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Die Landesausstellungen: Ein Spiegel der Gesellschaft Schweizerische Landesausstellung 1914 in Bern Landesausstellungen Gemäss offizieller Zählung wurde die erste Landesausstellung 1883 in Zürich durchgeführt. Weitere fanden 1896 in Genf, 1914 in Bern, 1939 in Zürich, 1964 in Lausanne und 2002 in Biel, Neuchâtel, Yverdon-les-Bains sowie Murten statt. Historisches Lexikon der Schweiz
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Bern 1914: Romands versus Deutschschweizer Nicht nur das Ausstellungsplakat von Emil Cardinaux, das als Bohnenross bezeichnet wurde, errregte den Ärger der Romands. Auch die Architektur störte sie. Der Style de Munich belege die Deutschfreundlichkeit der Deutschschweizer. Im Vorfeld der Landesausstellung herrschte nicht mehr der Geist von Genf Das Klima am Vorabend des ersten Weltkrieges war vom Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland geprägt. Das architektonisch moderne Gesicht sollte einheitlich sein und so die Landesausstellung prägen. Auch das Village Suisse von Genf mit seinen bunt gemischten Häusern in den Baustilen aller Regionen musste einem einheitlichen, bernischen Dorf weichen. Statt Kitsch sollte naturnahes Landleben gezeigt werden. Statt Ramsch verkauften die Trachtenfrauen nur wertvolles, bäuerliches Kunsthandwerk, das die Gnade der Jury fand. Es war eine Zeit der Rückbesinnung auf die ländliche Kultur. Im oberen Stockwerk des Dörfli-Wirtshauses Zum Rösligarten spielte das Heimatschutztheater Stücke von Otto von Greyerz. Auch andere Mitglieder der Theaterjury wie Josef Reinhart und der spätere Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse sorgten dafür, dass sich die Qualität des Volkstheaters verbesserte, das Greyerz als fürchterliches Gemisch von Erschröcklichem und bemühend Dummen bezeichnete. Noch im Vorfeld der Landesausstellung drohte die Industrie mit Boykott. Grund dafür war die kulturkritische Haltung der Gewerbler, die sich gegen die profitorientierte Industrie wandten und vor allem das Schweizertum pflegen wollten. Kritisiert wurde zudem die arbeiterfreundliche Haltung der Regierung, die in der Revision des neuen Fabrikgesetzes zum Ausdruck kam. Trotz Krieg: The Show must go on Schliesslich kamen doch 8000 Aussteller. 3,2 Millionen verkaufte Eintritte bewiesen, das wachsende Interesse an der Landesausstellung. Am 7. Juli war der belgische König zu Gast. Es war die letzte unbeschwerte Zeit, bevor am 1. August 220'000 Männer zur Mobilmachung aufgerufen wurde. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest wurde verschoben und der Ausstellungsdirektor Emil Locher überlegte sich eine Schliessung. Den Weg wies der Bundesrat. Ihm war an einer Weiterführung gelegen. Aus der Messe zur Exportförderung wurde ein Forum zur Schärfung des nationalen Käufer- und Konsumentengewissens. www.expo.o2.ch Die Landesausstellung von 1914 Das 19.Jahrhundert war, wie in aller Welt, auch in der Schweiz eine Zeit der Ausstellungen. Ursprünglich boten sie vor allem dem Gewerbe und später der Industrie Gelegenheit, Kunden für ihre Erzeugnisse anzulocken und mit neuen Produkten und Verfahren Interesse und Initiative der Berufsgenossen anzuregen. Sie dienten also der Wirtschaft und nicht dem Patriotismus, der damals in erster Linie an Festen aller Art gepflegt wurde. Auch Bern beherbergte öfters derartige Veranstaltungen, so 1857 die Schweizerische Industrieausstellung, der auch Abteilungen über schweizerische Literatur und Kunst sowie eine Schau zur Landwirtschaft angegliedert waren. Raum fand sie in bereits bestehenden Gebäuden, hauptsächlich in der Kavalleriekaserne am Bollwerk, und sie kam aus ohne eigens für sie erstellte Hallen oder Zelte. Sie kann als Vorläuferin der späteren Landesausstellungen gelten, deren Reihe 1883 in Zürich begann und 1896 in Genf fortgesetzt wurde. Schon vorher, nämlich 1891, hatten bernische Wirtschaftsvereinigungen erwogen, sich ebenfalls um einen derartigen Anlass zu bewerben. Der Gemeinderat der Stadt Bern leitete ihr Gesuch an den Bundesrat weiter, doch dann ruhte die Angelegenheit, wenn auch die Gespräche darüber nie ganz abrissen. Ein entscheidender Tag wurde der 21.Februar 1907, auf den Regierungsrat Kunz interessierte Behörden und Vereine zusammenrief. Die ungefähr achtzig Anwesenden empfahlen für eine Landesausstellung Bern als gegebenen Ort, und als geeignetsten Zeitpunkt denjenigen der Eröffnung der Berner Alpenbahn und wählten eine vorberatende Kommission. Sie besorgte - besonders in vielen Unterausschüssen - die Vorarbeiten, so dass der Regierungsrat im Dezember 1908 die eigentliche Bewerbung beim Bundesrat einreichen konnte. Dieser hiess sie gut, um so mehr, als keine Anträge von anderen Gegenden vorlagen. Eine Grosse Ausstellungskommission aus rund 150 Männern - Frauen waren keine dabei - übernahm die Oberleitung. Die Hauptlast aber trug ein Zentralkomitee von gut vierzig Mann und namentlich sein dreiköpfiges Direktionskomitee unter der Leitung von Regierungsrat Carl Moser. Am 18.November 1909 bewilligte der Grosse Rat ohne Diskussion 500000 Franken als Subvention, und weitere Beiträge flossen von Bund, Einwohner- und Burgergemeinde Bern her. Aber auch die meisten übrigen Gemeinden des Kantons steuerten das Ihre bei, von den 2000 Franken von Biel und den 1800 von Köniz hinab bis zu den je zehn Franken kleiner Orte im Oberland und im Jura. Weitere Einnahmen sollten die Eintritte in die Ausstellung und eine Lotterie liefern. Ursprünglich war die Ausstellung für 1913 geplant, zur Eröffnung der Berner Alpenbahn, ähnlich wie die Zürcher Landesausstellung 1883 in den Umkreis der Feiern für die neue Gotthardlinie gehörte. Weil aber Teile der Ostschweiz im Lötschbergdurchstich eine unerwünschte Konkurrenz für ihre Projekte am Splügen erblickten und deshalb grollten, entschloss man sich zur Verschiebung der Landesausstellung auf 1914, um so mehr als die Vorbereitungszeit ohnehin knapp geworden war. Als Standorte in Bern fielen das Murifeld und Holligen früh aus der Wahl. Für Wankdorf- und Beundenfeld waren anfänglich Sportveranstaltungen und landwirtschaftliche Darbietungen vorgesehen und für das Kirchenfeld eine Kunstausstellung in der Kunsthalle, welche am Helvetiaplatz geplant war. Trotz einem gewaltigen fünftägigen Künstlerbazar vom Sommer 1911 in der Reithalle kam aber das Geld für diesen Bau nicht rechtzeitig zusammen, so dass schliesslich die ganze Ausstellung auf dem Neufeld und dem Viererfeld stattfand. Anders als 1883 in Zürich und 1896 in Genf entfaltete sie sich in Bern ausserhalb der eigentlichen Stadt, ohne dass bereits vorhandene Bauten sie einengten oder sogar eine Aufteilung auf mehrere auseinanderliegende Plätze bedingten. Besondere Trümpfe waren die herrliche Aussicht auf Altstadt und Alpenkette sowie als Kulisse der Bremgartenwald, den man im übrigen wenig in die Anlage einbezog. Vom Bahnhof liess sich das Gelände bequem erreichen dank zwei Tramlinien und verbreiterten, geteerten Strassen, die zugleich das Länggass- und das Brückfeldquartier besser erschlossen als bisher. Hatte bisher das Publikum die Vorbereitungsarbeiten noch wenig beachtet, so erregte von 1911 an der Wettbewerb für ein Ausstellungsplakat Aufsehen. Von über hundert Entwürfen krönte die Jury den Reiter von Emil Cardinaux, einen Bauernjüngling mit einer gelben Fahne auf einem stämmigen Ackergaul. Entrüstung und Spott löste vor allem die grüne Farbe des Pferdes aus, die Stoff für Karikaturen und Fastnachtsproduktionen bot. Cardinaux lebte in der Nähe Berns, war aber ein Romand. Doch gerade die Westschweizer kritisierten ihn am heftigsten. Da man ihn dem Umkreis Ferdinand Hodlers zurechnete, war er ohnehin mit diesem zusammen umstritten und Schmähungen ausgesetzt. Für die Ausstellung jedoch bedeutete die Empörung beste Propaganda, denn fortan war der Anlass in aller Leute Mund. Verschiedenheiten im Stilempfinden zwischen Deutsch und Welsch zeigten sich auch bei der Architektur. Den ersten Ideenwettbewerb für die Gesamtgestaltung hatte zwar ein Büro aus Montreux gewonnen, das nach französischen Vorbildern historisierende Formen bevorzugte. Sein Projekt wurde aber von anderen Stellen mehrmals überarbeitet, und die Ausführung geschah fast ganz durch Berner Architekten. Deshalb zeugte die Ausstellung nach der Meinung welscher Kritiker von germanischer Architektur und einem style de Munich. Tatsächlich wirkten die Bauten in ihrer Mehrzahl eher sachlich und nüchtern. Einzelne, namentlich im Dörfli, waren geprägt vom Heimatschutzgedanken. Die Gebäude sollten die Ausstellung nicht überdauern und verschwanden nach ihrem Ende alle, so dass auf ihren Grundflächen schon 1915 wieder reichlich Gras geerntet wurde. Deshalb bestanden die Bauten meist aus Holz oder aus Eisen und Stahl, während Beton kaum angewendet wurde, obwohl das Verfahren bekannt war. Trotz langen Regenperioden und zerstörerischen Stürmen während der Bauzeit, wurde die Ausstellung pünktlich auf den vorgesehenen Eröffnungstag am 15.Mai 1914 fertig. Die Berner Landesausstellung übertraf ihre Vorgängerinnen in Genf und Zürich an Fläche und Besucherzustrom. Nur die Zahl der Aussteller hatte leicht abgenommen, weil manche sich für eine kollektive Darbietung ihrer Produkte zusammenschlossen. Immer noch ging es vorab um eine Leistungsschau von Industrie, Gewerbe und Wissenschaft, die zugleich die Tradition pries, aber auch das Selbstvertrauen und den Fortschritts- und Zukunftsglauben der Nation stärken wollte. Kaum eines der Themen der früheren Ausstellungen fehlte ganz. Aber einzelne waren stark ausgeweitet worden oder sogar neu hinzugekommen, etwa Elektrizität, Automobil, Luftschiffahrt, Binnenschiffahrt, ebenso Banken, Kirchen und internationale Büros. Abteilungen über alte Kunst, Friedensbestrebungen und über Auslandschweizer waren vorgesehen, wurden jedoch nicht ausgeführt. Neu war der Sportplatz, der neben modernen Sportarten wie dem Fussball auch herkömmlichen wie dem Schwingen und Turnen diente, aber gleichfalls den Landwirten für die Vorführung prämierter Tiere. Verzichtet hatte man 1914 auf einen Rummelplatz, eine Budenstadt, da sich die Würde und die Vornehmheit der geplanten Ausstellung [...] nicht vertrage mit der marktschreierischen Aufmachung einer solchen Einrichtung. Immerhin wurde getanzt, und zwar ebensogut Tango wie die hergebrachte Polka. Dazu fuhr die umstrittene Szeneriebahn, eine Berg- und Talbahn mit Kulissen von Alpenlandschaften, die dem Heimatschutz heftig missfiel. Sein Heimatschutztheater im eher kleinen Saal des Dörflis war meist ausverkauft, während beim offiziellen Festspiel Die Bundesburg des Baslers Karl Albrecht Bernoulli der Besuch zu wünschen übrig liess. Auch Dokumentar- und ähnliche Filme fanden wenig Zuschauer, weil die grosse Masse durch Vorführungen von grotesken Humoresken, Detektivromanen etc. verdorben ist und für weniger nervenkitzelnde Bilder kein Interesse verspürt. Alles in allem war die Landesausstellung von 1914 aus der Tradition erwachsen und in der Gegenwart verwurzelt. Aber deutlicher als ihre Vorläuferinnen suchte sie auch in die Zukunft zu weisen und Impulse für die künftige Entwicklung zu geben. Nach den Worten von Regierungsrat Carl Moser sollte sie das Schweizervolk von seiner wirtschaftlichen Kraft überzeugen und damit das Gefühl der Selbständigkeit und Zusammengehörigkeit unseres gesamten Volkes und wahrhaft national schweizerisches Denken und Empfinden fördern und stärken. Eine nationale Weiheschau wie die von Zürich 1939 war es aber nicht, auch wenn der plötzliche Ausbruch des Ersten Weltkrieges während ihrer Dauer sie hinterher stärker in diesem Lichte erscheinen liess, als die Veranstalter es beabsichtigt hatten. Die Ausstellung öffnete ihre Tore am 15.Mai 1914 und empfing im Mai und im Juni an Werktagen um die 20000, an Sonntagen über 50000 Personen. Bereits am 23.Juni war die erste Besuchermillion erreicht - früher als bei gleichzeitigen, ähnlichen Veranstaltungen im Ausland -, am 30.Juli die zweite und am 25.Oktober die dritte. Schon nach der halben Ausstellungszeit war die für die ganze Dauer veranschlagte Menge der Zuschauer und der Einnahmen übertroffen, ebenso am 6.September die Besucherzahl der Genfer Landesausstellung von 1896. Optimisten rechneten mit fünf Millionen Eintritten, obwohl der Zustrom im Juli leicht nachliess. Da knickten anfangs August Weltkrieg und Mobilmachung solche Hoffnungen. Zwar wurde die Ausstellung nicht geschlossen, sondern später sogar um fast drei Wochen verlängert bis zum 2.November 1914, und in diese zusätzliche Zeit fiel sogar der Tagesrekord der ganzen Ausstellung mit 61646 Besuchern am Sonntag, den 1.November. Sonst aber fanden sich von Anfang August an deutlich weniger Gäste ein, und vor allem gaben sie ihr Geld nicht mehr so leicht aus wie vorher. Im ganzen besuchten rund 3,2 Millionen Personen die Berner Landesausstellung. Finanziell schloss sie mit einem bescheidenen Einnahmenüberschuss von fast 35000 Franken ab, also - trotz der Beeinträchtigung durch den Krieg - besser als die Vorgängerin in Genf 1896 mit ihrem Defizit von 740000 Franken. Zu diesem Erfolg trug auch die Propaganda bei, für die sich selbst Schriftsteller von hohem Rang gewinnen liessen. Rudolf von Tavel pries den Gästen in einem schmalen Band die Schönheiten der Stadt Bern, Hermann Hesse schrieb Beiträge für die Ausstellungszeitung und Carl Albert Loosli dachte sogar an die Kinder mit seiner Broschüre Was der kleine Peterli an der Landesausstellung gesehen hat und wie er es zu Hause seinen Geschwistern erzählt. Hermann Hesse glaubte, hinter der Ausstellung stehe vor allem der Wille zum Gemeinsinn, der Wunsch, sich einander zu zeigen und einander kennen zu lernen. Für den wirtschaftlichen Bereich erreichte sie dieses Ziel im Innern des Landes einigermassen, während für den Export und für den Fremdenverkehr aus dem Ausland eine Belebung des Krieges wegen ausfiel. Nötig wurde das Kennenlernen und sich Näherrücken aber unverhofft zwischen Sprachgruppen und sozialen Schichten, zwischen denen bald nach dem Kriegsausbruch tiefe Gräben aufklafften, wo man bisher kleine Risse nur wenig beachtet hatte. Hinterher klang fast prophetisch und beschwörend, was Bundespräsident Arthur Hoffmann an der Eröffnungsfeier der Landesausstellung im Mai 1914 - also Monate vor dem Kriegsausbruch - ausgerufen hatte: Zuviel noch der Missverständnisse, der Reibungen, der Kämpfe! [...] Geben wir uns Mühe, unbeschadet persönlicher Grundsatztreue, uns in die Denkungsart, die Meinungen und Beweggründe der Angehörigen der verschiedenen Parteien, Konfessionen und Sprachstämme hineinzudenken und, soweit das möglich ist, einen objektiven Massstab für deren Beurteilung zu gewinnen. Dann erst üben wir wahre Toleranz. Geschichte des Kantons Bern seit 1798: Band III, Tradition und Aufbruch 1881 - 1995, Beat Junker, Historischer Verein des Kantons Bern Die Landesausstellungen: Ein Spiegel der Gesellschaft Von der Weltausstellung inspiriert, führte die Schweiz seit 1883 Landesausstellungen durch. Jener von 1857 in Bern ist der Titel der ersten offiziellen Landesausstellung verwehrt geblieben. Nicht alle Kantone waren dabei. Neben vielen Gemeinsamkeiten, entwickelte jede Ausstellung ihren eigenen Charakter, hatte jeder Ort seinen eigenen Clou. Wer sowohl die Landi 1939 in Zürich und die Expo 1964 in Lausanne miterlebt hat, weiss das ganz genau. Immer aber waren die Landesausstellungen ein Spiegel der Gesellschaft. Mehr über das historische Umfeld. Zürich 1883: Kein Patentschutz Die Eröffnung des Gotthard-Tunnels ein Jahr zuvor bildete den historischen Rahmen für die erste Landesausstellung auf dem Areal des Platzspitz in Zürich. Den Besuchern wurde eine aufstrebende Industrienation präsentiert. Viele Produzenten hielten sich allerdings unfreiwillig zurück, obwohl sie gerne ihre Entwicklungen und Erfindungen präsentiert hätten. Das Land kannte keinen Patentschutz. Jedes ausgestellte Stück hätte kopiert werden können. Dennoch trafen sich hier die Vertreter ganzer Berufszweige erstmals auf nationaler Ebene. Die Ausstellung in Zürich stand für die Gründung so manchen Berufsverbandes Pate. weiter... Genf 1896: Eine Expo und zwei Dörfer Die Romands nutzten die zweite Landesausstellung um sich der deutschen Schweiz zuzuwenden. Erstmals nahmen sie nicht nur Paris als ihr einziges kulturelles Zentrum war. Gleichzeitig verdeutlichte ein Streik beim Bau des "Village Suisse " die wachsende soziale Kluft im Land. Die Spannungen zwischen der modernen und der ländlichen Schweiz traten auch im Streit um die Kunst zutage. Noch musste ein unbekannter Maler mit dem Namen Ferdinand Hodler klein beigeben. Vermochte die Illusion des Village Suisse und des Village noire die wahren Probleme des Landes überdecken, die schon beim Bau der Landesausstellung offen zu Tage traten? weiter... Bern 1914: Vom Krieg geprägt Die Landesausstellung auf dem Neufeld in Bern war typisch, denn sie war sehr umstritten. Die Romands fanden die Architektur zu deutschorientiert. Sie hätten statt eines realistischen Dörflis, welches das Landleben zeigte, lieber wieder das eher folkloristische Village Suisse gehabt. Besonders erhitzt war die Diskussion um das Ausstellungsplakat von Emil Cardinaux. Es zeigte einen fahnentragenden Jüngling auf einem grünen Pferd. Dies sei die reinste Hodlerei. Ferdinand Hodler war inzwischen Millionär und bei Kunstfragen ein einflussreicher Mann. Alle Streitereien waren nach dem 1. August, dem Tag der Mobilmachung vergessen. Die Schweiz rückte an der Landesausstellung zusammen. weiter... Zürich 1939: Die Landi als Fest der Schweiz Sie war wohl die Königin der Landesausstellungen. Der Krieg zeichnete sich deutlich ab und die Landi bot eine wichtige Gelegenheit, die Schweiz vor der scheinbaren Übermacht zu einen. Dieser Aufgabe war sich Armin Meili, der Landi-Direktor bewusst. Besonderheiten an dieser Ausstellung waren die Höhenstrasse, der Schifflibach und das Landidorf. Auf der Höhenstrasse wurden die Besucher auf die kommende, schwierige Zeit vorbereitet. Sie war so aufgebaut, dass sich die Stimmung immer mehr steigerte und Vertrauen und Optimismus weckte. Übrigens war auch die Landi 1939 umstritten. Bis es soweit war, musste sie mehrmals verschoben werden. weiter... Lausanne 1964: Fahrt in die Tiefen des Genfersees Der Clou der Expo war eine Fahrt mit dem Mesoscaphe in die Tiefen des Genfersees. Als Hommage an Lausanne wird das Unterseeboot an der Expo.02 in Murten zu sehen sein. In Lausanne präsentierte sich eine moderne Schweiz. Die Fortbewegungsmittel waren Monorail und Telekanapee, die über den Köpfen der Fussgänger fuhren. Ein umstrittenes Projekt war Gulliver, die erste soziologische Umfrage der Schweiz, die an der Expo realisiert werden sollte. Die sehr ausführlichen Fragen einer Voruntersuchung über Kommunismus, Emanzipation, europäische Integration und Armee wurden derart ungeschminkt beantwortet, dass sie entschärft wurden. weiter... Expo 2002: Fünf Kantone, vier Städte, drei Seen, zwei Sprachen - eine Landesausstellung In der Nordwestschweiz, zwischen dem Mittelland und dem Jura, liegt das Drei-Seen-Land, ausgebreitet um den Bieler-, den Neuenburger-, und den Murtensee. Die Gegend ist berühmt für die prachtvollen Landschaften und ihre wunderschönen Naturschutzgebiete. Das Drei-Seen-Land, wo die Deutschschweiz und die Westschweiz einander begegnen, zeichnet sich aus durch seine Sprachenvielfalt, seine Uhrmachertradition sowie durch seine Dynamik in der neuen Wirtschaft. weiter...
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