|
g26.ch HOME EVENTS MUSEEN GALERIEN BIOGRAPHIEN G26.CH NEWS BLACKBOARD BERN INFO KUNST |
Berühmte Gäste in Bern Günther Uecker 13.3.1930 Wendorf, Mecklenburg Deutscher Objektkünstler; seit 1974 Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf; gründete 1961 zusammen mit H. Mack und O. Piene die Künstlergruppe Zero, die er 1966 verliess. Ab 1957 entstanden seine Nagelbilder: übernagelte Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, später auch Scheiben, Kugeln und Säulen. Durch die genaue Positionierung der starren Nägel entstehen Formationen, die durch Licht- und Schattenmodulationen eine meditative Wirkung erzielen. Seine Bilder aus Asche u. a. organischen Materialien haben die existenzielle Gefährdung von Mensch und Umwelt zum Thema. Seit den 1980er und 1990er Jahren entwickelt Uecker auch Bühnenbilder für Operninszenierungen. 1999 gestaltete er den Andachtsraum im Reichstag in Berlin, der für alle Konfessionen konzipiert ist. www.wissen.de uecker 1968 Ich schlage einen nagel in die wand , welcher mir hinterrücks entgegenkommt .Katalog 50 Jahre Kunsthalle Bern - 12 Environments 12 Environments Kunsthalle Bern Die Kunsthalle Bern feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Anstelle eines Rückblicks auf Vergangenes wurde erneut ein Thema gewählt, das gegenwärtig von höchster Aktualität ist: die Schaffung von Environments (Umgebungsgestaltungen und -veränderungen), die, wie auch die diesjährige Documenta zeigt, von immer mehr Künstlern gepflegt wird. Der fortschreitende Prozess der Lösung von Bild und Skulptur tritt damit in seine entscheidende Phase: die Nutzung gegebener und die Kreation neuer Räume. Den bernischen Aspekt unserer Tätigkeit bringen wir dann im Oktober in der Doppelausstellung «20 Jahre Kunstpflege der Stadt Bern» und «50 Jahre Kunsthalle/Eine Dokumentation» zur Darstellung. Der Vorstand des Vereins Kunsthalle Bern dankt allen Künstlern, die an dieser Sommerausstellung mitgearbeitet haben: Mark Brusse (Amsterdam), Christo (New York), Julio Le Parc und François Morellet für die Mitglieder des «Groupe de Recherche d'Art Visuel» (Paris), Piotr Kowalski (Paris), Konrad Lueg (Düsseldorf), Bernhard Luginbühl (Mötschwil), Lutz Mommartz (Düsseldorf), Martial Raysse (Paris), Klaus Rinke (Düsseldorf), J. F. Schnyder (Bern), Soto (Paris), Günther Uecker (Düsseldorf) sowie dem Verleger Claude Givaudan (Paris) und Bazon Brock (Hamburg und Frankfurt) für sein Vorwort. Die Übernahme von Teilen der Ausstellung Andy Warhol aus Stockholm und Amsterdam verdanken wir Herrn Pontus Hultèn, Direktor des Moderna Museet Stockholm, den Herren Eduard de Wilde und Ad Petersen, Direktor und Konservator des Stedelijk Museum Amsterdam, sowie Madame Ileana Sonnabend, Paris. Für die Ausführung der zahlreichen Arbeiten durften wir erneut die Hilfe des Planungsbüros der Firma Loeb beanspruchen. Bei der «Verpackung» der Kunsthalle durch Christo halfen uns die Städtische Feuerwehr, dank dem Entgegenkommen von Kommandant Oberstlt. Hans Bürgi und Hptm. Otto Rüfenacht, und die Firma Losinger + Co AG, Bern. Harald Szeemann (H.S.) Katalog 50 Jahre Kunsthalle Bern (Zeitungsformat) 12 Environments 20. Juli bis 29. September 1968 Günther Uecker Günther Uecker zählt zu den wichtigsten, mit unveränderter Intensität arbeitenden deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und den wenigen, die in dieser Zeit kontinuierlich internationale Anerkennung gefunden haben. Dass seine Werke von westlichen wie östlichen Museen gleichermassen gesammelt und ausgestellt wurden, ist nicht nur als Gütezeichen von Qualität zu werten, sondern hat auch mit seiner Vita und mit der auf einem humanistischen Lebensideal beruhenden Allgemeingültigkeit seiner Kunst zu tun. Der 1930 in Mecklenburg geborene Künstler kam 1955 als junger Mensch aus der DDR in die Bundesrepublik und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er später bis zu seiner Emeritierung 1995 auch als Professor tätig war. Bereits Ende der 50er Jahre stand Uecker, u.a. als Mitglied der legendären Avantgarde-Gruppe ZERO, in den vorderen Reihen der internationalen Kunsterneuerung. Mit dem radikalen Wechsel vom gemalten Tafelbild zum Nagel-Objekt gelang es ihm, ein seinen künstlerischen Absichten gemässes Werkzeug zu finden (nebenbei auch ein seitdem an ihm haftendes Markenzeichen), womit er seine in den Folgejahren immer intensivere Hinwendung zu naturhaften Arbeitsmitteln in der Kunst einleitete. Seit Mitte der 60er Jahre war Uecker beteiligt an wichtigen Grossausstellungen, wie an der Biennale Venedig oder der documenta, und erhielt zahlreiche Preise, wie den Kaiserring der Stadt Goslar. Seit kurzem ist er auch Mitglied im Orden Pour le Mérite in Berlin. Das Thema seiner Werke in den 80er und 90er Jahren war stets die «Verletzbarkeit der Menschen durch den Menschen», wie er es selbst formulierte. Das Wissen um das Gefährdetsein von Natur und Mensch führte ihn zu betroffen machenden Bildwerken und Installationen, die existenzielle Aspekte unseres Lebens berühren. |