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Berühmte Berner und Bernerinnen Jeremias Gotthelf 4.10.1797 Murten - 22.10.1854 Lützelflüh, Emmental Eigentlich Albert Bitzius, schweizerischer Schriftsteller; dort seit 1831 als evangelischer Pfarrer. Mit seiner Lebensgeschichte «Der Bauernspiegel» 1837 schrieb er den ersten großen Schweizer Bauernroman; er wurde als Volkserzieher von konservativem Gefühl zum großen Epiker: «Wie Uli der Knecht glücklich wird» 1841; «Die schwarze Spinne» 1842; «Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet» 1843/44; «Geld und Geist» 1844; «Uli der Pächter» 1849; «Die Käserei in der Vehfreude» 1850. www.wissen.de Jeremias Gotthelf Jeremias Gotthelf ist der Schriftstellername von Albert Bitzius, geboren am 4. Oktober 1797 in Murten als Sohn des Pfarrers Sigismund Bitzius (1757-1824) und der Elisabeth Bitzius-Kohler (1767-1836), dessen dritter Frau. Gotthelf war Bernburger. Seine umfassende Kenntnis des Dorflebens und der Landwirtschaft verdankte er seinen Knabenjahren in Utzenstorf (1804-1812). Während und nach dem Studium in Bern und Göttingen amtete Gotthelf als Vikar seines Vaters in Utzenstorf (1820,1822-1824), dann in Herzogenbuchsee (1824-1829), an der Heiliggeistkirche in Bern (1829-1831), in Lützelflüh (1831), als Feldprediger in Baselland (1831) und schliesslich als Pfarrer in Lützelflüh (1832-1854). 1833 verheiratete er sich mit Henriette Zeender, einer Pfarrerstochter. Der Ehe entstammten drei Kinder, zwei Töchter und ein Sohn. Dieser, Albert Bitzius, wurde wie sein gleichnamiger Vater Pfarrer und 1878 bernischer Regierungsrat. Jeremias Gotthelf starb am 22. Oktober 1854 im Pfarrhaus von Lützelflüh. Gotthelf war Mitglied des liberalen Zofingervereins, ein eifriger Befürworter der liberalen Kantonsverfassung von 1831, aber ein scharfer Gegner der Radikalen. Er begann als Zeitungsschriftsteller; sein Roman «Der Bauernspiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf» (erschienen 1836 mit dem Datum 1837) ist der Anfang des epischen Werks von 13 Romanen sowie zahlreichen Erzählungen und Kalendergeschichten. Schon 1843 interessierte sich der Berliner Verleger Julius Springer für ihn, 1847 schloss er mit ihm einen Exklusivvertrag. «In den 40er Jahren wurde er in Deutschland zum begehrten Modeschriftsteller» (H. Bloesch). Die meisten von Gotthelfs Romanen und Erzählungen spielen zeitlich in der Gegenwart, örtlich im Emmental und Oberaargau. So vielschichtig wie das schriftstellerische Werk selbst ist seine Rezeption. Für die Illustratoren der «Illustrierten Prachtausgabe», darunter Albert Anker und Eugene Burnand, für den Hörspielautor Ernst Balzli und für den Filmregisseur Franz Schnyder war Gotthelfs Werk volkstiimlich-folkloristischer Stoff, für Gottfried Keller Literatur von Weltrang. Lit.: HANS BLOESCH: Jeremias Gotthelf. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Bd. 3. Neuenburg 1926, 611-612. - HAiNNS PETER HOLL: Jeremias Gotthelf. Leben, Werk, Zeit. Zürich und München 1988. Quelle: Georg Germann Biographien - Bernisches Historisches Museum 1996 Jeremias Gotthelf in Bern Die Häuser und Wohnungen, in denen der spätere Dichter als Student und Vikar gewohnt hat Jeremias Gotthelf hat viele Jahre in Bern verbracht, rund einen Sechstel seines nicht sehr langen Lebens. Doch die Stätten, die ihn beherbergten, sind verschwunden oder so gut wie ausgelöscht, und es bleibt nur übrig, den Gründen nachzugehen, weshalb und wie es dazu kam. Gotthelf hat als Bewohner die Stadt unter zwei sehr unterschiedlichen Voraussetzungen erlebt. Einmal als Mittelschüler und als Student der Theologie (1812-1820). Dann, nach einem mehrjährigen Unterbruch, als Vikar an der Heiliggeistkirche (1829/30). Auf Bern folgte unmittelbar Lützelflüh. Beim Wegzug, Anfang 1831, stand der Vikar Albert Bitzius im vierunddreissigsten Lebensjahr. Und noch vergingen weitere Jahre, bis der erste Roman, der «Bauernspiegel», unter dem Pseudonym Jeremias Gotthelf erschien. Der Gymnasiast Ob Albert Bitzius, Sohn des Pfarrers Sigmund Bitzius, je daran dachte, einen andern Beruf zu ergreifen als den seines Vaters? Vielleicht hätte aus ihm, der in Utzenstorf mit den landwirtschaftlichen Arbeiten vertraut wurde, der mit Tieren wohl umzugehen wusste, ein «kundiger Landwirth» werden können. Der pädagogische Impetus meldete sich schon früh, und der Gymnasiast Bitzius zeigte eine immerhin auffallende Vorliebe für Mathematik und Physik. Zunächst vom Vater mehr oder weniger erfolgreich in den alten Sprachen unterrichtet, konnte er 1812 (im fünfzehnten Lebensjahr) ins Berner Gymnasium eintreten. Meistens wohnten die Söhne bernischer Landpfarrer im städtischen Waisenhaus. Für den jungen Albert ergab sich eine Sonderlösung - dank verwandtschaftlicher wie auch freundschaftlicher Beziehung. Carl Manuel, mit Gotthelf befreundet und sein erster Biograph, schildert es so: «Er wohnte nämlich während der ersten Jahre seines Aufenthalts in Bern im Hause seines Oheims Studer, Professor der Theologie, dessen Söhne, Bitzius' Vettern, zugleich seine vertrauten Freunde waren.» Ob der junge Bitzius nur «während der ersten Jahre» bei Samuel Studer wohnte, liess sich leider nicht ermitteln; der Hinweis auf einen möglichen zweiten Unterbringungsort bleibt mit einem Fragezeichen bestehen. Samuel Studer - von Gotthelf Oncle Professor genannt - machte sich neben seiner beruflichen Tätigkeit besonders verdient um die Förderung der naturwissenschaftlichen Forschung in der Schweiz. Er wurde 1757 geboren, im gleichen Jahr wie Gotthelfs Vater Sigmund Bitzius. Dieser heiratete 1787 - in erster Ehe - Studers wesentlich jüngere Schwester Maria Magdalena, welche jedoch schon im Jahr nach der Hochzeit starb. Die Vermutung, ihr Tod hänge mit der Geburt der Tochter Marie zusammen, liegt nahe. Marie - Gotthelfs um neun Jahre ältere Halbschwester - spielte im Leben ihres Bruders eine nicht unwesentliche Rolle. Studer amtete seit 1796 als Professor der praktischen Theologie an der Berner Akademie, von 1803 bis 1827 war er auch Rektor und Präpositus (Schulvorsteher). Die Position des Schulvorstehers gab ihm das Recht, im Gebäude der Akademie zu wohnen. Unter den vier Söhnen Studers wurde für Gotthelf am wichtigsten die Beziehung zu Bernhard Studer, dem nachmalig berühmten Forscher, Begründer der alpinen Geologie. Ein Einsiedlerleben führte der junge Bitzius nicht. «Schon seine verwandtschaftlichen Verhältnisse in Bern führten ihn in manches Haus ein», wie Carl Manuel festhält. Wie könnte das Zimmer ausgesehen haben, das Albert Bitzius in der Akademie bewohnte, wie war es eingerichtet, bildete es einen unmittelbaren Teil der Wohnung Studer, oder hatte es einen eigenen Zugang? Fiel das Licht von Süden her ein, richtete sich der Blick gegen den Gurten und die Alpen? Die Fragen bleiben spekulativ. Denn nicht nur wurden die Professorenwohnungen allmählich aufgehoben - der ganze Schulkomplex hat die Zeit nicht überdauert. Die alte bernische Akademie, ursprünglich vor allem eine Theologenschule, war ein Kind der Reformation. Die 1805 neugegründete Akademie wurde zur Vorläuferin der Universität. 1535 bezog die alte Akademie das umgebaute Barfüsserkloster. Am gleichen Ort entstand nach 1680 ein Neubau. Die Bezeichnung lautete Collegium zu Barfüssen oder Hohe Schule. Bis ins 18. und 19. Jahrhundert hinein waren auch die Ausdrücke «Kloster» und «Obere Schul» gebräuchlich. Dem Akademiegebäude vorgelagert - in Richtung Münster - war die Lateinschule, das Pädagogium, unter bestimmter schulgeschichtlicher Voraussetzung (auch für Gotthelf zutreffend) Literarschule genannt. Der Abriss erfolgte erst zu Beginn unseres Jahrhunderts. Dort, wo Lehrende und Lernende sich über so lange Zeit hin zusammengefunden hatten, erhebt sich jetzt das in den Jahren 1906-1908 errichtete Casino. Im entsprechenden Bern-Band der «Kunstdenkmäler» weist Paul Hofer auf einen damit zusammenhängenden Verlust hin: «... mit Abbruch von Schule und Kloster (1905) ist der brunnengeschmückte Platzraum der oberen Herrengasse, eine der städtebaulich glücklichsten, charaktervollsten Aussenräume Berns, durch Wegschlagen der beherrschenden Querfront auf immer zerstört worden.» Heilig-Geist-Kirche Erst neun Jahre nach Studienabschluss wird Bern für Gotthelf wieder zur Schicksalsstadt. In Herzogenbuchsee hatte sich der Vikar Bitzius einer Schulsache wegen mit dem Oberamtmann des Bezirks Wangen, Rudolf Emanuel von Effinger, angelegt. Er wurde daraufhin nach Amsoldingen versetzt, ohne jedoch die Stelle antreten zu müssen. Denn die Kirchenbehörde änderte plötzlich ihren Beschluss und berief ihn, der sich in Herzogenbuchsee sehr wohl gefühlt hatte, im Mai 1829 als Vikar an die Berner Heilig-Geist-Kirche (so die ältere Schreibweise). Der Betroffene meinte zu diesem Wechselbad: «In der letzten Woche habt ihr meinen Kopf so herumgetrieben, dass ich ihn ordentlich festhalten muss, wenn er gerade stehen soll.» Gotthelf hegte grosse Bedenken gegenüber der neuen Aufgabe, die ein Vollamt bedeutete, denn er sollte dem betagten Pfarrer Wyttenbach «nicht bloss die Kanzelvorträge, sondern alle Pastoralobliegenheiten ohne Ausnahme» abnehmen. Und er hatte, zum ersten Mal im Leben, eine schlaflose Nacht. Von den Hemmnissen und Widerständen sei hier nur, weil naheliegend, der Stadt-Land-Gegensatz herausgehoben. Im Brief vom 12. Mai 1829 aus Herzogenbuchsee an Carl Baggesen - Aktuar des Kirchenkonvents, mit Gotthelf von der gemeinsamen Studienzeit her befreundet - heisst es: «Ich habe nie daran gedacht, in die Stadt zu kommen, und deswegen nicht höhere Ausbildung, sondern grössere Popularität gesucht. Auf dem Lande konnte ich Nutzen stiften, von Bedeutung sein; werde ich es auch in der Stadt können? ... und darf dir gar nicht sagen, dass ich fast mit leichterem Herzen nach Amsoldingen ginge als nach Bern und viel lieber, wenn die Ehre nicht dabei im Spiel wäre.» In der «Selbstbiographie» steht rüchblickend scharf und knapp über die Zeit an der Heiliggeistkirche: «Hier machte ich einen praktischen Kurs in der Armenpflege durch und genaue Bekanntschaft mit dem Stadtgesindel.» An der Spitalgasse 24 Der Kirchenkonvent (als oberste Kirchenbehörde) kümmerte sich auch um die Bleibe des Neugewählten: «... so wird auch Herr Pfarrer Wyttenbach Sie als seinen eigentlichen Vikar zu betrachten haben, und falls er Sie nicht in seine Wohnung und an seinen Tisch aufnehmen könnte, Sie vollständig dafür, nebst der gewöhnlichen Vikarbesoldung, entschädigen.» Damit kann wiederum das Wohnproblem auf die Frage nach Heim und Adresse des Logisgebers zurückgeführt werden. Das Pfarrhaus der «Oberen Kirchgemeinde» lag - unweit des Kirchgebäudes - an der Spitalgasse 24, nach älterer Zählung die Nummer 132 im sogenannten Rothen Quartier. Ein Hinweis, dass der Vikar Bitzius sich nach einem ausserhalb gelegenen Zimmer hätte umsehen müssen, liegt uns nicht vor. Allerdings gelang es auch nicht, die gewünschte unmittelbare Briefadresse herauszufinden. Der Brief des Kirchenkonvents vom 6. Juni 1830 trägt eine Anschrift, die postalisch genügte: «Herrn Albert Bitzius, Pfarrvikar an der Kirche zum heiligen Geist» (Burgerbibliothek Bern, Gotthelf-Archiv). Wer meint, an der Spitalgasse 24 eine ehemalige Pfarrwohnung oder gar ein Gotthelf-Zimmer entdecken zu können, sieht sich getäuscht. Auch hier, wie bei den verschwundenen Unterrichtsgebäuden an der Herrengasse, reichen die Wurzeln weit in die Vergangenheit hinein. Die Spitalgasse war im Zeichen der letzten mittelalterlichen Stadterweiterung entstanden und hatte lange Zeit einen etwas randständigen Charakter, mit eher bescheidenen Häusern und einer sogenannt kleinbürgerlichen Bewohnerschaft. Niklaus Schiltknecht, der Erbauer der Heiliggeistkirche (1726-1729), hatte das Haus Nummer 24 im Jahre 1718 übernommen und trat es 1721 an die Obere Gemeinde im Tausch gegen ein anderes Gebäude ab. Die Gassenfront aus Sandstein mit dem breiten Laubenbogen geht auf ihn zurück. Die Funktion als Pfarrhaus blieb bis 1888 bestehen. Der grosse Umbruch, der zerstörerische Eingriff erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Jahrhundertmitte. In den Jahren 1954/55 wurden die Häuser Spitalgasse 24 und 26 - bis auf Vorbau und Fassade von Nummer 24 - abgerissen, das Innere vollständig erneuert, beide Häuser aufgestockt. Das Hinzufügen eines vierten Stockwerks änderte die Gesamtverhältnisse, was der Architekturhistoriker Paul Hofer als «einschneidend genug» empfand. Ein ganz anders gesinnter Kommentator findet dagegen - in der Architekturbeilage des «Bund» vom 31. Dezember 1956 - zustimmende Worte: «... in zweijähriger Bauzeit sind nun neue Gebäulichkeiten mit zwei Kellern und sechs Geschossen entstanden, die sich einerseits gut in das geschlossene Stadtbild einfügen, anderseits aber die technischen und ästhetischen Vorzüge einer durchdachten und durchgestalteten modernen Architektur aufweisen.» Wer selbst einen Augenschein nehmen will, begebe sich auf die Höhe des Pfeiferbrunnens, um von da aus einen Blick auf die Fassade und die stark genutzte Eingangszone des Hauses Spitalgasse 24 zu werfen. Eine Aufnahme des Zustandes vor 1954/55 ist im zweiten Berner Stadtband der «Kunstdenkmäler» wiedergegeben (Abb. 438). Abschied von Bern Pfarrer Samuel Wyttenbach starb am 20. Mai 1830. Das Nachfolgeproblem musste auch Gotthelf betreffen. Mit Brief vom 6. Juni erhielt er die Anzeige, er sei «zu der durch Tod erledigten Pfarrstelle zum Heiligen Geist in die Wahl gebracht worden». Gewählt wurde jedoch nicht Albert Bitzius, sondern Samuel Lutz, zuvor Lehrer für alte Sprachen am oberen Gymnasium, von Gotthelf hoch geschätzt. Auch in der Abschiedspredigt, gehalten am 5. Dezember, ging Gotthelf in einem Nachwort («Abschied von Bern») auf Lutz ein, bestrebt, mit dem anderen sich auseinanderzusetzen, ihn zu rühmen, ohne dabei in unangebrachter Bescheidenheit die Würde der eigenen Person zu verraten. Ob Gotthelf - trotz allem - die Nichtwahl als Herabsetzung oder Zurücksetzung empfand, darüber herrscht keine einhellige Meinung. Im ausführlichen Brief vom 18. Oktober 1830 an den Freund Joseph Burkhalter ist von entsprechenden Empfindungen kaum etwas zu spüren. Neben politischen Betrachtungen wird eingangs die eigene Situation dargelegt: «Nun ist meine Zeit hier bald zu Ende, mein Nachfolger kommt ungefähr in drei Wochen; dann kann ich mein Joch abschütteln ... ich habe viel gelernt dabei und glaube, nicht für die Stadt allein, sondern auch für das Land... . sobald mein Reich hier zu Ende ist, gehe ich als Vikar auf Lützelflüh ... Hoffentlich komme ich dort auch mehr zur eigenen Arbeit als hier; die Einsamkeit, in welcher ich sein werde, wird mich dazu zwingen, während ich hier in grösserer gesellschaftlichen [sic] Zerstreuung lebte und besonders durch die grossen Zeitereignisse [Julirevolution in Frankreich und Bewegungen in der Schweiz] von der Theologie weg zur Politik gerissen wurde.» Jenes «Joch» musste der Vikar noch bis Jahresende tragen. Am 27. Dezember 1830, fünf Tage vor der Abreise, ging an Burkhalter nochmals eine rasche Antwort ab mit folgendem Passus: «... erstlich war ich in einem fortdauernden Gewirre. Die Lage meines Zimmers, meine Verbindungen machten mich zu einem [sic] Art Mittelpunkt. Liberale wollten Nachrichten, brachten mir welche. Aristokraten taten auch das ihre, wollten nebenbei mich bekehren.» Weshalb die anscheinend günstige «Lage des Zimmers» von Gotthelf so betont hervorgehoben wird, mutet leicht rätselhaft an. Das Thema «Gotthelf in Bern» liesse sich ergänzen und erweitern. Die 1820 entstandene autobiographisch geprägte «Ernsthafte Erzählung eines lustigen Tages oder der bestiegene und wieder verlassene Gurten» ist ein Ableger der Stadtkultur, zugleich ein schriftstellerisch wichtiges Zeugnis. Der Blick könnte auch auf den engeren Familienkreis gerichtet werden. Mutter und Schwester Gotthelfs hatten sich nach dem Tod des Sigmund Bitzius (1824) in Bern niedergelassen. Gotthelfs Frau, Henriette Bitzius-Zeender, zog nach dem Tod des Gatten nach Bern und verbrachte auch den Lebensabend in Bern. Tochter Henriette, die sich als Autorin Marie Walden nannte, hielt sich seit dem Hinschied ihres Gatten (Pfarrer Karl Ludwig Rüetschi) bis an ihr Lebensende in der Stadt auf. Sohn Albert, 1878 bernischer Regierungs- und Ständerat, wohnte zunächst bei der verwitweten Mutter am Falkenplätzli 217. Der Drang Gotthelfs, die Stadt zu meiden, fand hier keine Fortsetzung. Benutzte Literatur Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Band II: Die Stadt Bern. Gesellschaftshäuser und Wohnbauten. Bern 1959. Band III: Die Staatsbauten der Stadt Bern. Bern 1947. Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern. Bern 1976. Jeremias Gotthelf: Sämtliche Werke in 24 Bänden (und 18 Ergänzungsbänden). Erlenbach-Zürich 1911-1977. Carl Manuel: Albert Bitzius (Jeremias Gotthelf). Sein Leben und seine Schriften. Berlin 1857. Walter Muschg: Jeremias Gotthelf. Eine Einführung in seine Werke. 2. Aufl. Bern 1960. Karl Fehr: Jeremias Gotthelf. Zürich 1954. Karl Fehr: Jeremias Gotthelf. 2. Aufl. Stuttgart 1985. (Sammlung Metzler) Hanns Peter Holl: Jeremias Gotthelf. Leben, Werk, Zeit. Zürich 1988. Hans Haeberli: Samuel Studer (1757-1834). In: Berner Zs. für Geschichte und Heimatkunde. 1959. August Hüppi: Die Literarschule zu Bern in der Zeit von 1805-1834. Diss. phil. Bern. Friedrich Haag: Die hohen Schulen zu Bern in ihrer geschichtlichen Entwicklung von 1528 bis 1834. Bern 1903. Der Christoffelturm (abgerissen 1865) und die Heiliggeistkirche in Bern, wo Gotthelf 1829 als Vikar wirkte. Kolorierte Aquatinta nach einer Zeichnung von Gabriel Lory (1763-1840). Aus Holl, «Jeremias Gotthelf», 1988 Robert Wyler 29.03.1997 Der kleine Bund / Literatur ![]() ![]() ![]() ![]() |