuwandern, wo er an verschiedenen Universitäten unterrichtet. Es entsteht eine Vielzahl von neuen Arbeiten, in denen er, angeregt durch die Lichtreklame des Broadway, noch einmal die «reine Farbe» aufgreift, die er nun als frei schwebende Farbfelder über die Figurenkomposition zieht. Nach Kriegsende kehrt der Künstler nach Frankreich zurück und tritt in die Kommunistische Partei ein. In den nun folgenden Bildern betont er den sozialen Aspekt der Kommunikation und Verständigung. Die Darstellungsweise ist plakativ, fast naiv vereinfacht und zeigt wieder klare Raumdefinitionen. Neben seiner Malerei beschäftigt sich Léger weiterhin mit Dekorationen, Bühnenbildern, Glasfensterentwürfen, Wandbildern und Keramiken. Kurz vor seinem Tod vollendet er eine Raumausstattung mit Skulpturen, Keramiken und einem Mosaik für die «Gaz de France» bevor er am 17.8.1955 in Gif-sur-Yvette stirbt.
Lit.: George Bauquier/Nelly Maillard (Hrsg.), «Fernand Léger. Catalogue raisonné de l'œuvre peint» 1903-1931, 4 Bde., Paris 1990-1995
Hajo Düchting
Der kühle Blick. Realismus der Zwanzigerjahre in Europa und Amerika
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung Münschen vom 1.6. - 2.9.2001
Prestel Verlag - ISBN 3-7913-2513-2
Fernand Léger Biografie
1881
4. Februar. Jules Fernand Henri Léger kommt in Argentan zur Welt als Kind des Henri Armand Léger und seiner Frau Marie Adèle Daunou.
1897-1899
Technischer Zeichner bei einem Architekten in Caen.
1900-1902
Dasselbe in Paris.
1902-1903
Militärdienst im Sappeurcorps in Versailles.
1903
An der Ecole d'Arts Décoratifs zugelassen, bei den Beaux-Arts abgelehnt. Freier Schüler in den Ateliers Léon Gérôme und Gabriel Ferrier. Besuch der Académie Julian und des Louvre.
1903-1904
Anstellungen als «nègre» bei einem Architekten, als Retuscheur bei einem Photographen, schwierige Lebensumstände. Mit dem Freund André Mare aus Argentan teilt er ein Atelier, zuerst in der Rue Saint-Place, dann in der Avenue du Maine 21.
1906-1907
Erkrankt, verbringt er den Winter auf Korsika, in Belgolède, auf der Ile Rousse des Freundes Viel.
1907
Cézanne-Retrospektive im Salon d'Automne. «Ich brauchte drei Jahre, um mich von Cézannes Einfluss zu befreien... das war so schwierig, dass ich abstrakt werden musste, um es zu schaffen ... »
1908-1909
Nach drei Aufenthalten in Korsika 1907 und 1908 kehrt er nach Paris zurück und bezieht die Passage de Danzig 2, «La Ruche».
1909
Er malt «La Coseuse». Mit Delaunay lernt er Henri Rousseau kennen. Dennoch hat ein kleines, im Juli in Fontainebleau entstandenes Bild impressionistischen Einschlag.
1910
D. H. Kahnweiler entdeckt Léger und öffnet ihm seine Galerie in der Rue Vignon 28, wo schon Braque und Picasso ausgestellt hatten. Er malt «Le mariage». Erst wohnt er in der Avenue du Maine 14, dann in der Rue de l'Ancienne Comédie 13. Serie der Dächer und Schornsteine, die er vom Fenster aus malte. Delaunay, Gleize, Le Fauconnier, A. Mare, Maurice Laurencin, Kupka, Metzinger und Léger nehmen an den Zusammenkünften bei Jacques Villon teil, aus denen die hervorgingen.
1911
Er malt «Les Fumeurs».
1912
Im X. Salon d'Automne stellt er «La Femme en bleu» aus.
1913
D. H. Kahnweiler kauft alle Bilder in Légers Atelier und bietet ihm den ersten Vertrag an.
1914
Léger wird zum Sappeurcorps einberufen. Zuerst dient er in den Argonnen (1914-1916), dann in Verdun als Krankenträger. Zahlreiche im Schützengraben und im Quartier entstandene Zeichnungen werden später als Studien für Bilder dienen.
1917
Er malt «La Partie des Cartes». Endgültiger Bruch mit dem Impressionismus. Er glaubt, Zeuge einer neuen Kultur zu sein, die der Geschwindigkeit und der Maschine verfallen ist, und malt eine dynamische Welt voller Pleuelstangen, Zahnwerke und Motoren.
1918
Er malt «Les Disques». Illustrationen zu J'ai tué von Blaise Cendrars.
1919
Er malt «La Ville». Illustrationen zu La fin du Monde,
filmée par l'Ange Notre-Dame von Blaise Cendrars. Am 2. Dezember Hochzeit mit Jeanne Augustine Adrienne Lohy.
1920
Gründung des «Esprit Nouveau». Treffen mit Le Corbusier. Die Figur, die aus den bisherigen Bildern fast völlig verschwunden war (der Mensch ist Roboter in der kapitalistischen Gesellschaft), nimmt seinen Platz nach und nach wieder ein, erst nur symbolisch, frei von jeder psychologischen Absicht; langsam wird er aber ein deutliches Bildthema («le grand sujet»), Objekt und Vorwand für Kontraste mit der Geometrie der anderen Kompositionselemente: Tisch, Pflaster, Fenster. Belebte Landschaften, statische Figuren nach klassischem Vorbild, unbewegt, ohne die geringste Einziehung, volle Volumen, reine Farben. Er malt «Le Mécanicien» und «Le grand Déjeuner».
1921
Er malt «La Mère et l'Enfant». Mit Blaise Cendrars arbeitet er am Film La Roue von Abel Gance. Illustrationen für Lunes au papier von André Malraux. Bühnenbilder und Kostüme für Skating Rink von Ralf de Maré mit Musik von Darius Milhaud.
1922
Bühnenbilder für das Ballett von Ralf de Maré Création du Monde mit Musik von Darius Milhaud und einem Libretto von Blaise Cendrars. Auf der Suche nach monumentalen Effekten untersucht Léger nebenbei die Objektfunktionen, die er - isoliert von ihrer Umgebung eingesetzt - unverhältnismässig vergrössert. Damit verbunden ist eine andauernde Versuchsserie mit unvorhergesehenen Kontrasten. Diese Entdeckung der Objekte im Raum, die nachher in die Reklametechnik eingingen, ist der Ausgangspunkt für Légers eigene filmische Experimente, die zur Prägung seiner Vorstellung dienen, so wie die Photographie Degas und Toulouse-Lautrec beeinflusste.
1924
Léger produziert und gestaltet «Le Ballet mécanique», den ersten Film ohne Bühnenbauten. Photographie von Man Ray und Dudley Murphy, Musik von G. Antheil. Italienreise mit Léon Rosenberg: Besuch Ravennas. Mit Ozenfant eröffnet er ein Atelier in der Rue Notre-Damedes-Champs 86, wo er mit Marie Laurencin und Exter lehrt.
1925
R. Mallet-Stevens, der Architekt des Pavillons «Französische Botschaft» in der Ausstellung der Arts Décoratifs, überlässt Léger und Delaunay die Ausstattung der Eingangshalle. Für Le Corbusier führt Léger seine ersten Wandmalereien am Pavillon «Esprit Nouveau» aus.
1926
Ausstellung in der Galerie des Quatre Chemins.
1927
«Profils, Chapeaux, Bouteilles et le Roi de Cartes» entsteht.
1928
Reise nach Berlin zu seiner Ausstellung in der Galerie Alfred Flechtheim. Als Reaktion auf seine letzten statischen Experimente untersucht Léger nun die Darstellung von im Raum verstreuten Objekten, die zuerst architektonischen Elementen zugeordnet scheinen, aber autonom bleiben und unter sich einen Rhythmus in der Komposition erzeugen. Sein Wille zum Kontrast lässt ihn heterogene Objekte zusammenstellen, Kompassnadeln mit Rundungen von Äpfeln, einen Schlüsselbund mit einer Kopie der Mona Lisa, ein Geldstück mit einer Girlande. Diesen Zusammenstellungen liegt kein Surrealismus zugrunde, sondern die Notwendigkeit der gegenseitigen Wertsteigerung der Formen.
1930
«La Joconde aux clés».
1931
Juli und August verbringt er in Österreich und am Bodensee bei Gerald Murphy. September bis Dezember die erste Reise in die Vereinigten Staaten : New York und Chicago.
1932
Er wird Professor an der Grande-Chaumière.
1933
Reise zu seiner Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Im August folgt eine Griechenlandreise mit Le Corbusier zum CIAM-Kongress. Auf der Rückfahrt hält er auf dem Schiff «Patri/s II» einen Vortrag L'Architecture devant la vie.
1934
Im Juli Gast bei Gerald Murphy in Antibes. Mit Simone Herman folgt im August eine Reise nach London. Für Alexandre Korda arbeitet er an den Bildern des Films The Shape of Things to corne von G. H. Wells.
1935
Juli. Reise nach Brüssel mit Charlotte Perriand. Dekoration einer Turnhalle für die internationale Kunstausstellung in Brüssel. Mit Simone Herman reist er im September zum zweiten Male in die Vereinigten Staaten, wo er Le Corbusier trifft. Erste Ausstellung Légers im Museum of Modern Art New York. Ausstellung im Art Institute of Chicago.
1935-1939
«Adam et Eve» und «Composition au Perroquet».
1937
Bühnenbilder für das Ballett von Serge Lifar David triomphant mit Musik von Riéti in der Opéra in Paris. Er richtet die Dekorationen für ein Fest der Gewerkschaft C.G.T. im Vélodrome d'Hiver in Paris her. Am Palais de la Découverte führt er ein Wandbild «Le Transport des forces» aus. Im November hält er in Antwerpen einen Vortrag La Couleur dans le monde.
1938
Von September bis März nächsten Jahres die dritte Reise
in die Vereinigten Staaten. Dekoration des Appartements Ion Nelson A. Rockefeller Jr. in New York.
1939
Bühnenbild für das Drama Naissance d'une cité von
J. R. Bloch mit Musik von Darius Milhaud und Arthur Honegger im Vélodrome d'Hiver in Paris.
1940
Flucht in die Normandie (nach Lisores), dann nach Bordeaux. Schliesslich schifft er sich in Marseille mit Jaqueline Rey in die Vereinigten Staaten ein. Mit Henri Focillon, Darius Milhaud, André Maurois wird er Pro- Il fessor der Yale University. Am Mills College in Kalifornien hält er im Sommer 1941 Vorträge. Grosse schöpferische Tätigkeit: Dekorationsprojekte für Radio-City, l~ das Rockefeller Center, viele durch die «intensité' améri- 1~ caine» inspirierte Bilder, auch durch die Reklamewirklichkeit am Broadway, durch bewegten und kontrastreichen Ausdruck charakterisiert.
1941
«Plongeurs sur Fond jaune».
1944
«Les belles Cyclistes».
1944-1949
«Les Loisirs», «Hommage à Louis David».
1945
Dezember. Rückkehr nach Frankreich.
1946
Thomas Bouchard dreht den Film Léger in America, den Léger selbst kommentiert. Pater Couturier beauftragt ihn, ein Mosaik von 7 x 16 Metern für die Fassade der Kirche in Assy in Savoyen auszuführen, das 1949 fertig wird.
1948
Dreams that Monev can Buy: Regie und Produktion von Hans Ernst; Ideen und Objekte von Alexander Calder, Marcel Duchamp, Max Ernst, Fernand Léger, Man Ray, Hans Richter. Wanddekoration (von Schülern des Ateliers Léger ausgeführt) für den Congrès International des Femmes in Porte de Versailles. Bühnenbilder für Pas d'acier, Musik von Prokofieff, in den Ballets des Champs-Elysées. Reise nach Polen zum Friedenskongress in Warschau.
1949
Grosse Retrospektive (1905-1949) im Musée National d'Art Moderne in Paris. Illustrationen zu Illuminations von Rimbaud (Grosclaude, Lausanne). Texte und Illustrationen für Le Cirque (Tériade, Paris). Bühnenbilder und Kostüme für die Oper in vier Akten von Darius Milhaud Bolivar in der Opéra in Paris. Mit dem ehemaligen Schüler Roland Brice führt er in Biot die ersten Keramikskulpturen aus.
1950
Jeanne Léger stirbt. Léger malt «Les Constructeurs». Er führt die Mosaiken für das Mémorial de Bastogne in Belgien aus.
1951
Glasfenster und Teppiche für die Kirche in Audincourt.
i Reise nach Italien. Er lässt sich in Chevreuse nieder. Er malt viele Landschaften des Département Seine-et-Oise.
1952
21. Februar Hochzeit mit Nadine Khodossiewitsch. Während rend der Biennale ein Venedigaufenthalt. Er dekoriert den grossen Saal des UN-Gebäudes in New York. Er lässt sich in Gif-sur-Yvette im nieder.
1953
Illustrationen zum Gedicht von Paul Eluard Liberté (Seghers, Paris). «La Partie de Campagne» und «La Grande Parade sur Fond rouge».
1953-1954
Glasfenster für die Kirche in Courfaivre (Schweiz).
1954
«La Grande Parade». Glasfenster für die Universität in Caracas. Entwurf für ein Wandmosaik für das Verwaltungsgebäude der «Gaz de France» in Alfortville. Entwürfe für Mosaikdekorationen für den Zuschauerraum in Säo Paulo in Brasilien (Architekt Niemeyer).
1955
Reise zum Sokols-Kongress nach Prag in die Tschechoslowakei. Ausstellung im Museum von Lyon. Er gewinnt den grossen Biennalepreis für seine Ausstellung bei der dritten Biennale in Säo Paulo. Am 17. August stirbt Léger in Gif-sur-Yvette.
André Verdet - Fernand Léger - Gestalter unserer Zeit
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