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Bern - die Hauptstadt mit Charme Kursaal Kursaal früher «Kursaal Schänzli» Aus dem in den Siebzigerjahren des 19. Jh. eröffneten Restaurant Schänzli auf dem Schänzli entstand der Kursaal, der für die Landesausstellung 1914 vollständig umgebaut wurde. Der Theatersaal wurde 1932 neu erbaut. Schänzlistrasse 71 Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976) Bern - 100 Jahre Kursaal Der Berner Kursaal wird 100-jährig. In seiner Geschichte hat sich mancher Wandel vollzogen. Erster Weltkrieg, Spielbankenverbot, Konkurrenz von Radio und Fernsehen: Die heute vor hundert Jahren gegründete «Kursaal- & Sommerkasino-Gesellschaft Schänzli» musste auf dem Weg zur «Kongress + Kursaal Bern AG» manchen Widerwärtigkeiten trotzen. Ein Aktienkapital von 35'000 Franken hatten Berner Hoteliers und Geschäftsleute zur Verfügung, als sie am 20. Februar 1903 im Hotel Bernerhof dem heutigen Sitz der Eidgenössischen Finanzverwaltung die «Kursaal- & Sommerkasino-Gesellschaft Schänzli» gründeten. Die neue Gesellschaft pachtete vorerst die so genannte «Schänzli»-Besitzung und führte den dort bestehenden Betrieb einfach weiter. An der Stelle des heutigen Kursaals befand sich nämlich seit 1858 ein «Sommer-Casino», eine Gastwirtschaft im «Laubsägeli-Stil», die im Sommer viele Ausflügler aus der Stadt anzog. Mitte der 1870er-Jahre war die Gartenbeiz ausserdem um eine zusätzliche Attraktion, nämlich um einen Theatersaal, ergänzt worden. Regen, Rauch und Schweine Doch der Erfolg der neuen Gesellschaft war mässig, so dass sich die Aktionäre 1910 entschlossen, das Gelände zu kaufen und einen neuen Kursaal zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt entstand der neue Konzertsaal-Trakt mit Liftturm, Wandelhalle, Foyer, Konzerthalle und dem heute noch bestehenden Spielsaal. Im Mai 1914 war die Eröffnung. Doch der Erste Weltkrieg machte den Hoffnungen der Kursaal-Betreiber auf glänzende Geschäfte einen Strich durch die Rechnung. Vorübergehend richtete die Armee ein Lazarett im neuen Kursaal ein, aber die erhofften Gäste blieben jahrelang aus. Ein schwerer Schlag für den Kursaal war auch das 1920 vom Volk angenommene Spielbankenverbot, welches zur Folge hatte, dass der Spielbetrieb von 1925 bis 1928 zum Erliegen kam. In diesen Jahren, in denen es für den Betrieb schlicht ums Überleben ging, musste ausserdem der alte Theatersaal dringend ersetzt werden. «Wenn es während einer Vorstellung zu regnen begann, eilten die Platzanweiser mit grossen Kursaalschirmen in die Logen, denn auf den teuersten Plätzen begann es nun zu tropfen. Kam Föhn auf, mussten die gleichen Platzanweiser sogleich den grossen eisernen Ofen löschen, weil sich sonst eine grosse Rauchwolke ausgebreitet hätte», schreibt der einstige Kursaal-Verwaltungsratspräsident Hans Marti in seiner Kursaal-Chronik. Bei romantischen, ruhigen Szenen sei ausserdem deutlich das vergnügte Grunzen von Schweinen zu hören gewesen. Der direktorale Schweinestall befand sich nämlich direkt unter der Bühne. Übermächtige Konkurrenz Trotz neuem Theatersaal lief das Geschäft zunächst auch in den Dreissigerjahren schlecht. Insbesondere die aufkommenden Radioübertragungen von Konzerten waren eine starke Konkurrenz. Sie zwangen den Kursaal zu einem lockereren Programm samt optischen Attraktionen und trotz moralischen Bedenken älterer Herren Tanzveranstaltungen im zweiten Teil. Damit stellte sich schliesslich nach langen mageren Jahren der Erfolg doch noch ein. Er hielt über den Zweiten Weltkrieg hinaus an, so dass 1959 ein neuer Konzertsaal eingeweiht werden konnte. Die Blüte war aber kurz. Nach dem Radio wurde nun das Fernsehen zur übermächtigen Konkurrenz für die Kursaal-Programme und zwang die Betreiber zu einer Neuausrichtung. Diese bestand einerseits in der teilweisen Umwandlung in ein Kongresszentrum, welche durch den Bau des Hotel Allegro Ende der 90er-Jahre vervollständigt wurde. Andererseits schuf sich der Kursaal mit dem Grand-Jeux-Casino ein weiteres wichtiges Standbein. www.ebund.ch 20.02.2003 Urs Hugelshofer Kursaal Bern Ab 1859/60 bestand eine Sommerwirtschaft im Laubsägelistil. Ein Musikpavillon mit Saalanbau, wo Operetten aufgeführt wurde, folgte 1873/74. 1914 wurde der neue Kursaal mit Lift eröffnet. Der Leuchtersaal- Trakt folgte 1933, eine neue Konzerthalle1959. Bei der Renovation 1980 gab es erste Pläne für ein Hotel. Erst 1998 wurde das Hotel Allegro eröffnet. Als Bern eine Lizenz für Grands Jeux bekam, wurde aus dem bisherigen Spielsalon ein Grand Casino. Gastronomisches Flaggschiff des Kursaals ist seit 2002 das «Meridiano» von Fredi Boss. Seit 2008 hat das Parkhaus 240 Plätze (vorher 140). ![]() ![]() |