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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Der Bernerhof

Bernerhof - Bundesgasse 3.
Das 1859 eröffnete Hotel, das anfangs französisch «Hôtel de la Couronne» hiess, liess der Wirt der bisherigen Krone, Krafft, in den Jahren 1856/58 von Friedrich. Studer bauen. Zu diesem Zweck musste der Viehmarkt an den Klösterlistutz verlegt werden. In den Jahren 1907/08 wurde der Bernerhof umgebaut und von 185 auf 220 Betten vergrössert. Seit 1923 gehört der Bernerhof der Eidgenossenschaft und dient als Verwaltungsgebäude.
Lit.: Livre d'or du Grand Hôtel et Bernerhof, Berne 1913

Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976)



  • Der Bernerhof
  • Bernerhof – Raum und Zeit erleben
  • Bernerhof (Wikipedia)
  • Abbildung
  • Plan



    Der Bernerhof

    Der Bernerhof war ursprünglich das vornehmste Hotel der damals noch jungen Bundesstadt. Jakob Friedrich Studer erbaute ihn 1858 direkt gegenüber dem soeben fertiggestellten «Bundes-Ratshaus», dem heutigen Bundeshaus West. Mit seinen 123 Zimmern, der Gasbeleuchtung, fliessendem Wasser bis in die obersten Stockwerke – warm und kalt -, einer mit Dampf betriebenen Zentralheizung und Toiletten mit Wasserspülung setzte der Bernerhof einen neuen Standard in der Schweizer Hotelarchitektur.

    Bis 1923 galt er den Noblen aus aller Welt als erste Adresse. Nicht nur die Kaiserin von Russland, sondern auch Napoleon III., der König von Siam und Kaiser Willhelm II. logierten im Bernerhof. Dem Bund diente er zudem als Veranstaltungsort für Staatsempfänge und Stände- und Nationalräten als Bleibe während der Sessionen.

    Dazwischen

    Nach 65 Jahren war das Hotel tief verschuldet und musste den Betrieb schliessen. Das Gebäude wurde für 2,9 Mio. Franken an die Bundesverwaltung verkauft. 1923 zog das Eidgenössische Finanzdepartement in den Bernerhof, wo es heute noch ist.

    Aus dem einstigen Nobelhotel wurde Schritt für Schritt ein Bürogebäude, bis in den späten 80er-Jahren kaum mehr etwas an das einst prächtige Interieur des Grandhotels erinnerte.

    Nachher

    Inzwischen sind die noblen Gäste ins Erdgeschoss des Bernerhofs zurückgekehrt. Der Bund empfängt seine Staatsgäste in den Gesellschaftsräumen des ehemaligen Hotels, die bei der Totalsanierung wieder hergestellt worden sind.

    In den oberen fünf Geschossen, die bei dem Umbau den Anforderungen der heutigen Verwaltung angepasst worden sind, befinden sich die Büros der 280 Angestellten des Finanzdepartements und der Sitz des Departementsvorstehers und Bundesrats Hans-Rudolf Merz.

    Sonderfall

    Wirklich alt sind im Bernerhof nur noch der Leuchtersaal im Erdgeschoss, das Treppenhaus und ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, auf die man bei der letzten Sanierung gestossen ist. Das Übrige ist «eine neu geschaffene historische Umgebung», wie es Furrer nennt.

    Vor der Sanierung sei das Gebäude im Innern denkmalpflegerisch gesehen praktisch eine Ruine gewesen. «Die Stuckaturen und Täfer fehlten, sehr viele Wandoberflächen waren völlig barbarisch neu gestaltet worden», so Furrer weiter.

    www.swissinfo.org
    Auszug Artikel «Der Bernerhof, ein Sonderfall am Denkmaltag» von Nicole Aeby 08.09.05




    Bernerhof – Raum und Zeit erleben

    Heute Sitz eines Bundesrates, gestern Nobelhotel: Der Bernerhof war von 1858-1923 eines der führenden Hotels der Schweiz. Seit 1924 ist er Sitz des Eidg. Finanzdepartements. Am 28. Nov. 1848 wurde Bern zum Bundessitz erwählt, mit der Auflage, Räumlichkeiten für die neue Regierung zur Verfügung stellen: Die Stadt Bern liess das Bundes-Rathaus (heute Bundeshaus West) 1852-57 erbauen. Bern benötigte aber auch Beherbergungsangebote für die National- und Ständeräte sowie für ausländische Staatsgäste. Jean Kraft, bis dahin Kronen-Wirt in der Altstadt, baute aus diesem Grunde ein neues Nobelhotel: Der Bernerhof wurde 1856 - 1858 von den Architekten Friedrich Studer und Johann Carl Dähler direkt neben dem Bundesrathaus errichtet.

    Im Bernerhof gab es höchsten Komfort: So verfügte der Bernerhof als wohl erstes Hotel der Schweiz bereits 1858 über eine Zentralheizung. Blaublütige Gäste, Finanzgrössen aus aller Welt, Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur wohnten im Bernerhof. Und natürlich auch Staatspräsidenten. Diese dinieren auch heute wieder im frisch umgebauten Bernerhof. Die Parterreräume des in den Jahren 2004-05 total umgebauten Bernerhofes dienen heute der Eidgenossenschaft u.a. als Repräsentationsräume bei Staatsempfängen. So stehen neben dem 100-jährigen Leuchtersaal in Originalzustand die «alten» Salons mit neuer Gestaltung. Der Schweizer Künstler Jean Pfaff erarbeitete für sie und den Lichthof das Gestaltungskonzept: Einfarbige Wandflächen, in denen Textzitate aus dem aktuellen literarischen Schaffen der vier Sprachregionen der Schweiz eingesetzt sind.

    www.nike-kultur.ch


    Bernerhof Bern.

    Bernerhof Bern.
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