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Bern - Volksfeste X. Fest in der Kriegszeit
Verschiedene ausserordentliche Schwierigkeiten störten die Vorbereitungen des Festes erheblich und machten grundlegende Umstellungen des Programms notwendig. So war es nicht möglich, eine Lockerung der Verdunkelungsvorschriften zu erwirken. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass der Festbetrieb an beiden Abenden bereits um 22.30 Uhr abgebrochen werden musste. Nach Beginn der Verdunkelung wurde das Programm am Samstag in Form von Heimatabenden in verschiedenen grossen Lokalen fortgesetzt. Eine weitere Einschtänkung ergab sich aus dem regierungsrätlichen Tanzverbot für den Bundesplatz und die Bundesterrasse. An Stelle des Tanzbetriebes wurde hier ein durchgehendes Programm mit Volksliedern, Volkstänzen, Alphornblasen, Jodeln, Fahnenschwingen abgewickelt, wobei besonders auf dem Bundesplatz grosser Erfolg erzielt wurde, war doch die mächtige Tribünenanlage stundenlang bis auf den letzten Platz besetzt.» Die Einschränkungen zogen nicht nur Nachteile mit sich. Es ging ein wenig stiller zu, wahrscheinlich nicht weniger fröhlich - und es wurden weniger Worte gemacht: «Die Zeitumstände verboten es dem Organisationskomitee, ein Bankett nach dem Vorbild früherer offizieller Anlässe durchzuführen. Statt dessen wurde den Ehrengästen nur ein einfaches Mittagsmahl im Kornhauskeller geboten, während die Weibel in der Schmiedstube bewirtet wurden. Trotz der kurzen und bescheidenen Speisenfolge - es gab Suppe, Bernerplatte, Früchte und Käse - wurde dieses Mittagessen zu einem herzerfreuenden eidgenössischen Freundschaftsmahl. Der Kornhauskeller war mit Fahnen und Blumen reich geschmückt. Bei jedem Gedeck lag eine hübsche Menükarte, die ein handkolorierter Holzschnitt von Kunstmaler Paul Boesch zierte. Da das Mittagessen kein Bankett sein sollte, fielen auch die bei solchen Gelegenheiten sonst üblichen Reden weg. Es wurden lediglich zwei kurze Ansprachen gehalten. Herr Regierungspräsident C. Moeckli begrüsste die anwesenden Gäste, und Herr Bundespräsident Dr. W. Wetter überbrachte die Wünsche des Bundesrates.» Literatur: Chroniken von Valerius Anshelm, Conrad Justinger und Tschactlan. Gruners «Deliciae Urbis Bernae; Handschriftliche Aufzeichnungen von Pfarrer Karl Howàld (Berner Brunnen); Bern in seinen Ratsmanualen von Berchtold Haller; Edouard von Rodt, Bern im 18. Jahrh.; Berner Woche, Jahrgang 1939; Berner Taschenbuch 1889/90 und 1854; zum 19. und 20. Jahrhundert: Fest-Aktensammlungen in der Burgerbibliothek. Christine Kobler Fescht-Zytig Bärn-Fescht 1976 Gemeinsame Beilage des Bund, Berner Tagblatt und Tagwacht 31.08.1976
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