g26.ch

HOME
EVENTS
MUSEEN
GALERIEN
BIOGRAPHIEN
G26.CH NEWS
BLACKBOARD
BERN INFO
KUNST

Google
Web g26.ch















Die Landesausstellungen: Ein Spiegel der Gesellschaft

Schweizerische Landesausstellung 1883 in Zürich

Landesausstellungen
Gemäss offizieller Zählung wurde die erste Landesausstellung 1883 in Zürich durchgeführt. Weitere fanden 1896 in Genf, 1914 in Bern, 1939 in Zürich, 1964 in Lausanne und 2002 in Biel, Neuchâtel, Yverdon-les-Bains sowie Murten statt.

Historisches Lexikon der Schweiz



  • Genf 1896: Heile Welt und Wirklichkeit
  • Die Landesausstellungen: Ein Spiegel der Gesellschaft
  • Abbildungen
  • Schweizerische Landesausstellung 1883 in Zürich
  • Schweizerische Landesausstellung 1896 in Genf
  • Schweizerische Landesausstellung 1914 in Bern
  • Schweizerische Landesausstellung 1939 in Zürich
  • Expo 1964 in Lausanne
  • Expo 2002 in Biel, Neuchâtel, Murten, Yverdon
  • Expo Archiv (mehrsprachig)
  • Schweizerische Landesausstellung (Wikipedia)




    Zürich 1883: Mangel an Statistik

    In die Zeit des wachsenden Nationalismus wurde die erste Landesausstellung auf dem Platzspitz in Zürich durchgeführt. 1,75 Millionen Eintritte wurden für die erste Leistungsschau der Schweizer Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft verkauft.

    Der Bund nutzte die Ausstellung, um auf die Bedeutung der Schulen aufmerksam zu machen. Noch ein Jahr zuvor erlitt er bei der so genannten Schulvogt-Abstimmung eine schwere Niederlage. Schulsubventionierung, Stipendienwesen und wissenschaftliche Forschung wurden erst über Ergänzungen zur Bundesverfassung geregelt.

    1883 wehrten sich viele ländliche Regionen gegen eine positive Darstellung der Schulpflicht. Schliesslich wurden die Ergebnisse der Rekrutenprüfung veröffentlicht. Die Rekruten aus Basel, wo die Lehrer zehn Mal mehr verdienten und vor kleineren Klassen unterrichteten als im Wallis, schnitten entsprechend besser ab, als ihre Kollegen aus dem Bergkanton.

    An der Landesausstellung waren keine ausländischen Produkte zugelassen. Es handelte sich um eine rein schweizerische Leistungsschau. Neben der Pflege des noch unterentwickelten Nationalbewusstseins ging es in Zürich um Verkauf und Handel. 6000 Aussteller kamen.

    Geburtssstunde für Branchenverbände

    Gerne hätten die Besucher mehr über die Exportzahlen der Textil- oder der Uhrenindustrie erfahren. Doch der Mangel an statistischem Material war offenkundig.

    Eine Teilnahme an der Landesausstellung barg für gewisse Aussteller aber auch ein Risiko. Denn eine Jury benotete Produkte und kritisierte ganze Branchen. So schrieb sie beispielsweise, die Landwirtschaft, die Seidenindustrie und das Kunsthandwerk genügten den Anforderungen der Zeit nicht mehr. Die Landesausstellung war die Initialzündung zur Gründung zahlreicher nationaler Branchenverbände, wie etwa der Verband Schweizer Presse oder der Verein Schweizer Gastwirte.

    Mit der Eröffnung des Gotthard-Tunnels ein Jahr zuvor, wurde das Tessin näher an die Schweiz gebunden. Die Landesausstellung erwies dem südlichen Landesteil besondere Referenz.

    Der Erfolg am Berg beflügelte übrigens neue Visionen. In Zürich wurde ein Projekt präsentiert, dass die Schiffbarmachung der Schweiz vom Genfer- bis zum Bodensee zum Ziel hatte.

    Quelle: www.expo.02.ch



    Die Landesausstellungen: Ein Spiegel der Gesellschaft

    Von der Weltausstellung inspiriert, führte die Schweiz seit 1883 Landesausstellungen durch. Jener von 1857 in Bern ist der Titel der ersten offiziellen Landesausstellung verwehrt geblieben. Nicht alle Kantone waren dabei. Neben vielen Gemeinsamkeiten, entwickelte jede Ausstellung ihren eigenen Charakter, hatte jeder Ort seinen eigenen Clou. Wer sowohl die Landi 1939 in Zürich und die Expo 1964 in Lausanne miterlebt hat, weiss das ganz genau. Immer aber waren die Landesausstellungen ein Spiegel der Gesellschaft. Mehr über das historische Umfeld.

    Zürich 1883: Kein Patentschutz

    Die Eröffnung des Gotthard-Tunnels ein Jahr zuvor bildete den historischen Rahmen für die erste Landesausstellung auf dem Areal des Platzspitz in Zürich. Den Besuchern wurde eine aufstrebende Industrienation präsentiert. Viele Produzenten hielten sich allerdings unfreiwillig zurück, obwohl sie gerne ihre Entwicklungen und Erfindungen präsentiert hätten. Das Land kannte keinen Patentschutz. Jedes ausgestellte Stück hätte kopiert werden können. Dennoch trafen sich hier die Vertreter ganzer Berufszweige erstmals auf nationaler Ebene. Die Ausstellung in Zürich stand für die Gründung so manchen Berufsverbandes Pate.
    weiter...

    Genf 1896: Eine Expo und zwei Dörfer

    Die Romands nutzten die zweite Landesausstellung um sich der deutschen Schweiz zuzuwenden. Erstmals nahmen sie nicht nur Paris als ihr einziges kulturelles Zentrum war. Gleichzeitig verdeutlichte ein Streik beim Bau des "Village Suisse " die wachsende soziale Kluft im Land. Die Spannungen zwischen der modernen und der ländlichen Schweiz traten auch im Streit um die Kunst zutage. Noch musste ein unbekannter Maler mit dem Namen Ferdinand Hodler klein beigeben. Vermochte die Illusion des Village Suisse und des Village noire die wahren Probleme des Landes überdecken, die schon beim Bau der Landesausstellung offen zu Tage traten?
    weiter...

    Bern 1914: Vom Krieg geprägt

    Die Landesausstellung auf dem Neufeld in Bern war typisch, denn sie war sehr umstritten. Die Romands fanden die Architektur zu deutschorientiert. Sie hätten statt eines realistischen Dörflis, welches das Landleben zeigte, lieber wieder das eher folkloristische Village Suisse gehabt. Besonders erhitzt war die Diskussion um das Ausstellungsplakat von Emil Cardinaux. Es zeigte einen fahnentragenden Jüngling auf einem grünen Pferd. Dies sei die reinste Hodlerei. Ferdinand Hodler war inzwischen Millionär und bei Kunstfragen ein einflussreicher Mann. Alle Streitereien waren nach dem 1. August, dem Tag der Mobilmachung vergessen. Die Schweiz rückte an der Landesausstellung zusammen.
    weiter...

    Zürich 1939: Die Landi als Fest der Schweiz

    Sie war wohl die Königin der Landesausstellungen. Der Krieg zeichnete sich deutlich ab und die Landi bot eine wichtige Gelegenheit, die Schweiz vor der scheinbaren Übermacht zu einen. Dieser Aufgabe war sich Armin Meili, der Landi-Direktor bewusst. Besonderheiten an dieser Ausstellung waren die Höhenstrasse, der Schifflibach und das Landidorf. Auf der Höhenstrasse wurden die Besucher auf die kommende, schwierige Zeit vorbereitet. Sie war so aufgebaut, dass sich die Stimmung immer mehr steigerte und Vertrauen und Optimismus weckte. Übrigens war auch die Landi 1939 umstritten. Bis es soweit war, musste sie mehrmals verschoben werden.
    weiter...

    Lausanne 1964: Fahrt in die Tiefen des Genfersees

    Der Clou der Expo war eine Fahrt mit dem Mesoscaphe in die Tiefen des Genfersees. Als Hommage an Lausanne wird das Unterseeboot an der Expo.02 in Murten zu sehen sein. In Lausanne präsentierte sich eine moderne Schweiz. Die Fortbewegungsmittel waren Monorail und Telekanapee, die über den Köpfen der Fussgänger fuhren. Ein umstrittenes Projekt war Gulliver, die erste soziologische Umfrage der Schweiz, die an der Expo realisiert werden sollte. Die sehr ausführlichen Fragen einer Voruntersuchung über Kommunismus, Emanzipation, europäische Integration und Armee wurden derart ungeschminkt beantwortet, dass sie entschärft wurden.
    weiter...

    Expo 2002: Fünf Kantone, vier Städte, drei Seen, zwei Sprachen - eine Landesausstellung

    In der Nordwestschweiz, zwischen dem Mittelland und dem Jura, liegt das Drei-Seen-Land, ausgebreitet um den Bieler-, den Neuenburger-, und den Murtensee. Die Gegend ist berühmt für die prachtvollen Landschaften und ihre wunderschönen Naturschutzgebiete. Das Drei-Seen-Land, wo die Deutschschweiz und die Westschweiz einander begegnen, zeichnet sich aus durch seine Sprachenvielfalt, seine Uhrmachertradition sowie durch seine Dynamik in der neuen Wirtschaft.
    weiter...


    Zürich - Schweizerische Landesausstellung 1883 - http://bern-1914.org
    g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT
  •