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Berühmte Gäste in Bern

Churchill in Bern

Sir Winston Leonhard Churchill
britischer Staatsmann, Sohn des Lord Randolph (jüngerer Sohn des 7. Herzogs von Marlborough, der als Konservativer durch seine imperialistischen und sozialreformerischen Ideen grossen politischen Einfluss hatte), geb. in Blenheim Palace am 30.11.1874, gest. in London am 24.1.1965. C. wurde Offizier (1898 im Sudan, Kriegsberichterstatter im Burenkrieg, wurde berühmt durch seinen waghalsigen Ausbruch aus burischer Gefangenschaft). 1900 trat er als konservativer Abgeordneter ins Unterhaus ein, ging aber 1905 als Freihändler zu den Liberalen über. Seit deren Wahlsieg 1906 in der Regierung wiederholt Minister. Als Erster Lord der Admiralität (seit 1911) nach dem Scheitern des Dardanellenunternehmens, an dessen Planung er massgeblich beteiligt war, 1915 kaltgestellt. 1917 Munitionsminister (Massenherstellung von Panzern), später Kriegs- und Luftfahrtminister, dann Staatssekretär für die Kolonien (Ausgleich in Irland und in Palästina). Nach 1922 trat er wieder zu den Konservativen über; 1924-29 Schatzkanzler; dann 10 Jahre ohne Amt und Einfluss. Nach Kriegsausbruch 1939 erneut Erster Lord der Admiralität, nach Beginn der deutschen Westoffensive am 10.5.1940 Premierminister, im Oktober 1940 auch Führer der Konservativen (bis April 1955). C.s Programm hiess »Blut, Mühsal, Tränen, Schweiss«. Mit Roosevelt verkündete C. 1941 die Atlantik-Charta. Auf den Konferenzen von Teheran (1943) und Jalta (1945) konnte C. sich nur in einigen Punkten durchsetzen. Er hatte eine glückliche Hand in der Wahl der Heerführer. Trotz seines durch die Wahlniederlage (Juli 1945) veranlassten Rücktritts blieb C.s internationales Ansehen unerschüttert; er setzte sich für den Nordantlantik-Pakt und den Europa-Gedanken ein. Oktober 1951 bis April 1955 war er nochmals Premierminister. Von seiner oft eigenwilligen Persönlichkeit zeugen seine Reden und Schriften. 1953 erhielt er den Nobelpreis für Literatur, 1956 den Karlspreis; als Maler seit 1947 pseudonym in der Royal Academy.

www.rhetorik-netz.de



  • Churchills triumphaler Empfang in Bern
  • Churchill Biographie
  • Schweizerische Winston-Churchill-Stiftung
  • Winston Churchill (Wikipedia)
  • Winston Churchill (HLS)
  • Landsitz Lohn bei Kehrsatz
  • Landsitz Morillon
  • Berühmte Gäste in Bern
  • Abbildung



    Churchills triumphaler Empfang in Bern

    Bevor Winston Churchill nach Zürich reiste, um dort seine berühmt gewordene Europarede zu halten, besuchte der frühere britische Kriegspremier, vom Genfersee kommend, Bern, wo er am 17. September 1946 begeistert empfangen wurde. Der «Bund» schilderte und kommentierte damals den Besuch des hohen Gastes ausführlich.

    Übermorgen ist es fünfzig Jahre her, dass Winston Churchill an der Universität Zürich seine berühmt gewordene Rede an die «akademische Jugend der Welt» hielt, in der er Frankreich und Deutschland zur Versöhnung und Europa zur Vereinigung aufrief. Bevor der britische Kriegspremier seine Zürcher Rede hielt und sich auf dem Münsterhof auch ans Zürcher- und Schweizervolk wandte, weilte er, von einem Ferienaufenthalt am Genfersee kommend, für zwei Tage in der Bundesstadt. Es war der aufsehenerregendste Besuch eines ausländischen Gastes, den Bern je erlebt hat.

    Populärster Staatsmann

    Churchill, obwohl damals in keinem Regierungsamt, war ohne Zweifel auch hierzulande der populärste Staatsmann seiner Zeit, und entsprechend gross und herzlich war die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde. Das widerspiegelt sich denn auch in den Spalten des «Bund», der am vorangehenden Freitag abend den detaillierten Plan der Wege publizierte, die Churchill am eigentlichen Besuchstag in Bern, dem Dienstag, 17. September 1946, benützen werde:

    Vom Lohn über Belp und Rubigen nach Allmendingen zum Mittagessen mit Bundesräten und weiteren hohen Gastgebern; über Muristalden, Nydeggbrücke, Gerechtigkeits-, Kram- und Kirchgasse zum Münsterplatz und zurück zum Rathaus, wo um 16 Uhr der offizielle Empfang durch die eidgenössischen, kantonalen und städtischen Behörden stattfinde.

    Dann über Kreuz-, Kram-, Markt- und Spitalgasse zum Bubenbergplatz sowie durch Hirschengraben, Bundes- und Kochergasse über Kirchenfeldbrücke zum Helvetiaplatz. Im weiteren war zu vernehmen, Churchill werde am Montag um 18 Uhr im Lohn eintreffen, sich am Mittwoch privat mit Freunden treffen und am Nachmittag nach Zürich weiterreisen.

    Begrüssung im «Bund»

    Am Besuchstag würdigt «Bund»-Auslandredaktor Alfred Keller die Verdienste Churchills im Zweiten Weltkrieg in einem ausführlichen Leitartikel: «Am 17. September kann die Bevölkerung Berns dem bei ihr zu Gast weilenden englischen Ex-Premier Winston Churchill endlich persönlich zeigen, wie hoch sie von ihm denkt, in welcher Verehrung er in ihr lebt und mit welcher Begeisterung sie ihm für alles, was er während des Krieges für den Sieg der hellen Mächte über die Gewalten der Finsternis getan hat, danken möchte.»

    Auf derselben Seite wird pikanterweise über den «Empfang des neuen russischen Gesandten im Bundeshaus» berichtet: Minister Kulaschenkow «in sehr schmucker, dunkelblauer Uniform» hat soeben sein Beglaubigungsschreiben überreicht, womit die angestrebten diplomatischen Beziehungen zwischen der wichtigen Siegermacht UdSSR und der vor dem Krieg so abweisenden Schweiz endlich hergestellt sind. Im Eidgenössischen Politischen Departement (wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten damals hiess) hofft man nun, Churchill gehe in seiner Zürcher Rede mit den Sowjets einigermassen gnädig um!

    Ankunft in Bern

    Über Churchills Ankunft in Bern weiss der «Bund» zu berichten: «Winston Churchill fuhr am Montag nachmittag 15 Uhr 47 von der Haltestelle Pregny bei Genf ab. Die prächtige Aussicht auf der Rampe von Lausanne nach Chexbres lockte ihn auf die rechte Seite. Da und dort umsäumten Leute, die von der Durchfahrt gehört hatten, die Bahnlinie und begrüssten den Zug mit dem V-Zeichen. 17 Uhr 30 fuhr der Zug in Bern-Weyermannshaus ein und wechselte die Richtung, um Churchill an die zu diesem Zwecke eingerichtete Haltestelle zwischen den Stationen Bern-Weissenbühl und Wabern zu bringen. Hier, auf dem Morillon-Gut, wurde er vom englischen Gesandten begrüsst.

    Wie man von der Umgebung Churchills während seiner Ferien in Bursinel erfahren kann, hat der Aufenthalt in der Schweiz dem britischen Premierminister der Kriegszeit und seiner ganzen Familie ausgezeichnet gefallen. Den weitaus grössten Teil seiner Zeit brachte Winston Churchill mit Malen zu.

    Roter Doppelpfeil

    Churchills Sonderzug war der Rote Doppelpfeil. Mit keiner Zeile war dem Berner Publikum die Ankunft. zeitlich genau mitgeteilt worden. Und doch säumten bereits am Montag abend vor 5 Uhr gewaltige Mengen Menschen die Kirchstrasse um das Morillonfeld.

    Als plötzlich der Rote Pfeil auftauchte, stimmte eine Trachtenschar aus Wabern ein schönes Berner Lied an. Am Fenster des stark besetzten Fahrzeuges erschien lachend Winston Churchill mit der bekannten Zigarre im Munde und grüsste mit dem V-Zeichen. Den Mitgliedern der englischen Kolonie, die zum Empfang direkt an der Haltestelle Zutritt erhalten hatten, versagte vor Freude die Stimme, und sie blieben stumm.

    Drei prachtvolle Pferdegespanne der Remonten, eskotiert von Polizei und motorisierten Truppen, fuhren den grossen britischen Staatsmann und seine Begleitung in das in spätsommerlicher Reife sich präsentierende Gürbetal zum Lohn. Auf dem ganzen Wege bezeugte das Volk dem grossen Engländer seine Verehrung.

    Im Lohn entboten Bundespräsident Kobelt und der Chef des Eidgenössischen Politischen Departementes, Bundesrat Petitpierre, dem hohen Gast den Willkomm des Bundesrates und des Schweizervolkes. Anschliessend überbrachte ein kleines Trachtenmädchen Churchill die Grüsse der Berner Jugend. sowie ein Schreiben des Berner Stadtpräsidenten Dr. Bärtschi. Mit dem Einbruch der Nacht kehrte wieder Ruhe ein in das festlich bewegte Dorf, das für zwei Tage einen der Grössten der Gegenwart beherbergt.»

    Der 17. September 1946

    Zum folgenden Tag steht dann in der Morgenausgabe des «Bund» zu lesen: «Am Dienstag mittag ist Winston Churchill mit seiner Tochter, Freunden und Begleitern um 12 Uhr 15 vom Lohn aus in Automobilen auf die vorgesehene Rundfahrt über Land gegangen. Frau Churchill konnte an dem Anlass leider nicht teilnehmen, da der Unfall, den sie im Motorboot auf dem Genfersee erlitt, ernsterer Natur ist. Es wurde eine gebrochene Rippe sowie eine kleine Gehirnerschütterung konstatiert.

    Die Fahrt führte über die Hunzikenbrücke nach Allmendingen, wo Winston Churchill zum Mittagessen in das alte Patriziergut von alt Generaldirektor Steck-von Erlach eingeladen worden war. Als erstes Auto traf aber nicht dasjenige des ehemaligen britischen Premiers ein, sondern um 12 Uhr 30 fuhren Bundespräsident Kobelt, dessen Frau, General Guisan und Frau von Steiger vor. Im zweiten Wagen bemerkte man die Bundesräte Celio, Stampfli und Nobs, im dritten Bundesrat Petitpierre und Frau. Kurz nachher kam ein Postauto, dem die Vertreter der Berner Regierung und der Zünfte entstiegen. In einem weiteren Wagen bemerkte man Generalstabschef de Montmollin und die Oberstkorpskommandanten Labhart und Frick, alle drei in Uniform.

    Inzwischen hatte Churchill den Lohn verlassen, und zwar in zwei grossen Buickwagen der Armee. Einen nicht vorgesehenen Halt gab es in Rubigen, wo gegen 150 Schulkinder Churchill mit Fahnen und Blumen begrüssten.»

    Nach und durch Bern

    Nach dem Bernerplatte-Bankett unter der Ägide dreier «Bellevue»-Köche ging's in die Bundesstadt: «Vom Mittwoch früh an wurden auf den Strassen und Plätzen, die von Churchill durchfahren werden, die Fahnen herausgehängt, so dass Bern am Nachmittag im heitern Sonnenschein, der dem Tag zum Glück beschieden ist, in dem bunten Schmuck erschien, der unseren sonst etwas ernsten Sandsteinfassaden so gut steht. Bald nach 14 Uhr rüsteten sich die ersten Zuschauer, um der Fahrt durch die Bundesstadt beizuwohnen. Die gegen Mittag anfahrenden Züge von auswärts waren bereits übervoll und die Strassen sind sehr belebt.

    Nachdem Churchill und die Begleiter im Egghölzli von Automobilen in Landauer umgestiegen waren, bewegte sich etwa um 16 Uhr ein schmucker Zug durch die Muristrasse und am Bärengraben vorbei zum Rathaus. Die Wagen wurden geführt von Bereitern in der prachtvollen rot-gelben Uniform des vorletzten Jahrhunderts. Auf den Strassen hatte sich eine riesige Menschenmenge angesammelt, wie man sie in Bern noch nie gesehen hatte. Ungefähr 16 Uhr 20 fuhr Winston Churchill unter tosendem Beifall an der Seite von Bundesrat Petitpierre auf den Rathausplatz. Auf der Freitreppe wurde er von Regierungspräsident Seematter begrüsst.

    Hierauf trat Winston Churchill vor das Mikrophon. Er erklärte unter lautem Beifall, dass er nicht als Feind irgendeines Landes in den Krieg gezogen sei, auch nicht als Feind Deutschlands, sondern einzig und allein gegen die Tyrannei.

    Hierauf fand in der Rathaushalle vor einem reichen Buffet ein Empfang statt. Zwischenhinein begab sich Churchill in den Grossen Rat, der zu seinen Ehren eine Extrasitzung abhielt.»

    Frontseite «Churchill»

    Die erste, stark illustrierte Seite der Abendausgabe des «Bund» war dann ganz der Schlagzeile «Winston Churchill, unser Gast in Bern» gewidmet. Noch einmal passiert der grosse Tag Revue mit den Ansprachen des Bundespräsidenten in Allmendingen sowie Churchills auf dem Rathausplatz und im Grossen Rat, wo der Gast daran erinnert hat, er sei «der Mann des Parlaments». Auf dem Foto aus dem Rathaus ist zu sehen und darunter zu lesen: «Ein Moment der Entspannung. Die Zigarre ist unter den Stuhl gefallen.»

    Mit den Verstärkeranlagen stand's damals allerdings meist nicht besser als heute: «Leider, muss festgestellt werden, hat die Einrichtung von Lautsprechern nicht ganz geklappt, da höchstens die Leute auf dem Rathausplatz mehr als abgerissene Worte verstanden haben.»

    Die berühmte Zürcher Rede

    Die Frontseite der Freitag-Morgenausgabe des «Bund» vom 20. September ist dann ganz dem Auftritt Churchills tags zuvor, am 19. September, an der Limmat gewidmet, mit dem Empfang im Rathaus, der Rede an der Universität mit dem Aufruf zur Versöhnung zwischen Franzosen und Deutschen und dem Zusammenschluss der «europäischen Familie» in «einer Art Vereinigter Staaten» (siehe morgige Seite 2) sowie der Stadtrundfahrt mit der Ansprache ans Volk auf dem Münsterhof.

    Zur Europarede, die im vollen Wortlaut abgedruckt ist, wird zum Schluss der Seite mit einer Agenturmeldung diskret vermerkt: «London zurückhaltend: Im Foreign Office lehnt man es ab, die Rede Churchills zu kommentieren. Ebenso wie es bei der Rede Churchills in Fulton der Fall war, weist man darauf hin, dass die Erklärungen des ehemaligen Premiers streng privater Natur seien und dass sie die britische Regierung in keiner Weise binden.»

    Max Grütter, Kellers jüngerer Kollege in der «Bund»-Auslandredaktion, hingegen schreibt zum Abschluss des denkwürdigen Aufenthalts des britischen Staatsmanns: «Mit seiner Zürcher Rede hat Churchill der zerrütteten und zweifelnden Welt einen Weg zu weisen versucht.» Damit zeige sich (wie nach USA-Staatssekretär Byrnes' vorangegangener Stuttgarter Rede) erneut «dem Deutschland in Ruinen ein Silberstreifen».

    Skepsis in London

    Wie dem «Bund» noch in der Freitag-Abendnummer zu entnehmen ist, stossen die Gedanken Churchills, gerade was den Wiedereinbezug Deutschlands in die europäische Völkerfamilie betrifft, erwartungsgemäss auf etliche Skepsis bis Ablehnung. Was die bald einsetzende Integration Europas betrifft, so sieht sich die Londoner «Times» aus heutiger Sicht ins Unrecht gesetzt. Nicht jedoch, was unser Land angeht.

    Da meint sie nämlich: «Die Schweiz war ein besonders geeigneter Ort, um die Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa zu erheben. Jedoch hat sich die Schweiz, indem sie sich an ihre Neutralität als ihren besten Schutz klammert, bisher von allen Staaten Europas am wenigsten bereit erwiesen - und die Geschichte rechtfertigt ihre Weisheit - zu einer Einigung mit ihren Nachbarn in einem gemeinsamen Unternehmen. Das lehrt uns, dass, wenn die Vereinigten Staaten von Europa Churchills jemals Wirklichkeit werden sollten, die Schweiz kaum ein Mitgründer dieser Union sein wird.»

    Natürlich war sie 1957 kein Mitgründer der EWG, der späteren EG und EU. Und sie ist seither, dem Mehrheitswillen des Volks gemäss, auch nicht nachträgliches Mitglied geworden. Insofern zählen sich die Eidgenossen ebenso wenig zu den «Vereinigten Staaten von Europa», wie es 1946 Churchill und mit ihm die Briten insgesamt taten.

    www.ebund.ch
    Gustav A. Lang 19.09.1996




    Churchill Biographie

    Sir (1953) Winston Spencer, englischer Politiker und Schriftsteller, * 30. 11. 1874 Blenheim Palace, † 24. 1. 1965 London; 1899/1900 Offizier und Kriegsberichterstatter im Burenkrieg, begann seine politische Laufbahn 1900 als konservativer Abgeordneter, wechselte 1904 zu den Liberalen über; mit 31 Jahren Unterstaatssekretär, mit 33 Jahren Handelsminister, kurz darauf (1910) Innenminister. Churchill stand als erster Lord der Admiralität bei Ausbruch des 1. Weltkriegs auf entscheidendem Posten, musste aber 1915 nach dem Scheitern des Gallipoli-Unternehmens zurücktreten; 1917 Munitions- und Wirtschaftsminister.

    Als Kriegsminister (1919-1921) drängte er auf Unterstützung der weissrussischen Streitkräfte, trat 1922 (als Kolonialminister) angesichts der Kritik an seiner Nahostpolitik zurück, verlor seinen Sitz im Unterhaus und schrieb seine Kriegserinnerungen (Die Weltkrisis 1924 ff.). 1924 ins Unterhaus gewählt, schloss er sich wieder den Konservativen an; 1924-1929 Schatzkanzler, schied nach dem Sieg der Labour Party aus und blieb 10 Jahre lang Unterhausmitglied ohne Staatsamt. Churchill warnte schon seit 1932 vor einem Deutschland unter Hitler und geriet damit in Opposition zur Beschwichtigungspolitik N. Chamberlains.

    Bei Kriegsbeginn 1939 wurde Churchill wieder Erster Lord der Admiralität, 1940-1945 Premierminister; in ihm erwuchs dem Krieg führenden Deutschland ein kompromissloser Gegner. Er koordinierte schon Ende 1941 die britischen Kriegsanstrengungen mit den USA; trat 1942 dem Bündnis Roosevelts mit Stalin bei; das Vordringen Russlands in Europa vermochte er allerdings nicht zu verhindern. Als seine Partei die Unterhauswahl 1945 verlor, musste Churchill während der Potsdamer Konferenz zurücktreten.

    Als Oppositionsführer inspirierte er die Gründungen der NATO und des Europarats. 1951-1955 erneut Premierminister. 1953 Nobelpreis für Literatur; 1956 Karlspreis. Werke: Der Zweite Weltkrieg 6 Bände 1949-1954; History of the Englishspeaking Peoples 4 Bände 1956-1958.

    www.wissen.de



    Schweizerische Winston-Churchill-Stiftung

    Die Schweizerische Winston-Churchill-Stiftung wurde ein Jahr nach Churchills Tod 1966 in Zürich gegründet. Sie verfolgte zwei Ziele: die Erinnerung an Leben und Werk des britischen Kriegspremiers und die Förderung historischer Studien über seine Tätigkeit und seine Zeit. Zu diesem Zweck lud sie regelmässig Churchill-Zeitgenossen und Spezialisten für britische Zeitgeschichte nach Zürich ein. Gleichzeitig widmete sie sich dem Aufbau der Churchill-Bibliothek, mit der auch Lücken in den Beständen der Zürcher Bibliotheken zur britischen Geschichte der Jahre 1870 bis 1939 gefüllt werden sollten. Finanziert wurden die Aktivitäten mit dem Stiftungskapital, das aus dem Überschuss der Sammlung für das 1965 in Oberhofen am Thunersee errichtete Churchill-Denkmal resultierte. Die Beziehungen zur Universität waren stets eng: Beispielsweise gehörte der damalige Geschichtsprofessor Max Silberschmidt zu den Gründern der Stiftung

    www.unizh.ch


    Sir Winston Churchill
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