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Bern - die Hauptstadt mit Charme Zeitglockenturm Zytglogge Zeitglocken Zytglogge ¹ Bim Zytglogge 3. Der vermutlich vor 1218 erbaute Turm der 1. Stadtbefestigung diente von 1256 bis zum Anfang des 15. Jh. als Kebie (Gefängnis). Nach dem Brand von 1405 blieb die Durchfahrt nördlich des Z. offen, ebenso wurde Zugbrücke von 1239 nicht wieder hergestellt. Die heutige Form des Z., der seit dem 15. Jh. seiner Stundenglocke wegen Zeitglockenturm heisst, geht auf die Renovation von 1770/71 zurück. Die Astronomische Uhr, die 1527/30 Caspar Brunner schuf, ersetzte damals eine Bannerträgerfigur. Im Torbogen des Z. sind seit der Mitte des 17. Jh. die bernischen Urmasse angebracht. Die heutigen datieren von 1877 (Ablösung des Schweizerfusses durch den Meter). Lit.: Hofer, Wehrbauten ² Amthausgasse 2. Das in den Siebzigerjahren des 19. Jh. als Café Hauptwache eröffnete Restaurant heisst seit dem Neubau von 1905 Café Z. Die Namensänderung erfolgte nach der Verlegung der Kantonspolizei von der Hauptwache ins Amthaus 2). Der Populärname Blausäure erinnerte an den Suizid eines Arztes, der einen Kunstfehler begangen zu haben glaubte. Im Hause des C. Z. befand sich schon im 18. Jh. eine Kellerwirtschaft. Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976) Zytglogge - Kurzbeschrieb Der Zeitglocken ist Berns mittelalterlicher Wehrturm mit berühmter astronomischer Spieluhr. Bern wurde bereits im Mittelalter dreimal erweitert. Die erste Erweiterung reichte bis zum heutigen Zeitglocken, der zwischen 1218 und 1220 erbaut und im Mittelalter zweimal erhöht wurde. Die Aussenerscheinung des Turms wird von den Elementen des spätbarocken Umbaus dominiert. Das grosse Zifferblatt wird gerahmt von einem den Beginn der Zeit darstellenden Wandbild von Viktor Surbeck von 1930. Das 1530 von Kaspar Brunner geschaffene Uhrwerk zählt zu den ältesten Grossuhren der Schweiz. Der Stundenschläger, beide Turmuhren, Figurenspiel und astronomische Uhr werden von einer gemeinsamen Mechanik angetrieben. Die Kalenderuhr zeigt Tageszeit, Wochen- und Monatstage, den Monat selbst, Tierkreis und Mondphasen an. Der krähende goldene Hahn und der Sanduhrmann stammen wie auch der Hans von Thann genannte vergoldete Stundenschläger von 1530. Der Bärenreigen und der schellenschlagende Narr sind Zutaten von 1610 und 1642. Die Anordnung der Figuren gehen auf den Umbau von 1770-1771 zurück. Die Turmuhr hatte die Funktion der Hauptuhr der Stadt und war somit sehr massgebend in Bern. Von dort aus wurden die Wegstunden gemessen, welche auf den Stundensteinen der Kantonsstrassen vermerkt sind. Beim Tordurchgang sind Längenmasse, früher Elle und Klafter, heute Meter und Doppelmeter als Masse zur öffentlichen Kontrolle angebracht. Der Zeitglockenturm Wie kein zweites bernisches Bauwerk stand früher der Zeitglockenturm - oder der Zytglogge, wie man ihn seit altersher kurz nannte - im Mittelpunkt der Stadt Bern. Er war in jeder Beziehung das massgebende Gebäude Berns: seine Turmuhr war die Hauptuhr der Stadt, nach der sich alle andern zu richten hatten, längst bevor es eine Bahnzeit oder Radiozeit gab. Vom Zeitglockenturm aus wurden die Wegstunden gemessen, und auf ihn beziehen sich die Stundensteine an den Kantonsstrassen. In seinem Tordurchgang sind die Längenmasse, früher Elle und Klafter, heute noch Meter und Doppelmeter, als Urmasse zur öffentlichen Kontrolle und als Vorbilder angebracht. An der Wand des Tordurchganges wurden und werden heute noch alle offiziellen Verordnungen und Erlasse angeschlagen. Der Zeitglockenturm stand gleichsam mitten unter dem Volke. Weder das Rathaus noch das Münster waren in ähnlicher Weise im Mittelpunkt des öffentlichen Geschehens. Sie hielten sich vielmehr in einer gewissen respektheischenden, vornehmen Distanziertheit, während der Zytglogge täglich und stündlich zum Volke sprach. Der Turm bildete ursprünglich den Abschluss der ältesten bernischen Stadtanlage, jener Stadt Bern, die Herzog Berchtold V. von Zähringen im Jahre 1191 gründete. Sie erstreckte sich von einem heute verschwundenen Tor und Graben, unten an der Gerechtigkeitsgasse, bis zu dem tiefen, jetzt vollkommen aufgefüllten Graben, der anstelle des Kornhaus- und Theaterplatzes die damalige Stadt nach Westen begrenzte. In seinem Mauerkern ist der Turm zweifellos das älteste Bauwerk der Stadt, seien inneren Mauerteile stammen noch aus dem 12. Jahrhundert. Wie die meisten frühen Stadttürme war er ursprünglich stadteinwärts offen. Die Grundmauern sind über drei Meter dick. Beim grossen Stadtbrand im Jahr 1405 brannte der Turm aus. Nach diesem Brand wurde auch die vierte, stadtseitige Mauer aufgebaut. Die 1405 gegossenen Turmglocke musste ursprünglich noch von Hand angeschlagen werden, um die Stunden zu verkünden. 1530 entstand dann jene kunstvolle astronomische oder Kalenderuhr, welche zu jeder Stunde Sonne, Mond, Sternbilder und Planetenstellung, dazu Monat, Tag und Wochentag anzeigt. Gleichzeitig wurde das muntere Spielwerk geschaffen, das heute noch eine gern und oft besichtigte Sehenswürdigkeit unserer Stadt ist. Vier Minuten ehe die Stunde schlägt, kräht ein Hahn, dann schellt ein in einer Nische sitzendes Narrenmännlein an zwei über ihm hängenden Glöcklein, indem es seinen Oberkörper hin und her dreht. hernach bewegt sich im unteren Teil der Nische ein Umzug bewaffneter Bären, aus dem Innern des Turmes heraustretend und wieder dahin verschwindend. Den Zug eröffnen zwei aufrecht schreitende Bären, in den schwarzroten Stadtfarben als Trommler und als Pfeifer. Darauf folgt der Hauptmann, ein gepanzerter Reiter mit dem Schwert in der Hand; danach ein gravitätisch auftretender Bär mit einer Krone auf dem Haupt, wohl die bernische Staatsmacht darstellend; dann erscheinen drei weitere Bärlein, die Wache oder Militärmacht, das erst mit Harnisch und Schwert und das dritte bewaffnet mit Schwert und Spiess. Der seitlich postierte Hahn kräht zum zweiten Male und hebt leicht die Flügel. Jetzt dreht der bärtige Vater eine Sanduhr, die er in seiner Rechten hält und zählt die Stundenschläge, die eine überlebensgrosse Rittterfigur in vergoldeter Rüstung, zuoberst im Turmhelm, mit einem Hammer an die grosse Glocke schlägt. Ein stehender Löwe dreht aufmerksam sein Haupt, als höre er zu. Die Westseite ziert ein grosses allegorisches Gemälde von Victor Surbek, den Sensemann Chronos, das Symbol der vergänglichen, flüchtigen Zeit, und die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies darstellend. Darunter erinnert eine schlichte Marmortafel mit lateinischen Worten an den Stadtgründer: BERCHTOLDS V. DUX ZAERING RECT. BVRGVND VRBIS CONDITOR TVRIM ET PORTAL FECIT A. CHR. MCXCI EA RENOVATA MDCCLXX Aus der Geschichte des Zytgloggeturms 1191 bis ca. 1350 Gründung Berns durch Herzog Berchtold V von Zähringen. Der heutige Zytglogge wird Haupttor und gleichzeitig Wehrturm der ummauerten Stadt. In den nächsten 150 Jahren wächst Bern über den Käfigturm hinaus bis zum Christoffelturm: Der Zytglogge hat damit als Wehranlage ausgedient. Er wird zu einem Turmhaus aufgestockt und dient nun bis zum grossen Stadtbrand (1405) als Gefängnis. ab 1405 In der Renovation nach dem Stadtbrand wird dem Turm erstmals eine Uhr mit Schlagwerk eingebaut. 1500 - 1600 In diesem Jahrhundert verwandelt man den wuchtigen, etwas düsteren Mauerklotz durch einschneidende Umbauten in einen zierlich ausgeschmückten, hochragenden Stadtturm; der neuen Uhranlage (1530) fehlen weder Kalenderuhr noch astronomische Uhr noch Spielwerk und Stundenschläger. 1700 - 1800 Im Durchgang werden - nebst Leinwandmalereien - auch die bernischen Grundmasse untergebracht. Nach spätbarocken Umbauten von 1770/71 - altersbedingte Schäden drängen eine Gesamtrenovation auf - erscheint der Zytglogge, hochragendes Denkmal der Stadtgeschichte, nun völlig integriert in seiner Umgebung. 1929 - Gegenwart Die Renovation von 1929/30 hat bis heute ihre Spuren hinterlassen: Ein vereinheitlichender Ölfarbanstrich beeinträchtigt stark die plastische Wirkung des Turms. Den einzigen akzeptablen Beitrag bildet Victor Surbeks Fresko Beginn der Zeit. Der Turm 1218 - 1220 Wehrturm: Dreiseitige, stadtseitig offene Mauerschale mit Wehrplatte und Brustwehr. Verteidigungsgeschoss über Tor. Erschliessungssystem unbekannt. 1270 - 1275 Aufstockung um rund 7 m. Schutz der Wehrplatte durch eine 2 m hohe Brustwehr mit je 4 Öffnungen auf der West- und Ostseite. 1344 - 1346 Der Turm wird als Gefängnis eingerichtet und mit einem Helm von unbekannter Form gedeckt. Möglicherweise Schliessung der offenen Nische auf der Ostseite durch eine Wand in Rieg- oder Holzkonstruktion. 1405 Umfassende Renovation nach dem Stadtbrand: Massive Schliessung der Ostseite. Auf der nun ausgebauten Wehrplatte Räume für den Feuerwärter und die Stadttrompeter. Erschliessung über hölzerne Aussentreppe. 1467 - 1483 Neuer Turmabschluss: Ueber der Brustwehr Kranzgesims, das eine 1.20 m hohe Attika trägt. Erkerartige Ecktürmchen mit Spitzhelmen, neuer Turmhelm und neue, heute noch bestehende Erschliessung durch polygonalen Treppenturm. 1770/71 Spätbarocke Fassadenverkleidung. Spielerker zu Nische reduziert. Dach mit neuer, ausladender Aufschieblingskonstruktion. Im Innern Blocktreppen ab 2. Obergeschoss Westwand. Zeitglockenturm-Führung Westliches Stadttor 1218 - 1256, 1. Stadterweiterung. Figurenspiel (1530, Beginn 4 Minuten vor jeder vollen Stunde) und astronomische Uhr. Machen Sie einen kurzen Ausflug zur Technik des Mittelalters (Uhrwerk aus dem 16. Jahrhundert). Geniessen Sie die einmalige Aussicht auf Berns Gassen und Dächer. In den Sommermonaten täglich - übrige Zeit nach Vereinbarung Auskunft bei Bern Tourismus www.berninfo.com. ![]() ![]() |