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Bern - die Hauptstadt mit Charme Die Lauben in Bern Romantische, mittelalterliche Gassen, sechs Kilometer Arkaden (die Lauben) - eine der längsten gedeckten Einkaufspromenaden der Welt - laden ein zum Flanieren, Einkaufen, Essen, Geniessen und Staunen. Goethe, der Bern auf seinen Reisen in die Schweiz besuchte, meinte über die Stadt: «Sie ist die Schönste, die wir gesehen haben». Den Lauben ein Lob: trockenen Fusses durch Bern Zweimal die Neuengasse in Bahnhofnähe, Blick stadtabwärts. Runde 90 Jahre liegen zwischen den Aufnahmen, und hier im Geschäftszentrum Berns hat sich in dieser Zeit tatsächlich allerhand verändert - mehr jedenfalls als im unteren Teil der Altstadt. Die alten Häuser an der Neuengasse wurden 1904 abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Geblieben sind jedoch die Lauben als typisches Merkmal einer fussgängerfreundlichen Architektur. Dass von jedem Privatgrundstück ein Teil der Allgemeinheit zur Verfügung steht, ist sonst ja eher die Ausnahme. In Bern zählen die Arkadengänge längs der Strassen hingegen zur Regel. Bei Regen (in der Bundesstadt fallen jährlich um die 1000 Millimeter Niederschlag) wandelt man hier trockenen Fusses und Kopfes einher, und im Sommer ist's am Schatten angenehm kühl. Die Einheimischen haben sich an die Vorzüge der Lauben gewöhnt. Besucherinnen und Besucher aber werden nicht müde, in ihren Reiseberichten davon zu schwärmen. Der Basler Daniel Kraus im Jahre 1781 etwa : «Diese Stadt hat ein herrliches Aussehen. Auch sind die Lauben, unter denen man beständig fortgeht, sehr angenehm. Alles wimmelt dort von Menschen. Die Mannspersonen sind lauter schöne Leute und nicht grob noch stolz; auch gibt's viel schöne Frauenzimmer hier.» Danke fürs Kompliment, sowohl was die Lauben wie auch was die Leute angeht. Ein Lob der Lauben singt, in eigener Sache, auch das «Adressenbuch der Stadt Bern für Wissenschaft, Kunst, Handel und Gewerbe» aus dem Jahre 1836: «Was sich zunächst dem Besucher darstellt sind gerade, reinliche Strassen, die aus schönen, meist steinernen Häusern bestehen, unter denen gut geplattete Bogengänge, gegen jede beschwerdende Witterung schützend, durchführen, und in welchen, was Gewerbefleiss und Kunst Kostbares und Nützliches zu bieten vermag, zum Verkauf anziehend ausgestellt ist. » Da finden wir also die Erklärung für Berns Lauben : Es sind Einrichtungen, die nicht aus purer Menschenfreundlichkeit dem Publikum zur Verfügung stehen, sondern um dessen Kauflust anzuregen. In der Tat wird so mancher gemütliche Stadtbummel bald einmal zur Einkaufstour. BERN. Gestern und heute aus dem gleichen Blickwinkel Texte: Franz Auf der Maur Fotos: Robert Hofer und Nicolas Crispini SLATKINE VERLAG GENF 1989 ![]() ![]() ![]() ![]()
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