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Bern - die Hauptstadt mit Charme Burgergemeinde Bern Burgergemeinde Bern Sie ist eine durch die Verfassung des Kantons Bern garantierte öffentlich-rechtliche Körperschaft und besteht als so genannte Personengemeinde aus ca. 17'300 Angehörigen der 13 Gesellschaften und Zünfte und den Burgerinnen und Burgern ohne Zunftangehörigkeit. Die historischen Wurzeln der Burgergemeinde Bern gehen bis ins Mittelalter und die anschliessende Herrschaft des Patriziats zurück. In ihrer heutigen Form existiert die Gemeinde seit der Neuordnung des Gemeindewesens im Jahre 1833 im Zuge der Reformen nach der Abschaffung der Aristokratie durch die liberale Staatsverfassung von 1831. Die burgerlichen Gesellschaften sind – im Gegensatz zu allen anderen Zünften der Schweiz – Körperschaften des öffentlichen Rechts geblieben. Organisatorisch sind sie den politischen Gemeinden des Kantons Bern gleichgestellt, und ihnen obliegt vor allem die soziale Fürsorge für ihre Mitglieder. Kulturpreis der Burgergemeinde Seit 1988 richtet die Burgergemeinde Bern alljährlich an ein kulturelles Vorhaben einen Förderpreis in der Höhe von 100'000 Franken aus.
Preisträger Jugendpreis Die Burgergemeinde Bern verleiht seit 1995 jedes Jahr einen Jugendpreis, für den Fr. 30'000 bereitstehen. Angesprochen sind Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren aus der Stadt Bern und Umgebung. Ausgezeichnet werden ausserordentliche Leistungen, Engagements in den Bereichen: Menschen, Technik, Umwelt, Kultur, Sport, Politik, Geschichte. weiter... Die Burgergemeinde Bern - ihr Wirken für die Allgemeinheit Die Einwohnergemeinden setzen sich aus allen innerhalb ihrer Gemeindegrenzen wohnenden Personen ohne Rücksicht auf deren Heimatort zusammen (Territorialgemeinden). Im Unterschied dazu ist bei den Burgergemeinden - im Kanton Bern rund 200 an der Zahl - nur der Heimatort für die Zugehörigkeit von Bedeutung (Personengemeinden). Sie kennen keine geographischen Grenzen. Das Selbstverständnis In der Präambel zu den Satzungen der Burgergemeinde Bern vom 17. Juni 1998 (Gemeindereglement) bekennen die Burgerinnen und Burger, dass sie sich bernischer Tradition bewusst, gleichzeitig ebenso sehr aufgeschlossen für den Wandel der Zeit sind; dass sie sich bestreben, die Einheit unter sich zu wahren und zu stärken; dass sie sich dem Gemeinwohl in Stadt, Region und Kanton verpflichtet fühlen; dass sie entschlossen sind, ihre sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. Die Organe Von den 17'329 Burgerinnen und Burger sind 13'805 stimmberechtigt (Stand Ende 2000). Diese wählen den sechs Mal jährlich tagenden Grossen Burgerrat (Parlament; 42 Mitglieder) und den monatlich zusammentreffenden Kleinen Burgerrat (Gemeinderat; 12 Mitglieder). Die Oberleitung über die burgerlichen Einrichtungen und Verwaltungsabteilungen wird von insgesamt elf Kommissionen und Direktionen ausgeübt. Die sozialen Aufgaben Die Burgergemeinde Bern führt das Burgerliche Jugendwohnheim Schosshalde (vormals Burgerliches Waisenhaus), ein Wohn- und Erziehungsheim für grösstenteils nichtburgerliche Kinder und Jugendliche. Das Burgerspital beim Bahnhof ist ein Altersheim mit Krankenpflege für 120 Pensionärinnen und Pensionäre, namentlich für Angehörige der Burgergemeinde, die in bescheidenen finanziellen Verhältnissen leben. Im Burgerheim auf dem Viererfeld werden, mit Vorrang für Angehörige der Burgergemeinde, 180 Betagte betreut und gepflegt. Die 13 burgerlichen Gesellschaften und Zünfte führen für ihre Angehörigen die Fürsorge- und Vormundschaftspflege. Sie werden dabei von der Zentralen Fürsorgestelle der Burgergemeinde wirkungsvoll unterstützt. Die wissenschaftlich-kulturellen Aufgaben Das Kultur-Casino stellt als Konzerthaus der Oeffentlichkeit Räumlichkeiten für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe zur Verfügung. Die Burgerbibliothek an der Münstergasse pflegt eine hervorragende mittelalterliche Handschriftensammlung, eine umfassende Dokumentation über Bern, bedeutende Nachlässe (so von Albrecht von Haller und Jeremias Gotthelf) und ihre Handbibliothek für die Wissenschaft und die Oeffentlichkeit. Das Naturhistorische Museum im Kirchenfeld orientiert die Allgemeinheit über die Erdwissenschaften und die Zoologie. Es fördert das Verständnis für die Natur und die Umwelt. Das Bernische Historische Museum wird, zusammen mit dem Kanton und der Einwohnergemeinde Bern, zu einem Drittel von der Burgergemeinde getragen. Die Paul Klee-Stiftung der Burgergemeinde Bern wird mit dem Ertrag aus ihrem Kapital von Fr. 20 Mio. ausgewählte Vorhaben des Paul Klee-Zentrums finanzieren. Der finanzielle Bereich Die DC Bank (Deposito-Cassa der Stadt Bern) gegenüber dem Hotel Bellevue-Palace bietet als mittelgrosse Regionalbank ihre Dienstleistungen einem unbeschränkten Kundenkreis an. Die Haftung der Burgergemeinde für all ihre Verbindlichkeiten gibt ihr höchstmögliche Sicherheit. Der Forstbetrieb bewirtschaftet über 3'600 ha Wald (= Fläche des Kantons Basel-Stadt). Die Lothar-Katastrophe vom 26. Dezember 1999 verursachte Schäden von Fr. 20 Mio. Die Domänenverwaltung betreut die Grundstücke der Burgergemeinde mit einer gesamten Fläche von 1'000 ha, darunter 35 Landwirtschaftsbetriebe und rund 1'500 Wohnungen. Mit jährlich ca. Fr. 20 Mio. liefert sie der Burgergemeinde den grössten Teil der frei verfügbaren Einnahmen ab. Die Finanzverwaltung schliesslich führt den Finanzhaushalt (Bilanzsumme Fr. 633 Mio.; Einnahmen und Ausgaben Fr. 111 Mio.) und das Personalwesen (knapp 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Beiträge und Preise Die Burgergemeinde richtet jährlich rund 120 einmalige Beiträge an Dritte von Fr. 0,5 Mio. in den Bereichen Gemeinnützigkeit, Kultur und Wissenschaft aus. Zwanzig kulturelle Institutionen (so das Stadttheater, das Berner Symphonie-Orchester und das Kunstmuseum) erhalten Jahr für Jahr insgesamt Fr. 400'000. Besonders wertvolle Vorhaben an der Universität werden mit Fr. 60'000 unterstützt. Gemeinnützige Einrichtungen (z. B. Stiftung Berner Münster, Vereinigung für Bern, Bern Tourismus) werden jährlich mit über Fr. 200'000 bedacht. Schliesslich anerkennt die Burgergemeinde besondere Leistungen mit dem jährlichen Kulturpreis (Fr. 100'000) und dem Jugendpreis (Fr. 30'000). Ein Schlusswort Ohne Hochmut darf festgehalten werden, dass die Burgergemeinde ihre bedeutenden Mittel nicht für sich selber oder ihre Angehörigen, sondern für die Allgemeinheit einsetzt. Der Burgernutzen ist vor über hundert Jahren abgeschafft worden, die Ratsmitglieder erhalten kein Sitzungsgeld. Fern von jedem Parteigezänk geht es letztlich um ein einziges Ziel: dem Allgemeinwohl zu dienen - eine dankbare Aufgabe. Autor: Dr. iur. Kurt Hauri, Burgergemeindepräsident Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung PräsenzAusgabe 1/01
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