g26.ch

HOME
EVENTS
MUSEEN
GALERIEN
BIOGRAPHIEN
G26.CH NEWS
BLACKBOARD
BERN INFO
KUNST

Google
Web g26.ch















Bern - die Hauptstadt mit Charme

Dampfzentrale

Marzilistrasse 47

Dampfzentrale
1904 mit zwei Dampfturbinen à 1000 kW eröffnetes und 1907 um eine gleiche Turbine erweitertes thermisches Kraftwerk, das in trockenen Wintern vor seinem Umbau in ein Dieselkraftwerk (1924) fast die Hälfte des städtischen Strombedarfs deckte. Das 55 m hohe Kamin wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges abgebrochen.

Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern



  • Dampfzentrale
  • Kulturhallen Dampfzentrale Bern (Homepage)
  • Wakker-Preis Stadt Bern
  • Bern - Bildnis einer Stadt
  • Siedlungsentwicklung in Bern: Marzili-Sandrain
  • Kulturelles Leben in Bern 19. und 20. Jahrhundert
  • Dampfzentrale, ein Text von Peter Gygax (Marzili damals)
  • Kulturhallen Dampfzentrale Bern
  • Karte



    Dampfzentrale

    Die Versorgung der Stadt Bern mit Elektrizität begann am 10. August 1891. Mittels dreier Turbinen erzeugte das städtische Kraftwerk in der Matte erstmals Strom zur Beleuchtung der Strassen und Plätze zwischen Zytglogge und Hirschengraben sowie des Festplatzes der gleichzeitig stattfindenden 700-Jahr-Feier der Stadt. In den folgenden Jahren nahm der Bedarf an elektrischer Energie rapide zu. Obwohl zusätzlich Strom aus dem eben eröffneten Kanderwerk nach Bern geliefert wurde, mussten neue Produktionsanlagen, vor allem zur Erzeugung von Spitzenenergie, erstellt werden. Nach den Plänen des bekannten Architekten Eduard Joos liessen die «Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Bern» in der südlichen Hälfte der ehemaligen Marzili-Insel eine Dampfzentrale errichten. 1904 konnte die kohlebefeuerte, mit zwei Turbinen direkt gekuppelte und mit Drehstromgeneratoren versehene Anlage in Betrieb gesetzt werden. Den Dampf erzeugten vier, später sechs Wasserrohrkessel. Das Werkgebäude erhielt 1924 eine dieselelektrische Anlage, die in den östlich vorgelagerten Anbauten untergebracht wurde.

    Die Dampfzentrale besitzt einen überaus kompakt wirkenden Baukörper. Dieser umfasst ein vielseitiges Raum- und Nutzungsprogramm, das auch am Äusseren sichtbar ist. Das Gebäude besteht aus der Maschinenhalle, dem Kesselhaus und zwei Wohnungen in den Obergeschossen. Die historistische Gliederung der Sichtbackstein-Fassaden verstärkt den Eindruck des einheitlichen Aufbaus. Durch variationsreiche Fensterformen und verschiedene Materialien entsteht eine lebendige Struktur, die durch Turmaufbauten, Erker und Quergiebel noch verstärkt wird.

    Bis in die siebziger Jahre stand die Dampfzentrale zur Energie-Erzeugung in Gebrauch. Die Denkmalpflege erstellte ein kunsthistorisches Gutachten, welches das Kraftwerk als schützenswerten Bau einstufte. Diese Einordnung wurde mit der architektonischen Qualität, als ausgezeichneter Vertreter des Fabrikbaus um 1900 und der Bedeutung als wichtiger Teil der Quartier- und Industriegeschichte Berns, begründet.

    1987 bestimmte der Gemeinderat aufgrund eines vom Komitee «Gaswerkareal für alle» vorgelegten Projekts, die Dampfzentrale einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Ein vorerst auf zwei Jahre befristetes Pilotprojekt für einen interdisziplinären Kultur-Treffpunkt wurde vereinbart. Die Dampfzentrale sollte Kunstschaffenden sowohl als Arbeits- als auch als Auftrittsort zugänglich sein. Die Raumnutzung blieb wandelbar, was der Innenstruktur, insbesondere den grossen, mit verschiedenen Niveaus erhaltenen Hallen, zugute kam. Die Maschinenhalle dient heute als Mehrzweckraum, der nicht beheizt werden kann. Das Kesselhaus wird als Aufführungsraum für Theater und Konzerte sowie als Garderobe genutzt. Im Untergeschoss befinden sich die Sanitäranlagen und Musik-Proberäume. In sehr bescheidenem Rahmen wurden provisorische Einrichtungen und Sanierungsmassnahmen durchgeführt. 1993/94 konnten die elektrischen Installationen erneuert werden.

    Seit 1987 ist die «Dampfzentrale» ein jährlich verlängertes Provisorium. Inhaltlich wie baulich ist eine Stabilisierung der Verhältnisse schon längere Zeit geplant: der Veranstaltungsbetrieb soll 1998/ 99, mit Einführung des städtischen Kulturkonzeptes, definiert werden. Das Projekt der Architekten Flückiger und Haltmeyer gewährleistet die flexible Raumnutzung durch einen funktionellen, mobilen Ausbau. In den bis 1995 von der Sanitätspolizei belegten Räumen im Erdgeschoss sind neu ein Foyer und ein Restaurant vorgesehen.

    Regula Hug
    Stadtführer - Umnutzen von Industriebauten
    Berner Heimatschutz, Regionalgruppe Bern, 1997



    Dampfzentrale Bern. Photo: Martin Abegglen

    Dampfzentrale Bern. Photo: Martin Abegglen

    Dampfzentrale Bern. Photo: Martin Abegglen
    g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT
  •