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Niki de Saint Phalle
29.10.1930 Neuilly - 21.5.2002 San Diego
Französische Bildhauerin, und Malerin; begann mit «Self-Shooting-Bildern» (indem sie Farbkapseln auf Gipsflächen zerschoss), erregte Aufsehen mit ihren «Nanas» aus bunt bemaltem Pappmaché, besonders mit der begehbaren, 27 m langen Figur «Sie» (1966 im Museum für Moderne Kunst in Stockholm); die «Nanas» ziehen sich durch ihr ganzes Werk: «Schwarze Nana» 1968/69, Köln, Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig; «Nana auf einem Delphin» 1994; mit J. Tinguely schuf sie Brunnen in der Nähe des Entre Pompidou in Paris (1983); spielte 1973 in dem autobiografischen Spielfilm «Daddy» die Hauptrolle.
www.wissen.de
Niki de Saint Phalle (BHM)
Niki de Saint Phalle (Wikipedia)
Niki de Saint Phalle (Biografie)
Zum Hinschied von Niki de Saint Phalle
Jean Tinguely
L'Espace Jean-Tinguely - Niki de Saint Phalle
Verzeichnis Künstlerbiografien
Niki de Saint Phalle
«Meine Arbeit ist autobiographisch,
sie ist meine Verbindung zur Wirklichkeit»
[Niki de Saint Phalle]
Catherine Marie-Agnes Fal de Saint Phalle, die Künstlerin Niki de Saint Phalle, wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine geboren. Am Tage ihrer Geburt erhielt sie Tarotkarten zugeteilt: «Der Magier [Karte für Kreativität und Energie] und der Gehängte [Karte für Aufnahmefähigkeit und Sensibilität für alles und jeden]. Mir wurde auch die Karte des Mondes (Phantasie und als Gegengewicht verneinende Einbildungskraft] gegeben. Diese Karten sollten der Untergrund, die Leinwand werden, auf der ich mein Leben malte» [Brief Niki de Saint Phalle an Pontus Hulten; vgl. PONTUS HULTEN 1992, 147].
Ihre Jugend und Schulzeit verbrachte Niki de Saint Phalle in New York. Nach dem Abitur arbeitete sie als Photomodell, ihr Photo erschien in «Vogue», «Harper's Bazaar» und auf der Titelseite des «Life Magazine». Mit 20 Jahren heiratete sie den jungen Schriftsteller Harry Mathews, ein Jahr später kam Tochter Laura zur Welt. Die junge Familie siedelte nach Paris über, wo Niki die Schauspielschule besuchte.
Bald einmal fasste sie jedoch den Entschluss, Künstlerin zu werden. Ihre ersten Ölbilder und Gouachen entstanden bereits im Jahr 1950. Auf ihren Reisen nach Madrid und Barcelona lernte Niki die Werke von Gaudi kennen und schätzen. Sie bezeichnet Gaudi als einen ihrer «Helden», bewundert die Besessenheit von Gaudi und von Facteur Cheval, «allein ihren Weg zu gehen - ohne Vermittler, ohne Museen und ohne Galerien» [Brief an JeanTinguely; vgl. PONTUS HULTEN 1992,153].
1955 wohnte Niki auf Mallorca, wo auch ihr Sohn Philip geboren wurde. Zurück in Paris begegnete sie Jean Tinguely zum ersten Mal. Sie erinnert sich noch genau an das Zusammentreffen, wie sie in einem Brief an ihn beschreibt: «ich verliebte mich sofort in Deine Arbeit. Dein Atelier sah aus wie ein riesiger Schrotthaufen voll wunderbarer verborgener Schätze. Jean, Du sahst sehr gut aus. Du gingst wie ein Panther und hattest diese magnetischen Augen, die Du sehr genau einzusetzen wusstest. Ein sehr schöner, dunkler, gefährlich aussehender Mann» (Brief an Jean Tinguely; vgl. PONTUS HULTEN 1992, 154). Aus der Begegnung mit Tinguely entwickelte sich eine Freundschaft, basierend auf der Leidenschaft für die Kunst. Später entstand zwischen den beiden Künstlernaturen eine bewegte Liebe, die, geprägt von Höhen und Tiefen, Spannungen und Brüchen, ein Leben lang anhielt.
Unter dem Namen Mathews stellte Niki 1956 zum ersten Mal ihre Bilder und Gouachen aus, und zwar in der Galerie des Restaurants Gotthard in St. Gallen. 1960 trennte sie sich von ihrem Mann und den Kindern und zog zu Jean Tinguely an die Impasse Ronsin in Paris, wo sich beide ein Atelier teilten. Eine neue Lebens- und Schaffensphase begann. Niki hatte sich von den Rollenklischees ihrer engen grossbürgerlich-katholischen Erziehung befreit, voll und ganz wollte sie sich ihrer Kunst widmen. Unterstützt von Tinguely und seinem Freundeskreis, den «Nouveaux Realistes», begann Niki mit einer «Generalabrechnung», die sich in Assemblagen und «Schiessbildern» manifestierte.
Sie schoss auf Leinwände oder Holztafeln mit blütenweissen Gipsreliefs, in denen Farbbeutel verborgen waren. Niki schrieb über die Vorbereitungen zur ersten Schiessaktion: «Wir schlugen Nägel in das Holz, damit der Gips etwas haften blieb. Ich wurde wild und füllte nicht nur Farbe in Plastiktüten, sondern alles was so herumlag - auch Spaghetti und Eier. Als fünf oder sechs solcher Reliefs fertig waren, meinte Jean, es wäre an der Zeit, ein Gewehr aufzutreiben. Wir hatten nicht genug Geld, um eines zu kaufen, deshalb gingen wir auf den Rummelplatz... und überredeten den Mann an der Schiessbude, uns sein Gewehr zu leihen. Es war ein Kaliber 22, mit richtigen Patronen, die den Gips durchlöchern konnten. Wenn dann die Kugel die im Gips eingearbeiteten Plastikbeutel mit der Farbe traf, würde sie durch das Einschussloch nach unten tropfen und die Oberfläche färben...
Es war ein erstaunliches Gefühl, auf ein Bild zu schiessen und zu sehen, wie es sich selbst in ein neues verwandelte. Das Blutbad in Rot, Gelb, Blau spritzte auf das reine weisse Relief. Das Bild wurde zum Tabernakel für Tod und Auferstehung» [Brief an Pontus Holten; vgl. PONTUS HULTEN 1992,160-1611. Niki schoss sich den Weg frei zu sich selber und löste sich von den erstickenden gesellschaftlichen Bindungen, wie ein Zitat von ihr veranschaulicht: «1961 schoss ich auf... Männer, meinen Bruder, die Gesellschaft, die Kirche, den Konvent, die Schule, meine Familie, meine Mutter, alle Männer, Papa, auf mich selbst...» [vgl. CARLA SCHULZ-HOFFMANN 1987, 52]. Mit ihren «Tirs» entfachte sie Skandale und Diskussionen, weltweit wurde über sie berichtet.
Nach den Gewalt- und Protestaktionen zog sie sich in eine innere Welt zurück. In der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Rollen der Frau entstanden Bräute, Gebärende, Hexen, Monster und Huren. Aus Wolle, Garn, Papiermache und Drahtgerüsten verfertigte sie die ersten «Nanas». Die Figur der «Nana» gipfelte 1966 in einem Projekt des Stockholmer Kunstmuseums, Moderna Museet.
Eine Riesenfrau, 29 m lang und 9 m breit, genannt «Hon», bot mit gespreizten Beinen den Besuchern Einlass in die von Jean Tinguely gestalteten Innenräume. «Hon», was auf schwedisch «sie» heisst, beherbergte in ihrem Innern unter anderem ein Kino, eine Liebesnische im Bein, eine Milchbar in der Brust und eine mechanische Gebärmutter im Bauch. «Hon», die Urmutter, die Göttin, war ein ironischer Kommentar auf das Idealbild der Frau.
Die Schweden waren begeistert, die ausländische Presse mehrheitlich auch, nicht aber Tinguelys Landesgenossen, wie Reaktionen in der Berner Tageszeitung «Der Bund» bestätigen. Journalisten sahen in «Hon» eine «obszöne Entgleisung» des Künstlers und nannten die Skulptur eine «monströse Schweinerei» - Aussagen, denen viele Leserbriefschreiber beipflichteten. Obschon Nikis Werk ab 1964 vermehrt auch in der Schweiz zu sehen war, betrachtete die Schweizer Presse die monumentale Frau in Stockholm als ein Werk Tinguelys. Niki wurde nicht als gleichwertige Künstlerin bezeichnet, sondern als Mitarbeiterin und Mitschöpferin Tinguelys.
Nachdem Niki de Saint Phalle mit «Hon» die Grenzen verlegt und Dimensionen gesprengt hatte, arbeitete sie in den 1970er Jahren vermehrt an Grossprojekten. Beispiele davon sind: ein Kinderspielplatz in Jerusalem, «Le Dragon» in Knokke-le-Zoute (Belgien) und drei gigantische «Nanas» in Hannover.
1971 heirateten Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely, im gleichen Jahr wurde Nikis Enkelin Bloum geboren. Beide Künstler arbeiteten eigenständig an ihren Projekten, oft über längere Zeit getrennt voneinander. Ein für beide wichtiges Gemeinschaftswerk stellt der Strawinsky-Brunnen neben dem Centre Pompidou in Paris dar. Schwarze Maschinenplastiken trafen auf die sinnenfreudigen «Nanas», Tinguelys männliche, eckige Eisenkonstruktionen bildeten zusammen mit Nikis bunt schillernden, prallen Frauenfiguren eine verspielt-heitere Einheit.
Nikis Beziehungen zur Schweiz hatten im wesentlichen mit Jean Tinguely und der gemeinsamen Arbeit zu tun, waren aber auch geprägt von Nikis Krankheitsgeschichte und den damit verbundenen Spital- und Kuraufenthalten. Seit Mitte der 1970er Jahre litt die Künstlerin an einem Lungenabszess, den sie sich während ihres jahrelangen Umgangs mit Polyester zugezogen hatte. Mehrmals wurde sie zur Pflege ins Tiefenauspital nach Bern gebracht. Am Eingang des Tiefenauspitals steht denn auch die einzige «Nana» auf Berner Boden.
Das Jahr 1976 verbrachte Niki zum grössten Teil in der Abgeschiedenheit von St. Moritz. Sie kämpfte mit einer schweren Lebenskrise, gab sich mit Selbstmordgedanken ab. Neue Energie schöpfte sie aus der Verbundenheit mit der Natur, es entstanden neue künstlerische Konzepte, wie die «Skinnies», die dünnen, skelettartigen Skulpturen. Diese transparenten Plastiken atmeten, verschafften den stark geschädigten Lungen wieder Luft. 1980 widmete das Centre Pompidou Niki de Saint Phalle eine Retrospektive, eine Ehre, die bisher nur wenigen lebenden Künstlern zuteil wurde.
Das umfangreichste Projekt Nikis stellt der Tarot-Garten in der Toskana dar. Die Gestaltung dieses Gartens ist ihr Lebenswerk, schon seit 16 Jahren arbeitet sie an der Verwirklichung ihres grossen Traumes. Vorbilder für dieses Gesamtkunstwerk hat sie in der Architektur von Gaudi und Facteur Cheval und in der Tradition der phantastischen Gärten von Villa d'Este und von Bomarzo gefunden. Die eigentliche Inspirationsquelle liegt aber im Tarotspiel und den ihm zugrundeliegenden Karten der «Grossen Arkana», aus deren wichtigsten Figuren der Garten besteht. Manche Skulpturen sind begeh- und bewohnbar, wie zum Beispiel die «Herrscherin», in deren Innern sich Niki eingerichtet hat.
Der Tarot-Garten ist ein Garten des Lichts, der Farbe, der Phantasie und der Lebensfreude. Die mit farbigen Spiegeln und Glas dekorierten Skulpturen reflektieren das Licht kilometerweit. Bei der Realisierung und Ausführung des Gartens hat Jean Tinguely und sein Team entscheidend mitgeholfen. Nach Tinguelys Tod 1991 fand Niki zu neuen Ausdrucksformen in ihrer Kunst. Es entstanden bewegliche «Tableaux eclates», deren Motive in einzelne Teile zerfallen und sich wieder zusammenfügen. Oder wie ein Kind an der Retrospektive 1993 in Fribourg treffend kommentierte: «Quand le tableau s'éclate, c'est la mort, quand le tableau revient ensemble, c'est la vie.»
Im Mai 1995 ist die Stiftung «Espace Jean Tinguely - Niki de Saint Phalle» errichtet worden, deren Zweck es ist, einen ständigen Ausstellungsraum zu schaffen, um bedeutende Werke der beiden Künstler einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dafür ist die ehemalige Burg-Garage in Fribourg vorgesehen, die Ausstellung soll 1997 eröffnet werden.
Quelle: Chrige Fankhauser
Biographien - Bernisches Historisches Museum 1996
Lit.: A. SCHEIDEGGER: Riesemveib von Stockholm. Skandalöses «Meisterfabrikat» des protegierten Schweizer POPisten Jean Tinguely. In: Der Bund, 7. Juli 1966, 3. - ARNOLD H. SCHWENGELER: Genug jetzt! In: Der Bund,11. Juli 1966. - Hon - en historia. Moderna Museet, Stockholm 1967. -PIERRE BOULEZ, PONTUS HULTEN, FRANZ MEYER, STEPHANIE POLEY: Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle. Strawinsky-Brunnen Paris. Bern 1985. - CARLA SCHULZ-HOFFMANN (Hrsg.): Niki de Saint Phalle. Bilder, Figuren, Phantastische Gärten. München 1987. - LOTHAR RoMAIN und DETLEF BLUEMLER (Hrsg.): Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. München 1989. - PONTUS HULTEN: Niki de Saint Phalle. Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Stuttgart 1992. - Niki de Saint Phalle. Aventure Suisse. Musee d'art et d'histoire, Fribourg 1993. - Musee d'art et d'histoire de Fribourg: Mitteilung an die Medien, 16. Mai 1995.
Niki de Saint Phalle
Bei dem Namen Niki de Saint Phalle denken viele von Ihnen vielleicht an die Skulpturen der lustigen Nanas – wahre Urmütter, die in allen Farben bunt leuchten. Der Weg zu diesen Urmüttern war für die Künstlerin, die in den sechziger Jahren langsam bekannt wurde, äusserst schwer und mit einem tiefgreifenden Selbsttherapeutischen Prozess verbunden.
Marie Agnes de Saint Phalle wurde am 29.10.1930 in Paris geboren, «ein Kind der Depression», wie sie selbst über sich sagte. Der Vater stammte aus dem französischen Landadel («Die dreizehntälteste Familie Frankreichs!»), war Bankier und hatte im Börsenkrach von 1929 soeben sein gesamtes Vermögen verloren, die Mutter war Amerikanerin grossbürgerlicher Herkunft, so dass Niki, wie sie schon seit frühester Kindheit genannt wurde, in verschiedenen Kulturen, jedoch stets in «gehobener Gesellschaft» aufwuchs. Während des Faschismus lebte die Familie in Amerika, dann wieder in Frankreich, zum Teil lebte Niki bei den Grosseltern, anschliessend wieder bei den Eltern oder im Internat. Ihre Kindheitserfahrungen, wie der alltägliche Rassismus, den sie in Amerika erlebte, eine strenge und katholische Erziehung durch die Eltern, die interne Gewalt in der Familie unter Wahrung des äusseren Scheins, die Konfrontation mit stereotypen weiblichen Rollenklischees, sowie verschiedene Konfessionsschulen, und ein Klosterinternat legten den Grundstein für ihr späteres Schaffen. Das einschneidendste Erlebnis aber war der Missbrauch durch den Vater im Alter von 11 Jahren. «Ich wollte meinem Vater verzeihen, dass er mich, als ich elf Jahre alt war, zu seiner Geliebten zu machen versuchte. Ich fand nur Wut und leidenschaftlichen Hass in meinem Herzen.»
Bevor sich Niki de Saint Phalle der schaffenden Kunst zuwandte, arbeitete sie zunächst sehr erfolgreich als Model, und war auf den Titelseiten der wichtigsten Modezeitschriften der frühen 50er Jahre zu sehen. Sie nahm Schauspielunterricht, heiratete ihren ersten Mann, Harry Matthews, und bekam 1951 und 1955 ihre Kinder Laura und Philip. Zu dieser Zeit erlitt sie jedoch auch einen schweren Nervenzusammenbruch und wurde wegen Suizidgefahr in eine Klinik in Nizza eingewiesen. Dort erhielt sie einen Brief ihres Vaters, der zwar zugab, sie als Kind vergewaltigt zu haben, jedoch keine Reue zeigte. Nikis Therapeut glaubte ihr nicht, und ordnete eine Behandlung mit Elektroschocks an. Die anschliessende Maltherapie half ihr wieder auf die Beine, sie beschloss Künstlerin zu werden.
Ihre Arbeit begann in den frühen 50er Jahren mit Ölbildern, Mitte der 50er trennte sie sich von Ihrem Mann und den Kindern und experimentierte mit Collage-Elementen, sogenannten Assemblagen, d.h. sie arbeitete Gegenstände und Materialien in ihre Bilder ein. Hier verwandte sie bereits Attribute, die traditionell eher der männlichen Symbolik zugeordnet werden, wie Messer, Pistolen, Metzgerbeile, später Zielscheiben, auf die sie mit Pfeilen warf. Daraus wurden in den 60er Jahren die ersten Tirs, die Schiessbilder, mit denen Niki de Saint Phalle als Autodidaktin über Nacht berühmt wurde. Die Schiessbilder bestanden in der Regel aus Gipsreliefs, in die an verschieden Stellen Farbbehälter eingearbeitet waren. Während «der Ausstellung», wurden die Betrachtenden aufgefordert, mit Gewehren auf die Bilder zu schiessen und so die Farbbeutel zu zerstören, oder aber Niki schoss selbst. Diese ersten Schiessaktionen lösten einen Skandal aus, denn dieses erste «Happening» der Kunstgeschichte war in vielerlei Hinsicht revolutionär. Die Kunst- konsumierenden wurden zu Teilen des Kunstwerkes, gleichzeitig war durch die Gewehre und die, wie Blut über das «unschuldige» Weiss laufende Farbe eindeutig Gewalt im Spiel, der Akt des Schaffens war gleichzeitig Akt der Zerstörung, was nicht unbedingt zu der schönen jungen Frau zu passen schien, die all das inszenierte.
Tatsächlich war genau das die Absicht der Künstlerin: «1961 schoss ich gegen Daddy, gegen alle Männer, gegen alle, gegen die Gesellschaft, gegen mich selbst (...)». Sie bezeichnete ihre Kunstform als Krieg ohne Opfer oder Mord ohne Opfer und betonte das dringende Gefühl von Wut und Zorn, die sich Bahn brechen mussten: «Instead of becoming a terrorist, I became a terrorist in art.» Die Schiessbilder standen einerseits im Zusammenhang mit den persönlichen Gewalterfahrungen, die Niki de Saint Phalle gemacht hatte, andererseits sind sie aber auch im Kontext des Gewaltklimas der 60er Jahre zu sehen, das in Paris durch die Kriege in Algerien und Kongo sehr gegenwärtig war. Noch Jahre später reflektierte sie, wie nah sie daran gewesen war, ihren Gefühlen auf ganz andere Weise Ausdruck zu verleihen: «Als ich im letzten Winter nach Stuttgart kam, sah ich am Flughafen eine Anzahl Fotos junger Terroristinnen. Mir wurde bewusst, wie viel Glück ich gehabt hatte, einen pazifistischen Ausdruck meiner inneren Gewalt gefunden zu haben.» Inhaltlich befasste sie sich einerseits mit persönlichen Motiven, wie z.B. «Portrait of my lover» (1961), andererseits mit allgemein politischen Themen, wie z.B. einer Serie von Altären oder dem «Tir des hommes politiques» (1963), auf dem Köpfe von Staatsoberhäuptern damaliger und vergangener Zeiten zu sehen waren: «das wahrscheinlich wichtigste Werk».
Während dieser Zeit in Paris lernte sie auch ihren späteren zweiten Ehemann und lebenslangen Gefährten Jean Tinguely kennen, der Teil der progressiven avantgardistischen Künstlergruppierung Nouveau Realisme war. Die Mitglieder (u.a. auch Yves Klein, Marcel Duchamp) einte ihr Widerstand gegen alles, was die Kunst zu etwas Exklusivem und Elitären machte und Niki wurde dort als einzige Frau mit ihren Schiessbildern und Assemblagen als ihrem eigenständigem Beitrag aufgenommen. Die Gemeinschaft mit Jean Tinguely war bis zu seinem Tod 1991 geprägt von künstlerischer Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung, die auch über persönliche Trennungen hinweg anhielten. Jean, zunächst Anarchist, dann Kommunist, der als Arbeiterkind in der Schweiz Arbeit und Armut von allen Seiten kennen gelernt hatte und Niki, die Tochter aus sogenanntem «guten Hause», verband gerade das Gegensätzliche, das sich auch in späteren Kunstprojekten der beiden wiederspiegelte, in denen sie sich gegenseitig als Personen wie als Kunstschaffende inspirierten. Eine ihrer ersten gemeinsamen Aktionen war ein Kunsthappening in der Wüste von Nevada, USA, das Atombombentests thematisierte. Bei «End of the World» (1962) sprengten sie riesige Schrottkunstwerke in die Luft und freuten sich anschliessend darüber, dass bei diesem Happening eindeutig mehr Gäste waren, als bei den ersten Explosionen 15 Jahre zuvor.
Mitte der 60er Jahre gab es dann eine weitere Zäsur im Leben, wie im künstlerischen Schaffen Niki de Saint Phalles: es erfolgte eine Wende weg von der Wut, hin zum Schmerz und vom Schmerz zur Freude: die ersten Nanas entstanden. Nana, in französischer Umgangssprache bis dato ein leicht anzügliches Wort für freches Mädchen, Göre oder Mieze, ist seitdem auch untrennbar verbunden mit Niki de Saint Phalles Werk. Seit 1964 die lebensbejahenden, fröhlichen, bunten, meist tanzenden, oft über lebensgrossen, dicken Frauenskulpturen zum ersten Mal auftauchten, waren sie nicht mehr wegzudenken aus dem Schaffen Niki de Saint Phalles. Die Nanas stehen für Lebenskraft, Weiblichkeit, freie Gestaltung ohne Hemmungen und Konventionen, sie vereinigen alle Frauen in sich, sind eine umfassende Reflexion der weiblichen Existenz.
Die erste Ausstellung der Skulpturen, Nana Power, 1965, erregte abermals grosses Aufsehen: «Kein Wunder, denn eine Künstlerin, die den <heiligen Phallus> im Namen trägt, schickte sich an, weibliche Körper selbstbewusst, sinnlich und körperbetont darzustellen und die Sexualität der Frau zu thematisieren.» 1966 folgte direkt der nächste und ungleich grössere Skandal, als Niki de Saint Phalle zusammen mit Jean Tinguely, der für die Konstruktion zuständig war, eine riesige 28 x 6 x 9 Meter grosse liegende Nana erbaute. Dieses Kunstwerk, namens HON, die Kathedrale, im Moderna Museet zu Stockholm war begehbar, Zu- und Ausgang war die Vagina, in der linken Brust befand sich ein Planetarium, in der rechten eine Milchbar. Trotz der Empörung, liebten die Besuchenden ihre Hon und bis zu ihrer Zerstörung am Ende der Ausstellungsdauer, besuchten tausende Menschen die heitere Frauenplastik. Die Hon war gleichzeitig auch der Beginn vieler noch folgender Monumentalplastiken, die teilweise begehbar, oder aber auch bewohnbar waren, bekannt sind die grossen Nanas in Hannover am Leineufer, es gibt grosse phantasievolle Gebilde, die Spielgeräte für Kinder sind, den Golem in Israel, oder einen Kindergarten.
Durch die Nanas setzte Niki schon lange vor der Frauenbewegung ihre persönliche Befreiung in feministische Kunst um, in Kunst, die die Frauen, ihre Präsenz und Stärke in den Mittelpunkt stellte. Diese bewusste «Frauensicht» bedeutete für sie aber niemals die vollständige Abgrenzung von den Männern, sondern immer auch die vergleichende Konkurrenz: «Ich werde die grössten Skulpturen meiner Generation machen. Grösser. Höher und stärker als die der Männer.» Und die Auseinandersetzung: «Die Männer in meinem Leben, diese Bestien, waren meine Musen, das Leiden, davon zehrte viele Jahre meine Kunst - ich danke ihnen.», «Ich habe mich oft gefragt, warum in meinen Arbeiten so wenig Männer vorkommen. Wenn sie nett sind, dann sind sie Tiere und Vögel; sind sie grässlich, dann sind sie Monster.». Sie lehnte es auch stets ab, an reinen Künstlerinnen- Ausstellungen teilzunehmen, teils aus dieser Suche nach der Gegenüberstellung, teils jedoch auch, weil für sie die Frage nach Identität und somit auch nach Geschlecht stets eine offene Frage blieb: «Als junges Mädchen lehnte ich Mutter und Vater als Modelle für mein zukünftiges Verhalten ab. Was mich mit dem enormen Problem, mich neu zu erfinden und neu zu erschaffen konfrontierte. Ich hatte keine klare nationale Identität. Ich fühlte mich halb als Französin und halb als Amerikanerin. Ich wollte auch halb Mann halb Frau sein. In einer Männerrolle schien man viel mehr Freiheiten zu besitzen.»
Gleichzeitig zu der Periode der lebensbejahenden und lebensfrohen Grossplastiken, gab es in den 70er Jahren eine weitere Phase der Bewältigung alter Verletzungserfahrungen: Niki de Saint Phalle drehte eine Reihe von Filmen, in denen sie geheime Phantasien und ihre eigene zerstörerische Kraft auslebte, der wichtigste dieser Filme hiess «Daddy» (1972) und war eine teils autobiographische, teils fiktive Geschichte zwischen Vater und Tochter. «Der Film ist ein Angriff auf das Patriarchat, ein Racheakt.» Nach Beendigung des Filmes erlitt Niki einen Zusammenbruch, die erhofften Erinnerungen an die eigenen Gewalterfahrungen blieben jedoch aus, sie entschied sich, sich nun endgültig wieder der Bildhauerei zuzuwenden.
Von 1978 an arbeitete Niki de Saint Phalle bis 1997 in der Toscana an ihrem umfangreichsten und grössten Projekt, dem Tarotgarten. Der Tarotgarten ist ein parkähnlicher Garten mit Monumentalskulpturen, die sich an den Figuren des Tarot orientieren. Er soll ein begehbares Sinnbild sein für die Prüfungen, die ein Mensch durchlaufen muss, um geistig zu reifen und beinhaltet sowohl Elemente aus der traditionellen Gartenkunst, wie auch mystische Elemente aus der Kabbala. «Ich sehe mich in der Karte des Narren. Der Narr geht herum mit der Nase in der Luft auf der Suche nach seiner geistigen Identität - und genau das tat ich, als ich den Garten baute». Um das gigantische Projekt zu finanzieren, kreierte Niki ein Parfum und verkaufte einige kleinere sogenannte «Multiples», sie wohnte im inneren der «Sphinx», lebte in und für ihre Kunst.
Auf ärztlichen Rat hin zog sie von Italien ein weiteres mal um, diesmal nach San Diego. Ihre Lungen waren so weit angegriffen, dass das Klima an der Küste für sie überlebenswichtig wurde. Auch dies schlug sich als biographisches Element in ihrer Kunst nieder: die «Skinnies», die Dünnhäutigen, durchbrochene Transparentplastiken, prägten eine weitere Schaffensphase. Neben den eher bekannteren Werken schuf sie Kunstmöbel, polierte Bronzen, kinetische Skulpturen, die sie als Hommage an Jean Tinguely nach dessen Tod entwarf, sowie Bücher, wie zum Beispiel ein Buch zur Aufklärung über AIDS, oder Bücher mit poetischen Briefen, Teile einer Autobiographie und vieles mehr. Niki de Saint Phalle schöpfte Kraft aus ihrem Zorn und ihrer Lebensfreude und suchte immer wieder neue Wege, ihren Gefühlen Gestalt zu geben. Ihre Kunst ist eine Kunst, die nicht schwer zu verstehen ist, die leicht und menschennah bleibt, auch wenn sie monumental gross ist. Trotz all dieser Vielseitigkeit ihres Lebens und ihres Lebenswerkes, suchte sie immer noch nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Kreativität und Phantasie, der Tod war dabei für sie nur die Fortsetzung des Lebens:
Am 21.Mai 2002 verstarb Niki de Saint Phalle im Alter von 72 Jahren. Das jahrzehntelange Arbeiten mit dem Werkstoff Polyester hatte schon seit vielen Jahren ihre Gesundheit angegriffen, immer wieder hatte es Wochen und Monate gegeben, in denen sie sich aufgrund von Asthma und rheumatischer Arthritis kaum zu bewegen vermochte: «Ausgerechnet das Material, mit dem ich am liebsten arbeite, ist absolut mein Todfeind» So wie ihr Tod untrennbar mit ihrer Kunst verbunden ist, so gab es auch in ihrem Leben keine Trennung zwischen ihrem radikalen und vielschichtigen Werk und ihrer Person: jeder neue Lebensabschnitt wurde durch oftmals umfassende Stilwechsel in ihrem künstlerischen Schaffen gekennzeichnet.
«In meinem nächsten Leben möchte ich Musikerin sein, ein Instrument spielen oder singen... singen ist eigentlich besser! Vielleicht werde ich als Mücke oder vielleicht als Schmetterling wiedergeboren.»
Autor nicht bekannt
Zum Hinschied von Niki de Saint Phalle
Die bekannte Künstlerin Niki de Saint Phalle (Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle), Witwe von Jean Tinguely, ist nach schwerer Krankheit am 21. Mai in San Diego, Kalifornien, gestorben. Sie hatte jahrelang um ihre Gesundheit kämpfen müssen, ihre Lungen waren durch die Bildhauerarbeit mit Polyester schon früh geschädigt. Man wusste damals noch wenig über die giftigen Dämpfe bei der Verarbeitung dieses Materials. Trotz vieler Kuraufenthalte arbeitete sie ununterbrochen bis zuletzt an ihrem umfangreichen Werk, das in der Figuration der bunten Nanas, der Herzen, Monster oder Schlangen die Welt eroberte und Gross und Klein stets von neuem fasziniert.
Nikis ungewöhnliches Leben gleicht einer Ballade vom kleinen Mädchen, das auszog, die Welt zu erobern. Sie wurde am 29.Oktober 1930 in Neuilly-sur-Seine in Frankreich als zweites von fünf Kindern geboren und entstammte einer franco-amerikanischen Bankiersfamilie des Landadels. Ihre Jugend verlebte sie in New York. In Klosterschulen zum Leben einer Frau am Arm eines Ehegatten erzogen, entfloh sie der elterlichen Obhut und verband sich mit achtzehn Jahren mit dem um ein Jahr älteren Schriftsteller Harry Mathews. Sie gebar zwei Kinder, Laura und Philip. Sie träumte vom Leben einer Schauspielerin und arbeitete als Photomodell für Zeischriften, für Vogue und Harper’s Bazaar.
1952 zog sie mit der kleinen Familie nach Paris und lernte dort durch ihren Mann das internationale Künstlermilieu kennen. Ihr rebellischer Geist, der sich schon zu Schulzeiten gegen erstarrte Konventionen, Ausbeutung und geistige Enge auflehnte, fand dort im Gedankengut und in den Aktionen der jungen Künstler Inspiration. Sie erlitt jedoch einen Nervenzusammenbruch. In der Klinik begann sie als Autodidakt fast pausenlos zu zeichnen und malen. «Ich wurde Künstlerin, weil es für mich keine Alternative gab, infolgedessen brauchte ich auch keine Entscheidung zu treffen. Es war mein Schicksal». Es entstanden an Art Brut erinnernde, farbige Porträts und Bilder von Phantasieschlössern, von Gärten mit seltsamen Pflanzen und Tieren und müssigen Menschen. Die Motive, die hier auftauchten, prägten ihr ganzes Werk.
In den Sechzigerjahren war Niki in der Pariser Avantgarde der Nouveaux Réalistes im Kreis um Yves Klein, Arman, César, Jean Tinguely, Daniel Spoerri, Bob Rauschenberg und Pierre Restany eine kühne Mitstreiterin und verkörperte mit ihren revolutionären Schiessbildern, zeitkritischen Assemblagen und besonders mit den tanzenden, voluminösen wie voluptuösen Frauengestalten das moderne Bild der sich gegen Tabus, Ausbeutung und Unterdrückung auflehnenden Frau.
Als eigentliches Schlüsselerlebnis bezeichnete Niki später immer wieder die Entdeckung der Architektur von Antonio Gaudi 1955 in Spanien und dessen Anwendung von dekorativen Materialien und Fundstücke zur Ausschmückung von Oberflächen. Der Traum von einem eigenen Skulpturengarten war geboren, doch Niki durchlief zuerst ein unruhiges, produktives Künstlerleben bis zur Realisierung ihres Traums, des märchenhaften Tarotgartens in der Toskana. Seit 1978 war sie am Werk und fügte auch nach dessen Eröffnung 1998 neue Werke hinzu.
Die schicksalshafte Begegnung mit Jean Tinguely in Paris 1955 gab ihrem Leben als Künstlerin die Richtung und bestimmte es bis über dessen Tod 1991 hinaus. Tinguely führte sie in die Kniffe und Tücken der Bildhauerarbeit ein, gab ihren ersten Gipsgebilden mit Drähten und Eisenstücken Halt und Struktur und bezauberte sie mit seinem kecken Wesen. Er war von ihrer bunten Phantasiewelt und ihrer träumerischen Versunkenheit stark beeindruckt und eroberte die schöne Frau.
Das gemeinsame Leben und Arbeiten verlief turbulent und glich einem unaufhaltsamen Ping-Pong, wie Niki dies schilderte, on se lançait sans arrêt la balle. Wir verdanken diesem Spiel von den schönsten Werken ihres Schaffens, beispielsweise die Skulpturengruppe Paradis Fantastique(1967) in Stockholm, den Strawinsky-Brunnen(1983) in Paris.
Die Geschichte dieses Künstlerpaares und ihre Bedeutung für das Werk wird noch Gegenstand von Untersuchungen sein, das Leitmotiv dazu, Who is the monster, you or I, stammt von Niki selbst. Sie nahm nie Wohnsitz in der Schweiz, verbrachte bloss längere Aufenthalte, etwa in Lausanne während der Bauphase von Tinguelys Heureka 1963/64, in Sankt Moritz für Kuraufenthalte oder in Fribourg. Sie lebte in Paris, in der mit Tinguely gemeinsam ausgebauten Auberge du Cheval Blanc in Soisy-sur-Ecole, bis sie sich 1994 nach dessen Tod auf Anraten der Aerzte im milden Klima von Kalifornien niederliess und ein neues Leben begann.
Die Anerkennung des Werks liess auf sich warten, man nahm ihre unbefangene, antikonformistische Bildwelt vorerst nicht ernst. Der legendäre Galerist Alexander Jolas gab ihr seit 1962 die Gelegenheit, ihre Werke auszustellen. 1965 präsentierte sie in Paris die ersten, mit Papier Maché, Drahtgeflecht und Wollfaden fabrizierten Nanas. Man nahm lange Anstoss an ihrem Werk und konnte es erst 1980 in der grossen Retrospektive im Centre Georges Pompidou besser kennen lernen.
Holland und Deutschland setzten sich früh für die Künstlerin ein, Hannover wagte sogar 1973 trotz heftigen Reaktionen den Auftrag von drei Riesennanas zu erteilen. Dieses Engagement hatte sie nie vergessen und zeichnete 2000 das Sprengelmuseum mit einer grossen Schenkung aus. 1980 zeigte Ulm zum erstenmal ihr graphisches Werk. Mit der bedeutenden Ausstellung von Pontus Hulten in Bonn 1992 erreichte Niki einen hohen Bekannheitsgrad.
Kurz vor ihrem Tod wurde auch Frankreich (Nizza) eine grosszügige Schenkung zuteil. Hier erfuhr sie ihre letzte Ausstellung.
In der Schweiz machte 1969 das Kunstmuseum Luzern auf ihr Schaffen aufmerksam. Die Galerien Bonnier in Lausanne und Genf, Bruno Bischofberger und Gimpel Hannover in Zürich, Kornfeld in Bern, Handschin und Littman in Basel zeigten regelmässig Werkensembles. Seit 1968 arbeitete sie immer wieder mit dem Drucker Albin Uldry in Bern. 1993 veranstaltete das Museum in Fribourg eine erste grosse Retrospektive und, wie breit die Akzeptanz und Begeisterung für ihr Werk geworden ist, war kürzlich in der grossen Ausstellung im Museum Jean Tinguely in Basel zu erleben.
Die Schweiz war für Niki das Herkunftsland ihres Mannes, sie blieb Tinguely ein Leben lang in der Arbeit verbunden. Sie gab dieser tiefen Verbundenheit mit der bedeutendsten Schenkung von Maschinenskulpturen aus ihrem Erbe an das Museum Jean Tinguely in Basel Ausdruck. In Fribourg, dem Wohnort des Künstlers, fügte sie einer kleineren Schenkung von Tinguely Maschinen eigene Arbeiten hinzu und schuf damit im heutigen Espace in Fribourg die spannungsreiche Atmosphäre, in welcher ihre Werke geboren wurden.
Es ist geplant, ein Memorial für Niki de Saint Phalle durchzuführen. Nähere Informationen dazu erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt.
Quelle: Margrit Hahnloser
Medienmitteilung l'Espace Jean Tinguely - Niki de Saint Phalle, Fribourg
und Museum Jean Tinguely, Basel
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