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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Von-Roll-Areal

Fabrikstrasse 2-12

Das von Roll Areal ist der zentrale Baustein der langfristigen räumlichen Entwicklungsstrategie 3012 (vergleiche Strategien). Mit dem internationalen Architekturwettbewerb wurde ein erster entscheidender Schritt in der Bebauungsplanung dieses Areals getan. In einem nächsten Schritt wird das Projekt überarbeitet, verfeinert und die konkrete Nutzung festgelegt.

Universität Bern Bau und Raum



  • Von Roll AG (Hug)
  • Von Roll-Areal in Bern
  • Die Entstehung der Firma Von Roll
  • Gerlafingen(HLS)
  • Wakker-Preis Stadt Bern
  • Karte



    Von Roll AG

    1894-97 liess sich die Von Roll AG aus Gerlafingen in Bern nieder und übernahm in der Nordwestecke des Länggassquartiers das Areal der liquidierten Maschinenfabrik Bern AG. Die Muesmatt war mit der Erschliessung durch die Eisenbahn um 1860 ein wichtiger Industriestandort geworden. Rasch nahm die Firma Von Roll die Erstellung von neuen Fabrikbauten auf und errichtete innerhalb weniger Jahre eine Giessereihalle (1899), ein Werkstattgebäude (1899/1905/1910) und eine Maschinenbau-Werkstätte (1904). Bei diesen Gebäuden handelt es sich um Sichtbacksteinbauten mit Kolossalpilastern und grossen Stichbogenöffnungen.

    Insbesondere die klassizistisch anmutende Hauptfront des Werkstattgebäudes mit hierarchisch ausgebildetem Fassadenrelief wirkt imposant. 1907 folgte ein grosses Verwaltungsgebäude mit Kantine im Kellergeschoss. Es wendet seine repräsentative Hauptfassade mit Jugendstildekor der Fabrikstrasse zu. 1915 wurde die Weichenbauhalle, ein aussergewöhnlicher Eisen-Fachwerkbau mit Satteldach und verglastem Firstaufsatz, fertiggestellt. Obwohl der Fabrikkomplex und vor allem die Werkhallen durch zahlreiche Veränderungen nachteilig um- und ausgebaut worden sind, wird auf dem Von Roll-Areal die seltene Gelegenheit geboten, in verschiedenen Jahrzehnten entstandene, qualitätvolle Industriearchitektur zu erhalten.

    Die Von Roll AG verlagert bis Ende 1997 ihre Produktion von Bern nach Thun. Intensive Verhandlungen zwischen der Firma, den Behörden und der Denkmalpflege zur Neunutzung des Areals sind im Gang. Vorläufig ist geplant, das Verwaltungsgebäude als Konzernleitungssitz der Von Roll AG beizubehalten; für das Giessereigebäude wurde ein Abbruchgesuch eingereicht. Wünschbar wäre ein Ideenwettbewerb für eine Gesamtplanung.

    Regula Hug
    Stadtführer - Umnutzen von Industriebauten
    Berner Heimatschutz, Regionalgruppe Bern, 1997




    Von Roll-Areal in Bern: Ein Zentrum der Erziehungs- und Sozialwissenschaften

    Auf dem von Roll-Areal in Bern soll ein Zentrum der Erziehungs- und der Sozialwissenschaften entstehen. Ab 2013 sollen hier die Pädagogische Hochschule zusammen mit der Philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät und den Sozialwissenschaften der Universität einziehen. Der Regierungsrat des Kantons Bern beantragt dem Grossen Rat für die Projektierung der Überbauung einen Kredit von 8,6 Millionen Franken.

    Die Stärkung des Bildungsstandorts Bern ist eines der Ziele der kantonalen Wachstumsstrategie. Mit dem Kauf des von Roll-Areals vor rund fünf Jahren hat der Kanton die räumlichen Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung der Universität geschaffen. In einem Architekturwettbewerb wurde im vergangenen Jahr ein Projekt für die Überbauung des Areals gefunden. Auf dem von Roll-Areal soll die Pädagogische Hochschule zusammen mit der neu gebildeten Philosophisch-Humanwissenschaftliche Fakultät und den drei sozialwissenschaftlichen Instituten der Universität (Soziologie, Politologie, Medienwissenschaften) untergebracht werden. Neue bildungspolitische Rahmenbedingungen und ein starkes Wachstum der Zahl der Studierenden haben zu diesem Entschluss geführt. Die Pädagogische Hochschule ist auf eine enge Zusammenarbeit mit der Universität angewiesen und soll deshalb in der Nähe der Uni konzentriert werden. In den Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität hat sich die Zahl der Studierenden in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent erhöht und soll bis ins Jahr 2013 noch weiter ansteigen. Mit der Unterbringung auf dem von Roll-Areal könnten die dringenden Raumprobleme gelöst werden.

    Auf dem von Roll-Areal soll so ein Zentrum der Erziehungs- und Sozialwissenschaften mit rund 8'700 Studierenden entstehen. Davon würden auch andere Teile der Universität profitieren: Die Naturwissenschaften erhalten nach dem Auszug der Lehrerinnen- und Lehrerbildung aus dem Muesmattareal Platz für ihre zukünftige Entwicklung. Die Philosophisch-historische Fakultät kann nach dem Auszug der Philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät und der Sozialwissenschaften aus der Unitobler dort ihre Institute konzentrieren. Der heutige Standort Marzili der Lehrerinnen- und Lehrerbildung soll bis zum Bezug des von Roll-Areals genutzt und danach aufgegeben werden. Auf dem von Roll-Areal verbleibt für eine allfällige spätere Bauetappe ein Potenzial von rund 28'000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche.

    Bis Ende 2007 will nun der Kanton ein Bauprojekt mit Kostenvoranschlag ausarbeiten. Vorgesehen sind ein viergeschossiger Neubau und die Umnutzung der ehemaligen Weichenbauhalle. Die Projektierungskosten belaufen sich auf 8,6 Millionen Franken. Der Grosse Rat wird über den Kredit in der Juni-Session 2005 befinden. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund 190 Millionen Franken; der Bund wird sich daran mit voraussichtlich 46 Millionen Franken beteiligen. Bezogen werden soll die neue Überbauung im Jahr 2013.

    Kanton Bern Medienmitteilung 14.04.2005



    Die Entstehung der Firma Von Roll

    Die Anfänge der Von Roll gehen auf das Jahr 1804 zurück. Franz Peter Ludwig Leo Freiherr von Roll von Emmenholz gründete damals eine Steingut- und Fayancen-Fabrik im solothurnischen Matzendorf und in Aedermannsdorf. Kurze Zeit später stieg er in die Eisenverhüttung ein und schoss Kapital in die damaligen Thaler Erzabbau- und Schmelzbetriebe ein.

    Nur zehn Jahre später erhielten die Hoffnungen auf einen raschen Aufstieg einen jähen Dämpfer. Die französischen Teilhaber stiegen aus dem Projekt aus. Es fehlte Kapital für die Weiterführung des Betriebes. Schliesslich gelang es Ludwig Von Roll zusammen mit dem Mittelsmann Josef Lack dennoch das Unternehmen zu retten.

    Der Basler Bankier Emanuel La Roche stellte neue Mittel zur Verfügung und half so, die drückende Schuldenlast zu lindern. Die französische Wirtschaftskrise von 1826/27 warf Von Roll nochmals zurück. Dann folgten 40 Jahre, in denen das Unternehmen vom hohen Eisenbedarf im Zuge der Industrialisierung profitierte. 1836 ging in Gerlafingen das erste Blechwalzwerk in Betrieb.

    Der Krieg von 1870/71 stürzte Von Roll erneut in eine Krise. Sie führte zur Entlassung zahlreicher Mitarbeiter. Im anschliessenden Aufschwung gewann das Unternehmen an Grösse. 1916 wurde das erste Stahlwerk erstellt. Die Stahlproduktion nahm in den folgenden Jahren stetig zu. Im zweiten Weltkrieg sicherte Von Roll zu einem guten Teil die Versorgung der Schweiz mit Eisen und Stahl.

    Stahl Gerlafingen






    Abbildung folgt

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