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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Bern in Kürze

1191 gründet Herzog Berchtold V. von Zähringen die Stadt Bern. Mit dem Aussterben der Zähringer reichsfrei geworden, sieht sich diese zunehmend von kyburgischen und habsburgischen Zugriffen bedroht, was 1255 zum Anschluss an Savoyen führt. Der Sieg bei Laupen 1339 gegen Freiburg und den burgundischen Adel sowie die Aufnahme in den Bund 1353 begünstigen Berns Expansionspolitik, die mit der Annexion des Aargaus 1415 ihren ersten Höhepunkt findet. Im Burgunderkrieg kommen erste Teile der Waadt hinzu; nach deren gänzlichen Eroberung 1536 stellt Bern den grössten Stadtstaat nördl. der Alpen dar. Aufstände der Bauern (1653) und Stadtbürger (1749) vermögen das absolutistisch regierende Patriziat nicht in die Knie zu zwingen. Seinen Sturz bringt erst der Einfall der Franzosen (1798). In der Folge verliert Bern die aargauischen Besitzungen und die Waadt, erhält aber im Wiener Kongress das ehem. Fürstbistum Basel (Jura) als Ersatz zugesprochen. 1848 wird Bern Bundeshauptstadt.


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    Altstadt

    Stadtanlage, Wehrbauten

    Die von drei Seiten durch die Aare auf natürliche Weise geschützte Altstadt hat die Form eines Rechtecks mit in der Längsrichtung verlaufenden Strassenzügen. Gerechtigkeits-, Kram- und Marktgasse bilden die Mittelachse, die sich von den parallelen Nebengassen durch ihre Breite abhebt. Die Stadtentwicklung vollzog sich etappenweise durch Verlängerung dieser Strassenzüge Richtung Westen. Ausgangspunkt war die Ende des 12. Jh. zum Schutz des Flussübergangs (Fähre) von den Zähringern erbaute Burg Nydegg im Scheitel der Aareschleife. Von der um 1270 zerstörten Feste, einem mächtigen Donjon, sind noch ein Eckrisalit und der Sodbrunnen (wiederhergestellt) sichtbar.

    Die erste Anlage der 1191 gegründeten Stadt schloss westwärts an der Kreuzgasse mit nicht mehr erhaltenen Mauern und Torturm. Die erste Stadterweiterung (1191-1256) umfasste das Gebiet von der Kreuzgasse bis zum Zeitglockenturm als neuem Westtor. Ursprünglich ein gegen die Stadt hin offener Schalenturm (Ende 12. Jh.), erscheint das Bauwerk heute als Resultat von Umbauten des 15.-18. Jh. Das 1530 von Kaspar Brunner geschaffene Uhrwerk zählt mit denjenigen des Solothurner Marktturms und des Hohen Turms von Aarau zu den ältesten Grossuhren der Schweiz. Der Stundenschläger im Glockentürmchen, beide Turmuhren, Figurenspiel und astronomische Uhr werden von einer gemeinsamen Mechanik angetrieben. Die Kalenderuhr zeigt Tageszeit, Wochen- und Monatstage, den Monat selbst, Tierkreis und Mondphasen an. Nach der zweiten Erweiterung (nach 1256) dehnte sich die Stadt bis zum Käfigturm aus. Dieses ehem. dritte Westtor wurde 1641-44 neuerbaut. Die Gestaltung der Tordurchfahrt als Triumphbogenblende ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die nordische Spätrenaissance Merkmale des italienischen Manierismus verarbeitet.

    Die letzte Stadterweiterung (1344-46) rückte die Grenze bis zum heutigen Bahnhof vor: In der Unterführung sind ausgegrabene Reste der Wehrmauer und Fundamente des 1865 abgetragenen Christoffelturms zu sehen. Ebendort die Fragmente (Kopien) vom Standbild des Turmes, einer 9 m hohen Holzfigur des Hl. Christophorus. Den nördl. Abschluss des vierten Mauerrings bildete der Blutturm, ein halbrunder, nach Osten offener Wehrturm mit Zinnenkranz und Helm (am Fuss der Lorrainebrücke). Das mittelalterliche Verteidigungssystem wurde im Barock (1622-42) durch einen Kranz von Schanzen verstärkt. Auf dem Areal der Grossen Schanze steht heute die Universität. Die Kleine Schanze westl. des Bundeshauses ist seit 1873 zur Promenade umgewandelt. Die Entfestigung begann 1807 mit der Schleifung des äussersten Westgürtels und endete 1917 mit der Abtragung des Münztors. Trotz unterschiedlicher Formensprache der Fassaden bewahrt die Stadt bemerkenswert geschlossene Gassenräume, was nicht zuletzt der vereinheitlichenden Wirkung der Lauben (Arkadengänge von 6 km Gesamtlänge) zu verdanken ist.

    Sakralbauten

    Das spätgot. Münster St. Vinzenz verdankt seinen Reichtum an Gewölbeformen der langen Bauzeit. 1421 unter Leitung von Matthäus Ensinger begonnen, wurde das Innere erst 1571-73 mit der Einwölbung des Mittelschiffes abgeschlossen. Turm 1892 in Anlehnung an den Ulmer Münsterturm vollendet. Schöpfer des Hauptportals mit dem Jüngsten Gericht ist der Westfale Erhard Küng. Im Innern spätgot. Glasgemälde und Renaissance-Chorgestühl.

    Französische Kirche, Predigergasse. Die Kirche des ehem. Dominikanerklosters wurde Ende 13. Jh. im schlichten Stil der Bettelordensgotik errichtet. Der aus der Bauzeit stammende Lettner zeigt 1495 datierte Malereien aus dem Umkreis des Berner Nelkenmeisters. Der Bau erhielt 1753 eine barocke Westfront. Die Nydeggkirche erhebt sich am Ostende der Aarehalbinsel an der Stelle der Reichsburg des 13. Jh., von welcher unter der Chorpartie noch Mauerreste sichtbar sind. Der heutige Bau ist eine spätgot. Saalkirche vom Ende des 15. Jh., die 1864-65 westwärts in den alten Formen erweitert wurde. Die spätgot. Antonierkirche an der Postgasse war die Spitalkirche der Antoniter, denen die Pflege der an Mutterkornvergiftung Erkrankten («Antoniusfeuer») oblag (heute profaniert).

    Heiliggeistkirche beim Bahnhof. Die 1726-29 von Niklaus Schiltknecht im barocken Stil erbaute Kirche ist der bedeutendste protestantische Sakralbau der Schweiz. Im Innern sind zwischen Kolossalsäulen Emporen eingespannt, die - als kuriose Spätform - von nachgot. Netzgewölben getragen werden. Die oberen Gewölbe schmücken Régencestukkaturen des Wessobrunners Joseph Anton Feuchtmayer. Christkath. Kirche St. Peter und Paul, beim Rathaus. Die 1858-64 nach Plänen französischer Architekten in roman.-frühgot. Formen errichtete Kirche ist das Resultat eines internationalen Wettbewerbs.

    Staatsbauten

    in historischer Folge. Rathaus, 1406-17 in spätgot. Formen erbaut; 1940-42 von den neugot. Zutaten des 19. Jh. gereinigt. Eine doppelläufige Freitreppe führt zu den Ratsälen im Obergeschoss. Die Erdgeschosshalle mit der von Rundpfeilern getragenen Balkendecke diente früher als Kornspeicher. Das spätere Kornhaus neben dem Stadttheater von 1903 ist ein hochbarocker Bau des frühen 18. Jh., der 1895 zum Gewerbemuseum umgestaltet wurde. Keller und Pfeilerhalle des Erdgeschosses sind durchgehend gewölbt. Die darüber liegenden ehem. Kornböden werden am Aussenbau durch Kolossalpilaster zusammengefasst.

    Burgerspital neben dem Hauptbahnhof. 1734-42 nach französischen Vorbildern (z. B. Hôtel des Invalides in Paris) erbaut. Die Grundkonzeption der achsialen Verbindung eines rechteckigen mit einem halbrund geschlossenen Hoftrakt stammt von Niklaus Schiltknecht, die Details von Joseph Abeille. Im Hof Urnenbrunnen von 1739-42 im «Sepulkralstil«. Stift am Münsterplatz, heute Sitz der Kantonsregierung. Spätbarocker Neubau von Albrecht Stürler an der Stelle des Deutschordenhauses, das 1485 in ein Chorherrenstift umgewandelt wurde. Stadtbibliothek beim neubarocken Kasino, ab 1755 als Kornhaus errichtet, 1787-94 durch Niklaus Sprüngli und Lorenz Schmid zur Bibliothek ausgebaut. Die hufeisenförmige Anlage enthält im Innern klassizist. Raumschmuck. Die spätbarocke Fassade der 1772-75 von Niklaus Sprüngli erbauten Bibliotheksgalerie wurde nach dem Abbruch des Gebäudes 1912 am Thunplatz als Brunnenprospekt wieder aufgestellt.

    Von demselben Architekten als südl. Abschluss des Theaterplatzes die Hauptwache von 1768, ein Parterrebau mit Kolonnadenvorhalle und Attika unter Mansartdach. Waisenhaus, heute Polizeikaserne. 1783-86 erbaut, im ornamentalen Detail an das Louis XVI anklingend. Alte Hauptpost, Kramgasse 20. Klassizist. Umbau von 1832-34 des nachgot. Kaufhauses, heute kant. Polizeidirektion. Das von Eugen Stettler 1876-79 errichtete Kunstmuseum ist ein Neurenaissancebau. Bundeshaus, in zwei Hauptphasen errichtet: Westtrakt 1852-57 von Friedrich Studer im sog. Münchner Maximilianstil. Parlamentsgebäude und dem Westtrakt nachgebildeter Ostbau von Hans Wilhelm Auer. Gegenüber den zurückhaltenden Quattrocentoformen der Flügelbauten trumpft der Kuppelbau mit schwerer Neurenaissance auf. Bauplastik und Ausstattung mit staatssymbolischem Programm.

    Gesellschaftshäuser

    Rathaus des äussern Standes, Zeughausgasse 17. Erbaut 1728-30 vielleicht von Albrecht Stürler. 1905 umgebaut. Die Fassade zeigt französische Einflüsse. Am heutigen Theaterplatz entstand 1767-70 das Hôtel de Musique nach Plänen von Niklaus Sprüngli. Das Gesellschaftshaus der Grande Société wurde trotz Verbot mit einem Theatersaal versehen, der erst nach dem Sturz des Ancien Régime von 1799-1900 als städtische Bühne seiner eigentlichen Bestimmung nachkommen konnte. Das 1869 eröffnete Gesellschaftshaus «Museum» am Bundesplatz wurde 1906 zur Berner Kantonalbank umgebaut.

    Wohnbauten

    Als ältester Teil der Hauptachse der zähringischen Stadt bewahrt die Gerechtigkeitsgasse trotz nachmittelalterlichen Neubauten ihr kleinteiliges spätgot. Gepräge. Einige Bauten im Kern 16. Jh., davon die Nrn. 19, 30, 34, 60 mit altem Treppenturm. Haus Nr. 33 mit Hoffront und Wendelstein in Spätrenaissanceformen. Junkerngasse, weitgehend spätgot. Substanz, nur vereinzelt von unaufdringlichem Barock aufgelockert, so z. B. Nr. 59, Von Wattenwyl-Haus, unter Einbezug älterer Teile 1706-09 für Samuel Frisching erbaut. Als Planentwerfer vermutet man zu Recht Joseph Abeille. Französische Ratio spricht sich in der klaren Gliederung der Südfront aus, von der sich eine Terrassenanlage gegen die Aare hinzieht. Nr. 47, Erlacherhof, für Schultheiss Hieronymus von Erlach (vgl. Hindelbank und Thunstetten) errichtet. 1746 von Albrecht Stürler begonnen. Ein einziges Mal wird hier in Bern das hufeisenförmige Stadtpalais nach französischem Muster verwirklicht. Der Laubengangabschluss des Ehrenhofs spiegelt dagegen lokale Eigenart.

    Die meisten Häuser der Kramgasse erhielten im 18. Jh. Barockfassaden über den alten Lauben (von Stürler die Nrn. 16, 54, 72). Das Mayhaus an der Münstergasse Nr. 6 besitzt eine Renaissancefassade. Ebendort Nr. 2 das spätbarocke Diesbachhaus. Das 1735 von Albrecht Stürler erbaute Tscharnerhaus am Münsterplatz Nr. 12 zeigt Fassadendekor im reinsten Régence-Stil. Marcuard-Haus, Amthausgasse Nr. 5, um 1763-65 für Landvogt Johann Rudolf Fischer errichtet, später im Besitz der Marcuard. Der Niklaus Sprüngli zugeschriebene Bau enthält ein mit Brüstungsgittern und Stuck in Louis-XV-Formen geschmücktes Treppenhaus.

    Brücken

    Die Untertorbrücke bildet den ältesten und bis 1844 einzigen festen Flussübergang. 1461 wich die ursprüngliche Holzbrücke einem Neubau in Stein. Das heute auf den Konstruktionskern reduzierte Bauwerk war bis ins 18. Jh. mit Zinnenmauer, Wehrgang und Toraufbauten über den Brückenpfeilern befestigt. Von den beiden Brückenköpfen hat sich der rechtsufrige Torturm, die sog. Felsenburg aus dem 13. Jh. erhalten. Vertritt die Untertorbrücke den mittelalterlichen Normaltypus der Niveauflussbrücke, so ist die 1841-44 erbaute Grosse Nydeggbrücke als erste Hochbrücke Berns 25 m über Wasser angelegt. Wuchtige, schmucklose Formen, unterstützt vom Material (Granit), drücken klassizist. Baugesinnung aus. Hochbrücken sind u. a. auch die Eisenbahnbrücke von 1858 (Eisenkonstruktion) und die 1930 vollendete Lorrainebrücke (Eisenbeton) von Maillart und Klauser.

    Brunnen

    Von den 11 gegen Mitte des 16. Jh. entstandenen Renaissance-Figurenbrunnen bewahren 10 das urspr. Standbild, während Becken und Säule in vielen Fällen erneuert wurden. Von Ost nach West: Läuferbrunnen am Nydeggstalden. Der klassizist. Trog von 1824 ist als antikisierende Wanne gestaltet. Figur von 1545. Gerechtigkeitsbrunnen in der gleichnamigen Gasse. Das 1543 wohl von Hans Gieng aus Freiburg geschaffene Standbild verkörpert die Tugend der Gerechtigkeit: Justitia mit verbundenen Augen und Ohren, in den Händen Richtschwert und Waage. Die Halbfiguren zu ihren Füssen (Papst, Sultan, Kaiser, Schultheiss) sind Allegorien der vier Herrschaftstypen, nämlich der Theokratie, Monarchie, Autokratie und Republik.

    Vennerbrunnen vor dem Rathaus mit einem Berner Venner in voller Kriegsrüstung (1542). Der Mosesbrunnen beim Münster wurde 1790-91 neu erstellt. Das Bassin in Louis-XVI-Formen stammt vermutlich von Niklaus Sprüngli. Figur in Anlehnung an jene des 16. Jh. Die 1544 von Hans Gieng skulptierte Figur des Simsonbrunnens hat den gleichnamigen Solothurner Brunnen zum Vorbild. Der Zähringerbrunnen beim Zeitglockenturm wurde 1535 als Denkmal für den Stadtgründer Berchtold von Zähringen errichtet. Auf der Brunnensäule das Berner Wappentier im Turnierschmuck. Kindlifresserbrunnen, Kornhausplatz. Durch das Monogramm HG als Werk Hans Giengs gesichert. Der kinderverzehrende Riese stellt wohl eine alte Fasnachtsfigur dar. Vom gleichen Künstler stammt das Standbild des Schützenbrunnens (1543) am Osteingang der Marktgasse. Der Schütze fand seine Nachfolge in Michael Wumards Bannerträger am Bieler Ring- Brunnen.

    Der Anna-Seiler-Brunnen beim Käfigturm wurde im 19. Jh. fälschlich nach der Stifterin des Inselspitals benannt. In Wirklichkeit stellt die Wasser und Wein mischende Bürgersfrau die Tugend der Temperantia (Mässigkeit) dar. Säulenschaft wohl römisch. Der Pfeiferbrunnen in der Spitalgasse ist ein weiteres Werk von Hans Gieng. Die Deutung des Dudelsackpfeifers ist ungeklärt. Ryfflibrunnen, Aarbergergasse. Im 19 Jh. nach Ryfili, dem sagenhaften Armbrustschützen von Burgiswald, benannt.

    Denkmäler

    Zähringerdenkmal, Nydegghöfli. Die von Karl Emanuel von Tscharner 1844-47 geschaffene Bronzestatue erinnert an den Stadtgründer. Das Reiterstandbild Rudolfs von Erlach am Kornhausplatz zeigt den siegreichen Heerführer von Laupen. Das 1839 von Josef Volmar begonnene Werk vertritt wie das Zähringerdenkmal die romantische Richtung der schweizerischen Denkmalplastik. Bubenbergdenkmal Hirschengraben. 1892-97 von Max Leu. Auf der Kleinen Schanze das Denkmal für den Flieger Oskar Bider, 1924 von Hermann Haller. Ebendort das Weltpostdenkmal (1908). Bei der Uni das Denkmal für Albrecht von Haller von Hugo Siegwart.



    Aussenbezirke

    Dreifaltigkeitskirche, Taubenstrasse. Historisierender Bau in lombardisch-roman. Formen. Die Pauluskirche im Länggasse-Quartier, 1903 von Curjel und Moser errichtet, vertritt den Jugendstil. Friedenskirche im Mattenhof. Neoklassizist. Bau von Karl Indermühle. Historisches Museum am Helvetiaplatz. 1892-94 im romantischen Burgenstil erbaut. Südl. davon liegen das Naturhistorische Museum von 1932 und die Landesbibilothek, letztere 1928-31 von Oeschger, Hostettler und Kaufmann im Stil des «Neuen Bauens» errichtet, gegenüber das neoklassizist. Neue Gymnasium (Aula mit Fresken von Cuno Amiet). Den Funktionalismus der Vorkriegsjahre vertreten das Loryspital, das kantonale Säuglingsheim in der Elfenau, die Neubauten der Universität - alle von Salvisberg und Brechbühl - sowie die Gewerbeschule von H. Brechbühler.

    Die vom «Atelier 5» 1959-61 realisierte Siedlung Halen bei Stuckishaus umfasst über 75 standardisierte Einfamilienhäuser, deren Besitzer zugleich Miteigentümer der gemeinsamen Anlagen (Schwimmbad, Restaurant, Sportplatz usw.) sind. Unweit der in einer Waldlichtung gelegenen Siedlung überspannt die 90 Meter lange Neubrück die Aare. Die Holzkonstruktion von 1466 ist als sog. Spreng- und Hängewerk ausgeführt. Schloss Holligen, im 13. Jh. wohl Lehenssitz des nahen Königshofes von Bümpliz, wurde im 16. Jh. von Christoph von Diesbach neu erbaut. Schloss Wittikofen, im 13. Jh. im Besitz des Klosters Interlaken, diente später dem Berner Historiker Johann Ludwig von Wurstemberger als Wohnsitz. Morillongut siehe Köniz. Während das Gesicht der Altstadt weitgehend vom 18. Jh. geprägt ist, beherrschen Historismus, Jugendstil und Heimatstil einzelne umliegende Wohnquartiere.

    Kulturführer Schweiz
    1982 Ex Libris Verlag AG Zürich




    Berner ABC

    Aare
    Längster Fluss der Schweiz (295 km) mit dem Zweck, die Berner Altstadt lieblich einzurahmen. Entspringt am Aaregletscher und mündet bei Koblenz in den Rhein, von dem behauptet wird, er sei mit seinen 375 km von der Quelle bis Basel noch langer als sie, wobei man aber vergisst, dass er über weite Strecken die Landesgrenze bildet und somit – im Gegensatz zur Aare – nur noch halb zur Schweiz gehört.
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    Alpenkranz
    Zum Stadtbild gehörende, teilweise von ewigem Schnee bedeckte geologische Erscheinung mit mehreren Namen, vor allem Eigermönchundjungfrau. Erhebt sich an Föhntagen direkt hinter dem Dählhölzli. Befindet sich normalerweise im Süden der Stadt, kann aber in gezeichneten Prospekten je nach Bedarf auch im Norden, Osten oder Westen stehen.
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    Ancien régime
    Regierungsform der Alten Zeit bis 1798. Epoche der sogenannten Gnädigen Herren, die gar nicht so schlimm waren, wie heute behauptet wird, sondern der Republik Bern zur Grösse verhalf, ohne dass dies auf Kosten der Untertanen ging. Natürlich gab es auch schwarze Schafe unter ihnen – aber das soll ja auch bei den heutigen Proporzwahlen vorkommen.
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    Bär(en)
    Beliebter Wirtshausname und deshalb Berner Wappentier oder umgekehrt. Der Name Bern kommt angeblich von Bär, was aber noch niemand ganz überzeugend beweisen konnte. Trotzdem züchten wir diese Tiere zum Ergötzen von Fremden und Einheimischen im Bärengraben, und sie entsprechen recht gut dem Wesen der Berner: im Normalzustand bedächtig, dickfellig und gutmütig, in der Verteidigung mit scharfen Zähnen und harten Pranken.
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    Brücken
    Die Aare wird auf Stadtgebiet von 18 Brücken und Stegen überspannt. Darunter befinden sich etliche Hochbrücken wie etwa die Kornhaus- und die Kirchenfeldbrücke. Dank diesen Übergängen können Fahrzeuge aller Art unbehindert von allen Seiten in die Altstadt rollen, und man denkt zuweilen mit Wehmut an die Zeit vor 1255 zurück, da es nur unten am Nydeggstalden eine Fähre gab.
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    Brunnen
    Wäre Bern nicht die Bärenstadt, müsste man sie die Brunnenstadt nennen, denn der Reichtum an Brunnen, die die Gassen und Plätze beleben, ist einmalig. Besonders berühmt sind die (mit einer einzigen Ausnahme) aus dem 16. Jahrhundert stammenden Figurenbrunnen. Elf bunt bemalte Steinfiguren stehen da auf hohen Sockeln über mehrröhrigen Brunnen, die einst hauptsächlich der Wasserversogung dienten: Der Dudelsackpfeifer, die Wohltäterin Anna Seiler, der Schütze, der Chindlifrässer, der Zähringer-Bär, Simson, die Gerechtigkeit, Moses, der Läufer, der Venner und der Armbrustschütze Ryffli.
    Wer nun glaubt, der Zähringer-Bär sei die einzige Darstellung des Berner Wappentiers auf einem Brunnen, täuscht sich: Hinter Ryffli kauert ein Bärlein, ebenso zwischen den Beinen des Schützen, um den Säulenfuss des Chindlifrässers marschieren sieben Bärlein, zu Füssen des Zähringer-Bären frisst ein Bärlein eine Traube, am Venner mit der Bären-Fahne richtet sich ein Bärlein auf, und den Läufer begleitet ein Bärlein. Macht vierzehn Bären auf elf Brunnenfiguren – also doch Bärendstadt!
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    Bundeshaus
    Gebäudekomplex zur Aufbewahrung der Bundesbehörden, 1902 vollendet, sofern dieser Ausdruck am Platz ist. Über den Baustil ist man sich heute noch nicht ganz einig; er muss irgendwo zwischen Akropolis und Goetheanum liegen. Auf dem davorliegenden, von Banken gesäumten Bundesplatz werden Défilés, Demonstrationen und Gemüsemärkte abgehalten.
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    Casino
    Stattliches Haus an der Südkante der Altstadt, im Besitz der Burgergemeinde, Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Wird mit C geschrieben und französisch ausgesprochen, mit der Betonung auf A – der Ortsfremde verrät sich dadurch, dass er Kasino sagt. Nicht zu verwechseln mit einem Spielcasino – dies würde den Ort entweihen, denn vorher stand hier die Hochschule und vor dieser ein Kloster. Dass man beim kalten Buffet zu seiner Einweihung pro Person mit drei Franken rechnete, lässt vermuten, dass diese Einweihung vor etlicher zeit stattgefunden haben muss: im Frühjahr 1909.
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    Chanson
    Eine in Bern von den Eingeborenen gepflegte Kunstform, um die uns andere Städte beneiden, die aber nur in Paris mit einigem Erfolg nachgeahmt wird. Wer je die Chansons der Berner Troubadours gehört hat, weiss, dass die berndeutsche Sprache ein sehr lebendiges und stimmungsreiches Ausdrucksmittel ist und dass im Berner eine Gefühls- und Gedankenwelt lebt, die man ihm beim ersten Anblick gar nicht zutrauen würde. Es ist das alte Lied vom weichen Kern in der harten Schale; beim Berner braucht es einen Freundeskreis und eine Gitarre, damit seine Kernenergie frei wird.
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    Charakter
    Ist nach dem Urteil Aussenstehender beim Berner durch Langsamkeit gekennzeichnet. Langsamkeit ist eine Tugend, denn in Bern ist sie identisch mit Bedächtigkeit und weiser Zurückhaltung. Abschreckende Gegenbeispiele aus anderen Landesteilen wären viele zu nennen, doch das könnte als Überheblichkeit ausgelegt werden – eine Eigenart, die dem Berner fremd ist.
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    Denkmäler
    In Bern recht selten. Eines für den Stadtgründer Berchtold V. von Zähringen, eines für den Sieger von Laupen, Rudolf von Erlach, eines für den Verteidiger von Murten, Adrian von Bubenberg, eines für das Universalgenie Albrecht von Haller: das sind vier Statuen, und alle haben ein von im Namen. Von einigen weiteren Persönlichkeiten hat man wenigstens den Kopf aufgestellt – aber es ist schon so, dass man in Bern sehr, sehr berühmt und sehr, sehr lange tot sein muss, bis man ein Denkmal erhält. (Unter uns gesagt: Ich habe die acht Standbilder an der Hauptfassade der Kantonalbank unterschlagen – aber von denen haben die wenigsten Berner eine Ahnung).
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    Dialekt
    Berndeutsch ist ein Sammelbegriff. Man spricht im Haslital ganz anders als im Seeland. Selbst innerhalb der Stadtgrenze gibt es zahlreiche Färbungen, je nach Quartier, Gesellschaftsschicht und Bildungsstand. Die höflich Anredeform ist Dir, nicht etwa Sie; deshalb auch Grüesschech und niemals Grüezi. Als typisches Wort wird etwa Miuchmäucherli (heute veralteter Ausdruck) oder Chuchichäschtli genannt.
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    Einstein
    1879 in Ulm geboren, seit 1901 Schweizerbürger, wurde dieser Mann 1902 provisorisch und 1904 definitiv am Eidgenössischen Patentamt angestellt, gab diese Tätigkeit aber relativ bald wieder auf.
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    Elfenau
    Schönste Gegend des Berner Stadtgebietes, charakterisiert durch einen Herrschaftssitz, die ausgedehnte Stadtgärtnerei, eine prächtige Parklandschaft mit Alleen und Wald und ein höchst idyllisches Naturreservat an der Aare. Wird häufig von Verliebten und zuweilen von Störchen aufgesucht.
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    Erlacherhof
    Ehemalige Residenz bernischer Aristokraten an der Junkerngasse mit sehr bewegter Vergangenheit. War zum Beispiel Hauptquartier der französischen Besetzungsmacht und bis zum Bau des Bundeshauses Versammlungsort der Bundesrates. Heute tagt darin allwöchentlich der Gemeinderat; im übrigen wirken dort mehrere zentrale Abteilungen der Stadtverwaltung, unter anderem auch das Finanzinspektorat.
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    Flugplatz
    Für das Auffliegen und Landen kleinerer Flugmaschinen geeignetes, von lieblichen Hügeln umgebenes Gelände auf dem Belpmoos. Wegen des guten Restaurants und des danebenliegenden Naturschutzgebietes beliebtes Ausflugsziel der Berner.
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    Franzoseneinfall
    Der dümmste Einfall, den die Franzosen je hatten. Fand im Frühjahr 1798 statt und bracht die Berner um Hab und Gut, Aargau und Waadt. Napoleon büsste dafür auf Elba und St. Helena.
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    Gemeinderat
    Siebenköpfige Exekutiv-Kollegialbehörde der Stadt, andernorts fälschlicherweise Stadtrat genannt. Wird vom achtzigköpfigen Stadtrat (andernorts fälschlicherweise Gemeinderat genannt) beim Regieren überwacht.
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    Gespensterhaus
    Ehemalige Stallung mit Kutscherwohnung an der Junkerngasse, die der Bundesverwaltung als Lagerhaus dient und in der es früher gespukt haben soll. Beweis: Man habe zuweilen undefnierbare Geräusche gehört und einen Lichtschein gesehen. Nach diesen Kriterien bestünde Bern aus lauter Gespensterhäusern.
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    Gran Prix von Bern
    1934 bis 1954 Automobil- und Motorradrennen auf einer Rundstrecke im Bremgartenwald mit viel Abgas, Geknatter und insgesamt sieben Toten; neuerdings ein 16,09 Kilometer (die schönsten 10 Meilen von Bern) Strassenlauf mit vielen Tausenden von keuchenden, aber viel umweltfreundlicheren Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
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    Graniummärit
    Alljährlich an einem Mai-Mittwoch nach den Eisheiligen auf dem Münsterplatz abgehaltener, volksfestartiger Markt, an dem jenes Storchschnabelgewächs verkauft wird, das dann Fenstersimse, Balkone und Brunnen mit sattem Grün und leuchtendem Rot belebt.
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    Haller, Albrecht von
    1708 in Bern geboren, 1777 in Bern gestorben, mit neunzehn Jahren bereits Doktor der Medizin, Verfasser bedeutender naturwissenschaftlicher und medizinischer Werke und der ersten Werbeschrift für Tourismus im Berner Oberland (Die Alpen, 1729), siebzehn Jahre lang Professor für Anatomie, Medizin, Chirurgie und Botanik an der Universität Göttingen, im Briefwechsel mit den bedeutendsten Geistern seiner Zeit, von Kaiser Franz I. geadelt, von Kaiser Joseph II. kurz vor seinem Tode in Bern aufgesucht: Ein Universalgenie, das in Bern, wo man nicht gern aus dem Rahmen fällt, anfänglich etwas Mühe hatte, anerkannt zu werden. Posthum darf er sich nun aber doch rühmen, die meisten Denkmäler zu haben: eine Bronzebüste im Botanischen Garten, eine Marmorbüste in der Burgerbibliothek, ein Standbild vor der Universität mit Blick auf die Alpen und ein weiteres an der Ostfassade der Kantonalbank mit Blick auf die Nationalbank.
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    Herrengasse
    Nicht etwa, wie blindwütige Jungsoziologen vermuten möchten, ein kapitalistischer Kniefall vor den (natürlich ausbeuterischen) Gnädigen Herren, sondern die ehemalige (und zum Teil noch heute) Wohngasse der Geistlichen, die man früher eben Herren nannte. Besonders sympathisch ist das Haus Nummer 13: Dort findet man auf Knöchelhöhe den Bogenscheitel der einstigen Kellertüre mit einem griechischen Bibelzitat (1. Timotheusbrief 5,23): Geniesse ein wenig Wein. Schräg gegenüber befindet sich denn auch eine Weinhandlung.
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    Historisches Museum
    Kolossalbau am Helvetiaplatz im Stil eines mittelalterlichen Schlosses. Von Ästheten mehrheitlich abgelehnt und gerade deshalb so reizvoll-romantisch. Wimmelt meist von Grosseltern mit Enkelkindern und (bei Regenwetter) von Touristen, hat aber auch eine wissenschaftliche Bedeutung.
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    Industrie
    Bern sieht zwar (zum Glück) nicht wie eine Industriestadt aus, hat und hatte aber recht viel Industrie: Maschinen, elektronische Apparate, Schokolade, topografische Karten, chemische Produkte und anderes mehr.
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    Internationale Institutionen
    Obschon man bei diesem Stichwort in erster Linie an Genf denkt, gibt es auch in Bern Zentralstellen von internationaler Bedeutung. Erwähnt seien lediglich der Weltpostverein und der Kiosk am Bärengraben, die übrigens eng zusammenarbeiten: Letztere liefert die Ansichtskarten, ersterer die Briefmarken.
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    Jassen
    Berner Volkssport, der geringe körperliche, aber grosse geistige Beweglichkeit verlangt. Letztere wird gelegentlich durch kraftvolle Gebärden und markige Reden ersetzt. Der eigentliche Reiz liegt weniger im Spiel selber als im nachträglichen Kommentieren desselben. In diesem Punkt ist es auch für Nichtspieler höchst reizvoll.
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    Kocher, Theodor
    1841-1917, Berner Medizinprofessor von Weltruf, Begründer der modernen Chirurgie, erhielt für seine Verdienste auf dem Gebiet der Schilddrüsenforschung 1909 den Nobel-Preis für Medizin.
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    Kunsthalle
    Stätte, an der (im Gegensatz zum Kunstmuseum) bildende Kunst nicht gehortet, sondern in wechselnden Ausstellungen gezeigt wird, und zwar auch das Allerneuste, was unter dieser Bezeichnung geschaffen wurde.
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    Kursaal
    Trotz seinem Namen keine von den Krankenkassen anerkannte Heilanstalt, sondern ein schön gelegener Gastwirtschaftsbetrieb mit Bankett-, Konzert-, Theater- und Ausstellungsräumen, der seine Gäste von ihren Alltagssorgen kuriert. Enthält auch einen Boule-Saal als eigenössisch konzessionierte Spielhölle.
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    Lauben
    Zusammenhängende Bogengänge beidseits der Haupt- und einiger Nebengassen im Erdgeschoss der Häuser, insgesamt gegen sechs Kilometer lang. Sie ermöglichen es, bei jedem Wetter ungeschoren von Geschäft zu Geschäft zu gehen und machen so aus der Berner Altstadt das älteste Einkaufszentrum der Schweiz, gegründet 1191 durch Herzog Berchtold V. von Zähringen.
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    Loeb-Ecke
    Oberstes Ende der südseitigen Spitalgass-Lauben, die von hier mit ihrer Fortsetzung in der Marktgasse bis zum Zytglogge das Rohr heissen. Die Loeb-Ecke ist die bekannteste Rendezvous-Stelle Bernd, das Rohr zu gewissen Nachmittagsstunden eine Begegnungspiste junger Menschen. Man wird an den Hyde Park Corner oder den Piccadilly Circus erinnert, nur dass man hier erstens vor Regen geschützt ist und zweitens vorwiegend berndeutsch spricht. (Siehe auch unter Rohr)
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    Lorraine
    Klingt wie eine französische Provinz, ist aber ein Berner Quartier, das diese Bezeichnung vom gleichnamigen Herrensitz übernommen hat. Ein Berner Offizier in französischen Diensten hatte dem Gut im 17. Jahrhundert diesen Namen verliehen. Ein Quartier mit ausgeprägtem Quartiergeist und insofern ein Indinerdorf, als James Fenimore Cooper im 19. Jahrhundert als Gast im Lorrainedorf an seinen Lederstrumpf-Geschichten arbeitete.
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    Märit
    Berndeutsches Wort für Markt. In Bern ist der Märit nicht nur ein kommerzieller, sondern auch ein sozialer Anlass, nämlich die Begegnung zwischen Stadt und Land. Suchen Sie am Dienstag oder Samstag vormittags den Bundesplatz und seine Umgebung auf, und Sie werden den freundschaftlichen Verkehr zwischen Stadtleuten und Landleuten mit eigenen Augen sehen können. Das Gegenteil dieser so menschlichen und persönlichen Dienstleistung wird ironischerweise Supermarkt genannt. (Siehe auch unter Graniummärit und Zibelemärit)
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    Marzilibahn
    Längste Bergbahn auf Berner Stadtboden, an der Südseite des Bundeshauses gelegen. Überwindet auf einer Strecke von 105 Metern in einer Minute eine Höhendifferenz von 32 Metern. Die beiden Wagen sind durch ein über eine Rolle laufendes Drahtseil miteinander verbunden und so synchronisiert, dass sie oben und unten immer gleichzeitig abfahren und sich genau in der Mitte kreuzen.
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    Matte
    An der Aare unterhalb des Münsters gelegenes Quartier, bekantn durch seine besondere Sprache das Mattenenglisch, das aber nur noch wenigen geläufig ist. Früher, als die Aareschiffahrt noch blühte, Anlege- und Aufenthaltsplatz allerlei Gesindels, heute fast gänzlich saniert und deshalb zwar hygienisch, aber auch etwas weniger romantisch.
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    de Meuron, Madame
    1882-1980, ist als Schlossherrin von Amsoldingen und Rümligen und Besitzerin mehrerer Häuser in der Berner Altstadt, vor allem aber durch ihre sehr altmodische Kleidung, ihr Hörrohr und ihr im Ancien régime verwurzeltes Denken, Reden und Handeln zu einer legendären Figur, zur letzten Vertreterin des Alten Berns geworden. Eigentlich erstaunlich, wenn man weiss, dass de Meuron ein altes Neuenburger Geschlecht ist.
    Aber gar nicht erstaunlich, wenn man herausgefunden hat, dass Madame de Meuron vor ihrer Verheiratung Louise Elisabeth von Tscharner – ein altes Bernergeschlecht notabene – hiess.
    Aussprüche wie: Im Himmel sy mir alli glych, aber hie uf Ärde herrscht Ordnig, oder Syt Dir öpper, oder syt Dir Lohnnähmer? (oder ähnlich), werden hin und wieder in Zusammenhang mit Anekdoten über Madame de Meuron erzählt.
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    Nachtleben
    Man spottet oft über Bern, weil es hier kein solches gebe. Kommt ganz darauf an, was man darunter versteht. Das jedenfalls, was die Spötter meinen, ist bei uns sehr schwach entwickelt, und wir haben deswegen nicht die geringsten Minderwertigkeitsgefühle. Wenn es dagegen um Kino, Konzert, Theater und anderes Kulturelles geht, hat Bern im Verhältnis zu seiner Grösse erstaunlich viel zu bieten. Im übrigen sind noch viele Bernerinnen und Berner der Ansicht, dass man nachts auch schlafen kann.
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    Naturhistorisches Museum
    Weltberühmter Wallfahrtsort für Wissenschaftler und Laien, in dem die Tiere lebensnah präpariert und dargestellt sind.
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    Nostalgie
    Vom Duden mit Heimweh übersetzt, darüber hinaus aber – jedenfalls in Bern – ganz allgemein eine Sehnsucht nach früheren Zuständen, eine sehnsüchtige Hinwendung zur Vergangenheit, die man angesichts der Gegenwart recht gut verstehen kann.
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    Öffentliche Bäder
    Fluss- und Kunstbäder, in denen sich ein grosser Teil der Bevölkerung zur heissen Jahreszeit bei jeder Gelegenheit trifft und erholt. Mit Gratiseintritt und Verpflegungsmöglichkeiten. Das berühmteste ist das Marzilibad unmittelbar unterhalb des Bundeshauses.
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    Ortsbild
    Dank ihrer Langsamkeit, verbunden mit zähem Festhalten am kulturellen Erbe der Väter, ist es den Bernern gelungen, ihre Altstadt so stilrein zu erhalten, dass sie 1983 ins UNESCO-Verzeichnis der Weltkulturgüter aufgenommen wurde. Das erklärt auch unsere Sesshaftigkeit: Warum denn zu den Pyramiden Ägyptens oder zur Akropolis reisen, wenn man selber in einem Weltkulturgut zu Hause ist?
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    Ostring
    Etwa 550 Meter langes Strassenstück im Ostteil Benrs, mit dem rund 700 Meter langen Nordring im Breitenrain zusammen nostalgisches Bruchstück einer 1928 geplanten Ringstrasse, die nie verwirklicht wurde, weil trotz zähem Ringen der Planer nicht alles rund lief.
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    Patriotismus
    Bei vielen Bernern noch vorhandene Gefühlsregung, die bewirkt, dass die Betreffenden, wenn sie in einer schönen Sommernacht vom Rosengarten auf ihre Stadt hinunterblicken leer schlucken oder gar eine Träne wegwischen müssen – eine Regung, die man am Ende des 20. Jahrhunderts fast nicht mehr zeigen darf.
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    Pulverweg
    1962 erhielt dieser am Rand der Allmend verlaufende und noch einem früher dort stehenden Pulvermagazin benannte Weg einen neuen Namen: Er wurde zur Mingerstrasse und damit zu einem Denkmal für den zu Beginn des Zweiten Weltkrieges amtierenden und allgemein geschätzten Bundesrat Rudolf Minger. Dass man dem Vorsteher des Militärdepartements den Pulverweg widmete, leuchtet von der Sache her ein. Bern hat noch Reserven für weitere derartigen Umbenennungen.
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    Quartierfaben
    Wer vom Bahnhof durch die Altstadt zur Untertorbrücke schreitet, stellt unterwegs fest, dass die Strassentafeln Ihre Farbe wechseln, und zwar in der Reihenfolge rot – gelb – grün – weiss – schwarz. Dies geht auf das Jahr 1798 zurück (siehe unter Franzoseneinfall), da man den französischen Besetzern Quartiere zuweisen musste und, weil die wenigsten dieser Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit-Kämpfer des Lesens kundig waren, ihnen mit dieser Farbmethode die Orientierung erleichterte.
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    Rathaus
    Wird in Prospekte mit Town Hall übersetzt und auch sonst oft fälschlicherweise als Sitz der städtischen Behörden betrachtet. Tatsache ist, dass dieser prächtige Bau, obschon er auch dem Stadtrat zur Verfügung steht, dem Kanton gehört: eine der unseligen Folgen jenes Franzoseneinfalls von 1798, der die Republik Bern in Kanton und Stadt zersplitterte. Wurde Anfangs des 15. Jahrhunderts erbaut und während des Zweiten Weltkriegs letztmals gründlich renoviert.
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    Rohr
    Bezeichnung der Lauben (Arkaden) auf der Südseite der Spital- und Marktgasse. Wurde früher und wird höchstwahrscheinlich auch heute noch am Nachmittag nach Schulschluss von jungen Einheimischen beiderlei Geschlechts als Ort der Begegnung verwendet. Die Überlegung ist einfach: Zwei Menschen, die zwischen zwei gleichen Punkten hin und her pendeln, müssen sich innert kürzester zeit begegnen. Man nennt diese Tätigkeit rohren. Die Ähnlichkeit mit röhren ist rein zufällig. (Siehe auch unter Loeb-Ecke)
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    Rosengarten
    Schönster Aussichtspunkt auf Stadtgebiet, gepflegte Anlage über dem Aarehang mit Blick auf die Altstadt, die von dieser Stelle aus wohl am meisten fotografiert wird. Man stelle immer eine möglichst kurze Belichtungszeit ein, denn die Schönheit des Motivs ist so erregend und bewegend, dass die Aufnahme sonst verwackelt würde.
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    Schafiser
    Wein aus den in Schafis (Chavannes) bei Neuenstadt (Neuveville) am Bielersee gelegenen Rebgütern der Stadt Bern. Wird von Behörden als Ehrenwein oral verabfolgt und viel lieber geschluckt als manches andere, das aus städtischen Amtsstuben kommt.
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    Stadtgärtnerei
    Städtischer Betrieb, der seinen Hauptsitz in der Elfenau hat und mit botanischen Mitteln die Stadt verschönert. Völlig unrentabel und trotzdem sehr beliebt: ein Beweis dafür, dass in Bern Schönheit höher geschätzt wird als schnöder Mammon.
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    Stadtrat
    Städtisches Parlament mit achtzig nebenamtlichen Räten (andernorts fälschlicherweise Gemeinderat genant). Bekannt durch seine lebhaften, geistsprühenden Debatten und die Fähigkeit seiner Mitglieder, in wenigen Worten viel zu sagen. Die Verhandlungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei, so dass bei Nichtgefallen kein Geld zurückverlangt werden kann.
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    Stecklikrieg
    Eher komisch als kriegerische Phase in der Übergangszeit vom Ancien régime zur Demokratie: 1802 zog eine ungeordnete Schar von Gegnern der Helvetischen Republik gegen Bern, und vom Aargauerstalden wurden einige Kanonkugeln gegen die untere Altstadt abgeschossen. Eine davon soll die Ecke des Hauses Mattenenge 2 getroffen haben – jedenfalls sieht man dort, auf der Höhe des zweiten Geschosses, noch heute eine sorgfältig restaurierte und mit einer Inschrift versehene Scharte. Während man in anderen historischen Städten meist nur Schissscharten zu sehen bekommt, bietet Bern also sogar eine Schussscharte.
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    Theater
    Würdiges Gebäude am Kornhausplatz, in dem nicht nur Dramen, sondern auch Opern, Operetten und Ballette aufgeführt werden. Man hat also eine reiche Auswahl, von Goethes Iphigenie bis zu Lehars Zarewitsch.
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    Treppen
    Um die Stadt von der Aare her erreichen zu können, gibt es verschieden Treppen, wie die Münstertreppe (bis zur ersten Galerie 254 Stufen), die Mattentreppe (183 Stufen), die Fricktreppe (180 Stufen), die Nydeggtreppe (157 Stufen) oder die Burgtreppe (95 Stufen).
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    Universität
    Das heutige Gebäude auf der Grossen Schanze wurde am 4. Juni 1903 eingeweiht. Nicht lange darauf, nämlich am 25. September des gleichen Jahres, eröffnete man am Kornhausplatz das neue Stadttheater. Beide Geäbdue haben also den gleichen Jahrgang. Sie haben aber auch sonst noch manches gemeinsam: Beides sind öffentlich subventionierte Bildungsstätten, bei beiden ist der Besuch freiwillig, in beiden gibt es teils dramatisch, teils komische Auftritte, und in beiden gibt man die Hoffnung nicht auf, die Welt verändern zu können.
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    Urgeschichte
    Das angenehmste Kapitel der Berner Geschichte, denn hier gibt es keine Namen und Daten auswendig zu lernen. Die Reihenfolge der Besiedlung der Aarehalbinsel ist leicht zu merken: Kelten – Römer – Berner. Noch vorher müssen Muscheln vorhanden gewesen sein, denn solche findet man jetzt in der Berner Molasse. Aber wir wollen nicht grübeln.
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    Voralpen
    Malerische Kulisse zwischen Bern und den Alpen, links begrenzt durch das Stockhorn, rechts durch die Kaiseregg. Ein Ski- und Wanderparadies, von der Bundesstadt in weniger als einer Stunde erreichbar.
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    Wintersport
    Bern ist wohl die einzige Hauptstadt der Welt, die es ihren Bewohnern ermöglicht, auf Skiern von einem immerhin 860 Meter hohen, durchaus wintersportgerechten Berg angesichts der gesamten Stadt bis zu einer Tramhaltestelle hinunterzufahren. Dieser Berg heisst Guten, wird durch eine Drahtseilbahn erschlossen und ist, im Gegensatz zu berühmteren Wintersportplätzen, völlig lawinenfrei (besonders in schneefreien Wintern).
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    Xylophon
    Es hat sich eingebürgert, dass man unter diesem Namen ein Schlaginstrument mit einer Reihe verschieden gestimmter Holzstäbchen versteht. Für den Berner aber, der weiss, dass dieses griechische Fremdwort, buchstäblich übersetzt, Holz-Ton bedeutet, ist es natürlich ein Alphorn (für das er allerdings gelegentlich auch die Bezeichnung Geröllhalden-Saxophon verwendet).
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    Yodelling
    Etwas, das Amerikaner von den Bernern als typische Äusserung ihres Schweizertums erwarten. Leider wird die Kunst des Jodelns in unseren Schulen aber arg vernachlässigt. Unsere Jodler führen in organisierten Vereinen einen tapferen Kampf gegen ausländische Infektionskrankheiten wie Rock’n’Roll, wobei sie durch das Fehlen von Alpen auf Stadtgebiet bei der Ausübung ihrer Kunst stark benachteiligt sind.
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    Yverdon
    heisst bei den Bernern, die sich noch daran erinnern, dass diese Stadt einmal zur Republik Bern gehört hat, Iferten, so wie sie Aigle Aelen, Vevey Vivis, Morges Morsee und Estavayer Stäffis nennen. Eine nicht ganz unbestrittene Sache, denn alle diese Ortschaften liegen im französischen Sprachgebiet, nicht wie das zweisprachige Biel/Bienne. Aber die Welschen sind auch nicht besser. Sie nennen Ins Anet, Murten Morat und Burgdorf nicht etwa Château-Village, sondern Berthoud.
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    Zähringerstadt
    Bern ist insofern eine Zähringerstadt, als es 1191 von Herzog Berchtold V. von Zähringen gegründet wurde. Es muss indessen darauf hingewiesen werden, dass das süddeutsche Geschlecht der Zähringer bereits 27 Jahre nach der Stadtgründung ausstarb und also ab 1218 keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung Berns ausüben konnte; von da an waren es die von Bubenberg, von Fischer, von Wattenwyl, von Erlach, Thormann und viele andere noch jetzt blühende einheimische Familien, die Bern zu dem machten, was es heute ist. Mit andern Worten: Bern ist made in Switzerland.
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    Zibelemärit
    Hauptsächlich von Ostschweizern und Süddeutschen besuchtes Berner Lokalfest, das jeweils am vierten Montag des Novembers stattfindet und dessen Hauptzweck im Anlegen von Zwiebelvorräten für den Winter besteht. Nebenzweck: Konfettischlacht und weitere Lustbarkeiten.
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    Zünfte
    In Bern gibt es dreizehn Zünfte, die nicht, wie in andern Gemeinden, nur dekorativ oder gesellschaftliche Bedeutung haben, sondern die im Rahmend er sogenannten Burgergemeinde der Einwohnergemeinde bedeutende soziale und kulturelle Lasten abnehmen – und erst noch Steuern zahlen! Und wer nun hämisch einwendet, diese reichen Patrizier könnten sich das schon leisten, muss sich belehren lassen, dass in der Burgergemeinde die Patrizier und die Reichen in der Minderheit sind und dass die meisten Burger Namen wie Aebersold, Müller und Wyss tragen.
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    Zytglogge
    Tortum der ehemaligen Zähringerstadt mit astronomischer Uhr und Figurenspiel von 1530. Er ist der eigentliche Mittelpunkt Berns.
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    aus: 111x ein Berner namens…, von: Ueli der Schreiber, Rorschach 1993


    Bern Luftaufnahme
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