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Kunst - Glossar

Franz Marc

8. 2.1880 München - 4.3.1916 bei Verdun (gefallen)

Deutscher Maler und Grafiker; begann mit impressionistisch empfundenen Porträts und Tierdarstellungen; fand unter den Einflüssen P. Cézannes und des Kubismus sowie durch die Freundschaft und Zusammenarbeit mit W. Kandinsky und A. Macke zu einem geometrisierenden und rhythmisch gegliederten Bildaufbau, transparent erscheinenden Farbflächen, kristallinen Formen und romantischem Gefühlsausdruck, der sich im Spätwerk («Turm der blauen Pferde» 1913/14, heute verschollen) visionär steigerte. Marc gründete mit Kandinsky 1911 in München die Gruppe Blauer Reiter. Am Ende seines Schaffens gelangte er zur reinen Abstraktion («Die roten Pferde» 1911).

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  • Franz Marc
  • Franz Marc (Wikepedia)
  • Der Blaue Reiter



    Franz Marc

    Franz Marc (München 8.2.1880 - Verdun 4.3.1916). Franz Marc hatte zunächst begonnen, Theologie zu studieren, hatte dann Philologie gehört und sich 1900 plötzlich entschlossen, dem Vorbild seines Vaters zu folgen und Maler zu werden. Er beklagte den allgemeinen Verlust der religiösen Bindung und wählte die Kunst als Mittel zur Schaffung einer neuen Einheit. Für ihn war sicher, dass es keine grosse Kunst ohne Religion gegeben habe und geben könne. Bis 1903 besuchte er die Akademie in München und reiste im selben Jahr zum ersten Male nach Paris, wo er vom Impressionismus einen starken Eindruck erhielt. Der schlug sich jedoch kaum in Bildern nieder. Ähnlich reagierte er 1907. Er sah die Impressionisten mit Begeisterung, liess sich aber nur von van Gogh nachhaltig anregen, was er aber erst 1909 umsetzen konnte.

    Marc wusste bereits, dass man «die innere Wahrheit der Dinge» ausdrücken müsse, und dass dazu weder Theorie noch Naturstudium taugten. Der Weg konnte nur über die innere Vorstellung gefunden werden. So bemühte er sich in den folgenden Jahren, seine Vorstellungskraft zu steigern, indem er die Natur auswendig lernte. Er studierte die Gesetzmässigkeit der Natur an Hand der Tieranatomie, um einmal in der Lage zu sein, neue Wesen in seiner Vorstellung erstehen zu lassen, die dennoch wahr sein konnten, weil sie nach den Gesetzen der Natur konstruiert waren. So glaubte er die Form vereinfachen zu können, um die Symbolik, das Pathos und das Geheimnis der Natur im Bilde auszudrücken. Die Lösung dieses Problems gelang bis 1910 nur von der konstruktiven Seite. Die an den Gegenstand gebundene Farbe behielt ihre zufällige Beliebigkeit und wirkte dem Ausdruck entgegen.

    1910 zeigte Marc seine immer noch auf einen hellen Gesamtton aufgebauten, pleinairistischen Bilder in einer ersten Einzelausstellung, die ihm wohlwollende Kritiken eintrug. Zur selben Zeit lernte er August Macke kennen, der ihn auf die selbständige Ausdruckskraft der reinen Farbe hinwies. Mit der gleichen Intensität, mit der Marc zuvor die Konstruktion untersucht hatte, verfolgte er nun die Farbprobleme und entwickelte seine eigene Theorie über den Ausdruckswert der Farben. In dieser Situation begegnete er Kandinsky und trat 1911 der Neuen Künstlervereinigung München bei. Die Auseinandersetzung mit dem weiter entwickelten, in gleicher Richtung zielenden Streben der neuen Freunde liess Marc schnell voranschreiten. Dabei konzentrierte er sich mehr und mehr auf Tierbilder. Zwar beschäftigte er sich eingehend mit Aktdarstellungen, die jedoch nicht zu befriedigenden Lösungen führten. «Der unfromme Mensch, der mich umgab (vor allem der männliche), erregte meine wahren Gefühle nicht, während das unberührte Lebensgefühl des Tieres alles Gute in mir erklingen liess» (Marc). Er bezeichnete daher als sein Ziel «die Animalisierung der Kunst», d. h. die Eigenformen von Tieren und Landschaft in einer durchlaufenden organischen Form so einander anzunähern, dass ein kosmischer Rhythmus entsteht, dem die reine Ausdrucksfarbe die Waage hält.

    Zur Bewältigung der Durchdringung von Subjekt und Umgebung waren Marc kubistische Erfahrungen wichtig, für die Rhythmisierung übernahm er Anregungen des Futurismus. 1911 waren Marc und Kandinsky aus der Neuen Künstlervereinigung ausgetreten, hatten die Ausstellungen des «Blauten Reiter» organisiert und den gleichnamigen Almanach herausgegeben. 1912 reiste Marc zusammen mit Macke nach Paris und besuchte Delaunay. 1913 war er wesentlich an Auswahl und Hängung des 1. Deutschen Herbstsalons in Berlin beteiligt. Die in Paris und Berlin gewonnenen Erfahrungen bestärkten ihn in der Erkenntnis, dass ihm die Synthese der äusseren und inneren Welt noch nicht gelungen war.

    In dem Bewusstsein, dass alle Formen Erinnerungen sind, verliess er 1914 den Gegenstand und schuf allein aus der inneren Vorstellung abstrakte Bilder. 1914 wurde Marc zum Kriegsdienst einberufen. Er fiel 1916 vor Verdun.

    A. J. Schardt: «Franz Marc», Berlin, Rembrandt Verlag, 1936.

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