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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Promenaden

Reiterwache
1675 errichteter Anbau am Holzwerkhof von 1614. Als Wachtlokal schon in der Mitte des . Jh. nicht mehr verwendet. Zwischen 1763 und 1775 abgebrochen, vermutlich bei der Umgestaltung des Obern Grabens zur Promenade.
Standort: Bundeshaus-West, Bundesgasse 1
Lit.: KDM. 3

Rosengarten
¹ Das 1751 als Ersatz für den obern Teil des Klösterlifriedhofs erworbene Areal diente 1765-1877 (und vereinzelt bis 1880) als Friedhof der untern Stadt. 1830 entstanden Umfassungsmauer und Gittertor, 1874 folgte die Promenade längs der Westmauer. Seit 1913 ist der Rosengarten eine öffentliche Gartenanlage mit Rosen (seit 1917) und einer Teichanlage mit den beiden Monumentalgruppen «Europa» und «Neptun» von Karl Hänny (fertiggestellt 1918). Seit der Neugestaltung von 1956 ist die Gotthelf-Büste von Arnold Huggler (1937 geschaffen) beim Pavillon mit der Mundartbücherei aufgestellt.
Lit.: KDM. 1
² Bis ins 19. Jh. allgemeine Bezeichnung für einen Friedhof, im 18. Jh. insbesondere des Inselfriedhofs

Grosse Schanze
Die Grosse Schanze ist der nördliche Teil des Westabschlusses der 4. Stadtbefestigung. Sie umfasste 4 polygonale Bastionen (BärGrosser Grosser und Kleiner, Hohliebe und Meyenburg) sowie die Freitagsschanze. Der Bau wurde anfangs April 1622 von Norden her begonnen, nachdem die Ausführung des Projektes von Théodore Agrippa d'Aubigné am 30. März 1622 beschlossen worden war. Bauführer ist Valentin Friedrich, für die Tore Daniel II. Heintz. Die Bauleitung hat vom September 1622 bis im Februar 1624 Louis de Champagne, Graf de la Suze, dann für zwei Monate François de Treytorrens, hernach V. Friedrich. Die in einer Bauzeit von 20 Jahren errichtete Grosse Schanze wird in den Jahren 1834-1846 grösstenteils ausgeebnet. Das Projekt einer Gartenstadt am Südabhang gegen den Burgerspital wird 1844 nicht sofort ausgeführt und fällt mit dem Bau des Hauptbahnhofs dahin. Die Promenade auf der Grossen Schanze entsteht in den Jahren 1890-1908. Die Neugestaltung mit dem Bau der Parkterrasse erfolgt 1958-1967.
Lit.: Hofer, Wehrbauten

Kleine Schanze
Die Kleine Schanze ist der südliche Teil des Westabschlusses der 4. Stadtbefestigung. Es waren 4 Bastionen geplant, von denen aber bis 1642 nur Christoffel und Wächter ausgeführt wurden. Die Bastion Felsen (Vannazhalde) blieb unvollendet, und Marzili wurde gar nicht begonnen. 1817/18 wird die Kleine Schanze nach «englischem Geschmack» von von Luternau in eine Promenade umgewandelt. Die heutige Anlage der Kleine Schanze, des Überrests der Bastion Wächter, stammt zur Hauptsache aus der Zeit des Umbaus in den Jahren 1873/74, dessen Pläne der deutsche Gartendirektor Goethe begutachtet hat. Warum die Kleine Schanze 1856 als Junkernschanze bezeichnet wird, ist unklar. Der Alpenzeiger des Topographen Imhof wurde 1881, die Vase von Etienne Perincioli 1921 aufgestellt.
Lit.: Hofer, Wehrbauten

Spitalpromenade
1804 angelegte und nach Schleifung der Schanzen (1834) erweiterte Promenade westlich des Burgerspitals. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jh. überbaut.
Standort: Bubenbergplatz Nrn. 6-12, Bogenschützenstrasse
Lit.: Sommerlatt, Adressenverzeichnis

Florapark
Das letzte, südwestliche Stück des alten Monbijou-Friedhofs wird 1916 in eine Promenade umgewandelt. Das Gitterportal stammt aus dem Mettlen-Gut in Muri. Rundpavillon in der Südecke: Florabrunnen.
Lit.: KDM. 1

Oberer Graben
Eine Promenade an Stelle der westlichen Arkaden des Parlamentsgebäudes (Bundesplatz).

Grabenpromenade (Unterer Graben)
Der Nordteil des nördlichen Grabens vor der 1. Stadtbefestigung, der Bader- oder Badstubengraben wird 1556 zugeschüttet und heisst von da an Unterer Graben. 1740 wird er mit Linden bepflanzt. Der offizielle Name Lindenhof setzt sich nicht durch. Der Name Grabenpromenade wird erst 1881 offiziell. Mit dem Bau der Kornhausbrücke wird der Westteil der Grabenpromenade zum Kornhausplatz geschlagen. 1969 wird die Grabenpromenade umgestaltet und das Erlachdenkmal aufgestellt.

Engeallee
In den Jahren 1738/40 und 1753 wurde die Engeallee vom Viererobmann Gruber als Doppelweg mit Ulmen, Laubwänden, Rasenparterres und Ruhebänken angelegt. Der Fussweg verlief östlich des Küherhauses, die Strasse westlich davon. Das Soldatendenkmal wurde 1964 errichtet. Der Brunnen wurde Ende 1947 aufgestellt.

Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern



  • Promenaden
  • Die Bedeutung der Alleen
  • Abbildungen
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  • Bern - Plattform
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  • Freizeit, Erholung und Natur als Berner Attraktion
  • Die Berner Friedhöfe



    Promenaden

    Nach dem lapidaren Eintrag Valerius Anshelms in die Stadtchronik zu 1531, das münster zur predig und sinn hof zur lust, war aus dem Kirchhof, der heutigen Plattform, die erste Promenade in Bern geschaffen worden. Bereits vor Aufhebung des Begräbnisplatzes war der Kirchhof mit Linden bestanden; diese werden 1633 ersetzt; die heutigen vier Reihen Rosskastanien stammen von 1715 und 1731, die zwei Gittertore von 1717, die Sandsteinbalustraden und Eckpavillons von 1749/53 und 1779. Ihre eigentliche «Blütezeit» als Treffpunkt der eleganten Welt erlebt die Plattform, im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach Schauplatz grosser Hochzeitsfeste, Gastmähler, dramatischer Spiele und Truppenaufzüge, in den letzten Jahrzehnten des Ancien Régime und nochmals in der Mediations- und Restaurationszeit.

    Die beliebteste Promenade ausserhalb der Stadt ist im 18. Jahrhundert die Engeallee. In den Jahren 1738-1740 und 1753 als Doppelweg für Kutschen und Spaziergänger mit Ulmenallee, Laubwänden, Rasenparterres und Ruhebänken angelegt, wird die «Engi» durch die damals noch unverdorbene Aussicht auf Stadt und Alpenkette zum Hauptanziehungspunkt der Fremden und Einheimischen in der näheren Umgebung.

    Mit Ausnahme des 1762 neuerbauten, 1864 durch das Restaurant «Zur Innern Enge» ersetzten «Küherhauses» hat sich die Anlage in den Hauptelementen bis heute behauptete.

    Nach Plänen des Gartenarchitekten v. LUTERNAU wird 1817/18 die schon längst als Spazierweg benutzte Kleine Schanze vor dem äussern Marzilitor durch Umwandlung der Bastionen Wächter und Christoffel zur öffentlichen Promenade. Die gegenwärtige Gestalt der Kleinen Schanze stammt von 1874-1876.

    Die übrigen Promenaden innerhalb der Stadt und vor den Toren sind entweder längst verschwunden oder, wie die Monbijou- und Rosengartenanlage, erst in moderner Zeit aus aufgehobenen Friedhöfen entstanden.

    Quelle:
    Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern; Band 1; Die Stadt Bern; von Paul Hofer




    Die Bedeutung der Alleen

    Eine Allee ist eine lange, auf beiden Seiten von Bäumen begrenzte Strasse oder ein solcher Weg. Das Wort Allee kommt vom französischen Wort «aller» (gehen). Der Allee entlang vollzieht sich der Spaziergang oder auch die Spazierfahrt.

    Alleen werden oft als lebendige Architektur bezeichnet. Durch ihre organisch gewachsene Form sind sie besonders reizvoll: Dicht gepflanzt wirken sie von aussen wie eine grüne Wand. Von innen gesehen ist das Blätterdach hingegen gewölbt. Bei grösseren Pflanzabständen wird die Geschlossenheit durch den Effekt eines rhythmischen Licht-Schatten-Spiels aufgebrochen. In ganz Europa und Teilen Asiens sind Alleen die älteste Form der Strassenbepflanzung. Sie dienten ursprünglich der Befestigung der Wege und hatten auch gestalterische Ziele zu erfüllen. Ihr Wurzelwerk verhinderte die Erosion der unbefestigten Wegoberfläche. Die Baumkronen spendeten Schatten und Schutz vor Regen, Schnee und Hitze. Zum Teil lieferten Obstbäume auch Nahrung für die Wanderer sowie Nutz- und Brennholz, Bindeweiden, Früchte, Tierfutter, Honig und Heilmittel für die ländliche Bevölkerung.

    Alleen hatten auch eine strategische Bedeutung. Sie steigerten die Marschleistung der Armeen und förderten die Ausdauer der Pferde. In der verschneiten Landschaft waren und sind sie Orientierungshilfen für die Reisenden. Typische Alleebäume sind Linde, Ahorn, Eiche, Platane und Rosskastanie, aber auch Walnuss, Hainbuche, Blutbuche, Rotbuche und Obstbaumarten.

    Früher waren auch Ulmen sehr häufig, bevor sie im letzten Jahrhundert fast alle der aggressiven Pilzkrankheit Ophiostoma ulmi zum Opfer gefallen sind. Alleen bieten Lebensräume und stellen Verbindungen zwischen Ökosys­temen her. An Blättern, Zweigen und Borke finden viele Tierarten Nahrung und Lebensraum. Alleen bieten Brut- und Rastplätze für Vögel, aber auch für Wildbienen, Käfer und Spinnen.

    An verschiedenen Orten in der Schweiz stehen jahrzehnte- oder sogar jahrhundertealte Alleen. Viele sind aber auch verschwunden, weil sie dem Strassen- oder Siedlungsbau weichen mussten oder der Rationalisierung der Landwirtschaft im Weg standen.

    www.alleen.ch


    Kleine Schanze und Weltpostdenkmal.
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