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Bern - die Hauptstadt mit Charme
Die Stadtbrunnen
Mit seinen altehrwürdigen Sandsteingebäuden, historischen Türmen und den einzigartigen Brunnen gehört Bern zu den grossartigsten Zeugen mittelalterlichen Städtebaus in Europa. In der spätmittelalterlichen Stadt war es gut um die Ver- und Entsorgung mit Wasser bestellt. Schon der zähringische Stadtplaner sah Abwassergräben zwischen den Hofseiten vor. Der Stadtbach, der aus dem Wangental kam, lieferte das Brauchwasser, während die hölzernen, später steinernen Brunnen in den Gassen das Trinkwasser spendeten. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die schlichten Brunnen zu Denkmälern ungestaltet.
Die Stadtbrunnen
1. CHARAKTER, BESTAND
2. GRUNDWASSERQUELLEN, SODBRUNNEN
3. UNTERHALT
4. WERKSTOFF
5. TYPOLOGIE, HERKUNFT
6. FUNKTION IM STADTBILD; ARCHITEKTUR
7. DIE FIGURENBRUNNEN DES 16. JAHRHUNDERTS
DIE MEISTERFRAGE
Die Berner Brunnen
Die Stadtbrunnen - Einleitung von Paul Hofer
Die ersten Brunnen
Errichtung der hölzernen Brunnen
Die steinernen Stockbrunnen
Der Brunnenmeister
Brunnenordnung und Konzessionen
Unterhalt der Brunnen
Die Brunnen auf alten Stadtplänen
Brunnen der Landesausstellung
Nichtfigürliche Brunnen des 18./19. Jahrhunderts
Verzeichnis aller Brunnen
Die Stadtbrunnen
Die Abbildungsverweise beziehen sich auf das Buch
1. CHARAKTER, BESTAND
Wie die grosse Mehrzahl der öffentlichen Bauten und Anlagen Berns sind auch die Brunnen ihrem ursprünglichen Zwecke längst entfremdet. Bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts die weithin sichtbaren, kunsthandwerklich reich ausgestatteten Schlussglieder der Trinkwasserversorgung, werden die Stadtbrunnen auch nach Einführung der Wasserzufuhr in das einzelne Haus1 als populäre, erinnerungsreiche Schmuckstücke im Stadtbild beibehalten und mit Liebe gepflegt. So weisen von den dreizehn um 1860 vorhandenen Berner Figurenbrunnen elf noch heute das ursprüngliche Standbild auf; von den nichtfigürlichen Anlagen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sind auf dem engern Stadtgebiet etwas über zwanzig erhalten; eine annähernd gleiche Zahl hat das Jahrhundert seit 1850 hinzugefügt2. Als unaufdringlich akzentuierende Vertikalen sind die Gassen- und Platzbrunnen nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken3; errichtet als öffentliche Sinnbilder einer Anlage von lebenswichtiger Bedeutung, gehören sie heute zu den wenigen völlig zweckfreien Kunstdenkmälern der Altstadt4.
2. GRUNDWASSERQUELLEN, SODBRUNNEN
Die wichtigste Nachricht von der frühen Trinkwasserversorgung Berns gibt Konrad JUSTINGER zum Jahr 1393. Durch die verheerende Trockenheit dieses Sommers veranlasst, habe man damals die ersten Stockbrunnen in die Stadt gelegt5; vordem habe jedermann zem lenbrunnen, Zem stetbrunnen, im graben nid den prediern und ze schegkenbrunnen oder ze den prediern im cútzgang sein Wasser holen müssen6. Justinger gibt damit das erste Verzeichnis der wichtigsten Quellfassungen im Weichbild der Stadt7. Von jenen fünf Anlagen fliesst heute einzig noch der STETTBRUNNEN an der ursprünglichen Stelle, an der Brunngasshalde etwas oberhalb des Rathauses; mit dem untern Ausgang der Brunngasse durch eine Treppe verbunden, dient die Anlage8 heute noch als Waschhaus9 (Abb. 168). Die Zeit der Errichtung ist unbekannt; seit 1377 belegen zahlreiche Rechnungsposten Aufsicht und Unterhalt10; dass die Überdachung des Brunnens durch das nordseitige Erdgeschoss des Hauses Metzgergasse 18/20 in relativ frühe Zeit zurückreicht, geht aus der altertümlichen Stützenkonstruktion hervor11. Erst 1855 mit Umfassungsmauern und drei Becken aus Stein ausgestattet12, liefert er seit Einführung der allgemeinen Trinkwasserversorgung nur noch Brauchwasser13.
An der heutigen Postgasshalde lag der LENBRUNNEN, die einzige nachweisbare Grundwasserquelle im Bereich des «älteren Burgum», der Gründungsstadt in ihrer ersten Ausdehnung bis zur Kreuzgasse14. Der westlichen Brandmauer des heutigen Postgassschulhauses entlang führte ein anscheinend kreuzgewölbter Gang zum Brunnen an der Nordseite des Hauses Postgasse 6815; ein Serpentinenweg ging von da zum Flussufer hinab16. Wie Stett- und Schegkenbrunnen bereits in den ersten erhaltenen Stadtrechnungen mehrfach erwähnt17, beschäftigt der Lenbrunnen bis ins frühe 17. Jahrhundert das Bauamt18; 1754 ist der alte Name bereits verschollen und spätestens Herbst 1789, im Verlauf der Rathausterrassen-Aufschüttung, verschwindet die Anlage19. Die Quelle selber fliesst in der grossen Nische des Antoineschen Terrassenbaus als Rathausbrünnlein noch für einige Jahrzehnte wohlverborgen weiter20. - Im Bereich der Stadterweiterung von 1256, im Grabenstück nordwestlich vor dem Frauenturm, lag der SCHEGKENBRUNNEN21. Bauarbeiten an der mure ze schegkenbrunnen verzeichnen die Stadtrechnungen von 1377-138022; spätestens um 1528, mit der Zuschüttung des Grabenstücks vor dem Zeughaus, verschwindet der Brunnen23.
Zur Gruppe der Quellen in den kleinen Querschluchten an der Nordseite der Flusshalbinsel gehörte ferner der Brunnen östlich unterhalb des PREDIGERKLOSTERS, dessen Lage unterhalb der steinernen Brücke bi der batstuben im graben die Stadtrechnung von 1381 bestimmt24. Gleichzeitig mit dem letzten noch offenen Grabenabschnitt und der 1488 von der Stadt angekauften Badstube verschwindet auch dieser Brunnen wohl 155625. Wie die letzte von Justinger angeführte Anlage, der Ziehbrunnen im Predigerkreuzgang26, gehörte der Badstubenbrunnen offenbar zu den Quellen im Umschwung des Klosters, deren Einführung in das Klosterinnere den Dominikanern gemäss Niederlassungsurkunde vom 20. Juli 1269 ausdrücklich zustand27. - Bei Justinger nicht erwähnt, aber ebenfalls bereits vor 1393 bezeugt sind Brunnenanlagen an der Spitalgasse28 und auf der Ebni oben am Stalden29; schon früh über eigene Brunnen scheinen ferner Barfüsserkloster, Heiliggeist- und Niederspital verfügt zu haben30; bis ins späte 19. Jahrhundert bestanden endlich die Laufbrunnen bei der Silberstrecke und auf der Schützenmatt31. Lange als besonders rein betrachtet und gesucht, verschlechtern sich mit den übrigen noch bestehenden, örtlich entspringenden Laufbrunnen auch diese Quellen nach 1850 so rasch, dass auf Beschluss der Sanitätskommission der Silberstreckebrunnen geschlossen, der Stettbrunnen nur noch zu Waschzwecken zugelassen wird32; ausser diesem letzteren besteht heute im Stadtinnern kein öffentlicher, aus eigener Quelle gespiesener Brunnen mehr.
Von den wohl nie sehr zahlreichen Sodbrunnen im engeren Stadtgebiet ist heute ebenfalls keiner mehr erhalten33; zahlreicher behaupteten sich Ziehbrunnen in den Aussenquartieren; selbst dort sind sie heute fast ausnahmslos verschwunden34
3. UNTERHALT
Kurz nach Beginn des 16. Jahrhunderts setzen die ersten Nachrichten über einen regelmässigen Unterhalt der Laufbrunnen ein35. Während gerade für die Hauptgruppe, die 1542-1549 errichteten elf Figurenbrunnen, die Frage nach den Stiftern völlig offenbleibt, nimmt laut Ausweis der 1533 einsetzenden Bauherrenrechnung spätestens seit 1535 das Bauamt auch die Brunnen in geordnete Pflege36. Für das Jahr 1570 sind Zahlungen an Marti KRUMM für das Bemalen hölzerner Degen und Dolche an den Standbildern, an Franz SERMOND für den Guss von Röhren und Delphinen belegt37; der 1580-1584 durchgeführten ersten Gesamtrenovation und Neubemalung38 folgen die vorerst noch unregelmässigen39, dann aber, seit Erlass vom 22. Oktober 1666, alle sechs Jahre durchgeführten Brunnenrevisionen40 mit ihren überwiegend gleichförmigen Lieferungen, Reinigungen und Instandstellungen; mit der Oberaufsicht scheint zunächst der Münsterwerkmeister betraut zu sein41. Bedeutende Arbeiten umfasst die von Steinwerkmeister Samuel BAUMGARTNER durchgeführte Gesamtrenovation in den Jahren 1712-171542; summarischer belegt sind diejenigen von 1757/58 und 178343.
Nach dem endgültigen Sturz des Patriziates erlahmt das öffentliche Interesse an den Stadtbrunnen nicht, im Gegenteil; die Art des Umgangs mit den seit 1840 fast ausnahmlos versetzten, teils in Weiss und Gold bemalten, teils bronzierten Brunnenmonumenten bleibt freilich bis ins späte 19. Jahrhundert hinein so problematisch wie die «Denkmalpflege» dieses Zeitraums überhaupt44. Erst zu Beginn der neunziger Jahre setzt eine zunehmend sachgemässe Pflege der Brunnenanlagen ein45; 1896 vermacht der Schuhmachermeister Heinrich Philipp LÖSCH sein Vermögen der Gemeinde mit der Verpflichtung, die Zinsen zur Pflege der Brunnen und ihrer Standbilder zu verwenden46. Im Jahr 1925 durch Ernst LINCK, 1936-1939 durch Victor SURBEK in kräftig kontrastierenden Farben neu bemalt47, gehören die von der städtischen Baudirektion betreuten öffentlichen Brunnen heute zu den bestunterhaltenen Kunstdenkmälern der Stadt48.
4. WERKSTOFF
In der Anshelmschen Notiz über die Ersetzung des vordem hölzernen Kreuzgassbrunnens durch die steinerne Anlage von 157o ist zugleich die erste Nachricht zum Übergang von den Holzbrunnen des 14./15. Jahrhunderts zu den jüngern Steinmonumenten überliefert49. Als Werkstoff verzeichnet der Chronist Marmelstein; darunter ist, damals wie später, der weisse Hartstein aus den Kalkbrüchen von Aigle und am Jurafuss zu verstehen50; schon früh scheint auch der nahverwandte gelbe Jurakalk von Hauterive bei Neuenburg Verwendung zu finden51. Von offenbar kurzer Dauer war der gegen Ende des 17. Jahrhunderts unternommene Versuch mit dem schwarzen Marmor aus dem Hondrichberg oberhalb Spiez52; völlig vereinzelt erscheint selbst Tuffstein in den Brunnenposten der Bauherrenrechnung53.
Verwendet das frühe 18. Jahrhundert neben dem harten «Geissberger» auch für die Stadtbrunnen auffallend häufig Sandstein aus den Ostermundigen- und Stockerenbrüchen54, so verdrängt seit der Jahrhundertmitte, charakteristisch für den Wechsel des Stilgefühls am Übergang zum Frühklassizismus, der weisse «Solothurner Marmor» alle andern Werkstoffe55 (Abb. 230, 250-54, 257-60). - Von besonderem Interesse sind die freilich spärlichen Anhaltspunkte für Verwendung von Spolien römischer Bauwerke. Bereits für jenen ersten Kreuzgassbrunnen von 1519/20 ist die Verwendung eines in der Nachbarschaft Berns gefundenen Werkstücks aus römischer Zeit vermutet worden56; das einzige dokumentarische Zeugnis für Ausbeutung einer römischen Ruinenstätte zum Zweck des Brunnenunterhalts findet sich aber erst im späteren 18. Jahrhundert57. Vom heutigen Bestand der Stadtbrunnen fällt jedenfalls einzig die Säule des Anna Seiler-Brunnens (Abb. 197) für römerzeitliche Herkunft in Betracht58.
5. TYPOLOGIE, HERKUNFT
Die Geschichte des steinernen Stadtbrunnens beginnt in der Schweiz bekanntlich mit dem Fialenbrunnen der Spätgotik59. Von diesem Typus ist in Bern kein Beispiel überliefert60. Die Entwicklung setzt hier kurz vor der Reformation mit der zweiten Stufe, dem Brunnen mit Vieleckbecken und rundplastischer Standfigur ein. Es ist dieser klassische schweizerische Typus, der auch in Bern mit den lebhaft bemalten61, fabulierfreudigen Anlagen des 16. Jahrhunderts das Gesamtbild der Stadtbrunnen bestimmt. Bis zum Ende des Spätbarocks ändern sich Aufbau und Silhouette nur im Detail; Neuerrichtungen sind selten; erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt, wie bei jener ersten Hauptgruppe im Anschluss an frische Trinkwasserzuleitungen, ein neuer Aufschwung62, und es entstehen die nichtfigürlichen Brunnen des Früh- und Hochklassizismus, Anlagen von kühler tektonischer Eleganz63. Frei von der motivischen Vielfalt der spätmittelalterlichen Monumente, begnügen sich diese spröderen, aber gedigenen Brunnen bis in die romantische Neogotik hinein mit Obelisk, Urnenpfeiler, Säulenstumpf64. Erst in der Gegenwart kommt es zu Versuchen einer freilich meist problematisch bleibenden Verbindung freiplastischer Bronzen mit steinernen Brunnen65.
In der Typologie der Beckenformen beherrscht das acht-, vereinzelt sechseckige konzentrische Plattenbecken italienischer Abstammung bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts das Feld66 (Abb. 101, 207, 225, 239), um dann von den reicheren Bassins aus Solothurner Kalkstein mit ihren Muschel- und Sarkophagwandungen (Abb. 197, 201, 230, 252, 257, 259) abgelöst zu werden; im 19. Jahrhundert wird das langrechteckige Monolithbecken führend (Abb. 194, 250, 254), ohne freilich die alte Vieleckform ganz verdrängen zu können67.
Mit einer einzigen Ausnahme68 (Abb. 167) übernimmt der Brunnenstock des 16. Jahrhunderts den charakteristischen Säulentypus der lombardischen Frührenaissance69 mit kanneliertem oder glattem Schaft und reichem Girlanden-, Emblem- und Reliefschmuck70, darüber Kompositkapitell mit gekehlter Platte und vier stark vorspringenden Ecken71 (Abb. 183, 19I, 212, 235, 242). Das bemalte Standbild auf rundlichem, oft mit allegorisch illustrierenden Beigaben versehenem, gefurchtem Bodenstück72; als Stützfigur erscheinen, charakteristisch für Bern, fast ausnahmslos spielende Bärlein73 (Abb. 194, 199, 217, 237, 249); die Statue leicht unter Lebensgrösse, bei allgemein kräftigem Kontrapost zumeist stehend oder ausschreitend74, mit Hauptakzent weit weniger auf den unmittelbar plastischen Werten als auf der starkbewegten Rahmenzone der kostümlichen, heraldischen und attributiven Ausstattung. Auch hier weisen Silhouette, Formenschatz und ornamentale Motivik übereinstimmend auf die lombardische, speziell tessinische Bauplastik des ausgehenden Quattrocento75; wie weit hierin schwäbische Vermittlung nicht nur in Schaffhausen und in der Nordschweiz, sondern auch im Mittelland hereinspielt, ist heute noch nicht zu beantworten76.
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts entstehen neue Brunnenfiguren nur noch vereinzelt, als Ersatz abgehender älterer Standbilder77 (Abb. 178, 179) und an die Stelle von Säule und Figur tritt die allegoriefeindliche Monochromie der weissen Sepulkralanlagen im Geschmack der Aufklärungszeit.
6. FUNKTION IM STADTBILD; ARCHITEKTUR
Zur künstlerischen, motivischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Stadtbrunnen tritt ebenbürtig ihre räumliche Erscheinung als Element von Platz und Strasse. Mit lebendigen plastischen und farbigen Akzenten gliedern sie den Verlauf der Hauptgassen, verstärken das Gewicht der Längsachsen und bezeichnen die Zäsuren; als wirkungsvoll rhythmisierende Vertikalen (Abb. 170) sind sie für das Raumbild des Stadtinnern das, was die Reihe der monumentalen Stadttore für das Stadtbild im ganzen bedeutet. Die Prüfung der einzelnen Brunnenanlagen auf ihr ursprüngliches, heute freilich nur in Ausnahmefällen intakt erhaltenes Verhältnis zum Raume ergibt eine eigene Typengruppe. Deutlicher als in jeder anderen grösseren Schweizer Stadt dominiert in Bern der reine Gassenbrunnen; unmittelbar neben dem Schnittpunkt der Hauptgasse mit den kleinen Quergässchen auf den offenen Stadtbach gestellt, bezeichnet er in der Längen- und Breitendimension die Gassenmitte78 (Abb. 170, 181, 201, 220, 239). Als Kopfbrunnen bezeichnen wir Anlagen, die zwar ebenfalls in der Längsachse, aber nicht in der halben Gassenlänge, sondern in platzähnlicher Situation das Ende des Strassenzuges akzentuieren79 (Abb. 113, 197, 232); im Verein mit den reinen Gassenbrunnen bilden sie, als eine geschlossene Folge von ursprünglich neun, heute noch sieben Anlagen im Hauptverkehrszug der Stadt, die für das Stadtbild wichtigste Gruppe, wobei sich durch den jeweiligen Standort des Kopfbrunnens am Westende des Gassenabschnitts, unmittelbar vor den Stadttoren, eine Abfolge von eigenartiger Gesetzlichkeit ergibt80. Der anderswo gewöhnlich führende, repräsentativste Typus, der Platzbrunnen, tritt in der Gassenstadt Bern charakteristischerweise nur vereinzelt auf (Abb. 207, 225, 227, 246). Immerhin fehlt es auch hier nicht an interessanten, im Gegensatz zu den beiden ersten Gruppen auch im Standort intakt bewahrten Beispielen81.
Von Bedeutung für die silhouettierende Wirkung im Stadtbild ist schliesslich die tektonische Gliederung der einzelnen Anlage selbst. Dem ausgeprägten Vorrang des Gassenbrunnens entspricht die Bevorzugung des hiefür auch praktisch geeignetsten Typus, des Stockbrunnens mit seinen Hauptgliedern Becken, Pfeiler oder Säule und bekrönende, gewöhnlich leicht unterlebensgrosse Figur82. In den besten Beispielen erreicht das Verhältnis von Brunnenstock und Becken, von Standbild, Kapitell und Säulenschaft (Abb. 197, 201, 239) oder, bei den Anlagen des 18. Jahrhunderts, von Obelisk und Bassin (Abb. 252, 257, 259) Ensemblewirkungen von hohem Wohlklang83. Die für die Einbindung der Monumentalbrunnen ins Raumbild von Gasse und Platz so wichtigen Rahmenglieder, die Nebenbecken, Trittstufen und Prellsteine, der Zusammenhang mit dem unbedeckten Stadtbach sind in Bern, im Gegensatz etwa zu den unberührt erhaltenen Brunnen der Freiburger Unterstadt, fast restlos verschwunden84.
7. DIE FIGURENBRUNNEN DES 16. JAHRHUNDERTS
Aufkommen, Errichtung, Bestand. - Trotz weitläufiger Literatur ist die Frühgeschichte des schweizerischen Figurenbrunnens noch ungeklärt. Im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts übernimmt die erste Gruppe, die 1515-1524 errichteten ältesten Schaffhauser Figurenanlagen, einen zur Hauptsache fertig durchgebildeten Typus85. In diesen Zeitraum gehört auch der erste steinerne Stockbrunnen in Bern86; die Gestalt des 1646 entfernten ersten Kreuzgassbrunnens mit der Standfigur eines Bären als Pannerträger ist aber nur unzulänglich überliefert87; früheste erhaltene Brunnenfigur in der Zentralschweiz bleibt der hl. Georg Hans GEILERS auf dem barock veränderten Brunnen vor dem Freiburger Rathaus88. Zwei Jahre nach dessen Aufstellung, 1527, erhalten Markt- und Kramgasse in Bern neue Stockbrunnen89; doch geben die um 1528-155o besonders lückenhaft erhaltenen primären Quellen über den gegen 153o durchgeführten Ausbau des Zuleitungsnetzes und die Errichtung der entsprechenden Brunnenanlagen nur ganz ungenügend Aufschluss90. Ins Jahr 1535 fällt, zugleich mit der ersten Erwähnung einer Brunnenfigur, die erste Nennung eines Bildhauers, Meister HILTPRANTS von Schaffhausen91.
Anfang 1539 wird ein Brunnenerlass verlesen92; drei Jahre später setzt die Reihe der inschriftlich datierten Standbilder und Becken ein93. In die Jahre zwischen 1543 und 1546 fallen endlich die spärlichen Manual- und Rechnungseinträge mit direktem oder doch erschliessbarem Bezug auf die Errichtung der Figurenbrunnen94. Spätestens Anfang 1547 war die Aufstellung von mindestens 1o der 11 Monumente abgeschlossen95; im Frühling 1550 erhält der Brunnenmeister auf Ansuchen Basels Urlaub96; die erste eingehende Brunnenordnung vom August gleichen Jahres beschliesst dieses wichtigste Jahrzehnt in der Geschichte der Berner Brunnen97. Gleichzeitig bestätigt die erste bildliche Gesamtübersicht über den ganzen Bestand, die zuverlässige Darstellung in H. R. MANUELS Stadtansicht von 1549 (Abb. 46), die Zahl von elf Figurenbrunnen98.
Mangels jeder direkten Rechnungsnotiz bleibt die Frage nach den Erstellern völlig offen. Weder Manuale noch Stadt- oder Bauherrenrechnung vermitteln Anhaltspunkte; ihre gerade 1530-1550 immer wieder unterbrochene Folge lässt auch nicht den negativen Schluss zu, die Monumente seien aus Korporations- und Privatmitteln errichtet worden99.; dass sich einzelne wohlhabende Gesellschaften an den Erstellungskosten beteiligten, ist möglich, doch ist auch das in den Zunftarchiven nicht zu belegen100. Auch die in Freiburg schon früh bezeugte Beteiligung benachbarter Hausbesitzer ist in Bern nicht nachzuweisen101.
DIE MEISTERFRAGE
Es bleibt das Verdienst des ersten quellenmässig arbeitenden Forschers auf dem Gebiet der Berner Brunnen, Oskar WEBER, im Ratsmanual von 1535 die erste sichere Spur eines an der Herstellung von Brunnenstandbildern beteiligten Bildhauers nachgewiesen zu haben102. Den dort erwähnten HILTBRANT identifiziert Weber mit dem 1536 in Brugg als Hersteller eines steinernen Brunnenstocks auftretenden Werkmeister Hans HILTPRANT von Schaffhausen103; den Auftrag selber, ein schillt und bären uffem brunnen, bringt Weber, wohl zu Recht, mit dem oberen Brunnen am Rossmarkt, d. h. mit dem Zähringerbrunnen an der Kramgasse (Abb. 214) in Verbindung104; auf angeblich übereinstimmende Unbeholfenheiten an Figur und Kapitell, ferner auf die kaum beweiskräftige Gemeinsamkeit der Beckeninschrift 1542 stützt sich die erheblich weniger einleuchtende Zuschreibung auch des Vennerbrunnens (Abb. 237) an Meister Hiltbrand105. Mit Kapitell, Schildformen und Bärentypus (Abb. 215-217) tritt einzig der - künstlerisch nicht ebenbürtige - Zähringerbrunnen deutlich aus der Reihe der übrigen zehn Monumente106.
Seit der Veröffentlichung in Hallers «Ratsmanualen» von 1900 ist der Eintrag im Ratsprotokoll vom 30. März 1543 wonach ein auswärtiger Bildhauer namens MEISTER HANS Wohnung und wohl auch Werkstatt im Spital, im ehemaligen Predigerkloster also, erhält107, allgemein mit dem - sonst nirgends mit vollem Namen genannten - Meister der Berner Brunnenstandbilder von 1542-1546 in Verbindung gebracht worden. Ohne Namensnennung erscheinen die Meister und Knechte, so die brunnen im vergangenen sommer gmacht handt, in der Rechnung des Bauherrn von Burgern des Jahres 1544/45108. Endlich überliefert die Signatur des undatierten, aber zweifellos um 1542-1546 erstellten Kindlifresserbrunnens wenigstens die Meisterinitialen: auf einem cartello des Gehänges am oberen Schaftteil (Abb. 175, 208) ist das Monogramm H G mit kreuzförmigem Meisterzeichen zwischen beiden Buchstaben eingemeisselt109. Die Annahme ist erlaubt, dass sich alle drei Belegstücke auf den gleichen, jedenfalls von auswärts herberufenen Bildhauer beziehen110. Auf Grund der Arbeit zweier Forschergenerationen darf die Identität des Meisters H. G. heute als gesichert gelten111. Hans GIENG, in Freiburg 1524 zum erstenmal genannt, erscheint 1533 als Eigentümer des 1516 von Hans Geiler erworbenen Hauses an der Rue des Epouses, folgt diesem im Jahr darauf im Amt des städtischen Fischwarts nach und verschwindet zwischen 1539 und 1544, während der Arbeit an den Berner Brunnen also112, aus den Freiburger Quellen; frühestens Herbst 1544, spätestens aber 1547 in die Vaterstadt zurückgekehrt113, liefert er für diese bis 1559 sieben archivalisch sicher belegte Figurenbrunnen, von denen mit Ausnahme eines einzigen Standbildes alle erhalten sind114.
Von seiner Hand stammt ferner der aktenmässig ebenfalls voll bezeugte, 1556/57 ausgeführte Mauritiusbrunnen in Solothurn115; 1562 ist Hans Gieng gestorben116. Die Annahme eines Berner Aufenthaltes im Zeitraum von 1540-1546 fügt sich somit den bisher erschlossenen Daten völlig zwanglos ein. Sieht man vom Gegensatz der durch jahrhundertelang immer wieder erneuerte Bemalung stumpf gewordenen Aussenhaut der Berner Standbilder und derjenigen der nicht mehr bemalten, deshalb frischer wirkenden Freiburger Brunnen, ferner von der Wahl ausschliesslich profaner Sinnbilder in Bern gegenüber dem Nebeneinander kirchlicher und weltlicher Themen in der altgläubig gebliebenen Nachbarstadt ab, dann treten die formalen und ikonographischen Zusammenhänge allenthalben klar hervor117. So entwickelt Gieng den 1544/45 in Bern noch unsicher formulierten Typus des Simsonbrunnens (Abb. 222) in der Freiburger Replik von 1547 zur endgültigen Gestalt118; Kontrapost, « linea serpentinata » und ornamental überfeinertes Gefält der BernerJustitia von 1543 (Abb. 239) finden sich 1547 an Giengs «Fortitudo » unterhalb des Freiburger Rathauses, aber auch an der Samariterin des gleichnamigen Brunnens von 1552 wieder, eine Figur, die sich ihrerseits in Gewandstil und Kopftypus eng an das Standbild der «Anna Seiler» in Bern (Abb. 198) anschliesst; die Berner Figuren des Läufers, des Armbrust- und des Musketenschützen (Abb. 194, 199, 249) weisen in Gesichtsbildung, Standmotiv, Bewaffnung und Stützfigurinen die unverkennbarste Familienähnlichkeit auf; für sämtliche Gewappneten, ferner für beide Simsonbrunnen verwendet GIENG den gleichen formelhaften Vollbartkopf, so dass die Mehrzahl seiner männlichen Figuren auch physiognomisch der gleichen Familie angehört.
Besonders frappant fällt die Typenidentität im Vergleich zwischen der Freiburger Johannesfigur von 1547 und dem nicht erhaltenen, aber im Bild überlieferten Standbild des ersten Berner Mosesbrunnens von 1544119 (Abb. 228), ferner zwischen den Figuren des Rathausplatz- und Schützenbrunnens daselbst (Abb. 237, 199) und dem 1556/57 entstandenen Mauritius vor dem Solothurner Zeughaus ins Auge120. Endlich ist das Kompositkapitell mit Vieleckplatte, Voluten oder Masken unter den ausspringenden Ecken und Kinder- oder Narrenköpfen in den Plattenkehlen denjenigen Berner, Freiburger und Solothurner Brunnen, die ihre alten Säulen bewahrt haben, gemeinsam121.
Ergebnisse. Durch diese urkundlichen, biographischen und stilkritischen Befunde ist die Identität des 1547-1544 in Bern nachweisbaren Meisters Hans G. mit dem Bildhauer der Freiburger Brunnen von 1547-1559, Hans GIENG, wohl ausreichend begründet. Vermutlich bereits um 1540, vielleicht auf Vorschlag des Stadtschreibers Peter Cyro nach Bern berufen, führt er hier, mit mehr oder minder starker Beteiligung seiner 1544 belegten «Knechte»122, wohl alle zehn im Zeitraum zwischen 1540 und 1548 aufgestellten Brunnenmonumente aus123 und kehrt spätestens 1547 in die Vaterstadt zurück, um dort, bis zu seinem 1562 erfolgten Tode, eine annähernd ebenso umfangreiche zweite Gruppe von Brunnen auszuführen. Die seit 1905 heftig umstrittene These der Identität von Hans Gieng und Hans Geiler ist für die Frage nach dem Meister der Berner Brunnen von zweitrangiger Bedeutung, da auch in den Freiburger Quellen seit 1534 nur noch der Name GIENG auftritt124.
Ikonographie. Die Errichtung einer künstlerisch und zeitlich geschlossenen Gruppe von Brunnenmonumenten mitten im allegorienfreudigen 16. Jahrhundert legt den Gedanken an ein auch thematisch einheitliches Figurenprogramm nahe. So hat man in den Standbildern des Gerechtigkeits-, Simson-, Moses- und Anna Seiler-Brunnens (Abb. 239, 222, 228, 198) den Kanon der vier Kardinaltugenden erkennen wollen125, ein ansprechender Vorschlag, der aber mangels irgendeines zeitgenössischen Anhaltspunktes in der Schwebe bleibt126; bis weit ins 17. Jahrhundert sind, mit wenigen Ausnahmen, rein topographische Bezeichnungen im Gebrauch127. Auf die bedenkenlos historisierende Brunnenliteratur der Spätromantik gehen schliesslich die meisten Taufen auf legendäre und historische Personen aus der Stadtgeschichte zurück128.
Herleitung. Auf die typologische Herkunft des oberdeutschen und schweizerischen Figurenbrunnens aus dem Kreis der ausgehenden lombardischen Frührenaissance war bereits hinzuweisen129. Gesamthaltung, Formvorrat und Motivik der Giengschen Brunnengruppe von 1542-1559 in Bern, Freiburg und Solothurn lassen eine noch schärfere schulmässige Fixierung zu. Die Säule mit rhombisch verschränkten, emblemgeschmückten Gehängen, Kinderfriese, Gruppierungen von Gewappneten und Tugenden, Dekorations- und Gewandmotive, vor allem aber Physiognomie und Silhouette des Figürlichen finden sich vollzählig an der Kathedrale von Como, dem 1490-1517 ausgeführten Hauptwerk der Rodari-Werkstatt130, der Figurentypus in zahlreichen Arbeiten tessinischer Landsleute der Rodari in Mailand und Genua131, ferner in der Plastik Brescias um 1520-1530 wieder132. In diesen Schulkreis führt die Kunst Hans Giengs. Herkommen, Lehr- und Frühzeit des Meisters bis zu seinem Auftauchen in Freiburg sind noch völlig dunkel. Als Heimat Hans GEILERS hat man unlängst mit guten Gründen Gressoney, die Südwalser Heimat zahlreicher tüchtiger Bau- und Kunsthandwerker des 16. Jahrhunderts, vermutet133; die Frage, ob nicht auch GIENG, sein Nachfolger in der Werkstatt an der Rue des Epouses und im Amt des Fischwarts, zu dieser in Freiburg bereits Mitte des 16. Jahrhunderts zahlreichen Landsmannschaft südwalserischer Werkleute gehört habe, sei hier, im Zusammenhang mit jener Annahme einer unmittelbaren Berührung mit der lombardischen Plastik um 1490 bis 1525, mit allem Vorbehalt aufgeworfen134.
Stilstufe. Innerhalb der bernischen Plastik der Reformationsjahrzehnte kommt den Stadtbrunnen des fünften Jahrzehnts eine ähnliche kunstgeschichtliche Stellung zu wie den Kabinettscheiben in der Malerei. Als wichtigster bildhauerischer Zyklus der Zeit sind sie für das 16. Jahrhundert, was die Rathausplastik für das frühe, die Münstervorhalle für das späte 15. Jahrhundert bedeutet; durch sie allein stellt sich das Problem der Renaissanceplastik auch für Bern135. Stilkritisch sind hier, wie in der deutschschweizerischen Renaissance überhaupt, drei Horizonte zu unterscheiden, die sich in der formalen Erscheinung jedes einzelnen Monumentes mannigfach überschneiden. Spätgotisch ist der zyklische Charakter, die tänzerische Bewegtheit einzelner Figuren, die wimmelnde Gedrängtheit der Kindergruppen, die allgemeine Schmuck- und Detailfreude, die bunte, lebhaft kontrastierende Bemalung. Wie gleitend sich die Hinwendung zur Renaissance vollzieht, zeigt etwa der Vergleich zwischen der noch rein spätgotischen Konstruktionsform des Simson-Brunnenstocks von 1527 (Abb. 171, 221) mit den kannelierten Säulen des Kindlifresser- und Gerechtigkeitsbrunnens (1543-1546, Abb. 172 und 173, 207, 239). Dem neuen Stil gehört zwar nicht der durch den Fialenbrunnen der Spätgotik bereits voll entwickelte Gedanke des Brunnenstocks als Mittelsenkrechte einer konzentrischen Gesamtanlage, wohl aber die Idee der freistehenden, rundplastisch ausgebildeten Figur an; dem Formvorrat der oberitalienischen Renaissance entnimmt Gieng fast alle Einzelmotive des spielerisch antikisierenden Säulenschmucks; die Gesamtauffassung des Details aber ist, wie in fast allen deutschschweizerischen Denkmälern der dreissiger und vierziger Jahre, bereits eindeutig manieristisch. Die tektonische Grundform von Kapitell und Säulenschaft wird mit einem reichen Formgeflecht übersponnen und selbst Standfiguren wie die Justitia und «Anna Seiler» (Abb. 198, 739) wenden sich aufs neue der preziösen linea serpentinata, der modischen Schmuckfreude und der fast pantomimischen Balance der Spätgotik zu. Es sind im Grunde einzig Pannerherren- und Kriegerstandbilder wie die beiden Venner auf dem Marktgass- und Rathausplatzbrunnen (Abb. 199, 237), vor denen sich, im Rahmen eines häufig direkt an die Spätgotik anschliessenden manieristischen Gesamtbestandes, der Name Renaissance mit einigem Recht aussprechen lässt136
Quelle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern; Band 1; Die Stadt Bern; von Paul Hofer
1 Für die Geschichte der stadtbernischen Trinkwasserversorgung, von den frühen Zuleitungen des 14. Jh. über die Einführung des «Küngsbrunnens» durch Niklaus Strasser 1585-1588 (Grundlage des jüngeren Versorgungssystems) bis zu dessen Ablösung durch die Hochdruckleitungen von 1868-1904 und durch das Aaretal-Grundwasserwerk (1948-1950) ist auf die in der Bibliographie p. 344 verzeichneten Spezialuntersuchungen von F. WEY (1907), 0. WEBER (1927), H. MORGENTIIALER (1933-1936, 1951) und H. MARKWALDER (1951) zu verweisen.
2 Gesamtbestand nach Brunnenkontrolle 1754: innerhalb der Stadtmauern 38 öffentliche Brunnen mit insgesamt 70 Röhren; 1795 im ganzen Stadtgebiet 64 Brunnen mit 97 Röhren. MORGENTHALER, AHV XXXIII/1936, p. XXXV. - Die Brunnen 1850-1944 zusammengestellt bei SCHENK-HESSE, Berner Brunnenchronik, Bern 1945 (im folgenden zit. SCHENK 1945), p. 61ff.; vgl. ferner F. WEY, Die Trinkwasserversorgung der Stadt Bern, Bern 1907 (im folgenden WEY 1907), p. 29
3 Die Bedeutung der Brunnen in kulturhistorischer Hinsicht kann hier nur gestreift werden. Vollziehungsort schimpflicher Strafen - Stäupen, «Stadtabschmeizen » von Dirnen usw. bis ins frühe 19. Jh. - vgl. v. RouT, Bern im 19.Jh., p. 16 (mit Abb.); Ausrufung des Martinimarktes an den Stadtbrunnen (bis 1747), s. unten p. 283 (Nr. 2) und p. 335, Anm. 5, ferner v. RODT, Bern im 17. Jh., p. 34, 79; Brauch des «Meyen-Steckens » bei den Brunnen (Verzierung der Stadtbrunnen mit jungem Buchengrün am 1. Mai), abgeschafft 27.4.1661, Bauamt-Instr'buch I/103 (Stadtarchiv). - Deutsche Parallelen gibt GENGLER, Stadtrechtsaltertümer, Erlangen 1882, p. 226 ff., 224.
4 Zu Typus und Charakter vgl. allgemein Claire SCHUBERT, Die Brunnen der Schweiz, Frauenfeld 1885 (zit. SCHUBERT 1885); MEINTEL, Schweizer Brunnen, Frauenfeld und Leipzig 1931 (zit. MEINTEL 1931), P. 26 ff.
5 Stockbrunnen: Lauf- im Gegensatz zu Sodbrunnen; hier im engern Wortsinn: hereingeleitete Laufbrunnen im Gegensatz zu den Fassungen örtlicher Grundwasserquellen.
6 JUSTINGER, p.178; anschliessend die Nachricht vom Hitzesommer 1393, vgl. Königshofen-Justinger, p. 433. Die Vollständigkeit der Liste Justingers unsicher; ältere Belege s. unten Anm. 9; p. 227, 228, 245.
7 wichtigen Gebiets (Grundwasserbrunnen, Zuleitungen usw.) ist nach dem Vorgang F. WEYS das Verdienst vor allem H. MORGENTHALERS; s. p. 225, Anm. 1 und Bibl. p. 344. Zur Hydrologie der Berner Grundwasserquellen vgl. PAGENSTECHER und MÜLLER 1844, Tab. im Anhang; WEY 1907, p. 30, SCHENK 1945, p. 30. Geologische Verhältnisse: Ed. GERBER in Mitt. Naturforsch. Gesellschaft, Bern 1923 (SA, p. 6); ebenda 1937, p.47.
8 Der Name (Steil = Stadtbrunnen) doch wohl Hinweis auf die Bedeutung der Quelle als ursprünglich einzigem Brunnen des «jüngeren burgum»; zu diesem s. oben p. 24f.; Lage: Abb. 27 Nr. 7.
9 Situation: Stadtpläne RIEDIGER (um 1718, Abb. bei BLOESCH 1931, Taf. p. 166); BRENNER, Altstadtpläne 1757-1759, SINNER 1790 usw.-Ansichtum 1780: Niklaus SPRÜNGLIN, s.Bd.III/,947, Abb. 20, rechts; um 1917: SPIESS, Die Brunnen Berns, IV. Ausg. 1917, p. 9.
10 Erste dem Verfasser bekannte Erwähnung: Stadtrechn. 1377/I, ed. WELTI 1/67 a, b; vgl. 69 a, 88 b, 90 a, 136 a, 186 b. Zahlungen an Aufseherinnen: Stadtrechn. 1524 524/I, 1527/I, Stettbrunnen-Ordnung 1549, HALLER RM II/272; Instandstellungen usw.: RM 438/221, 20.11.1599; 10/251, 14. 12. 1605; BHR 1635/36, 1648/49. Vgl. ferner v. RODT, Stadtgesch. 1886, p. 297, MORGENTHALER 1935, p. 83.
11 Vgl. BLOESCH 1931, Phot. p. 171b; von den 4 durch den Grundriss bei BRENNER 1759 belegten Stützen heute noch 3 vorhanden; diese nach O. WEBER («Berner Woche» 1927, p. 124) in den dreissiger Jahren des 19. Jh. ersetzt, aber jedenfalls in der alten Form, da die Nordansicht des Stettbrunnens in einem Schlachthausprojekt N. HEBLERS und L. E. ZEHENDERS von 1764 (Sehaal-Akten Bd. III, Stadtarchiv) bereits die heutige Stützenkonstruktion zeigt.
12 Zur hölzernen Anlage (bis 1848) und den Arbeiten von 1855 vgl. SCHENK 1945, p. 22; gegossene Röhren freilich schon 1377 belegt (Stadtrechn., ed. WELTI I/67a).
13 Zum Verbot der Benutzung als Trinkwasser s. unten p. 229.
14 Vgl. p. 24f., Abb. 26 Nr. 6. Der Name nicht mit Sicherheit zu deuten; die Lesart Löwenbrunnen (GRUNER, DUB 1732, p. 419) bleibt vereinzelt. Zur Topographie: AHV VIII/159, BTb 1875, p. 324, MORGENTHALER 1935, p. 82f.; H. R. MANUEL, Stadtbild von Norden 1549, s. unten Anm. 6; J.J. BRENNER, Altstadtpläne 1757, 1759. Zur Quelle vgl. GERBER, a. a. O. (1923).
15 Gewölbter Zugang: v. RODT 1886, p. 297, ferner Kaufbrief «Krone» vom 10.3.1565, Fach Oberamt I, StA; zum Hause Postgasse 68 (heute Kant. Arbeitsamt) s. Bd. III, p. 72, und Anm. 6; p. 105, Anm. 2. - Sommer 1938 vorübergehend freigelegt; Bericht (ohne Kenntnis des Zusammenhangs mit dem Lenbrunnen) im BTgbl 26. 6. 1938- Schliessung der Passage Postgasse-Postgasshalde: bald nach 1860.
16 Gut sichtbar auf der Stadtansicht von H. R. MANUEL 1549; von H. TüRLER, BB 1896, p. 68 irrtümlich als Abwasserlauf gedeutet; als Weg erwähnt in dem Anm. 5 zitierten Kaufbrief von 1565.
17 Bauarbeiten 1375-1382: Stadtrechn., ed. WELTI I/11b, 232b, vgl. 67a, 90a, 238a.
18 RM 3. Mai 1533, HALLER II/470; RM 349/454, 14.9.1559, vgl. hier Bd. III, p. 36, Anm. 4; RM 10/251, 14. Dez. 1605.
19 Als Brunnen under dem Rathauss erwähnt in der Brunnenkontrolle von 1754 (Stadtarchiv). Die Zeit der Zuschüttung oder Versetzung - jedenfalls zwischen 1754 und 1791 - nicht belegt; vgl. SCHENK 1945, p. 8.
20 Zur Identifikation der Quelle s. SCHENK, a. a. O., und hier, Bd. III/1947, p. 59, Anm. 2, besonders 124 mit Anm. 3 und Abb. 81f. Die Brunnennische von 1807 (Bd. III, Abb. 82) im späten 19. Jh. vermauert, die Quelle kanalisiert.
21 Ableitung des Namens von einem dort ansässigen Geschlecht Schegko (noch 1405 dort belegt) und genaue Lokalisierung - Ostende Speichergasse, vor dem Progymnasium - bei O. WEBER, Die Wasserversorgung der Stadt Bern, Berner Woche 1927 (im folgenden zit. WEBER 1927), p. 124. - Die heutige Speichergasse heisst im Udelbuch von 1390 Schegkenbrunnengasse, das Grabenstück selber Schegkenbrunngraben, vgl. TÜRLER, BB 1896, p. 28.
22 Erste Erwähnung: Stadtrechn. 1375/II, ed. Welti I/11a; vgl. ferner 14a, 84a, 90a, 156b, 157b.
23 Zum Abfluss als wahrscheinlichem Gegenstand eines Gerichtshandels von 1423 vgl. AHV VIII/52, v. RODT, Stadtgesch. 1886, p. 159f.; erwähnt noch 1475, s. v. RODT, 1. c., p. 297, Anm. 4. Zur Grabenzuschüttung 1528 vgl. Bd. III, p. 202, Anm. 6; 203, Anm. 5. Nach WEBER 1927 fliesst die Quelle heute der ehemaligen Seifenfabrik Walthard & Wildbolz am Aareufer (jetzt Taubstummenheim Aarhof, s. oben p. 80, Anm. 5, 169 Nr. 7) zu; vgl. dagegen unten Anm. 3.
24 Stadtrechn. 1381/11, ed. Welti I/185a, 206b, 208; JUSTINGER, p. 37, vgl. STUDER, AHV VI/1867, p. 566; MORGENTHALER 1935, p. 83; zur Lokalisierung (unter dem Haupteingang des heutigen Stadttheaters) vgl. ferner WEBER 1927, p. 124.
25 Zuschüttungen bis 1556: TÜRLER, BB 1896, p. 25. Zur gleichen Grundwassersickerung gehört nach SCHENK 1945, p. 6, der Aufstoss beim «Aarhof » (Längmauerbrunnen); wahrscheinlich aber mit dem bis gegen 1720 belegten Steckbrunnen hinter dem Zeughaus identisch, s. oben p. 86, Anm. 1, unten p. 341, Anm. 3.
26 Vgl. unten p. 229, Anm. 2; zur Lokalisierung (vor der Südwestecke des Stadttheaters) vgl. WEBER 1927, p. 124.
27 FONTES II Nr. 667, v. RODT, Stadtgesch. 1886, p. 158, SCHENK 1945, p. 6.
28 Belege s. unten p. 245, Anm. 2.
29 An Stelle des späteren vierröhrigen Brunnens, s. unten p. 305; FONTES VII/288, 28.9.1347; Stadtrechn. 1375/II, 1380/11, Welti I/11b, 164a, 325a: v. RODT, Stadtgesch. 1886, p. 246, Anm. 1, WEY 1907, p. 14 (Urk. 1380); Stadtrechn. 1433/II, Welti II/25 b; damit identisch wohl der im Stadtschreiber-Rodel II/1480 erwähnte «Stauten»-Brunnen; Stadtrechn. 1492/II, AHV XX, p. 30; 1500: AHV II/ 267f- Vgl. WEBER 1927, p. 125
30 Zum Barfüsserbrunnen vgl. hier Bd. III, p. 284f., z85, Anm. 1; Niederspital- und Heiliggeistbrunnen: Stadtrechn. 1438/I, 1441/II, 1449/II s. Welti II/ 104a, 141a, 230b, 263 bund 1454/I, s. AHV XX/4a.
31 Zu beiden Brunnen vgl. unten p. 333 Anm. 3 und p. 303 Anm. 4.
32 WEY 1907, p. 12
33 Vielleicht ins 13. Jh. geht der zuletzt durch Sickinger (1603-1607, vgl. SCHENK 1945, p. 6) überlieferte Ziehbrunnen im Prediger-Kreuzgang zurück, s. oben p. 226 (Justinger) und 228 (Urk. 1269). - Zum Sod an der Herrengasse (bis 1636) vgl. unten p. 335, Anm. 1; bis Mitte 18. Jh. erhaltender Kronensod an der Postgasse. - Geologie und Analyse der Sodbrunnen auf Stadtgebiet: PAGENSTECHER und MÜLLER 1844; vgl. DURHEIM 1859, p. 52, WEY 1907, p. 6-8
34 Die Benutzung des Sodwassers als Trinkwasser 1873 allgemein untersagt, die Errichtung neuer Sodbrunnen verboten. Vgl. SPIESS 1891, p. 21 («Kessisod»); MORGENTHALER 1935, p. 86.
35 Stadtrechn. 1507 (Bemalung von «Brunnfehnli»); RM 18.3.1526, HALLER, II/91.
36 Zur amtlichen Organisation des Brunnenwesens - Brunnmeister vielleicht schon Ende 14. Jh., sicher seit 1446 (Stadtrechn., ed. Welti I 288b, II 213b, Amtseid s. RM 17.4.1487 und Eidbuch 1492, fol. XLV); Brunnhüter spätestens seit 1492 (AHV XX/30, vgl. RM 14.4.15o8, Stadtschreiberrodel I/31, U. P. XIV/43); Brunnenordnungen seit 1405 (Stadtrechn., ed. Welti I 178), die letzte gedruckt 11.11.1740, neu aufgelegt 1784 -findet sich das Nähere bei GRUNER, DUB, p. 419, HOWALD in KMB-Festschrift 1879, p. 75, 88; GENGLER 1882, p.222, SCHUBERT 1885, p. 14f, HALLER, RM II 466 ff., MORGENTHALER 1935,p. 82ff., F. MAURER im «Bund» 19.5.1945, Nr. 230; ausführlich SCHENK 1945, p. 10-18, vgl. Abb. 10. Gemäss Vertrag vom 1.7.1852 nimmt die Einwohnergemeinde mit dem gesamten Wasserwesen auch die Stadtbrunnen in ihre Verwaltung; seit 1873 sind die Zuleitungen dem Tiefbauamt, die Reinigung dem Wasserwerk, die Brunnen selbst dem Hochbauamt unterstellt.
37 DSMR 1570, s. Festschrift KMB 1879, p. 68/70. Die Waffen der Standbilder somit ursprünglich aus Holz. Brunnenfahnen: DSMR 1582/II, 1586, s. ASA NF XVIII/I916, p. 320.
38 Andres STOSS und Humbert MARESCHET 1584, April-Juli: RM 407/244, 408/76; DSMR 1584 s. ASA NF XIII/1911, p. 183. XVIII/1916, p. 246. Zu Marescbet vgl. Bd. III, p. 183 und Anm. 6, 7; 184.
39 Regelmässig erscheint bereits vor 1666 die Lieferung von Unterhaltsmaterial (Kitt, Ölfarbe, Blei, Harz, Tierhäute) in den Rechnungen; zu den Wintervorrichtungen vgl. SCHENK 1945, p. 14, und Abb. 1 (Schutzhäuschen aus Holz): ein besonderes Ressort des Brunnenunterhalts bilden die Hauptbecken und die «Sudeltrög » , s. SCHENK 1945, p. 14, hier Abb. 176, 177); vgl. dazu BHR 1644/45, 30.8.1645, VM 19/292b, 9.8.1666 und BHR 1666/67; VM 42/41, 67, 8./23.6.1691; BHR 1729/30.
40 VM 19/313b, 22.10.1666. Vgl. HOWALD 1879, p. 76, und SCHENK 1945, p. 17. Zur gleichzeitigen Gesamtrevision (insgesamt 13 Brunnen) vgl. BHR 1666-1668.
41 Mindestens für die Amtszeit Abraham DüNZ' I, (1660-1688); s. p. 271, 277, 303, 316, 322.
42 BHR 1713/14, 1714/15; gleichzeitig einige Brunnen besser in die Mitte der Plätze gestellt, s. GRUNER, DUB 1732, p. 419; die Neubemalung sogar in gereimter Form besungen, s. Kornhaus-Knaufverse 1713, Bd. III/1947, p. 375 und Anm. 6, ferner SCHELLHAMMER, Chronik zu 1713, p. 184
43 BHR 1757, 1758; GRUNER, Chronik zu 1757, p. 264; HOWALD 1879, p. 79. - Gesamtrevision Herbst 1783: BAM VI/68.
44 Vgl. dazu etwa Intelligenzblatt 1.5.1885; zum Neuanstrich durch den Maler und Bärenwärter Wilh. KÖNIG (1848-1857) S. VOLMAR, Bärenbuch 1940, p. 292f., und «Berner Woche» 14.12.1940.
45 Zu der Sommer 1889 auf das Jubiläumsfest von 1891 hin begonnenen allgemeinen Neubemalung durch Christian BÖHLER vgl. WEY 1907, p. 26, SCHENK 1945, p. 18, ferner AHS XII/ 1898, p. 37ff.
46 WEY, a. a. O., p. 26; WEBER 1927, p. 22. Hauptwert des Legats war das Haus Postgasse 26; zum Gedächtnis an den - aus Griesheim in Hessen stammenden - Stifter 1927 der Löschbrunnen an der Plattform errichtet. SCHENK 1945, p. 18, 65, Abb. 8.
47 Die farbige Behandlung der Standbilder (vgl. p. 232 Anm. 2) im 19. Jh. Gegenstand mehrerer Kontroversen; um 1845-1850 weiss, dann in vereinheitlichenden schwachgetönten Farben, erst seit 1925 wieder, wie im 16./17. Jh., in lebhaft akzentuierenden Kontrasten bemalt.
48 Technische Leitung seit 1904 durch die Firma de Quervain & Schneider, heute Schneider & Sohn; bauliche Aufsicht: Stadtbauamt. Eine Reihe von Hinweisen zu Renovationen usw. verdankt der Verfasser Arch. W. NEESER (Bern).
49 Hofbrunnen: s. p. 236, Anm. 5. Rekonstruktionsversuche nach Analogie erhaltener hölzerner Dorfbrunnen bei WEBER 1927, p. 125 (2 Abb.); noch bis 1720 sind Holztröge in der Innerstadt und Matte belegt: BHR 1685/86; 1720. Vgl. unten p. 336 Anm. 6; p. 340 und Anm. 6.
50 Im Kl. Bund 1925, p. 403 identifiziert WEBER den noch 1658 zur Neuerrichtung des Kreuzgassbrunnens (s. unten) verwendeten «Aelenstein» mit dem noch heute bei Aigle gebrochenen Rouge suisse, s. p. 266, Anm. 5. RM 25.5.1519, HALLER II/468; ANSHELM IV/390, 1520; BHR 27.6. bis 8.11.1658.
51 Alle Berner Brunnen-Standbilder von 1542-1549 sind aus diesem Stein. Vgl. HOWALD 1879, p. 79, WEY 1907, p. 24. Auch für die - heute nicht mehr bemalten - Freiburger Stadtbrunnen hat Gieng den gelben Hauterivestein gewählt. Lieferung von Hartsteinen aus «Altenryf» (Hauterive) für die Stadtbrunnen: s. etwa BHR 1670/71, 1714/15; um Jurakalk handelt es sich auch beiden 1583 und 1668 belegten Steinfuhren «vom See her» (Nidau), s. RM 406/273, 1583 ; BHR 1668. Vgl. unten p. 246, 316. - Zur Verwendung von Jurastein für Zürcher Brunnen (1861/62) vgl. Kdm Zürich Stadt I/1939, p. 69 und Anm. 3.
52 Verwendet für Brunnenbeckenund-säulen;s. BHR 1685 (10.November),1687 (5.März); VM 42/67, 23.6.1691; Schwarzmarmor aus Zweilütschinen 1743 (Metzgergassbrunnen, Trog und Stock) s. unten p. 336, Anm. 2.
53 Steckenbrunnen (oben p. 228, Anm. 3) BHR 1643/44; Lieferung aus Toffen, wohl für Brunnennische.
54 «Geissberger», belegt 1724-1757 besonders für Brunnenbecken (BHR, BAR); Sandstein zuerst 1708/09 (BHRB, p. 39, 4,), bis 1757 verwendet vor allem für Becken und Einfassungsplatten.
55 Erstes Auftreten dieser Gesteinssorte (weisser Jurakalk, Malm aus der Weissenstein-Vorfalte nördlich und östlich der Verenaschlucht): Burgerspital-Hofbrunnen 1740, s. unten «Spitäler » (Burgerspital »).
56 O. WEBER, a. a. O. 1925, p. 403
57 RM 345/96, 26.11.1778; BAM 5/222, 14.11. und Bauamt-Instr'buch VI/250; VM 26.11.78. Zur Verfügung gestellt wurden Stücke weissen Marmors beim Cigognier; dieser gleichzeitig unter Schutz gestellt - wohl die erste bernische Denkmalschutz-Verfügung - und jede anderweitige Verwendung der Stücke verboten. Vgl. HOWALD 1879, p. 76f; Düst, Die alten Berner und die römischen Altertümer, Bern 1888, p. 31f. und Anm. 1, p. 27 (1551). Zu den 1938-1942 durchgeführten Ausgrabungen zwischen Cigognier und Theater vgl. jetzt STÄHELIN, Die Schweiz in römischer Zeit, III. Aufl., Basel 1948, p. 607f. und Abb. 193f., mit weiterer Literatur.
58 Das Nähere dazu s. unten p. 264, Anm. 6, 7.
59 Bereits um 1461 zeigt eine Miniatur in Jean FOUQUETS Gebetbuch Etienne Chevaliers Achteckbecken und Fialenstock, daran 8 Wasserspeier; zur Weiterentwicklung in Schwaben s. VOLLMER a. a. 0., p. Soff.; in der Schweiz erhalten nur der Fischmarktbrunnen in Basel (um 1400-1468) und der Weinmarktbrunnen in Luzern (1481-1505) s. MEINTEL 1931, p. 33ff.; jetzt GANTNER KgS II/274, 370f.
60 Ebenso fehlt der Typus des hochmittelalterlichen Schalenbrunnens; dieser in der Schweiz nur in seiner barocken Umprägung (Solothurn) vertreten, s. MEINTEL 1931, Taf. 88.
61 Für die Brunnenanlagen des 15.-17. Jh. ist allgemein Polychromie anzunehmen. Auch die heute unbemalten Freiburger Standbilder urspr. bunt gefasst; vgl. REINERS, Das malerische alte Freiburg-Schweiz (1931), p. 54; die Originalfigur des Tapferkeitsbrunnens (Univ.-Slg.) zeigt deutliche Farbspuren. Zur Polychromie der schwäbischen Figurenbrunnen des 16. Jh. s. VOLLMER, a. a. O. p. 130ff.; vgl. ferner oben p. 230.
62 Beginn: Burgerspitalbrunnen 1741, s. unten « Spitäler » (Burgerspital). Einziges Beispiel des antikisierenden Figurenbrunnens als Neuanlage: Landgut Monrepos, Venusbrunnen (um 1730); der Typus der gartenarchitektonisch ausgebauten Fontäne, 1736 im Schlosspark zu Gümligen bereits voll durchgebildet, dringt in die Stadt nicht ein.
63 Vgl. dazu MEINTEL 1931, p. 114ff., Taf. 77-81; hier p. 237ff., Abb. 250, 252, 254, 255. 257-260.
64 Zum Sepulkraltypus des 18. Jh. vgl. die gute Analyse VOLLMERS a. a. O., p. 65ff. und Taf. XXIX/XXX; neogotische Anlagen: hier Abb. 251, 253.
65 SCHENK 1945, Taf. 26, 27, 30.
66 Das polygonale Brunnenbecken aus fassonierten Rechteckplatten in Mittelitalien (Perugia, Siena, Viterbo; zahlreiche auf Trecento-Tafeln und -miniaturen) bekanntlich bereits im 13./14. Jh. weitverbreitet.
67 SCHENK 1945, Abb. 16, 28. Eine Reihe formaler und technischer Beobachtungen, Massangaben usw. zu den Berner Brunnenschalen - mit z.T. anfechtbaren Urteilen - gibt Arch. O. H. STRUB in NBZtg., Sonntags-Illustrierte 22,7.1951
68 Stock des Simsonbrunnens (1527) mit Spitzkannelüre und reichprofiliertem Kämpferkapitell, vgl. unten p. 290f., Abb. 220-223.
69 Auffallend ist das Fehlen der von GIENG in Freiburg oft verwendeten, in der bernischen Tafel- und Glasmalerei sehr beliebten oberitalienischen Balustersäule; in Bern nur ganz vereinzelt und ausserhalb der Hauptgruppe von 1542-1546 vertreten, s. unten p. 248, Anm. 4 und p. 330.
70 Hiefür am wichtigsten die Bauplastik Brescias um 1490-1530: Innensäulen in S. M. dei Miracoli (nach 1488), Altarreliefs in S. Francesco (Omodeoschule, um 1500), Portalsäulen der Brunellikapelle daselbst (um 1530); vor allem das Martinengo-Denkmal Maffeo OLIVIERIS in S. Giulia (um 1527/28): Kandelabersäulen mit rhombisch verflochtenen Frucht- und Emblemgehängen am oberen Schaftteil, analog Pfeifer-, Kindlifresser- und Gerechtigkeitsbrunnen in Bern. Vgl. ferner Cremona, Portal Pal. Stanga (Louvre) und Kamin im Stadthaus (Gaspare PEDONI von Lugano). Abb.: MEYER, Oberital. Frührenaissance II, Berlin 1900, Taf. XIV,Abb. 130, 140; MORASSI Cat. delle cose d'arte... di Brescia I, Rom o.J. (1939), Abb. p. 244/45, 248, 341/42, 413; VIGEZZI, Scultura lombarda nel Cinquecento, Mailand 1929, Abb. p. 76, 78. Für die umlaufenden Putten und Bärlein am Pfeifer- und am Kindlifresserbrunnen sind Terrakottafriese an lombardischen Kirchen- und Palastfronten heranzuziehen; VENTURI, Storia dell'arte, Arch. del Quattrocento, Abb. 215 ; an der Kathedrale zu Como die Kinderfriese an beiden Plinius-Denkmälern, s. unten p, 243, Anm 1, 6.
71 Hierzu vgl. - ausser den Anm. 118 angezogenen Beispielen - in Brescia: «Loggia» ,489ff. und Monte di Pietà, nach 1485, Abb. MEYER, a. a. O., Abb. 117, 138; Genua, Portal Pal. Doria (Giov. GAGIN, von Bissone, Ende 15.Jh.); Venedig, Scuola di S. Marco, Portal (Pietro LOMBARDO von Carona um 1500); Ferrara, Pal. di Lodovico il Moro und Pal. dei Diamanti, Kapitelle Biagio ROSSETTIS um 1502
72 Allegorische Motive auf dem Bodenstück: Simsonbrunnen (Schnecke), Gerechtigkeitsbrunnen (Regierungsformen), s. unten Abb. 223, 240ff. Freiburger Analogien: unten p. 292 Anm. 2.
73 Mit Einschluss anderweitiger Verwendungen ist das Wappentier an 7 von den 11 Figurenbrunnen des 16. Jh. vertreten. Einzige Ausnahme: Pfeiferbrunnen (Gans als Stützglied), Abb. 183.
74 Einzige erhaltene Sitzfigur: Kindlifresser, Abb. 205
75 Wie allgemein im Werk Manuels, Hans Holbeins und in der schweiz. Renaissance um 1520-1550 wirkt nicht «Italien» schlechthin, sondern der fest umrissene Bereich der lombardischen und emilianischen Frührenaissance um 1480-1520 bestimmend ein. Zur Verbindung Gieng-Como usw. s. unten p. 243
76 Auch hiefür sind zwischen Oberitalien (Mantegnaschule, vgl. unten p. 294, Anm. 1), Oberdeutschland und der Schweiz druckgraphische Verbindungsglieder nachzuweisen. Wohl erstes Auftreten des Figuren-Säulenbrunnens (spiralkannelierter Stock mit kleiner Figur) : Hausbuchmeister, s. LINDNER, Schöne Brunnen in Deutschland, Berlin 1920, Abb. 735. Zur Genealogie des schnwäbischen Figurenbrunnens nach 1510 s. VOLLMER, 1. c.; erstes Eindringen in die deutsche Schweiz:. Schaffhausen seit 1515, zunächst noch in Verbindung mit spätgotisch profiliertem Stock (Mohrenbrunnen 1520); aber auch da müssen italienische Muster angenommen werden: der für die Schweiz wichtigste Brunnentyp auf der Medici-Strozzi-Truhe in Berlin (1512) fertig durchgebildet.
77 Ausser der II. und III. David- und der II. Mosesfigur vgl. - als Neuanlage - den Venusbrunnen vor dem Landsitz Monrepos, s. p. 232, Anm. 3.
78 Vgl. oben Planskizzen Nr. 1/2, ferner Abb. 32, 40, 101, 245. - Die Schemata Abb. 174 geben die Situationen auf Grund der Brenner-Stadtpläne von 1757-1759, d. h. vor den Versetzungen des 19. Jh. wieder. - Vgl. die Standortskizzen zu schwäbischen Brunnen bei VOLLHER, a. a. O., Kap. 1.
79 Planskizzen oben Nr. 3/4; Abb. 47, 94, 101, 244; « Kopf brunnen » in Analogie zum Begriff des Kopfhauses am Ende einer freistehenden Häuserflucht; damit verwandt die Brunnen am Ende kleinstädtischer Hauptgassen (Neuenstadt, Le Landeron).
80 Von Westen nach Osten dreimalige Abfolge Stadttor-Kopfbrunnen-Gassenbrunnen: Christoffelturm, David-, Pfeiferbrunnen; Käfigturm, Anna Seiler-, Schützenbrunnen usw.; vgl. Abb. 68, 101.
81 Planskizzen oben Nr. 5/6, vgl. Abb. 37, 79, 244 rechts.
82 Hauptabmessungen der Figurenbrunnen des 16. Jh.: Gesamthöhe (ohne Panner und Waffen) im Mittel 5,8 m, max. (Gerechtigkeitsbrunnen) 6,2 m; Figur allein 130 cm (Pfeiferbrunnen) bis 180 cm (Schützenbrunnen; mit dieser Ausnahme alle leicht unterlebensgross). - Säulen samt Kapitell: im Mittel 12,2 hoch, Dm. 36-48 cm. - Becken 1540-1550: mittlere Seitenlänge 80, Dm. 185 cm.
83 Die besten Verhältnisse weisen Gerechtigkeits- und Kindlifresserbrunnen (Plattenbecken 16./17. Jh.), Schützen- und Anna Seiler-Brunnen (Bassins des späten 18. Jh.) auf, vgl. unten Abb. 196, 200, 206, 238. Das Verhältnis Figur: Gesamthöhe in Bern und Freiburg im Mittel 1:4; schwäbische Vergleichszahlen (zumeist 2:5) bei VOLLMER, a. a. O., p. 113 ff.
84 In Bern am besten erhalten an Kindlifresser- und Mosesbrunnen, Planskizzen Abb. 174 Nr. 5/6; Abb. 207, 227. Die auch architektonisch einzigartige Erhaltung der Freiburger Unterstadtbrunnen durch die längst vom Verkehr abgeschnittene Lage dieser Stadtteile bedingt; die Anlagen dienen dort z. T. heute noch der Trinkwasserversorgung.
85 Fischmarktbrunnen (1515, nicht erhalten), Mohrenbrunnen (Pfeiler dat. 1520), Metzgerbrunnen (dat. 1524), vgl. MEINTEL 1931, p. 41, 50, 58f; jetzt Kdm Schaffhausen I/1952, p. 62ff.
86 Die 9 für 1510 belegten Stadtbrunnen wohl noch ausschliesslich Hofbrunnen. DSMR 1510, vgl. WESER 1925, p. 403
87 Zum 1. Kreuzgassbrunnen - für Bern charakteristisch, dass die Reihe seiner Brunnenstandbilder nicht durch eine menschliche Figur, sondern durch das Wappentier eröffnet wird - vgl. unten p. 302 (1519/20). Unmittelbar vorher (1518) erscheint eine Tierfigur auf hoher Säule auf Niklaus MANUELS Fresko « Salomos Götzendienst» am Münsterplatz, vgl. unten Abb. 225; bereits 1505 verwendet Hans FRIES die Säulenfigur eines schildhaltenden Pannerträgers als Hintergrundsmotiv auf dem Freiburger Altar im Landesmuseum; damit nahe verwandt die Figur auf dem 15 37 datierten Holzschnitt « Semiramis » Jacob KALLENBERGS in Boccaccio, de claris mulieribus (Bern, Apiarius, 1539)
88 Die einzige sicher bezeugte und erhaltene freiplastische Arbeit des vielumstrittenen Bildhauers, errichtet 1525 (Spiralsäule von 1760); vgl. jetzt H. REINERS, Burgundisch-alemannische Plastik, Strassburg 1943 (im folgenden zit. REINERS 1943), p. 140, Abb. 395, und Anm. 186.
89 Vgl. unten p. 268, 289; Wortlaut der im folgenden zit. Belege des 16. Jh.: RegBZ II (Stadtbrunnen).
90 Zwischen 1528-1550 sind von den Stadtrechnungen die Jahrgänge 1534/1 bis 1540/1, von den 1533 einsetzenden Bauherrenrechnungen vom Rat diejenigen bis 1540, ferner 1545/46, 1548-I55o, diejenigen von Burgern 1533-1539 und von 1544 an erhalten; die übrigen Rechnungen verschollen.
91 Vgl. unten p. 238, Anm. 3, 4; 284. Im gleichen Jahre beginnen die regelmässigen Einträge für Zuleitungskosten usw. in den Bauherrenrechnungen.
92 1539, 29. Januar: Ein Zedel an cantzel in beid kilchen der brunnen halb. RM 266/112.
93 1542 Zähringer- und Vennerbrunnen; 1543 Gerechtigkeits- und Schützenbrunnen; 1544 1. Moses- und Simson-Brunnen; vgl. WEIBER 1925, p. 404. Die Beckeninschriften sind für das Errichtungsjahr der Brunnenfigur natürlich allein nicht beweiskräftig (Zähringerbrunnen: Figur 1535, neues Becken 1542). Zur inschriftlich 1543 datierten Schützenbrunnenfigur s. unten p. 270, Anm. 6.
94 Vgl. die p. 239 Anm. 1 (1543) und 2 (1544) zitierten Belegstellen; Abrechnungen über Zuleitungsarbeiten des Brunnmeisters Caspar GALL, BHR 1544/45 und 1545/46. Am 10.11.1544 ernennt der Rat zum i>Gerechtigkeits- und Mosesbrunnen (1543 und 1544) je einen neuen Aufseher: RM 290/133.
95 In die Jahre 1545/46 und 1548/49 fällt wohl die Errichtung der 5 Brunnen, von denen keine Inschriften erhalten oder überliefert sind; s. unten, Kindlifresser-, Pfeifer-, Seilerin-, Ryffi- und Läuferbrunnen; seit 1547 ist der Hauptmeister der Berner Figurenbrunnen, Hans Gieng, wieder ständig in Freiburg, s. hier p. 239; zur Späterdatierung des Seilerinbrunnens s. p. 263.
96 UP 68/17, 8.4.1550, vgl. TMB, AA/396; Zweck und Dauer des Aufenthalts nicht mitgeteilt.
97 RM 7. B. 1550, HALLER RM 11/473; OSB QQ/i88 (20.8.155o); Instr'buch I/455, vgl. I/16 (17.5.1551). 1550 verrechnet der Stadtschreiber 13 Exemplare der neuen Brunnenordnung zur Austeilung an jeden Brunnhüter. Stadtschreiberrodel I/31.
98 Vgl. P. 51, Nr. 2; TÜRLER, BB 1896, n. p. 68/69; dargestellt 11 Figurenbrunnen mit achteckigen Becken und zentraler Säule. - Zur Entwicklung des Gesamtbestandes nach 1560 vgl. SCHENK 1945, p. 19-21; dort Analyse des Bestandes gemäss Sickingerplan 1603-1607 (im Stadtinnern gegen 20, vor den Toren 6); nach VM 27.2.16o9 (Va/95) innerhalb der Stadtmauern 17; bis Mitte 18.Jh. bleibt die Anzahl stationär. Zum Bestand im 18. und 19. Jh. vgl. oben Anm. 2.
99 Vgl. oben Anm. 138; v. RODT 1886, p. 298. Vgl. dazu WEBER 1925, P. 405.
100 WEBER, a.a. 0., p. 405, ferner SCHENK 1945, p. 27. Der Kostenanteil einer Zunft (Metzgern) einzig am Simsonbrunnen wahrscheinlich, s. unten p. 289.
101 BERCHTOLD, Histoire du Ct. de Fribourg I/227, II/46; vgl. V. RODT 1886, p. 299. Völlig unbelegt auch die von HOWALD 1879, p. 77f., 80ff. vorgenommene Gliederung der Figurenbrunnen nach Erstellergruppen (Korporationen, Kirchenbehörden, Bauamt, Privatleute und Bruderschaften), ferner die Beteiligung der Münsterbauhütte; ohne neue quellenmässige Nachweise wird die von Vermutungen mehr verhüllte als erhellte Streitfrage nicht zu fördern sein.
102 RM 249/456, 15.2.1535; vollständiger Wortlaut s. p. 284, Anm. 2
103 Aus einer Anfang 16. Jh. aus Süddeutschland zugewanderten Familie;1547 Oberbaumeister von Schaffhausen. Aargauer Tb. 1896/146, 148; SKL II/58. Mit Ausnahme der Berner Figur hat sich anscheinend keine Arbeit H's erhalten.
104 Zu diesem vgl. oben p. 237, unten p. 284 mit Anm. 2, 3; WEBER, a. a. O., p. 404; abzulehnen ist dagegen dessen Identifizierung des Hiltprandschen Zähringerbrunnens mit dem durch ANSHELM zu 1527 belegten neuen Rossmarkt-Steinbrunnen (s. oben p. 237); zu diesem s. unten p. 289, Anm. 5, 6.
105 WEBER, a. a. O., p. 404; zum Vennerbrunnen und dessen Zuschreibung an Hans Gieng s. unten p. 307, 311, Abb. 237
106 Vgl. unten p. 284, 288.
107 RM 284/134 30.3.1543; Meyster Hanns, bildhouwer im grossen spital z'herbrig sin und an des spittelmeysters tisch ässen. Zum Wortlaut vgl. SKL I/1905, p. 558. Zu Peter Cyro als Schreiber des Eintrags s. unten Anm. 6. Der Brauch, von auswärts herberufene Künstler im Grossen Spital zu logieren, hält sich bis ins frühe 17. Jh.: so wird Gregor SICKINGER während seiner Arbeit am Stadtplan 1603-1607 dort einquartiert, RM 14/13, 10.7.1607; zur genauen Analogie in Freiburg vgl. FRIB. ART. 1892, Textblatt zu Taf. XXII, Anm.
108 Die Rechnungen 1540-1543 leider verloren, s. p. 237, Anm. 2. Da die Jahresrechnungen der Bauherren jeweils an Jakobi (25. Juli) beginnen und der Eintrag erst gegen Ende der Rechnungsperiode erscheint, wird sich die Zeitangabe auf Sommer 1544 beziehen; durch Beckeninschriften ist für dieses Jahr die Errichtung des 1. Moses- und des Simsonbrunnens (vgl. p. 237, Anm. 5) überliefert. - Im Wortlaut - dem brunmeister und sinen knechten jr lon, so die brunnen im vergangenen Sommer gmacht handt, dut 112, 12 s -hat der Bauherrenschreiber die erste Silbe (brun-) des zweiten Wortes gestrichen; der ansehnliche Betrag bezieht sich somit nicht auf Zuleitungsarbeiten des Brunnmeisters, sondern, nach O. WEBER, wirklich auf den Bildhauer von 1543.
109 Vgl. p. 276, 279 und Anm. 5. Zur Interpretation des Monogramms s. SKL I/558 oben; die von WEBER 1918, p. 185 vorgeschlagene Deutung als Steinmetzklöpfel und Meissel ist - als Bildhauer-Meisterzeichen - vertretbar, bleibt aber bis zum Nachweis anderweitigen Vorkommens im Werk H. G.s Vermutung.
110 Dass der Meister von auswärts kam, ergibt sich aus dem oben Anm. 1 zitierten Eintrag von 1543 (freie Station und Werkstatt).
111 Wichtigste Literatur 1890-1945: Max de TECHTERMANN in Fribourg artistique 1890-1893: Jg. II zu Taf. VI; III zu Taf. XXV; IV zu Taf. XXII; V zu Taf. XVIII. Max de DIESBACH in Archives de la Soc. d'histoire du Ct. de Fribourg VIII/1903, p. 1 ff.; SKL I/1905, p, 557ff., vgl. Suppl.bd. 1917, p. 173 - M. SATTLER, Freiburg. Bildwerke aus dem 16. Jh., Zürich 1913. O. WEBER in Schweiz. Bauzig. 1918, p. 194ff., und a. a. 0. 1925, p. 404f. v. RODT, NBTb 1924, p. 201. ROTT Qu. und F. Oberrhein II/1936, P. 255, 3o8ff. P. de ZÜRICH in Annales Frib. XXVI/938, p. 65ff.; ASA NF 1938, p. 74f. J. BAUnf in ZAK II/1940, p. 99, insbes. IV/1942, p. 185 ff. Neueste Darst. bei REINERS 1943, p. 142ff., 196, 328ff. und Anm. 191ff.
112 Nach der ansprechenden Vermutung O. WEBERS stand wohl der Stadtschreiber hinter der Berufung Giengs; Peter Cyro war ebenfalls Freiburger (15zz Gerichtsschreiber daselbst, nach Bern berufen 1525); von seiner Hand der Manualeintrag von 1543, oben Anm. 1. Über dessen auch nach der Glaubensspaltung andauernd gute Beziehungen zur Vaterstadt vgl. SULSER, Peter Cyro, Bern 1922, p. 7f.; auffallend ferner die vielfältige Verknüpfung des Stadtschreibers mit Kunst und Kunsthandwerk, s. ebenda p. 14, 17, 20, und RegBZ I, p. 191, Anm. 20.
113 1544 setzen die Freiburger Zahlungen an den 1546 gelieferten, datierten und in situ erhaltenen Schreibertisch im Rathaus ein; 1547 beginnt Gieng die Arbeit an seinem ersten Freiburger Stadtbrunnen. FRIB. ART. Jg. 1890, Text zu Taf. VI (Ratstisch); BAUM 1942, p. 187; REINERS 1943, p. 330, Anm. 193, 198 (St.Johann- und Simsonbrunnen). Nach 1544 muss Gieng somit in beiden Städten gearbeitet haben; nicht ausgeschlossen, dass der Freiburger Ratstisch in Bern entstand.
114 Alles Nähere in FRIB. ART. 1890-1893, s. oben Anm. 1; dazu Jg. III, Taf. 5; MEINTEL 1931, Taf. 5, 20, 36, 39, 42, 45, 56; Abb. ferner bei REINERS, a.a.O. 1931, Taf. 30, 33, 78-81; ders., op. cit. 1943, Abb. 203, 204, 206, 210/II, 401
115 Abb. bei MEINTEL 1931, Taf. 28; die Akten 1556/57 Publ. von A.KOCHER im St.Ursen-Kalender 1940/41 und (im Wortlaut) von J. BAUM in ZAK IV/1942, p. 188.
116 Kilchmeierrechnung Nr. 17b, 1562/63: Vom glült der lieben abgestorbnen... umb meyster Hans Gyeng des bildhouwers. FRIB. ART. IV/1893, Text zu Bl. XVIII; ROTT a. a. O., p. 311.
117 Zur kunstgeschichtlichen Stellung und Verknüpfung vgl. die p. 239, Anm. 5 und bei REINERS 1943, p. 330, Anm. 196 zit. Spezialliteratur; ferner DEONNA, La sculpture suisse des origines à la fin du XVIe siècle, Basel 1946, p. 117ff. und Abb. 73f.
118 Zur gemeinsamen Quelle (Mantegnaschule-Dürer) s. unten p. 294, Anm. 1; instruktive Gegenüberstellung von zwei Frontalaufnahmen aus gleichem Abstand bei REINERS, a. a. 0. 1943, Abb. 202/03, Text p. 146.
119 Vgl.unten p. 298, Abb. 228 mit REINERS, 1943, Fig. 206; der stereotype vollbärtige Männerkopf (unter den Berner Brunnen vgl. hier Abb. 194, 199, 222, 237) findet sich im Werk Giengs - auch ausserhalb der Brunnengruppe - mehrfach: vgl. etwa op. cit. 1943, Abb. 198, 200.
120 Zum Vergleich Bern (Rathausplatz- und Schützenbrunnen) und Solothurn (Mauritius) s. hier Abb. 237, vgl. etwa MEINTEL 1931, Taf. 28; für die Harnische des Berner Schützen- und des Solothurner Mauritiusbrunnens könnte Gieng das gleiche Modell benutzt haben. Die Kniekachel-Mascarons am hl. Mauritius finden sich am Freiburger Tapferkeitsbrunnen von 1549 (Orig.figur jetzt Univ.-Slg.) wieder; aber auch für das Kapitell fehlt es nicht an wörtlichen Parallelen, vgl. hier Abb. 191, 192, 212, mit REINERS 1931, Taf. 80, 1943, Abb. 210; MEINTEL 1931, Taf. 28.
121 Vgl. hier Abb. 183 f.,191 f. mit MEINTEL 1931, Taf. 42, 56a, REINERS 1943, Abb. 210. Für Gieng ebenso charakteristisch der girlanden- und reliefgeschmückte, oft tief kannelierte Säulenschaft: Kindlifresser-, Pfeifer- und Gerechtigkeitsbrunnen in Bern, Johannes-, Treue- und Simsonbrunnen in Freiburg.
122 Die starken Qualitätsunterschiede in der Berner Gruppe - vgl. folgende Anm. - erklären sich zwanglos aus dem Umfang des Auftrags, der ohne Heranziehung von Gesellenhänden in 5-6 Jahren gar nicht zu bewältigen war.
123 Hans Gieng zuzuschreiben: Simson-, Kindlifresser-, Schütten-, Gerechtigkeits- und Pfeiferbrunnen; in zweiter Linie (mit z. T. starkem Gesellenanteil) der Ryfjli-, Seiler- (aufgestellt erst um 1548), Läufer- und Brüderbrunnen; endlich der bloss bildlich überlieferte 1. Mosesbrunnen von 1544. Sechs von diesen 10 Monumenten bereits 1905 von M. v. DIESBACH Hans Gieng zugeschrieben; vgl. die Liste bei WEBER 1925, p. 404.
124 Letzte dokumentarisch belegte Verteidigung der 1903 von M. v. Diesbach begründeten «Identitätsthese»: P. de ZURICH, a. a. O. 1938, p. 65ff.; abgelehnt von J. BAUM, l. c. 1942, p. 185ff., und H. REINERS 1943, P. 329f.; ebenso von H. NAEF in GENAVA X1/1933, p. 164f. Absolut schlüssige Beweismittel pro oder kontra fehlen; der stilkritische Befund spricht m. E. klar für die Nichtidentität Geilers und Giengs.
125 Justitia (Gerechtigkeits-), Prudentia (Moses-), Temperantia (Anna Seiler-) und Fortitudo (Simsonbrunnen). ZESIGER-LOOSLI, Stadtführer 1913, p.. 38, 44, 69. An der für die Herleitung der Giengbrunnen so wichtigen Kathedrale von Como findet sich die Folge der vier Kardinaltugenden gleich zweimal, s. unten Anm. 6.
126 Von den vier durch ZESIGER mit dem platonischen Kanon in Zusammenhang gebrachten Figuren trägt einzig die Gerechtigkeit bereits im 16. Jh. den Namen einer der Kardinaltugenden; Fortitudo, Temperantia und Prudentia sind in der namenreichen Folge der Bezeichnungen völlig unbekannt.
127 Massgebend ist gewöhnlich das nächste wichtige öffentliche oder private Gebäude; in Umkehrung dieser Benennungsart werden aber auch Privathäuser nach dem benachbarten Brunnen bezeichnet, so dass es zu pittoresken Tautologien kommt; so tritt in Verzeichnissen des frühen 17. Jh. etwa der Gerechtigkeitsbrunnen als Brunnen by der Gerechtigkeit auf, vgl. p. 314, Anm. 5. - Zur Entwicklung der Brunnennamen vom 16.-i9.Jh. s. unten Einzelabschnitte (Name); die ursprüngliche Bezeichnung trägt - von 1543 bis heute - einzig der Schützenbrunnen in der Marktgasse.
128 Vgl. unten (Einzelabschnitte); die zahlreichen Taufen, insbesondere HOWALDS, verzeichnet u. a. bei SCHENK 1945, p. 26f. und passim; vgl. ferner WESER 1925, p. 404. - Ansätze zu historisierender Benennung bereits im 18. Jh., s. p. 259, Anm. 6, 283, Anm. 4; auch hiefür liefert Schwaben zahlreiche Gegenbeispiele, s. VOLLMER 1906, p. 110.
129 Vgl. oben p. 232ff.
130 Porta Bella Rana (Nordportal): vorgestellte Säulen mit Girlande über kanneliertem Schaft, daran Cartello mit Inschrift 1507 und Masken; Strebepfeiler links davon, bekrönende Heilige: Kopftypus, Barttracht, Gürtelschleife (analog «Gieng-Knoten», Abb. 198, 228, 237). - Südfassade, Eckpfeiler gegen Hauptfront: Relieffigur St. Fidelis als nimbierter Ritter mit Standarte und maskengeschmückten Kniekacheln (analog Mauritiusbrunnen Solothurn), Prototyp des deutschschweizerischen Vennerbrunnens, darunter Reliefdarstellung eines Brunnens mit Achteckbecken; Südportal, Lünettenbogen mit Folge der vier Kardinaltugenden und Spes, Fides, Caritas, vgl. oben Anm. z. - Hauptfront: Plinius-Wanddenkmäler: Kinderfriese mit Medaillons und Masken an Basis und Gebälkfries. - Inneres: Querschiff links, Nischenfiguren der Fortitudo (vgl. Freiburg, Stärkebrunnen), Justitia, Temperantia (Bern, Gerechtigkeits- und Anna Seiler-Brunnen), Prudentia an der Eingangswand zur Sagrestia dei Canonici.
131 Mailand, Dom: Eva (Crist. Solari), Guglia Carelli; vgl. VENTUIU, a. a. O., Abb. 135/36. - Genua: Pal. in Vico Mele (Giov. und Pace Gagini um 1490), VENTURI, Abb. 231, vgl. 227; VIGEZZI 1929, p. 33ff., Abb. p. 34/35.
132 S. Giulia, Martinengodenkmal, bekrönende Figuren S. Pietro und S. Paolo (Matt. Olivieri um 1527/28); Ebenholzstatuetten Giustizia und Temperantia am Reliquiar des Kardinals Uberto Gambara, S. Maria delle Grazie; MORASSI, op. cit., Abb. p. 349, 404.
133 Pierre de ZURICH in Annales frib. 1938, p. 8; zur Bedeutung der «Grischeneyer» Wandermeister aus den Walsertälern südlich des Monte Rosa (Gressoney, Valsesia, Brysmäl = Alagna usw.) für das Freiburger Bau- und Bildhauerhandwerk seit dem ausgehenden 15. Jh. vgl. ders., Bürgerhaus XX/1928, p. XLIff. und XLV; BAUM in ZAK IV/1942, p. 185f
134 Das erste Auftreten von Lampartern und Grischeneyern im bernischen Bau- und Kunsthandwerk ist noch sehr lückenhaft bekannt. Sicher sind die Werkmeister Durs STEFFAN (abgesetzt 1562), sein Nachfolger Ulli JORDAN (Stadtwerkmeister 1563-1588) und die beiden Daniel HEINTZ (seit 1572) längst nicht die ersten «Brysmäler» in Bern. Zu den GIBELIN in Solothurn (Baseltor 1504-I508) BH XXI/1929, p. XIV; zu Ulrich RUFFINER im Wallis die Monographie R. Riggenbachs, Brig 1934; zu Südwalsern der Innerschweiz s. Birchler in Kdm. Schwyz II/479 (Rathaus daselbst 1591-1597) und passim, Zug II/136; zur Basler Tätigkeit Dan. HEINTZ' (I) C. H. Baer in Kdm. Basel I 1932, p. 441ff. Die längst geforderte Gesamtdarstellung dieser für die schweizerische und lombardische Kunstgeschichte des 16./17.Jh. wie auch für die Walserforschung interessanten Bautätigkeit der Südwalser Wandermeister fehlt immer noch. Vgl. hier p. 130, Anm. 3 (Käfigturm); unten «Spitäler» (Ausserkrankenhaus, Siechenschlössli).
135 Von der gleichzeitigen bernischen Gussplastik scheint sich einzig die Bronzestatuette des «Büchsenschützen» aus dem Zeughause erhalten zu haben, s. Bd. III, Abb. 172; zum formalen Zusammenhang mit der Gieng-Werkstatt (Schützenbrunnen) vgl. dort p. 232f. und hier p. 273, Anm. 5.
136 Zum Verhältnis der spätgotischen zu den Renaissance-Brunnentypen vgl. die guten Beobachtungen bei VOLLMER 1906, p. 37ff., und im Art. Brunnen (Georg LILL) des RDK Lf. 23/1946, Sp. 1290f.
QUELLEN
FONTES, Bd. II, VII, IX. - Stadtrecht ed. Welti (RQB) I/II; Stadtrechn. ed. Welti I/II, AHV II/217 ff., XX/, ff. - RM; DSMR; VM; UP; PB. - Bauakten: BHR, BRB, BAM, BAR, PBK; Brunnenordnungen und -mandate 16.-18. Jh. (StA); L. HEBLER, Brunnen-Urbar, Bd. I-III (Stadtarchiv). Amtl. Akten seit 1852: S. SCHENK 1945, p. 69/70. -Chroniken: JUSTINGER; SCHILLING (II); ANSHELM; SCHELLHAMMER ed. NBTb 1896; GAUNER ed. BBl 1913
LITERATUR
GAUNER, DUB 1732, 414, 418ff, 464,466,471; hs. Glossare MHH I/55 und IX/33, StB. - Ch. MERLAN, Reisetagebuch 1734, ed. NBTb 1919, 231. - WALTHARD 1827, 52-60. - STAPFER 1835, 98f. - PAGENSTECHER und MÜLLER, Über die Brunnen und Quellen Berns..., Bern 1844. - Karl HOWALD, hs. Brunnenbücher (um 1842-1855, hier zit. HOWALD, Brunnenbücher), 6 Bände, MHH XXI b 361-366; ders., Der Gerechtigkeitsbrunnen zu Bern, I. Aufl. Bern 1845, 2. Aufl. 1847; Der Mosesbrunnen auf dem Kirchplatz, Bern 1847; Der Kindleinfresser auf dem Kornhausplatz, Bern 1847, Nachtrag: Album des Literarischen Vereins, Bern 1858, 134ff.; Frau Anna, ihr Standbild an der Marktgasse..., Bern 1847; Der Armbrustschütze auf dem Aarbergergassbrunnen..., Bern 1848; David und Goliath..., Bern 1851, 23-37; Der Dudelsackpfeifer auf dem Storchenbrunnen in Bern..., hg. von C. Howald (jun.), BTb 1871, 208ff. - STREIT, Album I/ 1858, Taf. VII, IX, XXVII, XXX, XLII, LXIII; II/ 1862, Taf. V, VI, XXIII, XXVI, XLIII, XLIV, XLVII und zugehörige Textblätter. -DURHEIM 1859, 50-61; Chronik, passim. - C. HOWALD (jun.), Der Schützenbrunnen, «Alpenrosen» III/1868, 108f.; ders., Der Simsonbrunnen..., ebenda X/1875 ; ders., Die Brunnenstandbilder der Stadt Bern, Festschrift KMB 1879 (zit. HOWALD 1879), 73-90. - J. R. RAHN in Rep. f. K'wiss. III/1879; Statistik ASA 1881. - E. v. RODT, DAB II/1881, Bl. 2-5, 13, 18, vgl. IV/1923, BI. i; ders., Stadtgeschichte 1886, 158f., 246, 297ff. - Claire SCHUBERT, Die Brunnen in der Schweiz, Frauenfeld 1885 (zit. SCHUBERT 1885), passim. - LAMBERT und STAHL, Motive der deutschen Architektur des 16.-18. Jahrhunderts, Stuttgart I/1890. - H. TüRLER in BTb 1889/90, 189f., NBTb 1899, 137f.; BB 1896, passim. - Wilhelm SP, Ess, Die Brunnen Berns, Bern 1819,; IV. Aufl. (hektographiert) 1917. - Berner Bauten, hg. vom Bern. Ing. und Architektenverein, Bern 1895. - E. v. RoDT, Bern im 16. Jh., 1904, 103. - CORRELL, Schweizer Brunnen, Frankfurt a. M. 1904. - A. ZESIGER in Berner Kunstdenkmäler VI/1907, Text zu Bl. 68; ASA NF X/334ff. - Franz WEY, Die Trinkwasserversorgung der Stadt Bern, Bern 1907 (zit. WEY 1907). - A. ZESIGER und C. A. LoosLI, Stadtführer Bern 1913, 38, 44, 69; vgl. Zesiger, Bern, die Brunnenstadt, SA o. O. und D. (StB). - O. WEBER, Meister Hans Gieng der Bildhauer und die ältesten Brunnen der Stadt Bern, Schweiz. Bauzeitung LXXI/1918, 194ff., vgl. 185f. - TüRLER, BH XI/1922, XI, XLIX-LI. - A. LAMBERT und H. B. de FISCHER, Les fontaines anciennes de Berne, Bern-Bümpliz 1924. - E. v. RoDT in NBTb 1924, 201f; 1925,194f, 196f. - O. WEBER, Die Brunnen der Gerechtigkeitsgasse zu Bern, «Der kleine Bund», VI/1925, Nr. 51, p. 403 ff. (zit. WEBER 1925); ders., Die Wasserversorgung der Stadt Bern, Berner Woche 1927 (zit. WEBER 1927), p. ,24f., 157, 761 ff., 364ff., 788ff.; vgl. ebenda p. 22f. - Paul MEINTEL, Schweizer Brunnen, Frauenfeld und Leipzig 1931 (Zit. MEINTEL 1931). - BLOESCH 1931, passim. - MORGENTHALER, Bilder 1935, 82ff.; ders., Die Trinkwasserversorgung im alten Bern, Vortragsreferate AHV 1933, XXXVf.; 1936, V, XXXV; Vierteljahresber. des Statist. Amtes der Stadt Bern 1933/34, 1935j1- -W- JUKER, Die Standbilder auf den Berner Brunnen (zit. JUKER 1938), Berner Schreibmappe 1938. - Berner Woche Jg. 1939, Nr. 47; 14.12.1940. - H. REINERS, Burgundisch-alemannische Plastik, Strassburg 1943 (zit. REINERS 1943), 146 ff. - A. MEMBREZ, Berne et ses vieilles fontaines, Bern 1943 (zit. MEMBREZ 1943). - P. SCHENK, Bärner Brünne, BZ 1944 (zit. SCHENK 1944), 65-80 - P. SCHENK, Berner Brunnenchronik, Photos von M. HESSE, Bern 1945 (zit. SCHENK 1945). - L. BIRCHLER in «Stein und Steinwerk», hg. von E. Reinhard, Basel/Bern/Olten 1945, 285 f. - F. MAURER im «Bund » 19.5.1945, Nr. 230. - W. DEONNA, La sculpture suisse des origines à la fin du XVIe siècle, Basel 1946, 116f.. - P. H., Kdm. Bern III/1947 (zit. Bd. III/ 1947), 59, 124, 233, 284f., 307 f., 441 f. - O. H. STRUB in Neue Berner Ztg., Sonntagsbl. 22.7.1951. - H. MARKWALDER, Aus der Geschichte der Wasserversorgung der Stadt Bern, «Bund» , 12.-17.7.1951, Nr. 319 bis 327. - H. MORGENTHALER, Die ältere Trinkwasserversorgung der Stadt Bern, Bern 195 1.


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