|
g26.ch HOME EVENTS MUSEEN GALERIEN BIOGRAPHIEN G26.CH NEWS BLACKBOARD BERN INFO KUNST |
Kunst - Glossar Koloman (Kolo) Moser 30.3.1868 Wien - 18.10.1918 Wien Österreichischer Grafiker und Maler; erneuerte das österreichische Kunstgewerbe, Mitgründer der Wiener Werkstätte (1903); Plakate, Exlibris, Schmuck, Bühnendekoration. www.wissen.de Koloman (Kolo) Moser Der österreichische Maler, Graphiker und Entwerfer für Kunsthandwerk studierte von 1886 bis 1892 an der Wiener Akademie als Schüler von Franz Rumpler, Christian Griepenkerl und M. Trenkwald. Sein einflussreichster Lehrer war jedoch von 1892-1895 Franz Matsch an der Kunstgewerbeschule Wien. Moser befasste sich schon frühzeitig mit allen Sparten der angewandten Kunst und fertigte Entwürfe für Möbel, Stoffe, Bucheinbände, Glas- und Lederwaren ebenso wie für Metallarbeiten, Schmuck, ja sogar Spielsachen. Bereits im Jahr 1895 gründete er gemeinsam mit Josef Hoffmann, Leo Kainradl, Adolf Kapellus, Max Kurzweil, Josef Maria Olbrich und Friedrich Pilz den «Siebener Club», der aus einer Caféhaus-Tischrunde im Café Sperl in Wien hervorgegangen war. Gemeinsames Ziel der Club-Mitglieder war es, auf Kunst und Architektur reformierend einzuwirken. Entscheidend war für Moser die Zusammenarbeit mit Josef Hoffmann; die beiden jungen Künstler wirkten durch ihre Ideen wechselseitig aufeinander ein. Beide waren Gründungsmitglieder der 1897 ins Leben gerufenen «Wiener Secession», zu welcher ferner gehörten: Gustav Klimt, Adolf Loos, Alfred Roller und Otto Wagner. Im Jahre 1903 erfolgte die Loslösung von der Secessionsgemeinschaft und die Gründung der «Wiener Werkstätte», wiederum durch Hoffmann und Moser mit der Unterstützung des jungen Bankierssohns Fritz Waerndorfer. Die Geschäftsniederlassung befand sich im siebten Wiener Gemeindebezirk in der Neustiftgasse 32; im Jahr 1905 wurde die Firma an den Stephansplatz verlegt. Von 1899 bis zu seinem Tode war Moser Lehrer an der Wiener Kunstgewerbeschule. Um 1900 schuf er zahlreiche Entwürfe für Glasfenster, Tafelservice und Vasen im Auftrag der Firma E. Bakalowits Söhne in Wien. Hierfür erhielt er den ersten Preis bei der Preisausschreibung des Österreichischen Museums, Wien, für künstlerische Objekte 1900. Vor allem jedoch prägte sein Design in allen Sparten des Kunsthandwerks wesentlich den Stil der «Wiener Werkstätte». Als Maler schuf Moser Fresken, Theaterkulissen und Entwürfe für farbige Glasfenster. Als Graphiker entwarf er Schriftzeichen und zahlreiche Plakate. Er gehörte zu den wenigen Künstlern, die auch Briefmarken im Jugendstilgenre zeichneten. So entwarf Moser beispielsweise Postwertzeichen, die Österreich 1908 anlässlich des diamantenen Jubiläums von Kaiser Franz Joseph herausgab, ferner die österreichisch-ungarischen Militärmarken von 1915 sowie die Serien für Bosnien (1906 und 1912) und die ersten Briefmarken für Liechtenstein (1912-18). Wenn auch die Umrisse der Formen seiner frühen Entwürfe und Graphiken jener melodiös weichen, für die Jugendstilphase charakteristischen Linie folgten, so wurden die Arbeiten Mosers in der Folgezeit zweckbetonter, strenger, gradliniger. Thomas Walters (Hrsg.) Jugendstill Graphik |