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Bern - die Hauptstadt mit Charme Neue Strassennahmen Der Berner Gemeinderat hat die Namen für sechs Strassen und zwei Plätze im Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf beschlossen. Mit der S-Bahn-Station entsteht im ESPWankdorf ein neues Tor zu Bern. Unter dem Motto «Grosse Heldinnen und Helden – Kleine Heldinnen und Helden» beziehen sich deren Namen auf Personen, die im Alltag Aussergewöhnliches geleistet und die Stadt Bern im Kleinen geprägt haben. Friedensapostel und Frauenrechtlerinnen Zwei neue Plätze und sechs neue Strassen bei der Berner S-Bahn-Station Walkdorf werden nach Personen benannt, die «im Kleinen Grosses geleistet» haben Helden und Schauplätze aus der alten Schweizer Geschichte sind im Berner Nordquartier zahlreich vorhanden - in Form von Strassennamen zumindest. Es gibt da etwa eine Winkelriedstrasse, eine Attinghausenstrasse und einen Tellplatz, aber auch eine Rütli-, eine Morgarten- und eine Sempachstrasse. Mit den Namen der zwei neuen Plätze und sechs neuen Strassen, die bei der künftigen S-Bahn-Station Wankdorf entstehen, wollte die städtische Kommission für Strassenbenennungen bewusst einen Kontrapunkt setzen. Wie Stadtgeometerin Christine Früh sagt, wollte man Personen ehren, die nicht unbedingt über di-andesgrenzen hinaus zu Bekanntheit gelangt waren, sondern vielmehr «im Kleinen Grosses geleistet» und so Bem geprägt haben. Ehre für Pionierinnen Zu diesen «kleinen Helden» gehört Max Daetwyler, nachdem ein Platz benannt wird. Sein Markenzeichen waren ein wallender, weisser Bart und eine grosse, weisse Fahne. Der Kriegsdienstverweigerer, Pazifist und Friedensaktivist lebte von 1886 bis 1976 und wurde seinerzeit, halb spöttisch, halb anerkennend, Friedensapostel genannt. Rosalia (Grützner-) Wengers Namen wird ebenfalls einem neuen Platz zu einer Identität verhelfen. Sie war Verdingkind und Schriftstellerin und starb 1989. Unvergessen bleibt auch Marie Boehlen, die unerschrockene Wegbereiterin für die Rechte der Frau, die 1999 starb und nach der nun eine Strasse im Nordquartier bei nannt wird. Die streitbare Jugendanwältin war als SP-Stadt- -und Grossrätin aktiv und kämpfte erbittert fürs Frauenstimmrecht. Zur Ehre, einer Strasse den Namen geben zu können, kommen auch Ida Hoff und Rosa Neuenschwander. Hoff wurde 1913 zur ersten Schulärztin der Stadt Bern gewählt. Als eine der ersten Frauen in Bem besass sie ein Auto. Die gebürtige Russin lebte mit einer Frau zusammen, nach der ebenfalls bereits ein Weg in Bern benannt wurde: Anna Tumarkin, die erste Berner Professorin. Auch Rosa Neuenschwander (1883-1963) leistete Pronierarbeit: Die gelernte Buchhändlerin prägte das Berufsbildungswesen und war in der Schweiz die erste erste Berufsberaterin für Mädchen. Kiawa, Schädeln und Gardi Ein Leben, das bis zu ihrem Tod im Jahr 1993 von politischem Engagement geprägt war, führte Anny Klawa-Morf. Sie setzte sich ein für die Rechte derArbeiter, insbesondere derjenigen der Frauen. 1922 gründete sie die Organisation der Kinderfreunde Bern (Rote Falken). Und noch im Alter von 95 Jahren sammelte die Sozialistin Unterschriften gegen Parkplätze im Länggass-Quartier, wo sie während Jahrzehnten gewohnt hatte. Ein weiterer Strassenname wird Klaus Schädelin (1918-1987) gewidmet, der Pfarrer in der Petruskirche und ab 1958 während 16 Jahren Gemeinderat in Bern war. Schädelin war aber auch Schriftsteller - sein bekanntestes Werk: «Mein Name ist Eugen». Als Reiseschriftsteller, Vortragsreisender, Fotograf, Filmschaffender und Afrikakenner wurde der Sekundarlehrer René Gardi bekannt, der 2000 im 91. Lebensjahr starb. Fünf der acht neuen Strassen- und Platzbezeichnungen werden laut Früh bis 12. Dezember angebracht, wenn die S-Bahn-Station ihren Betrieb aufnimmt. Die anderen drei Strassen werden erst in einer später Etappe realisiert. www.ebund.ch (may) 05.11.2004 Max-Daetwyler-Platz Max Daetwyler, 1886 – 1976, Friedensapostel Die weisse Fahne war im Zweiten Weltkrieg das Markenzeichen des Friedensapostels Max Daetwyler. Obwohl er sich in den Machtzentren und Krisenherden für Weltfrieden und Abrüstung einsetzte, wurde Daetwyler von den Regierenden nie empfangen. Rosalia-Wenger-Platz Rosalia (Grützner-) Wenger, 1906 – 1989, Verdingkind und Schriftstellerin Rosalia Wenger, in Basel als uneheliches Kind geboren und als junges Mädchen verdingt, trat 1972 nach dem Tod ihres Mannes der Berner Frauenbefreiungsbewegung bei. 1979 wurde ihre Autobiografie «Rosalia G. Ein Leben» mit dem Buchpreis der Stadt Bern ausgezeichnet. Boehlenstrasse Marie Boehlen, 1911 – 1999, Jugendanwältin, Politikerin und Kämpferin für die Frauenrechte Marie Boehlen arbeitete ab 1957 als erste vollamtliche Jugendanwältin der Schweiz in der Stadt Bern. Zudem engagierte sie sich für Frauenrechte und war als Stadt- und Grossrätin politisch aktiv. Klawastrasse Anny Klawa-Morf, 1894 – 1993, Arbeiterfrau und Gründerin der Kinderfreunde Bern (Rote Falken) Anny Klawa-Morf arbeitete bereits mit 14 Jahren in einer Fabrik. 1922 gründete sie die sozialdemokratische Organisation der Kinderfreunde Bern (Rote Falken). Die überzeugte Sozialistin war eine Kämpferin für die Rechte der Frauen, vor allem der Arbeiterinnen. Schädelinstrasse Klaus Schädelin, 1918 – 1987, Pfarrer, Schriftsteller und Gemeinderat Klaus Schädelin studierte Theologie, war Pfarrer in der Petruskirche in Bern, wurde 1958 in den Gemeinderat gewählt und amtierte 16 Jahre lang als Fürsorge- und Gesundheitsdirektor. Über Berns Grenzen hinaus bekannt wurde er mit dem Jugendbuch «Mein Name ist Eugen». Gardistrasse René Gardi, 1909 – 2000, Reiseschriftsteller, Dokumentarfilmer und Jugendbuchautor (wird in einer späteren Etappe realisiert) Der Sekundarlehrer René Gardi wurde berühmt für seine Film- und Radioreportagen, wie auch seine in viele Sprachen übersetzten Reisebücher und Fotobände über die Völker Kameruns, der Sahara und Neuguineas. Hoffstrasse Ida Hoff, 1880 – 1952, erste Berner Schulärztin (wird in einer späteren Etappe realisiert). Die gebürtige Russin Ida Hoff wurde 1913 zur ersten Schulärztin der Stadt Bern gewählt – ein Amt, das sie 32 Jahre lang hingebungsvoll ausübte. Als eine der ersten Frauen in Bern besass sie ein eigenes Auto, um ihre Patientinnen und Patienten schneller besuchen zu können. Neuenschwanderstrasse Rosa Neuenschwander, 1883 – 1962, erste Berufsberaterin für Mädchen (wird in einer späteren Etappe realisiert). Die Buchhändlerin Rosa Neuenschwander prägte das Berufsbildungswesen für Frauen und die bernische Frauenbewegung. Sie war in der Schweiz die erste Berufsberaterin für Mädchen, initiierte Jugendsozialwerke und gründete Berufsverbände. ![]() ![]() |