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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Bern - Stürlerhaus

Stürlerspital
Altenbergstrasse 60. Das Rebhaus aus dem 16. Jh. wurde 1659 umgebaut. Seit 1895 gehört es dem Diakonissenhaus. Der Name erinnert an den letzten privaten Besitzer.
Lit.: Haas, Altenberg

Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976)



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    Stürlerhaus

    Baubeschreibung

    Das Stürlerhaus (Altenbergstrasse 60) ist ein repräsentatives Landhaus aus dem 17. Jahrhundert in spätmittelalterlichem, in der Berner Architekturgeschichte oft mit «Renaissance-Gotik» bezeichnetem Stil. Der massige, zweigeschossige Putzbau unter steilem Viertelwalmdach grenzt mit seiner Südseite an die Altenbergstrasse. Aufgrund der Hanglage tritt sein Untergeschoss strassenseitig als volles, in die den Hang zur Strasse hin begrenzende Stützmauer eingegliedertes Sockelgeschoss zutage und erscheint so von Süden her als dreigeschossiger Baukörper. Sowohl die asymmetrische Gliederung des Sockelgeschosses durch Stützpfeiler als auch die ebenfalls asymmetrische Befensterung mit gekoppelten Öffnungen über einem durchlaufenden Gesimse weisen bei näherer Betrachtung auf in das Gebäude integrierte Vorgängerbauten hin. Dieser Eindruck bestätigt sich im Innern des Sockelgeschosses, wo eine winkelförmige, in den Grundriss integrierte ältere Fassade mit zwei grossen Toröffnungen und kleinen Lüftungsfenstern sichtbar wird.

    Datierung

    Die bisherigen Datierungen gründen auf ein am Haus vorgefundenes, in den Türsturz gemeisseltes Datum von 1659. Auf dem Ölgemälde von Albrecht Kauw von 1676 mit dem Titel «Bern, Altenberg von Süden» erscheint das Gebäude fast fotografisch genau und weitgehend in seiner heutigen Form. Dies ergibt für die Datierung den «terminus ante quem». Aufgrund der vorerwähnten Beobachtungen ist wohl eher von einem sehr weitgehenden Um- und Ausbau einer Vorgängeranlage als von einem vollständigen Neubau auszugehen. Klar ersichtlich ist auf dem Gemälde die bis heute erhaltene, räumlich reizvolle Erschliessung von der Strasse her durch einen ostseitig vorgelagerten Hof und über eine Treppe und einen Vorplatz zum Haupteingang auf der Nordseite des Hochparterres.

    Besitzergeschichte

    Weder der Bauherr noch der Architekt konnten bis heute nachgewiesen werden. Der früheste dokumentierte Handwechsel des Stürlerhauses ist ein Verkauf von Marianne Bondeli, Witwe und wohl Erbin des Peter David Stürler, an J. J. Meleÿ im Jahre 1770. Unter verschiedenen möglichen Thesen ist die wahrscheinlichste, jedoch nicht nachgewiesene Annahme, dass Peter David Stürler das Haus von seinem Vater Vincenz Stürler (1662-1734) geerbt hat. Vincenz Stürler war einziger Sohn von Niklaus Stürler (1621-1693), der damit als Bauherr in Frage kommt. In diesem Fall wäre der Name Stürlerhaus wohl auf seinen Erstbesitzer zurückzuführen und nicht, wie bisher angenommen, auf Heinrich von Stürler, in dessen Besitz sich das Haus seit 1874 befand.

    Baugeschichte

    Trotz wechselvoller Besitzergeschichte erlebt das Stürlerhaus bis zum Ende des 19. Jahrhunderts keine wesentlichen baulichen Veränderungen. 1895 verkaufen die Erben des früheren Polizeiinspektors Heinrich von Stürler das Gebäude an das Diakonissenhaus. Die 1846 gegründete sozial-religiöse Institution hatte sich bereits 1862 im Altenberg niedergelassen und wuchs anschliessend durch Käufe und Schenkungen zum ausgedehnten Komplex des Salemspitals an. Das Stürlerhaus wird in den Betrieb integriert und dient von 1903 bis 1918 als Spital für Nervenkranke. Daher stammt wohl der bis heute gebräuchliche Name «Stürlerspital». In diese Zeit fällt der Einbau einer grossen, dem Spitalbetrieb dienenden Küche im Nordostzimmer des Erdgeschosses mit Speiselift in den darüber liegenden Esssaal. Weiter wird 1899 auf der Ostseite der Parzelle, als Anbau an die Nachbarhäuser, ein zweigeschossiges Waschhaus erstellt, das zu den frühesten Flachdachbauten Berns zählen dürfte und ebenfalls dem Spitalbetrieb dient. Von 1918 bis 1933 wird das Haus privat vermietet. 1933 folgt ein Umbau zum Schulspital des Diakonissenhauses (Kücheneinbauten, Betonboden in der Küche, Einbau einer Zentralheizung, Zimmeranbau an der Westseite und vermutlich die Schliessung der nordseitigen Laube). Ebenfalls auf diesen Umbau dürfte die unvorteilhafte und technisch fragwürdige Renovation der Sandsteinfassaden mit einem sehr harten Zementputz zurückgehen.

    www.bern.ch 14.12.2004


    Keine Photo zur Hand.

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