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Kunst - Glossar

Maurice de Vlaminck

4.4.1876 Paris - 11.10.1958 Reuil-la-Gadelière

Französischer Maler und Grafiker flämischer Herkunft; Mitglied der «Fauves», malte besonders Landschaften und Stillleben von farbiger Schwere und dunklem, oft melancholischem Stimmungsausdruck.

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  • Maurice de Vlaminck
  • Maurice de Vlaminck (Wikipedia)
  • Expressionismus
  • Maurice de Vlaminck (Wikipedia)



    Maurice de Vlaminck

    Maurice de Vlaminck (Paris 4.4.1876 - Rueil-la-Gadeliere 11.10. 1958). Wenn auf einen Maler die Bezeichnung eines Wilden zutraf, so war es Vlaminck. Er war der Sohn eines Musikerehepaares, die Mutter Französin, der Vater flämischer Abstammung. Vlaminck wuchs in Le Vésinet auf, wo er 1888 bis 1891 bei dem Maler Robichon Unterricht erhielt. 1892 übersiedelte Vlaminck nach Chatou. Er arbeite als Radrennfahrer und Mechaniker, bis ihn 1896 eine schwere Krankheit zwang, diese Tätigkeit aufzugeben und seinen Unterhalt als Musiker zu verdienen. 1900 begegnete er nach einem Zugunglück zufällig Derain, mit dem er schnell enge Freundschaft schloss und in Chatou ein gemeinsames Atelier bezog. Des Geldverdienens wegen schrieb Vlaminck für Zeitungen und verfasste zweifelhafte Romane, die mit Illustrationen von Derain publiziert wurden.

    Gewalttätig, mit ungezügelter Vitalität trug Vlaminck in seinen ersten Bildern die Farbe auf. 1901 wurde ihm die Begegnung mit dem Werk van Goghs zum entscheidenden Erlebnis. Hier fand er eine Leidenschaft, die ihn bestärkte, sich selbst so direkt und ohne Rücksicht auszudrücken wie nur möglich. Auf dieser van-Gogh-Ausstellung begegnete er Matisse, der ihn 1904 in Chatou besuchte und ihn veranlasste, 1905 im Salon des Independents und im Salon d'Automne, im «Käfig der Fauves» auszustellen. Vlamincks Bilder, die bis 1907 entstanden, benutzen die Farbe rein, wie sie aus der Tube kam, dynamisiert durch die von van Gogh übernommene Pinselstruktur. Indem er nur aus dem Instinkt heraus vehement malte, kam er zu den lautesten Wirkungen als Ausdruck einer lebensvollen, freien Welt. Für Vlaminck war der Fauvismus keine Erfindung, keine Haltung, sondern die Art zu sein, zu handeln, zu denken und zu atmen: «Fauvismus, das bin ich!»

    1906 kaufte der Kunsthändler Vollard die gesamte Produktion Vlamincks und organisierte 1910 die erste Einzelausstellung. Vlaminck verkehrte seit 1906 mit Picasso und van Dongen, der Gruppe des Bateau-Lavoir. Ab 1908 beruhigte sich auch Vlamincks Palette unter dem Einfluss Cézannes, und er versuchte einige kubistische Kompositionen. Dies konnte bei einem so auf Expression angelegten Temperament nur ein kurzes Intermezzo sein. Vlaminck versuchte danach in mit Hell-Dunkel-Kontrasten dramatisierten Landschaften einen anderen Weg zur Ausdrucksmalerei.

    M. Genevoix: «Vlaminck», Paris, Flammarion, 1967
    J. Selz: «Vlaminck», Paris, Flammarion, 1967
    G. Boudaille: «Vlaminck», Paris, Nouvelles - Editions Françaises, 1968.


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