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Bern - die Hauptstadt mit Charme Brauerei Gassner Uferweg 42 Gassner ¹ 1884 übernimmt Rupert Gassner die seit 1785 bestehende Altenbergbrauerei und verlegt sie vom Haus Uferweg 4 in die frühere Keramikfabrik am Uferweg 42.1968 hat die Brauerei Gassner ihren Betrieb eingestellt. ² Zu Beginn des 20. Jh. eröffnetes, nach dem Ersten Weltkrieg wieder geschlossenes Restaurant zur Brauerei Gassner. Standort: Uferweg 10 Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976) Brauerei Gassner Erst kürzlich geriet die ehemalige Brauerei in die Schlagzeilen, als der unlängst erneuerte Dachstock der 1924 ersetzten Flaschenkellerei durch einen Brand weitgehend zerstört wurde. Mit der Bewilligung des Planungskonzepts von 1992 konnten der Erhalt der seit den siebziger Jahren stillgelegten Brauerei gesichert und Neubaupläne auf den nördlichen Arealteil beschränkt werden. Bis im Sommer 1997 werden die Räume provisorisch als Künstlerateliers, Spenglerei und Fahrzeuglager genutzt; die weitere Zukunft ist derzeit noch unsicher. Rupert Gassner hat 1891 vermutlich von Albert Gerster ein Brauerei-Gebäude mit zwei Hauptvolumen und einem niedrigen Mitteltrakt erstellen lassen. Das ehemalige Sudhaus orientiert seine Giebelfassade gegen den Uferweg. Der Verbindungsbau enthält den Dampfkesselraum mit dem dahinterliegenden Hochkamin; er leitet zur vormaligen Fassschwenke und dem Maschinenraum über. Als Vorgängerbau stand an der Stelle des mit Stichbogen-Öffnungen versehenen Unterstandes ein «Fassschopf», der schon der Altenberg-Brauerei als Lager und Zugang zu den Felsenkellern gedient hatte. Die Brauerei Gassner ist ein selten gewordenes Beispiel- einer Kleinindustrie, die vor rund 100 Jahren in der damals typischen historisierenden Architektursprache erstellt worden ist. Blickpunkt der ausserordentlich harmonisch wirkenden Baugruppe ist die Sudhaus-Fassade mit Treppengiebel, die den für Brauereigebäude beliebten romantischen Burgenstil aufzeigt. Die idyllische Lage direkt an der Aare wird seit 1941 durch die Eisenbahnbrücke etwas relativiert. Regula Hug Stadtführer - Umnutzen von Industriebauten Berner Heimatschutz, Regionalgruppe Bern, 1997 Brauerei Gassner Die Brauerei hiess ursprünglich «Brauerei Altenberg». Sie wurde 1785 am Platze der vormaligen Ziegelhütte im Strassenspitzwinkel Altenbergrain-Uferweg, wo heute das Wohn- und Verwaltungshaus der Firma steht, vom Ziegeleibesitzer und Landvogt von Wangen, Herrn Albrecht Frisching, gegründet. Für diese Gründung hatten am 16. September jenes Jahres Schultheiss und Rat der Stadt Bern die Bewilligung erteilt. Bis zum Jahr 1859 blieb die «Brauerei und Badwirtschaft Altenberg» unverändert. Von da an bis 1879 erfuhr sie durch die neuen Besitzer, die Gebrüder Böhlen, Müllermeister in der Matte, namhafte Verbesserungen. So bauten sie weiter aareabwärts Lagerkeller in den Sandsteinfelsen hinein. 1879 stellte sich die Firma in die «Brauereigenossenschaft Altenberg» um. Die energische Entwicklung zur heutigen Grösse setzt mit der Übernahme der Brauerei durch Rupert Gassner, den fachkundigen Brauer 1884 ein. Die Maschinen wurden ursprünglich von Hand, später mit einem Pferde-Göpel getrieben. Dann errichtete Gassner in der Aare ein sogenanntes Flotschrad, ein unterschlächtiges Wasserrad, das den ersten Dynamo in Bern getrieben haben soll, der den Strom für die Brauerei lieferte. 1884 kaufte Rupert Gassner auch das arg vernachlässigte «Untere Rabbentalgut» und verlegte 1891 die Brauerei dahin, zu den schon bestehenden Felsenkellern. Im Laufe der Zeit wurde alles modernisiert, neue Maschinen und Apparate und hygienische Anlagen wurden eingebaut. Das Geschäft hatte auch seine schweren Zeiten, insbesondere in den beiden langen Weltkriegen, besonders hinsichtlich Beschaffung der Rohstoffe, die ja wesentlich vom Ausland her bezogen werden müssen. Trotz diesen und vielen andern Hemmnissen hat sich die Brauerei im Zeitraum von bald 170 Jahren stetig vorwärts entwickelt zum heutigen rühmlichen Stand, wo in so vielen guten Gaststätten zu Stadt und Land das Gassnerbier aus der Lorraine zum Ausschank kommt. Der Betrieb in seinem ganzen Umfang, in Verwaltung, Fabrikation und Lager, legt durch Sauberkeit, Ordnung, Grösse und Neuzeitlichkeit der Anlagen Zeugnis für sichere Leitung ab, die heute, nach dem Tode des Herrn Fritz Gassner, in der Hand von dessen Schwiegersohn, Herrn Munro-Gassner, liegt. Quelle: Adolf Hebeisen: Die Lorraine in Bern. Verlag Paul Haupt, 1952. ![]() |