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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Bern - Rosengarten

Das 1751 als Ersatz für den obern Teil des Klösterlifriedhofs erworbene Areal diente 1765-1877 (und vereinzelt bis 1880) als Friedhof der untern Stadt. 1830 entstanden Umfassungsmauer und Gittertor, 1874 folgte die Promenade längs der Westmauer. Seit 1913 ist der Rosengarten eine öffentliche Gartenanlage mit Rosen (seit 1917) und einer Teichanlage mit den beiden Monumentalgruppen «Europa» und «Neptun» von Karl Hänny (fertiggestellt 1918). Seit der Neugestaltung von 1956 ist die Gotthelf-Büste von Arnold Huggler (1937 geschaffen) beim Pavillon mit der Mundartbücherei aufgestellt. Standort: Oberhalb Bärengraben. Bus Linie 10, Richtung Ostermundigen, Haltestelle Rosengarten. Vom Bärengraben führt auch ein Fussweg zum Rosengarten.

Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976)

Standort: Oberhalb Bärengraben. Vom Bahnhof Bus Linie 10, Richtung Ostermundigen, Haltestelle Rosengarten. Vom Bärengraben führt auch ein (etwas steiler) Fussweg zum Rosengarten.



  • Rosengarten
  • Gotthelf-Büste von Arnold Huggler
  • Liebesbäume
  • Berner Friehöfe
  • Abbildungen
  • Bern - Promenaden
  • Situationsplan
  • Berns historische Gärten und Anlagen
  • Restaurant Rosengarten



    Rosengarten

    Bis ins 19. Jh. war Rosengarten die allgemeine Bezeichnung für einen Friedhof, im 18. Jh. insbesondere des Inselfriedhofs.

    Kennen Sie den Duft von Christian Dior oder das sanfte Rouge von Gina Lollobrigida? Wenn nicht, empfiehlt sich ein Besuch des Berner Rosengartens.

    223 Rosen-, 200 Iris- und 28 Rhododendronarten und -sorten machen diesen zu einem Mekka für Liebhaber-innen und Liebhaber von Blumen. Aber nicht nur sie kommen hier auf ihre Rechnung! Die einmalige Lage hoch über der Altstadt macht den Rosengarten auch zum beliebten Ziel von Stadtbesucherinnen und -besucher von nah und fern. Die Quartier- und Stadtbevölkerung schätzt den Rosengarten zudem als gepflegten Ort der Erholung mit einem Restaurant in bester Aussichtslage, einem grossen Kinderspielplatz und einer ganz besonderen Bibliothek mit Lesegarten.

    Ein Gang durch den Rosengarten ist auch ein Gang durch seine Geschichte: Die Kreuzallee (seit 1992 Ersatz der alten Bäume durch junge Linden) und die Umfassungsmauern sind Zeugen der ursprünglichen Anlage als Friedhof (bis 1880). Bei der Brunnenanlage mit Seerosenteich und beim Pavillon im Lesegarten begegnen wir der Zeit der ersten Umgestaltung (1914 - 1922).

    Die Rosen-, Stauden- und Blütenstrauchbepflanzungen sowie das Restaurant stammen aus den 50er Jahren, während die Pergolen 1989 erstellt wurden.



    Gotthelf-Büste von Arnold Huggler

    Das Tor zum Lese- und Spielpavillon ist weit offen, der schattige kleine Innenhof lädt zum Verweilen ein. Dieser Einladung ist eine Gruppe Rekruten gefolgt. Sie verbringen hier eine sicher wohlverdiente Ruhepause mit Eistee, hochgelagerten Füssen in schweren Schuhen und dem Blättern in Tageszeitungen. Ihr Gegenüber hat ein fast unmerkliches Lächeln in den Mundwinkeln und lässt sie väterlich wohlwollend gewähren: Gotthelf würde sich, wäre er hier in Fleisch und Blut und nicht in Bronze anwesend, sicher gerne für ein Gespräch zu ihnen setzen.

    Fast 80 Jahre nach dem Tod des Stadtberners Albert Bitzius, unter dem Namen Jeremias Gotthelf als Dichter bekannt, wurden drei im kulturellen Leben der Bundesstadt engagierte Männer aktiv. Stadtbibliothekar Hans Bloesch, «Bund»-Feuilletonredaktor Hugo Marti und Walter Vanissa, Präsident der Berner Kunstgesellschaft, sahen die Zeit gekommen, um der «Verehrung für den grossen geistigen Führer, dessen wir in diesen Zeiten mehr denn je bedürfen, Ausdruck zu geben» - so stand es im Spendenaufruf im Jahr 1933. Das Sammelergebnis blieb mit 1750 Franken weit unter den Erwartungen, nur dank Kostenbeiträgen der Stadt und des Kantons konnte beim in Paris lebenden Brienzer Bildhauer Arnold Huggler eine Bronzebüste in Auftrag gegeben werden.

    Nach langen Diskussionen um den geeigneten Standort wurde das Denkmal im Mai 1937 am südlichen Ende des Rosengartens plaziert und der Öffentlichkeit übergeben. 1960 musste die Büste des geistigen Führers den körperlichen Bedürfnissen der Rosengarten-Besucher weichen: Für den Neubau des Sommerrestaurants wurde das Denkmal vor den Spiel- und Lesepavillon versetzt.

    Text (Auszug): Marie-Louise Beyeler



    Liebesbäume

    Zwölf neue Linden säumen 1997 die Kreuzallee im Berner Rosengarten. Eingepflanzt wurden die jungen Bäume - anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Gärtnermeister-Verbandes Bern und Umgebung - von Lehrlingen der verschiedenen Gartenbaufirmen. Mit der Sanierung sei bereits im Jahre 1991 begonnen worden, weil man erkannt hatte, dass die überalterten Bäume für die Besucherinnen und Besucher des Rosengartens zu einer Gefahr geworden seien. Jahr für Jahr sind einige alte durch junge Bäume ersetzt worden. Heute stehen auf der Kreuzallee 60 frische Lindenbäume. Ausgewählt worden sei die eher kleinwüchsige Krimlinde. Diese nehme den benachbarten Rosen nicht allzuviel Sonne weg, erklärte Stadtgärner Franz Meury. Symbolisch habe die Linde ausserdem eine Bedeutung als Baum der Liebe. Diese Liebe beinhalte jene zu den Pflanzen und zur Umwelt ebenso wie jene zwischen einzelnen Personen. Als Standort für das Symbol der Liebe sei der Rosengarten bestens geeignet, sinnierte Meury.



    Berner Friehöfe

    Klösterli-Friedhof
    Der 1533 eingerichtete Friedhof des Niedern Spitals wurde 1708 erweitert. Er reichte damals vom Halsgraben des Untertors bis an den Kleinen Muristalden. Beim Bau des Gr. Aargauerstaldens fiel der obere Teil des Klösterli-Friedhof weg. Die Stadt erwarb als Ersatz den Rosengarten. Der Klösterli-Friedhof wurde 1826 aufgehoben.

    Schosshalden-Friedhof
    1877, zwei Jahre nach dem Landerwerb, wurde der Schosshalden-Friedhof als Ersatz für den Rosengarten eröffnet. Seither wurde er mehrmals gegen den Schosshaldenwald hin erweitert.

    Insel-Friedhof
    1729 wurde der alte Friedhof im Inselkloster abgelöst durch den Friedhof beim Holzwerkhof. Diesen Begräbnisplatz ersetzte von 1815 an der Monbijou-Friedhof. Standorte: Im Inselkloster: Bundeshaus-Ost, Kochergasse 9; beim Holzwerkhof: Bundesplatz 8 - Bundesgasse 6-12 - Hof und nördlicher Teil des Ostflügels des Bundeshauses-West - Bundesgasse 1

    Monbijou-Friedhof
    Begräbnisplatz für die obere Stadt von 1815 bis Anf. 1865. Der Monbijou-Friedhof reichte ungefähr von den Häusern Monbijoustrasse 11 und Sulgeneckstrasse 18 bis an die Schwarztorstrasse zwischen Mühlemattstrasse und Sulgeneckstrasse. Der südwestliche Teil ist im Florapark als Promenade erhalten geblieben.

    Bremgarten-Friedhof
    Am 1. Januar 1865 als Ersatz für den Monbijou-Friedhof eröffnet. Die Leichenhalle wurde 1885, das Krematorium 1908 eingeweiht.

    Barfüsserfriedhof
    Friedhof des Barfüsserklosters, dient nach der Reformation bis 1804 dem mittleren Teil der Stadt ; wurde dann in einen Botanischen Garten umgewandelt und nach 1863 an Private verpachtet bis zum Bau des Casinos. Standort: Hofgarten der Stadtbibliothek und westlichster Teil der Herrengasse

    Hausleute-Friedhof
    1730 wurde der erste Friedhof für Hintersassen zwischen der Stadtbachstrasse und dem Westteil der Laupenstrasse eingerichtet. 1770 wurde der Hausleute-Friedhof auf das Feld zwischen Burgerspital und grosse Schanze verlegt (Hohliebe-Friedhof).Mit der Eröffnung des Monbijou-Friedhofs wurde 1815 der Hausleute-Friedhof aufgehoben, doch besteht erst seit 1859 keine Trennung mehr von Burger- und Einwohnergräbern.

    Judenfriedhof
    1) Heutige Parzelle des Bundeshauses-Ost (Kochergasse 9). Dieser Friedhof wird von 1323 an stückweise vom Inselkloster erworben.
    2) Am 5. September 1871 wird der Israelitische Friedhof im Wankdorf (Papiermühlestrasse 112) eröffnet. Vorher benützte die 1848 gegründete israelitische Kultusgemeinde den Friedhof von Hegenheim (Elsass).


    Bern Rosengarten.  Photo: Kevin M. Matulef

    Ausblick vom Rosengarten.  Photo: B. Suter

    Ausblick vom Rosengarten im Winter.  Photo: g26.ch
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