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Bern - die Hauptstadt mit Charme

«Haus Sein» Brunngasse 16 Bern

Brunngasse
Name nach dem Stettbrunnen; 1349 als vicus fontis, 1360 als B. belegt.
Lit.: KDM. 2

Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976)



  • Brunngasse 16 - «Haus Sein»
  • Die Helveter im Czaar, dem ehemaligen Hauptquartier
  • Bakunin in der «Zimmermannia»
  • Hier wurde die- Staatsverfassung von 1846 «fabricirt»
  • Vom berühmten Wirt, dem «Czaar», und von der Brunngasse
  • Bern - Brunngasse (Übersicht)
  • Plan
  • Abbildungen



    Brunngasse 16 - «Haus Sein»

    Tag für Tag einsam und eintönig in den eigenen vier Wänden zu verbringen und ab und zu auf Besuch von der Familie zu hoffen, wäre unvorstellbar für sie. Eine Gruppe von Personen dachte sich, dass Ruhestand und Älterwerden mehr sein kann und muss, als eine Form des medizinisch umsorgten Abstellgleises. Sie haben einen Weg gefunden ihre Individualität zu wahren, Gemeinschaft zu leben und auch bei schwindender Gesundheit ihren Familien nicht zur Last zu werden.

    Aus einer Idee ist inzwischen eine Hausgemeinschaft geworden. Zentral gelegen, mitten in der Altstadt. Im «Haus Sein» leben 15 Personen in mehrheitlich kleinen (2 bis 3 1/2 Zimmer) Wohnungen. Hell, freundlich und individuell verschieden, mit Küche und Bad. Wenn die Bewohner von der Brunngasse 16 beim Salatrüsten oder Teekochen in ihrer offenen Wohnküche stehen, dann können sie durch einen Licht- und Erschliessungshof zu ihren Nachbarn herüberschauen. Ähnlich offen wollen die zwölf Damen und drei Herren auch im Umgang miteinander sein. Ihre Lebenshaltung ist geprägt von Achtsamkeit – gegenüber sich selbst, anderen und der Umwelt. Berufstätigen möchten sie einsame Ruhe gönnen und Pensionierten in Gemeinschaftsräumen die Gelegenheit zum Austausch bieten.

    Doch mitunter fällt die richtige Balance zwischen diesen beiden Extremen nicht leicht. Als Grundvoraussetzung für ein zufriedenes Miteinander erwarten die Bewohner deshalb den Willen zu Kommunikationsbereitschaft, Differenzverträglichkeit, Verbindlichkeit und Akzeptanz von einander. Schon in kleinen Dingen kann die eigene Bereitschaft zu Veränderung sehr hilfreich sein, wenn eine Bewohnerin z.B. ihrer Nachbarin die viel zu engen Stützstrümpfe anzieht oder jemand den Einkauf eines anderen mit erledigt. Soweit es geht, unterstützt man sich im Haus Sein gegenseitig und wenn nötig, dann werden sie professionelle Hilfe von Pflegediensten heranziehen. Achtsam wollen sie auch mit der Umwelt umgehen und haben ihren Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser deutlich reduziert. Hierzu wurden Dach und Kellerräume zusätzlich isoliert und Fenster ersetzt. Gerade in der Brunngasse kann der Strassenlärm mitunter sehr störend sein. Doch seit eine Komfortlüftung für ein konstantes Raumklima sorgt, ist es in der Brunngasse 16 leise geworden. Umweltbewusst heizt man hier mit Pellets und ist stolz darauf, Minergiestandard zu erreichen.

    Lange hatten sie nach einem geeigneten Objekt für ihre Hausgemeinschaft suchen müssen. Doch als mit der Brunngasse 16 etwas Passendes gefunden war, verfügten sie über das nötige Eigenkapital (aus privater Altersvorsorge), um mit Bankkrediten in das Haus investieren zu können. Ihre Wohnungen sollten auch mit Ergänzungsleistungen (bis 1500 CHF) zahlbar bleiben. Deshalb haben sie ihr Projekt «Haus Sein» als Genossenschaft realisiert.

    Brunne Zytig 7. September 2007 zi
    «Haus Sein», Brunngasse 16, 3011 Bern
    Vermietungen für mehrwöchige Aufenthalte in Bern


    Bild folgt
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