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Bern - die Hauptstadt mit Charme Hasler AG Bern Schwarztorstrasse 50 Gustav Adolf Hasler beauftragte 1894/95 den Architekten Adolf Tièche, an der Schwarztorstrasse eine neue Fabrik zu erstellen. Es entstand ein mächtiges Sichtbacksteingebäude mit mittelständigem Quergiebel. Farblich akzentuierte, mit geometrischen Mustern versehene Backsteinfelder zierten den typischen Jahrhundertwendebau. 1906 wurde dieser Baukörper durch einen im Westen anschliessenden Flügel verdoppelt. Der für die Anlage eigentümliche Zinnenturm in der Mitte ist mit dem Uhrwerk der 1905 abgebrochenen Lateinschule an der Herrengasse bestückt. Hasler AG Bern 1852 erfolgte die Gründung der Eidgenössischen Telegraphenwerkstätte. Sie unterstand ab 1860 der Leitung von Gustav Adolf Hasler. Dieser wurde fünf Jahre später, nach der Entstaatlichung des Unternehmens, Teilinhaber und 1879 Alleinbesitzer der neuen «Telegraphenwerkstätte G. Hasler». Durch das sich ausweitende Fabrikationsprogramm entstanden in der bestehenden Werkstätte an der Vannazhalde (Münzrain), die immer noch in städtischem Besitz war, unzureichende Platzverhältnisse. Hasler beauftragte 1894/95 den Architekten Adolf Tièche, an der Schwarztorstrasse eine neue Fabrik zu erstellen. Es entstand ein mächtiges Sichtbacksteingebäude mit mittelständigem Quergiebel. Farblich akzentuierte, mit geometrischen Mustern versehene Backsteinfelder zierten den typischen Jahrhundertwendebau. 1906 wurde dieser Baukörper durch einen im Westen anschliessenden Flügel verdoppelt. Der für die Anlage eigentümliche Zinnenturm in der Mitte ist mit dem Uhrwerk der 1905 abgebrochenen Lateinschule an der Herrengasse bestückt. Als zweite Verdoppelung folgte 1915-18 der parallel an der Haslerstrasse stehende Fabriktrakt der Architekten Lutstorf & Mathys, der sowohl die Gliederung mit überhöhtem Mittelturm und seitlich betonten Quergiebeln als auch das schlossartige Gepräge des Bestehenden weiterführte. Zusätzlich wies er durch Giebelfassaden und Fensterarkaden neuromanische Formen auf. Im Grundriss ergab sich eine Doppel-T-Form mit Innenhof. In den nächsten Jahrzehnten folgten weitere Aus- und Umbauten, die der Fabrikanlage wesentliche Elemente ihres ursprünglichen Charakters raubten. Insbesondere erhielt das ganze Gebäude einen Verputz, und die Produktionsräume wurden in Büros umgewandelt. Aus dem vom Amt für Bundesbauten in den neunziger Jahren veranstalteten Wettbewerb für die Sanierung und den Umbau des ehemaligen Haslergebäudes in einen Bürokomplex der Eidgenössischen Mehrwertsteuer ging das Projekt des Architekturbüros AAP als Sieger hervor. Das Hauptanliegen der Architekten bestand in der Reduktion des Gebäudes auf die doppelte Zweiflügelanlage und, damit verbunden, in der Wiederherstellung des grosszügigen Innenhofes. Ein- und Anbauten im ehemaligen Anlieferungshof wurden abgebrochen, auf der Höhe des dritten Obergeschosses ein Glasdach eingefügt und die hofseitigen Fenster entfernt. Der nun lichtdurchflutete Innenraum schafft horizontale und vertikale Transparenz und wird mit seiner gemeinschaftlichen Nutzung sowie der künstlerischen Intervention von Daniel Zimmermann und Andreas Greber zum integrativen Zentrum der neuen Büroanlage. Im ganzen Gebäude sind 430 Arbeitsplätze in verschiedenen Büroformen untergebracht. Die gegen den Hof gerichteten Räume sind als Kombizonen konzipiert, welche die Vorteile der konventionellen Zellen- und der Grossraumbüros verbinden und zudem über den Hof natürlich belichtet werden. Entlang der Aussenfassaden befinden sich kleine, durch Glastrennwände unterteilte Büros. Diese Raumkonzeption erlaubt eine neue bauliche Zusammenfassung der Anlage, welche die Ubersicht und Orientierbarkeit verbessert und Kollektiverlebnisse ermöglichen soll. Beide Flügelbauten wurden durch eine Stahl-Beton-Konstruktion um ein Geschoss aufgestockt. Mittels Firstverglasung und Dachflächenfenster werden zusätzliche Büroräume belichtet. Die neue Metallfassade, die das dritte Ober- und das Dachgeschoss gestalterisch zusammenfasst, ist als Eingriff ablesbar. Die früheren Eingänge zu den verschiedenen Gebäudeteilen reduzierte man auf den Haupteingang an der Schwarztorstrasse, der sich zentral beim alten Portal befindet, und auf den an der Haslerstrasse gegenüberliegenden Anlieferungs- und Personaleingang. Die zwei neuen Passerellen, die den Innenhof im ersten und zweiten Obergeschoss überqueren und ihn optisch gliedern, klären das Erschliessungssystem und verkürzen die betriebsinternen Wege. Aus Kostengründen und aus Rücksicht auf den bestehenden Charakter des ehemaligen Industriegebäudes ist der Innenausbau schlicht und zweckmässig ausgeführt. Um die Dominanz der technischen Installationen in den Korridorzonen zu brechen, wurde ein einfacher Deckenraster aus roten und blauen Holzlatten und gelben Befestigungsstäben hineingehängt. Er setzt in den Gangzonen einen sich je nach Blickrichtung verändernden, wirkungsvollen Farbakzent. Regula Hug, Regula Schneider Stadtführer - Umnutzen von Industriebauten Berner Heimatschutz, Regionalgruppe Bern, 1997 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |