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Bern - die Hauptstadt mit Charme Bern - Freimaurerei - Freimaurer Freimaurerei international verbreitete Vereinigung, deren Mitglieder sich humanistisch-ethischen Zielen verpflichtet fühlen; bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nur als reiner Männerbund existierend. Die Freimaurerei entstand in Anlehnung an die spätmittelalterlichen Bauhütten, von denen sie ihre Abzeichen, Terminologien und Riten ableitet, so u. a. die Einteilung in Logen (zu englisch „lodge“, Bauhütte), die Symbole des Zirkels, Schurzes oder Winkelmasses sowie die Unterteilung in Meister-, Gesellen- und Lehrlingsgrad. Bauhütte (Kunstgeschichte) seit dem Mittelalter eine Vereinigung von Steinmetzen und Werkleuten zur Nachwuchserziehung, Weiterbildung, Standesvertretung, Pflege der Tradition und Überlieferung von technischen und künstlerischen Berufsgeheimnissen. Die Hütten entstanden in der Nachfolge mönchischer Organisationen seit dem 13. Jahrhundert; ihre Blüte erlebten sie im 14. Jahrhundert. Die Mitglieder einer Bauhütte waren auf eine bestimmte Hüttenordnung verpflichtet. Den sog. Haupthütten - allen voran Strassburg, daneben Köln, Bern und Wien - waren weniger bedeutende Bauhütten zugeordnet. 1459 kam es zum Zusammenschluss der Bauhütten auf der Grundlage der Strassburger Ordnung. Seit dem 16. Jahrhundert verloren die Hütten zugunsten der städtischen Zünfte mehr und mehr an Bedeutung. www.wissen.de Bern - Freimaurerei - Freimaurer «Die Freimaurerei ist eine international verbreitete Vereinigung, die unter Achtung der Würde des Menschen für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit und allgemeine Menschenliebe eintritt. Sie geht davon aus, dass menschliche Konflikte ohne zerstörerische Folgen ausgetragen werden können. Voraussetzung dafür ist die Herstellung eines Vertrauensverhältnisses zwischen den Menschen unterschiedlicher Überzeugungen. Die Freimaurerei ist stark auf den einzelnen Menschen ausgerichtet und bemüht, ihn sittlich zu vervollkommnen. Sie hat aber keine ethischen Lehrsätze aufgestellt, da nach ihrer Auffassung sittliche Normen einem ständigen Wandel unterliegen. In den rituellen Arbeiten werden die geistigen Grundlagen der Freimaurerei nicht nur reflektiert, sondern auch durch Bilder und Symbole erlebbar gemacht. Das Ritual ist ein dynamisches Symbol des kosmischen Geschehens, wobei sich der teilnehmende Bruder bewusst in die Gesetzmässigkeit des Universums einordnet. Die rituellen Arbeiten werden in drei Graden durchgeführt: Lehrling (Stufe der Selbsterkennung, Anm. d. Verf.), Geselle (Stufe der Selbstbeherrschung, Anm. d. Verf.) und Meister (Stufe der Selbstveredelung, Anm. d. Verf.). Dabei verwenden die Freimaurer besondere Symbole und tragen bei ihren Arbeiten Abzeichen, Schurz und weisse Handschuhe. Die Symbole sind Bindemittel der Brüder untereinander und stellen die Kernaussagen der Freimaurerei in Bildern und sinnbildlichen Handlungen dar» (Evangelisches Kirchenlexikon, Göttingen 1986). Weitere bekannte Zeichen des Freimaurers sind der eingeteilte Massstab, das Winkelmass, der Zirkel und die Maurerkelle. Der eingeteilte Massstab dient dem Freimaurer dazu, die Arbeit, die er an sich selbst ausführt, zu messen. Der Massstab hilft, dem Bau die richtigen Proportionen zu geben. Das Winkelmass soll die Brüder daran erinnern, «alle ihre Handlungen nach dem Winkelmass der Klugheit und Gerechtigkeit einzurichten» (Instruktion für Gesellen). Beim Zirkel versinnbildlicht der eine Schenkel das Recht, der andere die Pflicht des Bruders. Je besser ein Bruder die Gratwanderung zwischen Recht und Pflicht beherrscht, um so mehr wird er von seinen Mitbrüdern geachtet und geehrt. Die Maurerkelle hilft dem Bruder, seine inneren Steine, die er als Lehrling geschaffen hat, richtig aufeinanderzuschichten und mit Mörtel zu versehen, damit das Ganze eine Einheit bildet. Der Mörtel ist in der Sicht des Freimaurers die Bruderliebe und die Freundschaft. Wo zuviel vorhanden ist, wo er aus der Mauer hervorquillt, nimmt die Kelle den überschüssigen Mörtel weg und führt ihn dorthin, wo zuwenig haften blieb. Der Freimaurer wird dadurch zu einer Einheit (Instruktion für Gesellen). Aus dieser Symbolik ist leicht ersichtlich, wie die Freimaurer ihre Gemeinschaft von den Bauhütten der mittelalterlichen Kathedralen herleiten. Aus dieser Quelle stammen auch die Arbeitssymbole, Schurz und Handschuhe, die bei Ritualen in der Loge getragen werden. Die Mitglieder rekrutieren sich aus allen gesellschaftlichen Schichten. In den zugänglichen Mitgliederlisten findet sich der Handwerker neben dem Akademiker, der Angestellte neben dem Fabrikbesitzer. Eine Statistik, die im «Offiziellen Organ der Grossloge Alpina» 1937 publiziert wurde, zeigt, dass von 3687 Freimaurern 33 Prozent aus der Industrie und dem Handwerk kamen. 25 Prozent der Mitglieder arbeiteten im Handel, bei Banken oder Versicherungen. Aus der öffentlichen Verwaltung und in «liberalen Berufen» (Wissenschaft, Seelsorge, Theater usw.) rekrutierten sich 26,5 Prozent der Freimaurer. Kleinere Kontingente stellten Berufe aus dem Verkehrswesen mit 7 Prozent, aus dem Gastgewerbe mit 5,5 Prozent und andere mit 0,5 Prozent. Vermutlich dürften noch heute die meisten Mitglieder der Bauhütten in der Industrie und im Handel zu finden sein. Die Brüder schliessen sich zu vereinsmässig organisierten Logen zusammen, die ihrerseits in lockerer Form untereinander verbunden sein können. Grob unterschieden wird zwischen der blauen und der roten Maurerei. Unter der roten Maurerei finden sich die Logen, welche sich nach dem schottischen Ritus mit seinem Hochgradsystem richten. Dabei handelt es sich um eine Auffächerung des Meistergrades in verschiedene Erkenntnisstufen. Die blaue Maurerei, nach ihrem Schutzpatron Johannes dem Täufer auch Johannismaurerei genannt, begnügt sich mit den drei traditionellen Graden: Lehrling, Geselle, Meister. Die Unterscheidung in rote oder blaue Maurerei wird anhand der Schurzumfassungsfarbe vorgenommen. Die moderne Maurerei entstand 1717 in London durch den Zusammenschluss von vier Logen zur Grossloge von London. In der Schweiz gründete der Engländer Lord Georges Hamilton bereits 1736 eine Loge mit dem Namen «La Société du Parfait Contentement». Die politische Obrigkeit Genfs war gegenüber dieser Neugründung sehr skeptisch und stellte bereits 1744 den Beitritt zu einer Loge unter Strafe. Mittlerweile gab es schon sechs Logen in der Rhonestadt. Von Genf aus gründeten die Freimaurer weitere Logen in anderen Schweizer Städten: Lausanne 1739 («La Parfaite Union des Etrangers»), Neuenburg 1743 («Les Trois Etoiles Flamboyantes»), Basel 1744, Freiburg 1761, Le Locle 1774, Zürich 1771 («Modestia cum Libertate»), Bern 1798. Diese Berner Loge entstand durch Initiative von aus Frankreich zurückkehrenden Offizieren. Auch Bern wurde misstrauisch gegen die Logengründungen auf seinem Staatsgebiet. Die bereits 1739 in Lausanne gegründete Loge bildete 1744 den Gegenstand einer Untersuchung, die der Berner Schultheiss Isaak von Steiger (1669-1749) dem Lausanner Amtsmann Johann Friedrich Ryhiner (1691-1765) in Auftrag gab. Der Bericht lautete zwar günstig für die Loge, dennoch verbot Bern ein Jahr später alle geheimen Gesellschaften. Die bekanntgewordenen Mitglieder der Loge, meist angesehene Patrizier, mussten vor einer eigens eingesetzten Kommission der Freimaurerei abschwören. Am 8. März 1745 wurde das Verbot der Freimaurerei öffentlich angeschlagen und verkündet. Jede Verbindung zu einer Loge wurde mit einer Geldbusse von 100 Talern und dem Verlust sämtlicher Ehren und Ämter belegt. Der Burgdorfer Pfarrer Johann Rudolf Gruner schrieb dazu in seiner Berner Chronik unter dem Jahr 1740: «In diesem und im folgenden Jahr entstund die Societät der sogenannten Freimaurer in Bern, darein sich begaben die allerfürnehmsten Stadtleut und Politici. Selbst der König von Preussen, der Herzog von Kumberland, hiess es, seien davon und breitete sich solche sehr aus in der ganzen Welt. Man konnte aber nie recht hinter ihre Geheimnisse kommen, indem sie selbige durch geschwornen Eid sehr verborgen hielten. Man besorgte, dass selbige dem Staat und der Kirche schädlich werden möchte, so sich jedoch nicht erfunden. Zu Bern waren bald sehr viele im Verdacht, von dieser Gesellschaft zu sein. Daher bei der Burgerbesatzung von 1745 man sich darüber genau erkundigte» (zitiert nach JAKOB STERCHI 1913, 230). Trotzdem wurden weitere Logen auf bernischem Gebiet gegründet: Bex 1760 («La Reunion»), Vevey 1790 («La Silencieuse»), Aubonne 1798 («La Constance») sowie Logen in Montreux 1785 und in Morges 1786. Im Gegensatz zu Bern wurde die Freimaurerei in Zürich und Basel toleriert. Nach dem politischen Umsturz von 1798 kam die Freimaurerei stärker auf. Bedingt durch die politische Abhängigkeit von Frankreich, gerieten die Schweizer Logen jetzt unter den Einfluss des «Grossorients von Frankreich». Die alten Logen nahmen ihre Tätigkeit wieder auf und neue wurden gegründet: Bern 1803 («Zur Hoffnung»), Basel 1808 («Freundschaft und Beständigkeit»), Aarau 1811 («Wilhelm Tell», später umbenannt in «Zur Brudertreue»). 1811 entstand in Lausanne auch der «Grand Orient National Helvetique». Durch Zusammenschluss dieses Grossorients mit der Berner Loge «Zur Hoffnung» formierte sich 1822 eine grosse Landesloge. Eine Vereinigung aller Bauhütten kam aber wegen internen Meinungsverschiedenheiten über grundsätzliche Systemfragen (Wahl des Ritus) nicht zustande. Schliesslich gelang doch noch eine Einigung. Am 22./23. Juni 1844 gründeten 14 Logen die Schweizer Grossloge «Alpina». Den einzelnen Mitgliederlogen wurde Ritualfreiheit zugestanden. Der erste Grossmeister war der Zürcher Historiker Johann Jakob Hottinger (1783-1860). Die Haltung der katholischen Kirche verhinderte im 19. Jahrhundert die Ausweitung freimaurerischen Gedankenguts. Deshalb bezogen viele Logen eine antiklerikale Einstellung. Im 20. Jahrhundert gab es von politischer Seite Bestrebungen, die Freimaurerei zu verbieten. Oberst Arthur Fonjallaz, der Führer einer rechtsextremen Front, lancierte bereits 1923 eine Initiative für ein Verbot der Freimaurerei. Im Dezember 1934 konnte die Initiative eingereicht werden. Mit einem Stimmenverhältnis von 2:1 lehnte das Schweizervolk bei der Abstimmung vom 28. November 1937 dieses Begehren ab. Auf Druck der vereinten Grosslogen Englands brach die «Alpina» 1955 ihre Beziehungen zum «Grossorient von Frankreich» ab, weil dieser von seinen Mitgliedern nicht mehr verlangte, an Gott zu glauben. Freimaurer, die sich ihre Glaubensfreiheit bewahren wollten, gründeten daraufhin liberale Logen, zum Beispiel «Anderson» in Lausanne oder «Zur leuchtenden Flamme» in Zürich. Seit 1964 gibt es in der Schweiz auch reine Frauenlogen. Die «Grande Loge Féminine de France» gründete in Genf die Loge «Lutèce No. 16». Nach 1970 entstanden weitere Logen in Genf, Lausanne, Neuenburg, Aigle, Cossonay, Zürich und Bern. Diese Logen schlossen sich zur «Grande Loge Féminine de Suisse» zusammen. 1989 gab es in der Schweiz bereits zwölf Frauenlogen. Die Freimaurerei zählt heute in der Schweiz rund 4'000 Mitglieder. Quelle: Hans-Anton Ebener Biographien - Bernisches Historisches Museum 1996 Lit.: JAKOB STERCHI: Berner Chronik von Johann Rudolf Gruner 1701-1761. In: Blätter für Bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, 9. Jahrgang, 1913,230. - Instruktion für Lehrlinge, hrsg. von der Grossloge Alpina, um 1915. - Instruktion für Gesellen, hrsg. von der Grossloge Alpina. Winterthur 1916. - EUGEN LENNHOFF und OSKAR POSNER: Internationales Freimaurer-Lexikon. Wien 1932. - CARL ALBERT LOOSLI: Die geheimen Gesellschaften und die Schweizerische Demokratie. Bern 1935 (Sonderdruck aus dem offiziellen Gutachten des überparteilichen gerichtlichen Experten im Berner Prozess betreffend die «Zionistischen Protokolle»). - Die Freimaurer in der Schweiz. Buch der Jahrhundertfeier 1844-1944, hrsg. von der Grossloge Alpina. Bern 1944. - THEO GANTNER (Hrsg.): Freimaurerei. Begleitpublikation zur Ausstellung des Schweizerischen Museums für Volkskunde 1983/84. Basel 1983. - Freimaurerei in der Schweiz. Antworten auf aktuelle Fragen, hrsg. im Auftrag der Schweizerischen Grossloge Alpina. Lausanne o.J. - JAN K. LAGUTT: Grundstein der Freimaurerei. Bern 1993 (4. Auflage). - LIL-l BINZEGGER und PETER HAFFEN: Was ist an Geheimbünden geheim? Interview mit Jürg von Ins. In: NZZ Folio, Dezember 1994,83-87. Kommentar Wer wirkliche Facts über die Freimaurerei erfahren will, dem sei das Buch Freimaurerei von Dr. Martin Hohl-Wirz (ISBN 3-933828-09-0) sehr empfohlen! Mit freundlichen Grüssen René Lütold Oberweg 3 CH-3013 Bern Tel. 031 332 42 44 17.09.2004 ![]() Affen Kramgasse 5. Die 1321 gegründete Steinhauerbruderschaft vereinigt sich 1431 mit der Münsterbauhütte zur Gesellschaft zu Affen. Schon vor 1389 hat die Bruderschaft das Haus Kramgasse 1 bezogen. Diese Liegenschaft, 1539 neu erbaut, 1694 durch Samuel Jenner umgebaut, bleibt bis 1832 Gesellschaftshaus. In diesem Jahr wird das heutige, in den frühen Dreissigerjahren des 18. Jh. an Stelle des Hauses der Zigerli von Ringoltingen erbaute Haus bezogen. Lit.: KDM. 2, 6 |