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Bern - Volksfeste I. So festeten unsere Vorfahren
Und vier Jahre später wurden die «schamlich kurzen kleideren» verboten: wer ein «unerbar kleid, juppen, rock oder mantel» trug, sollte zur Strafe einen Rheinischen Gulden an den Bau der St.-Vinzenen-Kirche leisten. Verboten wurden auch stets «alle unzucht, spil und tanz uf allen kilchwihinen» und «keglen, karten, wirfel und schiessen», 1485 beispielsweise bei «5 pfund pfenningen..büss». Doch was fruchtete das alles? Irgendwo gab es immer einen Platz, auf dem schnell ein Tänzchen gedreht werden konnte - und wenn es gerade im Rathaus war! Da mochte ein Erlass noch so lange warnen: «ein fromme, flissige oberkeit hat vil und allzit wachmündige ougen! » 1532 wurde deshalb bestimmt, dass niemand, weder arm noch reich, weder sommers noch winters, im Rathaus tanzen dürfe. Aber auch, wenn - wie am 27. Juni 1504 - von Zeit zu Zeit das Tanzen in Stadt und Land allenthalben verboten wurde, so blitzt doch in Chroniken und alten Schriften - oft nur zwischen den Zeilen - ein schelmisches Lachen auf. Ganz gewiss ist es auch am 15. Januar 1486 nicht so trocken zugegangen, wie man aus einem Bericht Anshelms schliessen könnte: «Uf sontag nach Hilary, was des 15. tag Jenner, sind die von Swytz gon Bern kommen, früntliche und froliche fassnacht da ze haben. Deshalb ein ersame stat Bern liess jagen und fischen ...» Nüchtern waren die alten Berner ohnehin nicht, jedenfalls nicht immer. Wäre es sonst etwa nötig gewesen, 1533 «trunkenheit mit Wasser und brot, ein tag und 1 nacht in gfangknuss straffen» oder die Predicanten anzuhalten, «das üppig liedlin singen uff der gassen und lang bim wyn sitzen» von der Kanzel herab zu verurteilen Literatur: Chroniken von Valerius Anshelm, Conrad Justinger und Tschactlan. Gruners «Deliciae Urbis Bernae; Handschriftliche Aufzeichnungen von Pfarrer Karl Howàld (Berner Brunnen); Bern in seinen Ratsmanualen von Berchtold Haller; Edouard von Rodt, Bern im 18. Jahrh.; Berner Woche, Jahrgang 1939; Berner Taschenbuch 1889/90 und 1854; zum 19. und 20. Jahrhundert: Fest-Aktensammlungen in der Burgerbibliothek. Christine Kobler Fescht-Zytig Bärn-Fescht 1976 Gemeinsame Beilage des Bund, Berner Tagblatt und Tagwacht 31.08.1976
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