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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Bern - Bundesplatz

Das westliche Drittel des Bundesplatzes war ursprünglich Graben vor der 2. Stadtbefestigung. 1765 wird der Platz zwischen Ballenhaus und Holzwerkhof von Steinwerkmeister Niklaus Hebler mit Linden bepflanzt und durch eine urnenbesetzte Balustrade gegen Süden abgeschlossen. Nach Abbruch verschiedener Gebäude entsteht 1894-1900 der Bundesplatz, der bis 1909 Parlamentsplatz heisst.

Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern



  • Wasserspiel: Saisonpremiere am Sonntag.
  • Eine Woche länger Eislaufen auf dem Bundesplatz.
  • Bundesplatz: Neuer Weihnachtsbaum kommt
  • Winterpause für das Wasserspiel
  • Berns inoffizielles Freibad
  • Wasserspiel: Ab Montag mit neuer Choreographie
  • Spass aus 300 Badewannen - Wasserspiel auf dem Bundesplatz
  • Der neue Bundesplatz - Spiel im tanzenden Wasser
  • Vom Graben zum «Platz als Platz»
  • Ausgrabungen 2002 (Auszug)
  • Rund um den Bundesplatz
  • Bundesplatz und jüdische Geschichte in Bern
  • Informationstafel zur jüdischen Geschichte in der Stadt Bern
  • Bundeshaus - Parlamentsgebäude
  • Bundesplatz Activities



    Winterpause für das Wasserspiel

    Wie jedes Jahr wird der Betrieb des Wasserspiels auf dem Bundesplatz Ende Oktober eingestellt. Während der Winterpause führt das Tiefbauamt der Stadt Bern die üblichen Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten durch. Wieder in Betrieb genommen wird das Wasserspiel traditionsgemäss am Tag des Frühlingsanfangs; dieser fällt im Jahr 2009 auf Freitag, 20. März.

    Die Choreographie bleibt für die Saison 2009 unverändert. Dagegen wird das Wasserspiel farblich wieder vielfältiger: Im laufenden Jahr kamen aus Anlass der Euro 2008 ausschliesslich die Farben Rot und Weiss zum Einsatz.



    Berns inoffizielles Freibad

    Gneis statt Sand, Fontänen statt Rutschen: Der Sommer verwandelt den Berner Bundesplatz in eine Badi.

    Sie pilgern nicht nur des Einkaufs, nicht des Sightseeings wegen in die Berner Innenstadt, sondern auch weil sie baden wollen. Ungezählte Eltern mit ihren Kindern sowie Touristen machen in diesen Sommertagen gezielt Halt auf dem Bundesplatz. Und machen dort all das, was man in einer Badi halt so macht: Sie legen ihre Badetücher aus, streichen sich mit Sonnencreme ein, picknicken.

    Die Fontänen auf dem Bundesplatz beglücken Jung und Alt so sehr, dass die Liste der Berner Freibäder längst ergänzt werden müsste. Gestern hiess es: Bundesplatz, Wassertemperatur 23,7 Grad Celsius.



    Wasserspiel: Ab Montag mit neuer Choreographie

    Ab Montag, 21. März 2005 schiessen auf dem Berner Bundesplatz nach fünfmonatiger Winterpause wieder die 26 Fontänen des Wasserspiels in die Höhe. Ab 12 Uhr Mittags wird das Wasserspiel in einer neuen Choreographie zu sehen sein.

    Erst ab Einbruch der Dämmerung sichtbar werden Lichteffekte, die den Springbrunnen eine besondere Note verleihen, wie die Stadt Bern am Freitag mitteilte. Die neue Choreographie stammt vom Künstler Christian Mattis. Er hatte bereits an der Expo.02 mit der Wasserspiel-Choreografie im Pavillon «Magie de l'énergie» für Aufsehen gesorgt.

    Realisiert werden konnte die neue, halbstündige Fontänen-Schau dank privater Spenden. Das Wasserspiel auf dem 2004 neu gestalteten Bundesplatz hatte sich letzten Sommer innert kurzer Zeit zu einem wahren Publikumsmagnet der Bundesstadt entwickelt.



    Spass aus 300 Badewannen - Wasserspiel auf dem Bundesplatz

    Ausgeklügelte Technik sorgt dafür, dass man sich am neuen Wasserspiel auf dem Bundesplatz erfreuen darf - übrigens ganz ohne schlechtes Gewissen: Das Wasser wird nicht vergeudet, sondern jeweils frisch aufbereitet.

    Das neue Wasserspiel auf dem Bundesplatz ist zweifellos eine Attraktion. Dennoch mag sich der eine oder andere im Stillen gefragt haben, was eigentlich mit dem ganzen Wasser passiert, das da aus 26 Düsen spritzt. Versickert es am Ende gar auf Nimmerwiedersehen?

    Wasser läuft rund

    Von Wasserverschwendung kann keine Rede sein: «Das Wasser absolviert quasi einen Rundlauf, ähnlich einem geschlossenen System», erklärt Ruedi Loosli, Projektleiter beim Tiefbauamt der Stadt Bern, das Prinzip. In die Düsen gepumpt, spritzt es hoch, fällt auf den Boden und wird über die Entwässerungsrinnen wieder dem System zugeführt. Dort hält ein Grobfilter feste Verunreinigungen zurück. Und die automatische chemische Prüfung sorgt dafür, dass die Wasserqualität dem Lebensmittelgesetz entspricht, wenn es durch die Düsen wieder ans Tageslicht kommt. Von Trinkwasser kann man zwar nicht sprechen, wohl aber von Badewasser-Qualität, wie wir es von der Badi her kennen. «Man kann das Wasser problemlos trinken, nur schmeckt es vielleicht nicht so fein», erklärt Ruedi Loosli. Insgesamt kursieren 60 Kubikmeter Wasser im System - das entspricht in etwa der Menge von 300 Badewannen. Alle anderen Brunnen im Versorgungsgebiet von Energie Wasser Bern weisen übrigens Trinkwasserqualität auf.

    Direkt - Kundenmagazin von Energie Wassere Bern 1/2005



    Der neue Bundesplatz - Spiel im tanzenden Wasser

    Entworfen wurde das Wasserspiel auf dem Bundesplatz aus Angst vor einem menschenleeren Platz. Nun wird es zum Publikumsliebling: Tagtäglich ziehen die Fontänen Scharen von Touristen und Einheimischen an – begeistert spielen sie im sprudelnden Wasser.

    «Ob die Stadt dieses Mädchen extra für die Show engagiert hat?» fragt ein spanischer Tourist seine Freunde und beobachtet fasziniert den Solotanz eines braun gebrannten Mädchens in den rhythmisch in die Höhe sprudelnden Fontänen des neuen Bundesplatzes. Die Arme in der Luft, wie eine Ballerina, hüpft und springt es in einem türkisfarbenen Badeanzug durch die Wasserspritzer und geniesst sichtlich das kühle Nass und das staunende Publikum: Rund 200 Leute stehen um das Wasserspiel und schauen ihrem kindlich-sorglosen Tanzen zu. Manch einer wird sich in diesem Moment wünschen, ein Kind zu sein.

    Das 18-minütige Wasserspiel auf dem neuen Bundesplatz ist zu einem Spiel zwischen Zuschauern und Wasser geworden. Es spielt immer von 11 bis 23 Uhr, nur dienstags und samstags erst ab 14 Uhr, und wird jede halbe Stunde wiederholt. Die sprudelnden Fontänen folgen einer Choreografie und verändern sich laufend.

    Mit Sprüchen und auffordernden Blicken drängt die Spaniergruppe ihren Freund, Ivan aus Madrid, sich auch auf das nasse Feld zu wagen. Doch er lehnt den Vorschlag ab – er habe keine anderen Kleider dabei – und bleibt in der sommerlichen Hitze stehen. Reizen würde es ihn schon, gibt er zu. Auf jeden Fall sei dieser Platz phantastisch, er sei begeistert von der Schönheit dieser Stadt.

    Die Wasserfontänen sprudeln im Takt, mal schneller und höher, dann wieder langsamer und tiefer. Jetzt spritzt es hier, jetzt dort und jetzt aus allen Düsen gleichzeitig. Das Wasser schiesst direkt aus dem nassen Stein in die Höhe – «bis dört obe», sagt die vierjährige Anaïs, streckt die Arme und zeigt zum Dach der Kantonalbank. Mit der Körpergrösse verschieben sich die Dimensionen. Die Wassertropfen, so weit oben angelangt, glitzern in der Sonne und plätschern wieder zu Boden. Anaïs freuts und fragt die Mutter immer wieder: «Darf i no mal?», doch diese will gehen. «Jetzt muss ich jedes Mal, wenn ich in die Stadt komme, die Badesachen mitnehmen», sagt sie. Dieses Mal hätten es die Unterhosen getan – auch wenn einige Leute gemeckert hätten, dass dies eine Sauerei sei.

    Die Kleine im türkisfarbenen Badeanzug hüpft noch immer allein durch die Fontänen – keiner hat es gewagt, ihr die Schau zu stehlen. Andere Kinder, denen verboten wurde, nass zu werden, beobachten sie mit neidischem Blick. Doch auch ausserhalb der sprudelnden Fläche haben sie ihren Spass: Zwei japanische Knirpse wagen sich von aussen heran und kreischen vor Freude, sobald sie die Düsen berühren. Da sprudeln die Fontänen gleichmässiger. Der Vater nimmt die beiden an den Händen und rennt mit ihnen über den Platz, ohne dabei nass zu werden. Die Menschentraube lacht. Das Wasserspiel ist zu einem kollektiven Plausch geworden. Noch nie habe er solche Begeisterung für ein Projekt erlebt, sagt Paul Müller, Direktionsadjunkt der Direktion für Planung, Verkehr und Tiefbau der Stadt Bern. Der Platz rege die Emotionen der Menschen an.

    Diese Euphorie für den Platz hatten weder Politiker noch die Architekten erwartet: Das Wasserspiel wurde aus Angst vor einem menschenleeren Platz entworfen – um ihm Bewegung zu geben, hiess es. Sie wollten etwas Schlichtes, kein Denkmal – schliesslich sei das Bundeshaus Denkmal genug. Nun stehlen die Fontänen dem Bundeshaus die Schau.

    Jetzt wagt sich auch die Menge näher ran: Da rast einer mit dem Fahrrad, ein anderer mit dem Kinderwagen über den spritzenden Platz, durch Fontänen und die Schar kreischender Kinder in Unterhosen. Ein Junge steht laut lachend mit dem Fuss auf eine Düse, so dass sie seinem Vater ins Gesicht spritzt; ein anderer Knirps macht ein paar unbeholfene Schrittchen auf eine Fontäne zu und quietscht vor Freude – seine Grossmutter rennt ihm ängstlich hinterher und zieht ihn vom Wasser weg. Der Grossvater nimmts gelassen. «Wir sind extra wegen dem neuen Wasserspiel aus Freiburg gekommen», sagt er. Das Berner Wasserspiel wird zum beliebten Ausflugsziel.

    Fotoapparate und Videokameras werden gezückt; zaghaft stehen auch die Erwachsenen zwischen die Fontänen, lächeln fürs Foto und riskieren dafür einige Spritzer. Auch Ivan, der Spanier, und seine Freunde stehen plötzlich mitten im Platschen und Rauschen, rufen «España, España», posieren für ein Erinnerungsfoto und werden nass. «Dieser Brunnen ist nicht zur Dekoration da, sondern damit die Leute Spass haben», ruft Ivan. Die 18 Minuten gehen dem Ende zu, am Schluss spritzt das Wasser bis weit in die Höhe – die Menschen flüchten sich ins Trockene. Nur das braungebrannte Mädchen tänzelt noch immer mit ausgestreckten Armen zwischen den Fontänen.

    www.ebund.ch
    Manuela Ryter 13.08.2004




    Vom Graben zum «Platz als Platz»

    Am Anfang steht ein Graben, der zur Stadtbefestigung des mittelalterlichen Bern gehört. Dieser wird im 18. Jahrhundert im westlichen Teil zugeschüttet. Der Platz, der fortan Oberer Graben heisst, wird 1765 vom Steinwerkmeister Niklaus Hebler mit Linden bepflanzt und mit einer Balustrade abgeschlossen. Der nächste Eckpunkt ist 1821 die Eröffnung des ersten Casinos, das dort lokalisiert war, wo heute das Parlamentsgebäude steht. Der mit Bäumen versehene Platz, der in nordsüdlicher Richtung bis zum Aarehang reicht, heisst bis zum Abbruch des Casinos 1895 Casinoplatz.

    1901
    Der Platz wird nach der Fertigstellung von Bundeshaus Ost und Parlamentsgebäude mit Diplolithplatten gepflästert. Er heisst nun Parlamentsplatz.

    1909
    Der Gemeinderat beschliesst, den Parlamentsplatz in Bundesplatz umzutaufen.

    1909-1913
    Der Bundesplatz erhält durch den Bau der mächtigen Barockgebäude der Nationalbank, Spar- und Leihkasse (heutige Valiant), Kreditanstalt und der Kantonalbank die geschlossene, bis heute unveränderte Gestalt.

    ab 1945
    Mit der rasanten Ausbreitung des Automobils wird der Bundesplatz immer mehr zur Verkehrsdrehscheibe und zum beliebten Parkplatz.

    1968
    Die Studie für eine unterirdische Einstellhalle Bundesplatz wird publik gemacht. Sie geht davon aus, dass die Garage durch einen Stollen von der Aarstrasse her erschlossen wird.

    1970
    Der Stadtberner Souverän sagt Nein zur H-Lösung, die unter anderem eine vierspurige Strasse auf der Achse Bundesgasse-Kochergasse vorsah.

    1980
    Der Stadtrat erklärt ein Postulat Fierz für einen verkehrsfreien Bundesplatz erheblich. Ein Jahr später krebst das Parlament bereits wieder zurück, da es nicht auf die Parkgebühren verzichten will.

    1987
    Der Stadtrat überweist ein Postulat Lauterburg betreffend Neugestaltung des Bundesplatzes.

    1991
    Die Stadt schreibt einen Nationalen Ideenwettbewerb aus. Das Projekt «Platz als Platz» der Basler Gestalter Stephan Mundwiler, Christian Stauffenegger und Ruedi Stutz belegt den ersten Platz. Die Umsetzung wird aber aus finanziellen Gründen bald auf Eis gelegt.

    1999
    Eine Gruppe um den ehemaligen Burgerratspräsidenten Rudolf von Fischer promotet die Idee der Basler Künstlerin Bettina Eichin, die den Bundesplatz unter das Zeichen der Menschenrechte setzen will.

    2002
    Der Gemeinderat legt dem Parlament einen Projektierungskredit für «Platz als Platz» vor.

    2003
    Das Projekt «Platz als Platz» wird endlich umgesetzt. Der Bundesplatz wird - wie es der 1997 vom Souverän verabschiedete Verkehrskompromiss vorsieht - von parkierten Autos befreit.

    www.ebund.ch (ruk)



    Ausgrabungen 2002 (Auszug)

    Die Archäologen haben Überreste von Stadtgraben, Stadtmauer und alter Ringmauer geortet. Ausserdem eine Häuserzeile und die «Schinkengasse», die kaum auf eine jüdische Vergangenheit hindeutet. Beim heutigen Eingang zum Bundeshaus befand sich der 1678 abgebrochene «Judenturm». «Ebenso wie das Bieltor nicht in Biel, sondern in Solothurn steht, stand auch der Judentum nicht im Judenviertel, sondern er wies in dessen Richtung», machte Daniel Gutscher klar. Dasselbe gelte für die angrenzende Judengasse, die den Übergang zur heutigen Kochergasse bildet. Dass das Bundeshaus-Ost dort steht, wo einst Juden wohnten, ist schon lange bekannt. 1888 wurde dort auch ein jüdischer Grabstein gefunden, der heute im Historischen Museum zu sehen ist. «Es ist gut möglich, dass es dort auch eine Synagoge gab», meinte Daniel Gutscher. Dieses Gebiet ist aber von der Neugestaltung des Bundesplatzes nicht betroffen. Die Sanierung der Werkleitungen gegen das heutige Hotel Bellevue-Palace hin werde von den Archäologen im Hinblick auf mögliche Funde allerdings begleitet, wurde versichert.

    Peter Abelin



    Aus dem Historisch-topographischen Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber - Rund um den Bundesplatz

    Amthausgasse
    Ursprünglich Schinkengasse (erstmals 1320 belegt), um 1740 Judengasse, 1798-1803 Bürgergasse, dann wieder Judengasse, vereinzelt Falkengasse (Hotel Falken in Nr. 6), seit 1878 offiziell Amthausgasse.

    Bundesgasse
    In der Mitte der Fünfzigerjahre des 19. Jh. entstandene Strasse, die den beiden Gebäuden Bundeshaus-West (Nr. 1) und Bernerhof (Nr. 3) entsprechend als Prunkstrasse konzipiert war. Die anfangs bis zur Christoffelgasse reichende Bundesgasse wurde 1872 bis zur Schwanengasse erweitert und erreichte 1878 beim Bau der Effingerstrasse ihre volle Länge. Ursprünglich hiess die Bundesgasse Bundesratsgasse nach dem Bundesratshaus (heute Bundeshaus-West).

    Bundesplatz
    Das westliche Drittel des Bundesplatz war ursprünglich Graben vor der 2. Stadtbefestigung. 1765 wird der Platz zwischen Ballenhaus und Holzwerkhof von Steinwerkmeister Niklaus Hebler mit Linden bepflanzt und durch eine urnenbesetzte Balustrade gegen Süden abgeschlossen (oberer Graben). Nach Abbruch verschiedener Gebäude entsteht 1894-1900 der Bundesplatz, der bis 1909 Parlamentsplatz heisst.

    Holzwerkmeisterhaus
    Seit dem 17. Jh. ist das Holzwerkmeisterhaus Amtswohnung des Holz Werkmeisters. Es wurde 1808 vom damaligen Amtsinhaber Karl Gabriel Haller erworben und aufgestockt. Das Haus mit der markanten Silhouette und den Blitzableitern hiess fortan Hallerhaus. Es wurde 1866 beim Bau der Kantonalbank abgebrochen.
    Standort: Bundesplatz 8. Sommersitz des Holzwerkmeisters: Zehendermätteli.

    Judenfriedhof
    1) Heutige Parzelle des Bundeshauses-Ost (Kochergasse 9). Dieser Friedhof wird von 1323 an stückweise vom Inselkloster erworben.
    2) Am 5. September 1871 wird der Israelitische Friedhof im Wankdorf (Papiermühlestrasse 112) eröffnet. Vorher benützte die 1848 gegründete israelitische Kultusgemeinde den Friedhof von Hegenheim (Elsass).

    Judengasse
    1) Kochergasse (vor 1740)
    2) Amthausgasse (nach 1740)

    Judentor
    Ursprünglich mit Graben und Brücke versehener Torturm am Westausgang der Judengasse (Kochergasse) erbaut zwischen 1458 und 1473. Wahrscheinlich 1678 beim Bau des Ballenhauses abgebrochen.
    Standort: Ca. 20 m vor dem Haupteingang des Parlamentsgebäudes (Bundesplatz 15)

    Kantonalbank
    Bundesplatz 8. Die 1847 gegründete Museumsgesellschaft baute in Verbindung mit der 1. Berner Baugesellschaft in den Jahren 1867/69 das Gesellschaftshaus Museum. Bis 1903 wurde der Saal im 1. Stock als Konzertsaal benützt. Dann erfolgte bis 1906 der Umbau zur Kantonalbank Die 1871 aufgestellten, von Robert Dorer geschaffenen Standbilder wurden 1924 durch Kopien ersetzt und zeigen Adrian von Bubenberg, Hans von Hallwyl, Hans Franz Nägeli, Samuel Frisching, Niklaus Friedrich von Steiger, Thüring Fricker, Niklaus Manuel und Albrecht von Haller. Die am 1. Oktober 1834 eröffnete Kantonalbank befand sich bis 1836 im Hause Brunngasse 48, dann bis 1861 im Stift, Münsterplatz 3, hernach bis 1869 im Haus Amthausgasse 1 und zuletzt noch im Haus Bundesgasse 8.

    Nationalbank
    Bundesplatz 1. Das zweistöckige Herrschaftshaus (Bürkihaus; Grossrat, Bankier und Kunstsammler Friedrich Bürki (1819-1880) zuoberst zwischen Amthaus- und Kochergasse wurde 1896 von der Eidgenossenschaft durch Expropriation erworben. Bis 1908 diente es als Verwaltungsgebäude. Den 1909 bis 1911 erstellten Neubau bezog anfangs 1912 die am 20. Juni 1907 gegründete Nationalbank, die vorher im Haus Bundesgasse 8 untergebracht war.

    Parlamentsgebäude     siehe auch Bundeshaus (klick)
    Bundesplatz 15. Kurz nach dem Beschluss der eidgenössischen Räte, ein Parlamentsgebäude zu bauen, wurde 1894 mit der Errichtung der Stützmauer begonnen. Die eigentlichen Bauarbeiten nach Plänen von Hans Alter unter Leitung von A. Kasser dauerten von 1896 bis 1900. Die feierliche Einweihung durch die Bundesversammlung erfolgte am 1. April 1902.

    Schindelturm
    Im zwischen 1458 und 1473 erbauten Wehrturm der südlichen Stadtummauerung errichtete das Bauamt im 17. Jh. ein Materialdepot. 1678 wurde der Schindelturm ins Ballenhaus einbezogen, weshalb er von da an auch Ballenhausturm hiess. 1820 wurde er ins Casino eingebaut und 1895 mit diesem abgebrochen.
    Standort: Südwest-Turm des Parlamentsgebäudes, Bundesplatz 15

    Spar- und Leihkasse
    Bundesplatz 4. Die 1857 gegründete Bank bezog 1913 den heutigen Bau, nachdem sie seit 1869 im Haus Bärenplatz 6 untergebracht gewesen war.



    Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Bundesplatz und jüdischer Geschichte in Bern
    (viele interessante geschichtliche Details)


    © Der Bund, 22.08.2003; Seite 11; Nummer 194 Bernseite
    Jüdisches Viertel bleibt zugedeckt

    Der Berner Gemeinderat will die Überreste des jüdischen Viertels nach der Umgestaltung des Bundesplatzes nicht sichtbar halten

    Die archäologischen Funde auf dem Bundesplatz werden wieder zugedeckt. Eine Sichtbarmachung sei nicht Bestandteil des Projekts, sagt Gemeinderat Tschäppät. Die Jüdische Gemeinde hingegen wäre daran interessiert.

    Marcello ODERMATT

    Dass das alte Bern mitunter auch zeitgenössische Geister der Bundesstadt zu scheiden vermag, ist nicht neu. Schliesslich besitzt Bern mit seiner Altstadt das Label Weltkulturerbe und wird entsprechend von vielen Seiten «gehegt und gepflegt». Über die richtige «Pflege» indes lässt sich streiten. Zum Beispiel auf dem Bundesplatz, einem Ort, der seiner hohen Symbolik wegen offenbar einen besonders sensiblen Bereich darstellt. So scheiterte vor einem Jahr der Versuch eines Initiativkomitees, das von der Stadt beschlossene Projekt zur Umgestaltung des Bundesplatzes, «Platz als Platz», mit dem Bettina-Eichin-Projekt «Bundesplatz als Platz der Menschenrechte» zu ersetzen. Nun geht es aber nicht um die Gestaltung der Oberfläche, das Darunterliegende weckt Emotionen.

    Keine Glasplatte auf dem Boden

    Seit bald einem Jahr graben die Archäologen auf dem Bundesplatz, um alte Stadtmauern, Keller und Gassen frei zu schaufeln. Weil die Sondierungen im Zusammenhang stehen mit der Neugestaltung des Bundesplatzes gemäss dem Projekt «Platz als Platz», werden die Funde später aber wieder zugedeckt. Ähnlich verläuft das Prozedere etwas abseits des Bundesplatzes, in Richtung Hotel Bellevue, wo die Stadt - ebenfalls im Rahmen des Projekts - im Winter die Werkleitungen sanieren und erneuern wird. Auch dort erwarten die Archäologen Funde, die von Berns Geschichte Zeugnis ablegen, und zwar der jüdischen Geschichte. Die Grabungen werden Reste des Judenviertels zum Vorschein bringen, das östlich der Nationalbank unterhalb des Bundeshauses Ost lag. Daniel Gutscher vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern erklärt, dass jene historischen Objekte nach den Werkleitungssanierungen wieder zugedeckt, nicht aber zerstört würden. Somit werden die stummen Zeugen der jüdischen Geschichte Berns zwar dokumentiert, bleiben aber unter der Strasse verborgen.

    Eine Tatsache, die Daniel Ritter nicht passt. Der Berner Kunstschaffende reichte 1991 selber ein Projekt zur Umgestaltung des Bundesplatzes ein, in dem der Bezug zum jüdischen Viertel stärker zum Ausdruck gekommen wäre. Allerdings unterlagen die Pläne im Wettbewerb. Ritter gab nicht auf und legte später Einsprache gegen «Platz als Platz» ein, in der er unter anderem forderte, die archäologischen Funde seien mit einer Glasplatte sichtbar zu halten. Doch die Einsprache wurde abgewiesen. Denn seinen Wünschen stehen grundsätzliche Argumente entgegen, oder wie es der zuständige Gemeinderat, Planungs- und Verkehrsdirektor Alexander Tschäppät (sp), in der neusten Ausgabe von «Facts» umschreibt: «An einem besonderen Bezug auf historische Spuren bei der Umgestaltung dieses öffentlichen Platzes besteht kein hinreichendes öffentliches Interesse.» Dem «Bund» erklärt er die Aussage wie folgt: Selbstverständlich sei jede Archäologie von öffentlichem Interesse. Deshalb würden die Überreste auch nicht zerstört. Allerdings, hält er dagegen: Das Projekt zur Umgestaltung des Bundesplatzes sei aus einem Wettbewerb hervorgegangen, bewilligt und in einem demokratischen Prozess gutgeheissen worden (siehe Kasten). Das Projekt könne jetzt nicht mehr geändert werden.

    Allenfalls eine Gedenktafel

    Ganz vom Tisch ist die Idee einer Sichtbarmachung der jüdischen Kultur deswegen aber noch nicht. Immerhin erhält Daniel Ritter via «Facts» breite Unterstützung. Nebst CVP-Nationalrat Remo Galli oder Historiker Georg Kreis äussert sich auch SP-Nationalrätin Vreni Müller-Hemmi, Zentralpräsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel: Sie fordert Sensibilität im Umgang mit der Geschichte der Juden und Jüdinnen in der Schweiz. Es gelte sorgfältig abzuwägen, was mit den Funden gemacht werden solle, sagt sie dem «Bund». Auch die Jüdische Gemeinde Bern ist an den Funden interessiert. Konkrete Forderungen stellt Präsidentin Brigitte Halpern hingegen nicht.

    Quer legen will sich Tschäppät allerdings nicht. Gegen eine Gedenktafel, wie sie ebenfalls Ritter vorschlägt, hat er nichts einzuwenden. Man könne sich das überlegen, sagt der Gemeinderat. Ihm missfällt die ganze Angelegenheit aber trotzdem, werde sie doch überbewertet. Mit Respektlosigkeit gegenüber der jüdischen Kultur habe dies nichts zu tun. Aber man wisse ja schon lange von diesen Funden. Das archäologische Vorgehen sei abgesprochen und entspreche gängiger Praxis.

    2004 autofrei

    Mit der Neugestaltung des Bundesplatzes begann die Stadt Bern Anfang August. Die Arbeiten dauern bis Sommer 2004. Realisiert wird das Projekt «Platz als Platz» eines Liestaler Architektentrios, das den nationalen Projektwettbewerb von 1991 gewann. Die Planung wurde darauf für längere Zeit auf Eis gelegt. Nachdem mit dem vom Stimmvolk gutgeheissenen Verkehrskompromiss 1997 die Parkplatzfrage gelöst werden konnte, stimmten 2001 Gemeinderat und Stadtrat dem Projekt zu. Es sieht ein Wasserspiel mit 26 Düsen und einen 2218 Quadratmeter grossen «Granitteppich» vor; der Platz wird autofrei. Inklusive Werkleitungen kostet «Platz als Platz» rund acht Millionen Franken.

    Die Ausgrabungen begannen bereits im Oktober 2002. Sämtliche Funde werden aber wieder zugedeckt. Die «archäologische Sensation», wie Daniel Gutscher vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern die gefundenen Überbleibsel nennt, wird so späteren Generationen überlassen. (mob) Der neue Bundesplatz wird die frei geschaufelten Funde wieder überdecken.Valérie Chételat



    © Der Bund, 22.09.2003; Seite 10; Nummer 220 Stadt-Region
    Mahnmal gegen Verfolgung?

    Jüdische Geschichte Berns wird sichtbar gemacht - in welcher Form, ist unklar

    Im Winter werden im Rahmen der Umgestaltung des Bundesplatzes Werkleitungen saniert. Schon jetzt ist klar, dass dabei in Richtung Hotel Bellevue Reste des Judenviertels, das unterhalb des Bundeshauses Ost lag, gefunden werden. Diese werden anschliessend aber wieder zugedeckt. Baudirektor Alexander Tschäppät erntete in diesem Zusammenhang Kritik, weil er sich gegen die Sichtbarmachung der Funde stellte. Sein Argument: Dies sei nicht Bestandteil des im demokratischen Prozess gutgeheissenen Projekts «Platz als Platz». Allerdings signalisierte er Gesprächsbereitschaft («Bund» vom 22. August). Tatsächlich hat die Stadt in der Zwischenzeit die Jüdische Gemeinde Bern kontaktiert, wie Tschäppät auf Anfrage sagte und Brigitte Halpern, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde, bestätigte. Dabei wurde der Gemeinde versichert, dass die Funde dokumentiert werden. In welcher Art und an welchem Ort, ist noch offen. Tschäppät nennt als Beispiele eine Tafel oder einen Stein. Halpern will keine Forderungen stellen. Mehr Druck macht die Junge Alternative (JA). Mit einem Postulat, das in der letzten Stadtratssitzung eingereicht und dringlich erklärt wurde, verlangt sie die Sichtbarmachung der jüdischen Geschichte. Mit den Funden könne auf die zeitweise Vertreibung der Juden aus der Stadt hingewiesen werden, steht im Postulat. Die Vorstösser gehen aber noch weiter und fordern ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus. Dieses Denkmal müsse nicht überdimensional gross sein, sagt JA-Stadtrat Erik Mozsa. Auch müsse es nicht zwingend auf dem Bundesplatz stehen. Er würde es aber begrüssen.

    Zum Mahnmal äussern sich die Betroffenen zurückhaltend. Halpern: Als eine der Leidtragenden von Rassismus und Antisemitismus begrüsse die Gemeinde grundsätzlich eine Manifestation in irgendeiner Form. Konkret wolle sie sich aber zum Vorstoss nicht äussern. Tschäppät betont, dass der Bundesplatz nicht mit einem Thema verknüpft werden soll. Es sei ein Platz für alle. Der Rat behandelt das Postulat nach den Herbstferien. (mob)



    © Basler Zeitung, 13.10.2003; Seite 7; Nummer Inland
    Jüdische Spuren in Bundesbern vermutet

    Die Bauarbeiten auf dem Bundesplatz haben Spuren von Berns Vergangenheit ans Tageslicht gebracht - und einen Disput um Reste eines Judenviertels ausgelöst. Doch ob es dieses je gegeben hat, darüber streiten sich die Experten. Konkrete Beweise wurden noch keine gefunden. Bern. Nicht mehr ein Platz voller Parkfelder, sondern ein «Platz als Platz», gestaltet mit Lötschberg-Granitplatten und einem Wasserspiel, soll sich künftig vor dem Bundeshaus in Bern ausbreiten. Das 8-Millionen-Projekt des Basler Architektenteams um Christian Stauffenegger hat nicht nur dem Baugewerbe Arbeit beschert, sondern auch dem Archäologischen Dienst des Kantons

    Von Christine Brand

    Bern: Die Bauarbeiten brachten Spuren des alten Bern ans Tageslicht. Archäologen haben Teile der Stadtmauer freigegraben und Spuren alter Gassen und Keller sowie des einstigen Stadtgrabens - der zugleich der erste Bärengraben war - entdeckt. «Bundeshaus und Bundesplatz liegen auf einer stadtgeschichtlich höchst interessanten Scharnierstelle, an der sich markante Momente der Entwicklungsgeschichte Berns nachvollziehen lassen», schreibt der Archäologische Dienst. Sämtliche Funde werden derzeit katalogisiert und anschliessend wieder zugedeckt.

    Im Zusammenhang mit der Baustelle am Bundesplatz wird diesen Winter auch etwas abseits, Richtung Hotel Bellevue, gegraben werden, weil Werkleitungen saniert und erneuert werden müssen. Und auch dort wird unter dem Asphalt Historisches vermutet. Die Rede ist von einem Judenquartier, das dort begraben sein soll. «Bundesplatz und Bundeshaus liegen über dem alten Judenviertel», schrieb «Facts» im August und zitierte die «konsternierten» Berner Juden, mit denen in Zusammenhang mit den geplanten Grabungen niemand Kontakt aufgenommen hatte. Dass ein altes Judenviertel ausgegraben würde, um sogleich wieder zugeschüttet zu werden, sorgte hier und da für Entrüstung. Wäre doch ein so prominenter Platz geradezu prädestiniert, die Geschichte der lange diskriminierten Juden in der Schweiz sichtbar zu machen, wie die Vereinigung Schweiz-Israel erklärte. Die jüdische Bevölkerung war wiederholt, in den Jahren 1294, 1349, 1423 und 1436 auch aus der Stadt vertrieben worden.

    Tschäppät unter Druck

    Der Stadtberner Tiefbau- und Planungsdirektor, Alexander Tschäppät, geriet zunehmend unter Druck: Er erntete massive Kritik, weil er sich gegen die Sichtbarmachung der Funde stellt. Mittlerweile hat er Gesprächsbereitschaft signalisiert und mit der jüdischen Gemeinde Bern Kontakt aufgenommen. Die Funde, die noch gar nicht gefunden worden sind, sollen allenfalls mit einer Tafel oder mit einem Stein dokumentiert werden. Doch dies ist manchen zu wenig: Die Junge Alternative fordert nun in einem parlamentarischen Vorstoss, dass die jüdische Geschichte in Bern sichtbar gemacht werden müsse. Mit den Funden könne auf die wiederholte Vertreibung der Juden aus der Stadt hingewiesen werden. Die Partei fordert gar ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus. Die politische Debatte ist lanciert. Nach den Herbst ferien wird das Stadtparlament über den Vorstoss befinden müssen.

    Derweil schüttelt Armand Baeriswyl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Mittelalter beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern, ob dem entbrannten Disput über die Mahnmalfrage leicht amüsiert den Kopf. Denn seines Erachtens ist gar nicht erwiesen, dass es einst ein Judenviertel in der Stadt

    Bern gegeben hat. «Und sollte es eines gegeben haben, wüssten wir nicht, wo es gelegen hätte.» Gesichert sei, dass unmittelbar vor dem Bundeshaus früher der westliche Torturm mit dem Namen Judentor gestanden habe. «Das Tor erhielt den Namen Judentor, weil es oben an der Judengasse stand - der heutigen Kochergasse.» Und diese wurde ursprünglich Judengasse genannt, weil sich dort, wo heute das Bundeshaus steht, einst ein jüdischer Friedhof befand. Dieser wurde bei der ersten Judenverfolgung von 1294 aufgehoben, woraufhin die Insel-Nonnen auf dem Areal ihr Kloster errichteten.

    Jüdischer Friedhof

    «Beim Bau des Bundeshauses wurden zwei jüdische Grabsteine gefunden», erzählt Archäologe und Historiker Baeriswyl. Alles, was vom jüdischen Friedhof übrig war, sei aber spätestens beim Bau des Bundeshauses 1903 zerstört worden. «Schliesslich war damals dieser Fund überhaupt nicht spektakulär.» Dass es nun aber unmittelbar beim Friedhof auch eine Synagoge oder ein Tanzhaus gegeben haben soll, sei alles andere als gesichert. Gar unwahrscheinlich sei, dass es in Bern einst ein Judenviertel oder ein Ghetto gegeben habe. Wenn man eine Gedenktafel aufstellen wolle, dann könne man wohl darauf hinweisen, dass unter dem Bundeshaus ein jüdischer Friedhof liege, meint Armand Baeriswyl. «Aber das hätte man auch vor hundert Jahren schon machen können.»

    Historisches unter dem Bundesplatz. Die Bauarbeiten auf dem Bundesplatz beschäftigen auch den Archäologischen Dienst. Spuren alter Gassen und Keller wurden entdeckt. Foto Michael Stahl



    © Berner Rundschau / MLZ, 15.01.2004; Seite 1; Nummer Kanton BE
    Etwas, das an die Vertreibung erinnern soll

    BERN - Nach archäologischen Funden soll ein Mahnmal auf die Geschichte der Juden aufmerksam machen

    In der Stadt Bern soll ein Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus entstehen. So will es die Junge Alternative mit einem Postulat, das im Stadtrat diskutiert wird. In welcher Form und an welchem Standort ist noch unklar. Das Mahnmal soll aber auf die Geschichte der Juden in Bern aufmerksam machen.

    marcello odermatt

    Sicher ist, dass das Mahnmal, über das im Berner Stadtrat diskutiert wird, in irgendeiner Art auf die Geschichte der Juden in Bern aufmerksam machen soll. Hintergrund für das Verlangen sind die archäologischen Funde, die im Rahmen der Umgestaltung des Bundesplatzes diesen Winter in Richtung Hotel Bellevue gefunden wurden. Dass sich in der Umgebung des Bundesplatzes Reste der jüdischen Kultur aus dem Mittelalter befinden, ist nicht neu.

    Reste eines jüdischen Friedhofs

    Bereits beim Bau des Bundeshauses Ost 1888 wurden Reste eines jüdischen Friedhofs aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Dies belegte, dass bereits im Mittelalter Juden in einer grösseren Zahl in Bern lebten. So strömten 1250 viele Auswärtige nach Bern, darunter viele Juden, die auf der Flucht vor Fanatismus (angebliche Schuld der Juden am Tod Christus) in Städten Schutz suchten. Denn einzelne Städte und Fürsten nahmen Juden als so genannte Kammerknechte unter ihren Schutz, verlangten aber Abgaben.

    Das Judentor

    Die Anzahl Ankömmlinge war damals derart gross, dass sie in der Stadt Bern keinen Platz fanden und sich dann zum Teil vor dem Westtor, dem späteren Zeitglockenturm, niederlassen mussten. Diese Siedlung wurde 1256 durch einen Mauergürtel mit drei Toren gesichert: Dem Käfigturm als Haupttor; nördlich das Frauentor, und im südlichen Abschnitt bildete das Judentor den Abschluss der Judengasse, die heute Kochergasse heisst. Das Judentor liegt somit unter dem heutigen Haupteingang des Parlamentsgebäudes.

    Wirtschaftliche Einschränkungen

    Obwohl das Tor verschlossen werden konnte, war die Gasse kein Getto. Vielmehr durften sich die Juden überall in der Stadt niederlassen. Sie unterlagen aber wirtschaftlichen Einschränkungen und wurden zum Darlehensgeschäft verpflichtet, was die Kirche den Christen verbot. Trotz ihrer Funktion für die Geldwirtschaft blieben sie der verwurzelten Bevölkerung fremd.

    Bussen entrichtet, Guthaben verloren

    Als sich in Bern infolge von Bränden und Kriegen nach 1285 die wirtschaftliche Lage verschlechterte, richtete sich die Wut gegen die Juden. 1294 bezichtigte man sie des Ritualmordes an einem Kind, dessen Leiche aufgefunden worden war. Die Juden wurden überfallen, ausgewiesen, verloren ihre gesamten Guthaben und mussten der Stadt Bussen entrichten.

    Später kam es dann in Bern wieder zu Neuansiedlungen von Juden - aber ebenso zu Judenmetzeleien. So wurde ihnen zwischen 1348 und 1350, als wegen der Pest in der Stadt täglich 60 bis 120 Menschen starben, vorgeworfen, die Brunnen vergiftet zu haben. Folter, Mord und Vertreibung waren hier die Folge.

    Bürgerliche Gleichstellung

    Von 1427 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts durften sich Juden nur als durchreisende Händler und Ärzte auf bernischem Staatsgebiet aufhalten. Erlasse für und gegen die Juden wechselten sich immer wieder ab. Die bürgerliche Gleichstellung der Juden entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts. 1846 gewährte der Kanton die freie Niederlassung und Gewerbefreiheit.

    Juden den Schweizern gleichgesetzt

    1866 wurden mit der Revision der Bundesverfassung die Juden allen andern Schweizern gleichgesetzt, abgesehen von der Kultusfreiheit. 1979 stellte die bernische Staatsverfassung weitere Religionsgemeinschaften den Landeskirchen weitgehend gleich. Im Jahr 1997 schliesslich trat das Gesetz zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung in Kraft.

    Schon wieder zugedeckt

    Im vergangenen Sommer 2003 und diesen Winter wurden im Rahmen der Umgestaltung des Bundesplatzes Funde jüdischer Kultur ausgegraben. Der Berner Gemeinderat wollte diese aber nur dokumentieren lassen und gleich anschliessend wieder zudecken, was in der Zwischenzeit bereits geschah. Gefunden wurden gemäss Armand Baeriswyl vom archäologischen Dienst des Kantons Bern nur wenige Reste des Judentors. Unter der Kochergasse, der ehemaligen Judengasse, hingegen wurden keine Reste der jüdischen Geschichte entdeckt. Vielmehr fanden die Archäologen dort einige Spuren des barocken Inselspitals aus dem 18. Jahrhundert. (Der Bund)



    © Der Bund, 15.01.2004; Seite 26; Nummer 11 Stadt-Region
    An Vertreibung erinnern

    Ein Mahnmal soll auf die Geschichte der Juden in Bern aufmerksam machen

    Marcello Odermatt

    In der Stadt Bern soll ein Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus entstehen. So will es die Junge Alternative mit einem Postulat, das heute im Stadtrat diskutiert wird. In welcher Form und an welchem Standort ist allerdings noch unklar. Sicher ist, dass das Mahnmal in irgendeiner Art auf die Geschichte der Juden in Bern aufmerksam machen soll. Hintergrund für das Verlangen sind die archäologischen Funde, die im Rahmen der Umgestaltung des Bundesplatzes diesen Winter in Richtung Hotel Bellevue gefunden wurden (Kasten).

    Dass sich in der Umgebung von Bundesplatz Reste der jüdischen Kultur aus dem Mittelalter befinden, ist nicht neu. Bereits beim Bau des Bundeshauses Ost 1888 wurden Reste eines jüdischen Friedhofs aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Dies belegte, dass bereits im Mittelalter Juden in einer grösseren Zahl in Bern lebten. So strömten 1250 viele Auswärtige nach Bern, darunter viele Juden, die auf der Flucht von Fanatismus (angebliche Schuld der Juden am Tod Christus) in Städten Schutz suchten. Denn einzelne Städte und Fürsten nahmen Juden als so genannte Kammerknechte unter ihren Schutz, verlangten aber Abgaben. Die Anzahl Ankömmlinge war derart gross, dass sie in der Stadt keinen Platz fanden und sich zum Teil vor dem Westtor, dem späteren Zeitglockenturm, niederlassen mussten. Diese Siedlung wurde 1256 durch einen Mauergürtel mit drei Toren gesichert: dem Käfigturm als Haupttor; nördlich das Frauentor und im südlichen Abschnitt bildete das Judentor den Abschluss der Judengasse (heute Kochergasse). Das Judentor liegt somit unter dem heutigen Haupteingang des Parlamentsgebäudes. Obwohl das Tor verschlossen werden konnte, war die Gasse kein Getto. Vielmehr durften sich die Juden überall in der Stadt niederlassen. Sie unterlagen aber wirtschaftlichen Einschränkungen und wurden zum Darlehensgeschäft verpflichtet, was die Kirche den Christen verbot. Trotz ihrer Funktion für die Geldwirtschaft blieben sie der verwurzelten Bevölkerung fremd.

    Als sich in Bern infolge von Bränden und Kriegen nach 1285 die wirtschaftliche Lage verschlechterte, richtete sich die Wut gegen die Juden. 1294 bezichtigte man sie des Ritualmordes an einem Kind, dessen Leiche aufgefunden worden war. Die Juden wurden überfallen, ausgewiesen, verloren ihre gesamten Guthaben und mussten der Stadt Bussen entrichten.

    Später kam es in Bern wieder zu Neuansiedlungen von Juden, aber ebenso zu Judenmetzeleien. So wurde ihnen zwischen 1348 und 1350, als wegen der Pest in der Stadt täglich 60 bis 120 Menschen starben, vorgeworfen, die Brunnen vergiftet zu haben. Folter, Mord und Vertreibung waren die Folge.

    Bürgerliche Gleichstellung

    Von 1427 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts durften sich Juden nur als durchreisende Händler und Ärzte auf bernischem Staatsgebiet aufhalten. Erlasse für und gegen die Juden wechselten sich immer wieder ab. Die bürgerliche Gleichstellung der Juden entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts. 1846 gewährte der Kanton die freie Niederlassung und Gewerbefreiheit. 1866 wurden mit der Revision der Bundesverfassung die Juden allen andern Schweizern gleichgesetzt, abgesehen von der Kultusfreiheit. 1979 stellte die bernische Staatsverfassung weitere Religionsgemeinschaften den Landeskirchen weitgehend gleich. 1997 schliesslich trat das Gesetz zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung in Kraft. [i] Quellenhinweis: Emil Dreifuss, Juden in Bern, Bern 1983.

    Schon wieder zugedeckt

    Im letzten Sommer und diesen Winter wurden im Rahmen der Umgestaltung des Bundesplatzes Funde jüdischer Kultur ausgegraben. Der Gemeinderat wollte diese aber nur dokumentieren lassen und anschliessend wieder zudecken, was in der Zwischenzeit bereits geschah. Gefunden wurden laut Armand Baeriswyl vom archäologischen Dienst des Kantons Bern nur wenige Reste des Judentors. Unter der Kochergasse, der ehemaligen Judengasse, hingegen wurden keine Reste der jüdischen Geschichte entdeckt. Vielmehr fanden die Archäologen Spuren des barocken Inselspitals aus dem 18. Jahrhundert. (mob)

    Unter der Kochergasse, der ehemaligen Judengasse, haben die Archäologen keine Reste jüdischer Kultur gefunden.

    Michael Schneeberger



    © Berner Zeitung, 17.01.2004; Seite 27d; Nummer BZ-ST-Aufschlagseite
    moment mal
    Gegen das Vergessen

    Bernhard Giger

    Das Büro des Stadtrats hatte zwar die Dringlichkeit des im September vom Grünen Bündnis, von der Jungen Alternativen und der Grünen Partei eingereichten Postulats bejaht. Dennoch dauerte es fast vier Monate, bis der Rat darüber entscheiden konnte, ob am Bundesplatz eine Gedenkstätte jüdischer Kultur entstehen soll. Sie soll, hat er nun mit 40 gegen 33 Stimmen entschieden.

    Die Verzögerung im Stadtrat fällt nicht gross ins Gewicht. Dass im Gebiet des Bundeshauses, der Nationalbank und des «Bellevue» im 13. Jahrhundert ein jüdisches Viertel lag, ist ja längst bekannt. Bereits vor über 100 Jahren wurde beim Bau der Nationalbank ein Grabstein gefunden. Man hätte also schon früher über eine Gedenkstätte reden können. Aber offenbar brauchte es hierzu erst ein paar Medienberichte, die das einstige jüdische Viertel im Zusammenhang mit der Sanierung des Bundesplatzes wieder ins Gespräch brachten.

    Jetzt dürfen sich ein paar Kulturschaffende im Auftrag der Stadt an die Umsetzung machen, dann wird es eine Enthüllungsfeier geben mit mahnenden Worten darüber, dass Antisemitismus und Rassismus auch im 21. Jahrhundert ihre traurige Aktualität haben. Ganze Schulklassen werden, auf der Staatskundereise ins Bundeshaus, an der Gedenkstätte vorbeigeführt werden. Die Antifa wird bei ihren Abendspaziergängen vor dem Mahnmal eine Schweigeminute lang innehalten. Und allmählich wird auch dieser Ort der Erinnerung in Vergessenheit geraten.

    Das muss die 40 Stadträtinnen und Stadträte, die nun Ja sagten, aber nicht kümmern. Sie zumindest werden nicht vergessen, dass sie Gutes getan haben. Das reicht vollauf.



    © Facts, 21.08.2003; Seite 28; Nummer 34 Schweiz
    Bundesstadt
    Der doppelte Boden

    Bern Bundesplatz und Bundeshaus liegen über dem alten Judenviertel. «Nicht von öffentlichem Interesse», sagt Alexander Tschäppät, Kronprinz für das Stadtpräsidium.

    Von Bettina Mutter

    Am 16. Oktober 2002 hackte Archäologe Daniel Gutscher mit einem Pickel den Bundesplatz auf und stiess auf einen «sensationellen» Fund: Reste des mittelalterlichen Judenviertels mit dem Judentor. Gutscher taxierte den Fund als «äusserst umfangreich und bedeutend» - wie seit 100 Jahren vermutet. Die eben begonnene Verwandlung des Platzes in eine urbane Gefälligkeit mit buntem Wasserspiel und Chromstahl wäre eine gute Gelegenheit, den Berner Juden und ihrer Geschichte ein Denkmal zu setzen. Zu spät: Gutscher und seine Leute legen die Sensation zwar oberflächlich frei, werden sie aber («archäologisches Reservat») gleich wieder zudecken. Selbst den Hinweis, dass ziemlich genau dort, wo Regierung und Volk das Bundeshaus betreten, einst die Juden durchs Judentor die Stadt verliessen, gibt es heute nicht. «Jetzt», sagt CVP-Nationalrat Remo Galli, mütterlicherseits Jude, «wäre die einmalige Chance, dies sichtbar zu machen.»

    Vreni Müller-Hemmi, SP-Nationalrätin und Zentralpräsidentin der Vereinigung Schweiz-Israel, ereifert sich: «So ein prominenter Platz ist doch geradezu prädestiniert, die Geschichte der lange diskriminierten Juden in der Schweiz sichtbar zu machen.» Bern ist besonders betroffen. Dort wurden die Juden wiederholt - 1349, 1423 und 1436 - aus der Stadt gejagt. Und die Niederlassungsfreiheit gab ihnen der Kanton Bern erst 1846. Trotz Nazigold-Debatte und Bergier-Forschung bleibt aber die Bundesstadt unempfänglich. Rassismus-Experte Georg Kreis muss es wiederholen: «Tabuisieren und Verdrängen ist grundsätzlich falsch.»

    Irrt Müller-Hemmi, fabuliert Kreis? Nein, aber Alexander Tschäppät, Berner Baudirektor und «heimlicher Stadtpräsident», sieht es erstens anders und duldet zweitens keinen weiteren Aufschub: Auf dem frisch versiegelten Platz soll am Nationalfeiertag 2004 das Richtfest steigen. In einem Facts vorliegenden Brief wimmelt Tschäppät am 3. Juli 2003 einen Projektänderungsantrag des Berner Kunstschaffenden Daniel Ritter ab, der die alte jüdische Kultur sichtbar machen will. Ritter war schon im Bundesplatz-Wettbewerb 1991 mit der Idee eines überdimensionierten «Judenturms» auf dem Bundesplatz gescheitert.

    «An einem besonderen Bezug auf historische Spuren bei der Umgestaltung dieses öffentlichen Platzes», schrieb Tschäppät zu Händen des Regierungsstatthalters, «besteht kein hinreichendes öffentliches Interesse.» Jetzt sagt Tschäppät: «Die Archäologie auf dem Bundesplatz ist von öffentlichem Interesse. Es wird aber vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern wahrgenommen. Und dessen Forderungen erfüllen wir.»

    Georg Kreis muss keine Sekunde überlegen: «Ein derartiger Umgang mit dem Thema zeugt von wenig Sensibilität.» Thomas Lyssy, Vizepräsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), mahnt: «Diese jüdische Geschichte in Bern ist ein Stück Schweizer Geschichte und sehr wohl von öffentlichem Interesse.» Yves Kugelmann, als Chefredaktor der jüdischen Zeitschrift «Tachles» stets auf der Pirsch nach Antisemitischem in der Schweiz, bringt den Gedanken über das zugedeckte Judenviertel neben dem geheimnisvollen Nationalbankgold unter dem Bundesplatz geschwind auf den Punkt: «Der doppelte Boden von Bundesbern.»

    Müller-Hemmi jedenfalls traut Tschäppät, «einem kulturell sensiblen Menschen», zu, «dass er seine Haltung überprüft» und das Projekt abändern lässt. Auf keinen Fall, sagt Tschäppät gegenüber FACTS: «Weder in der vorangegangenen öffentlichen Diskussion noch im parlamentarischen Entscheidungsprozess» sei eine solche Forderung erhoben worden. «Auch nicht von Seiten der jüdischen Glaubensgemeinschaft», betont der Baudirektor.

    Verborgen soll bleiben, was Dürrenmatt nicht grotesker hätte beschreiben können, als es die Infotafel der Archäologen («Bevor es ein Bundeshaus gab») besorgt: Schweizer Politik findet über jüdischen Gebeinen statt. Senkrecht über dem alten jüdischen Friedhof führt Joseph Deiss, Bundeshaus Ost, das Volkswirtschaftsdepartement, und Samuel Schmid regiert dort das Militär. «Unter dem Parlamentsgebäude und unmittelbar davor» orteten Ärchäologen Judenviertel und Judentor.

    Die Berner Juden reagieren konsterniert. «Mit uns hat nie jemand Kontakt aufgenommen», sagt Georg Eisner, Präsident der Jüdischen Gemeinde Bern. Und Künstler Ritter erlangt nun ein Art späte Genugtuung: Er taufte sein Projekt schon damals provokativ «Ebene und Konflikt». Tatsächlich droht der Konflikt um die Würdigung der jüdischen Geschichte in der Schweiz nun dort, auf dem Bundesplatz, wieder aufzubrechen. Die Stadt Bern müsste rasch reagieren, findet Georg Kreis. «Die Behörden müssen der religiösen Minderheit, den Juden, von sich aus ein Angebot machen.» Tschäppät lenkt ein wenig ein. Sein einziges Angebot: «Wir überlegen, ob wir nach der Auswertung der Funde bei der Platzgestaltung mit einer Informationstafel darauf hinweisen wollen.» Den konkret beim ihm eingegangenen Vorschlag, die archäologischen Funde durch Glasplatten sichtbar zu halten, machte Tschäppät allerdings nie publik. Tschäppät markiert den strengen Bauchef, für den die «erhebliche Abänderung eines Projektes» nicht in Frage kommt. «Es ist», sagt der als Favorit für das Stadtpräsidium gehandelte Tschäppät, «in einem demokratischen Verfahren genehmigt worden.»


    Bern Bundesplat; Bild: Mobiliar Versicherungen
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