g26.ch

HOME
EVENTS
MUSEEN
GALERIEN
BIOGRAPHIEN
G26.CH NEWS
BLACKBOARD
BERN INFO
KUNST

Google
Web g26.ch




Kunst - Glossar

Otto Mueller

16.10.1874 Liebau, Schlesien - 24.9.1930 Breslau

Deutscher Maler und Grafiker; schloss sich 1908 in Dresden der Künstlergemeinschaft Brücke an; malte hauptsächlich Aktfiguren (Badende) in Landschaften von lyrischer Auffassung. In der Spätzeit bevorzugte er die Darstellung von Zigeunern.

www.wissen.de



  • Otto Mueller
  • Otto Mueller (Wikipedia)
  • Die Brücke



    Otto Mueller

    Nach einer vierjährigen Lithographenlehre in Görlitz kam Mueller 1894 an die Akademie in Dresden, wo er bis 1896 arbeitete. 1896 und 1897 reiste er zusammen mit dem Dichter Gerhart Hauptmann, mit dem er verwandt war, in Italien und in der Schweiz. 1898/99 setzte Mueller das Studium an der Münchner Akademie bei Stuck fort. Dann kehrte er nach Dresden zurück, wo die Hauptmanns ihm ein Atelier eingerichtet hatten. Bis zur Übersiedlung nach Berlin 1908 zog Mueller sich immer wieder in kleine Dörfer im Riesengebirge zurück, malte in Böhmen und in der Umgebung Dresdens. Aus dieser Zeit sind keine Werke erhalten, weil der Künstler sie vernichtet hat. Wesentliche Anregungen erfuhr Mueller durch Böcklin, dessen Werk ihm Hinweise auf das Naturmythische und Möglichkeiten der farbigen Flächengestaltung gab.

    Unbeeindruckt blieb Mueller dagegen von all jenen Vorbildern, die den Ausdruck aus der Steigerung der kontrastierenden reinen Farben zogen. Seine Farbigkeit sucht statt dessen die Stille, bleibt am Gegenstand und erreicht die Geschlossenheit im Bilde durch Angleichung der Farben. Was ihn aber mit den Generationsgenossen verband, war die Sehnsucht nach dem einfachen, ursprünglichen Dasein. «Hauptziel meines Strebens ist, mit grösstmöglicher Einfachheit Empfindung von Landschaft und Mensch auszudrücken.» Den natürlichen Einklang von Mensch und Natur auszudrücken, ist das eigentliche Thema der Kunst Muellers, das bereits ausgeprägt war, als er 1910 den «Brücke»-Malern begegnete.

    Kirchner, Heckel und Pechstein verfolgten ähnliche Ziele, so dass Mueller ganz selbstverständlich Mitglied der Gruppe wurde. Er hatte bereits seine grossgesehenen, flächigen Aktdarstellungen entwickelt; doch waren sie noch mit runder, sanfter, wohlklingender Kontur umschrieben. Unter dem Einfluss der Freunde -Mueller reiste 1911 mit Kirchner nach Böhmen - wurde der Umriss gespannter, eckiger und die Flächenordnung klarer. Als er einmal das Thema des Aktes in der Landschaft gefunden hatte, blieb es bestimmend für sein Schaffen. Dazu kamen reine Landschaften, wenige Porträts und in den zwanziger Jahren Zigeunerdarstellungen. Selbstgenügsam umkreiste Mueller diese Themen ohne erkennbare stilistische Wandlung. 1919 wurde er als Lehrer an die Akademie in Breslau berufen.

    E. Troeger: «Otto Mueller», Freiburg im Breisgau, Verlag Crone, 1949.

    Lionel Richard
    Lexikon des Expressionismus
    Somogy Paris


    g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT
  •