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Kunst Glossar
Friedrich Vordemberge-Gildewart
17.11.1899 Osnabrück - 19.12.1962 Ulm
Deutscher Grafiker, Maler, Bildhauer und Schriftsteller; schloss sich 1925 der niederländischen Bewegung Stijl an, 1932 der Gruppe Abstraction-Création und wurde in Deutschland einer der entschiedensten Vorkämpfer konstruktivistisch-ungegenständlicher Kunst.
www.wissen.de
Friedrich Vordemberge-Gildewart (Sprache der Geometrie)
Friedrich Vordemberge-Gildewart (Wikipedia)
Notizen
Bedeutender Vertreter des Konstruktivismus
De Stijl
Friedrich Vordemberge-Gildewart
Am 17. November 1899 in Osnabrück geboren. Tischlerlehre. 1919 Beginn des Studiums (Architektur, Plastik, Malerei) in Hannover. 1919-1922 entstehen abstrakte Reliefs und Collagen, ab 1923 beginnt er zu malen. 1924 gründet er mit Hans Nitzschke die «Gruppe K». Begegnungen mit Schwitters und Hans Arp. Auf Einladung von van Doesburg, der 1924 in Hannover Vorträge hält, tritt er der Gruppe «De Stijl» bei.
1927 gründet er mit Schwitters, Nitzschke, Buchheister und Jahns die «abstrakten hannover», Ortsgruppe der internationalen Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten. 1936 zieht er nach Berlin, arbeitet in den folgenden Jahren in der Schweiz und lässt sich 1938 in Amsterdam nieder. 1938 wird er in Deutschland in der Ausstellung «Entartete Kunst» gezeigt. 1954 Berufung nach Ulm an die Hochschule für Gestaltung. Am 19. Dezember 1962 in Ulm gestorben.
Die Sprache der Geometrie
Hans Christoph von Tavel
Kunstmuseum Bern
17. März bis 13. Mai 1984
Notizen
«Der absolute Film sieht ganz anders aus als ein konstruktivistisches Bild, die beide äusserlich vielleicht kolossal ähnlich sind. (....) Das moderne Bild, die konstruktivistische Ölmalerei im Goldrahmen ist genau so unmöglich wie ein gegenständliches Bild. Wenn das moderne Bild auch in seiner Atelierarbeit, in der Abstraktion, in der Geometrisation den Höhepunkt kühn erreicht hat und noch so radikal umgeändert ist, so ist es eben immer noch kein Bild im obenerwähnten Sinne: Es ist noch verstellbar und transportabel und für das Interieur, mehr oder weniger stark wirkend, ein Schmuck. Diesen Bildern fehlt eben das, dass sie nur, aber auch nur dazu dienen, den Raum endgültig zur dynamischen Spannung zu bringen, eben nur möglich in einer ganz bestimmten Komposition zur Architektur.»
(Friedrich Vordemberge-Gildenwart, Der absolute Film, 1925)
Aus: Helms 1976, S. 13
«Ich will die Ordnung, keine Freiheit vom Zufall.
Das Kunstwerk entsteht durch Errechnung. Die viel gefürchtete Gehirnarbeit in der Kunst ist nicht gefährlich. Nur durch unerbittliche Konsequenz ist es möglich, die Gesetze und Funktionen eines bisher unbekannten Materials oder Gestaltungsmittels oder einer Aufgabe zu prüfen und auf eine elementare neue Formel zu bringen.»
(Friedrich Vordemberge-Gildenwart, Raum-Zeit-Fläche, 1923-1926)
Aus: Helms 1976, S. 15
Die Sprache der Geometrie
Hans Christoph von Tavel
Kunstmuseum Bern
17. März bis 13. Mai 1984
Bedeutender Vertreter des Konstruktivismus
Friedrich Vordemberge-Gildewart wurde am 17. November 1899 in Osnabrück geboren. Als Sohn eines Schreiners lernte er zunächst bei seinem Vater dieses Handwerk. Bereits mit 20 Jahren, im Jahre 1919, zog er nach Hannover um, um seine Ausbildung an der Technischen Hochschule zu vollenden. Hannover war in den 1920er Jahren eines der wichtigsten Zentren der Moderne in Deutschland. Hier arbeitete Vordemberge-Gildewart an der avantgardistischen Zeitschrift «Der Sturm» mit und traf mit Vertretern zeitgenössischer Kunst wie Hans Arp, Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky zusammen.
Vordemberge-Gildewarts künstlerisches Schaffen war von Anfang an durch Vielfältigkeit geprägt. Der geometrischen Abstraktion verpflichtet schuf er nicht nur Gemälde und Reliefs, Collagen und Fotomontagen, sondern er war ebenso ein bedeutender Typograph, Theater- und Bühnenmaler, Möbeldesigner und Innenarchitekt. Bis 1939 beteiligte er sich unter anderem an bedeutenden Ausstellungen in New York, Paris und London.
Für die Nationalsozialisten galt die Kunst Friedrich Vordemberge-Gildewarts nach der Machtergreifung 1933 als entartet. So wurden einige seiner Werke 1938 in München auf der Ausstellung «Entartete Kunst» gezeigt. 1937 emigrierte Vordemberge-Gildewart erst in die Schweiz und dann nach Amsterdam, wo er bis 1954 lebte. In diesem Jahr folgte seine Berufung an die Hochschule für Gestaltung in Ulm. Bis zu seinem Tod im Jahr 1962 war er dort Leiter der Abteilung für visuelle Kommunikation.
Friedrich Vordemberge-Gildewart wurde in Osnabrück beerdigt.
www.osnabrueck.de
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