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Kunst - Glossar Max Pechstein 31. 12. 1881 Zwickau - 29. 6. 1955 Berlin Deutscher Maler und Grafiker; ab 1906 Mitglied der Künstlergemeinschaft Brücke; 1933 als «entarteter» Künstler diffamiert; starkfarbige Aktfiguren, Landschaften und Bildnisse in expressivem Stil. www.wissen.de Max Pechstein Pechstein war ein vielseitiges Talent. Nach vierjähriger Lehre bei einem Dekorationsmaler in Zwickau war er 1900 nach Dresden gekommen, um an der Kunstgewerbeschule zu studieren. Bereits 1902 beteiligte er sich beim Schulwettbewerb in allen sechs Fachabteilungen und gewann fünf erste und einen zweiten Preis. Er erhielt daraufhin das Angebot, Lehrer an der Kunstgewerbeschule zu werden. Er entschloss sich aber an die Akademie überzuwechseln, wo er als Meisterschüler bis 1906 blieb. Im selben Jahr erhielt er den Sächsischen Staatspreis. Er begegnete Heckel und wurde Mitglied der Künstlergruppe «Brücke». Im Herbst 1907 trat Pechstein eine Reise nach Italien an und kehrte 1908 über Paris - wo er ein halbes Jahr blieb - zurück, um sich wenig später in Berlin niederzulassen. So dauerte die enge Zusammenarbeit mit den Freunden der «Brücke» nur ein Jahr. Er adaptierte mit Geschick die Entdeckungen der Freunde, ohne deren Entwicklung durch langwierige Arbeit nachvollziehen zu müssen. Der Aufenthalt in Paris hatte eine Begegnung mit van Dongen gebracht - der 1908 Mitglied der «Brücke» wurde - und die Kenntnis der Arbeiten von Matisse, deren Einfluss in den Jahren 1911/12 ganz unmittelbar in den Bildern Pechsteins wirksam wurde. Die starken Farben, die er in grossen Flächen betont konstruktiv zusammensetzt, sind Ausdruck eines kräftigen, ursprünglichen Temperaments. Er steigert den farbigen Abglanz der Welt, ohne jedoch zum Sinnbildlichen oder Mythischen vorstossen zu wollen. Seine besten Bilder entstanden im Sommer 1910, als Pechstein zusammen mit Kirchner und Heckel an den Moritzburger Seen bei Dresden malte und anschliessend mit Heckel zu Schmidt-Rottluff nach Dangast reiste. Die Arbeiten der folgenden Jahre, die in Nidden an der Ostsee entstanden, wo Pechstein seit 1909 im Sommer malte, etwa die zahlreichen Bilder mit Badenden in Dünen, wirken dagegen vordergründig in ihrem schönlinigen, dekorativen Rhythmus. 1910 gehörte Pechstein zu den Gründern der Neuen Sezession in Berlin, deren Vorsitzender er wurde. Als er sich 1912 wieder der alten Sezession anschloss, wurde er aus der Künstlergruppe «Brücke» ausgeschlossen. 1914 reiste Pechstein in die Südsee nach Palau. Die Einheit von Natur und Mensch, die er im abgelegenen Nidden und 1913 in einem Fischerdorf bei Genua gesucht hatte, fand er hier. Der Kriegsausbruch machte dem unbeschwerten Leben bald ein Ende, und Pechstein geriet in japanische Gefangenschaft. 1915 gelang es ihm, unter abenteuerlichen Umständen nach Deutschland zurückzukehren. P. Fechter: «Das graphische Werk Max Pechsteins», Berlin, Verlag Fritz Guriitt, 1921 M. Pechstein: «Erinnerungen», herausgegeben von Leopold Reidemeister, Wiesbaden, Limes Verlag, 1960. |