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Kunst - Glossar

A.R. Penck

5.10.1939 Dresden

Eigentlich Ralf Winkler, deutscher Maler, Grafiker u. Bildhauer; übersiedelte 1980 in die Bundesrepublik Deutschland; 1960/61 tauchten erstmals die berühmten schemenhaften «Strichmännchen» auf, die seit 1965 zu symbolischen Zeichenbildern («Weltbilder») wurden; sie erinnern sowohl an Kinderzeichnungen wie an prähistorische Beschwörungszeichen und sind Symbole für zwischenmenschliche Beziehungen und das menschliche Kommunikationsverhalten. Seine freie und expressive Malweise nähert sich dem Neo-Expressionismus an. Seit den 1970er Jahren entstehen auch plastische Arbeiten aus Holz, Marmor und Bronze.

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  • A.R. Penck
  • A.R. Penck (Wikipedia)
  • Graffiti



    A.R. Penck

    1953 bis 1954 nahm Winkler Mal- und Zeichenunterricht bei Jürgen Böttcher. 1955 bis 1956 war er als Zeichner bei der DEWAG in der Lehre. Seit 1956 bewarb er sich viermal erfolglos an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der Hochschule für Bildende und Angewandte Künste Berlin (Ost). Nach Abbruch der Lehre arbeitete er dann als Heizer, Nachtwächter, Briefträger und Kleindarsteller.

    1966 wurde Winkler Kandidat des Verbandes bildender Künstler, nun unter dem Pseudonym «A.R. Penck», das nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck gewählt wurde. Seit 1969 bekam er zunehmend Probleme mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR: Pencks Bilder wurden beschlagnahmt, sein Mitgliedschaft im «Verein bildender Künstler» (VBK) wurde abgelehnt.

    1971 schloss er sich der «Künstlergruppe Lücke» an, aus der heraus auch Peter Herrmann, Harald Gallasch, Wolfgang Opitz und der sich Terk nennende Steffen Kuhnert wirkten. Ab 1973 arbeitete Winkler unter dem Pseudonym «Mike Hammer» und «T.M.» (auch zusammengezogen: «TM»). Nach dem Militärdienst 1974 und vor allem der Verleihung des «Willi-Grohmann-Preises» 1975 durch die Akademie der Künste in West-Berlin nahmen auch die Kontrollen der Stasi zu. Ab 1977 beschlagnahmte der Zoll die Gemälde Winklers - der ab 1976 auch mit «Y» signierte.

    Im Mai 1979 wurden bei einem Einbruch in das Atelier Winklers verschiedene Arbeiten und Aufzeichnungen vernichtet, so dass die am 3. August 1980 schliesslich vollzogene Übersiedlung in den Westen unausweichlich wurde. Er lebte zunächst in Kerpen bei Köln. 1981 verlieh ihm die «Goethe-Stiftung» in Basel den «Rembrandt-Preis». 1983 zog Winkler nach London um und bekam 1985 den «Kunstpreis der Stadt Aachen» verliehen. 1988 wurde er als Professor für Malerei an die Kunstakademie Düsseldorf berufen.

    In seinen Bildern bedient er sich Strichmännchen und grafischen Bildzeichen, die an Höhlenmalerei, asiatische Kalligraphie und Graffiti erinnern. In den 70er Jahren entstanden so seine Standart-Bilder. Unter diesem Begriff versteht Penck eine Kunstrichtung, die so einfache, archaische Bildzeichen verwendet, dass jeder Betrachter die entstehenden Bilder zu durchdringen vermag - wie etwa Verkehrsschilder oder Warenzeichen.

    Penck wurde in den 80er Jahren zu den «Neuen Wilden» gezählt.

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