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Miss Drag Queen 2009
  • 11. März 2009 | 1. Vorausscheidung Miss Drag Queen Wahl 2009 | T&M Club, Zürich
  • 18. März 2009 | 2. Vorausscheidung Miss Drag Queen Wahl 2009 | T&M Club, Zürich
  • 25. März 2009 | 3. Vorausscheidung Miss Drag Queen Wahl 2009 | T&M Club, Zürich
  • 19. April 2009 | Wahl Miss Darg Queen 2009 | Bernhard-Theater

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Gay Guide Zürich - Schwule Treffpunkte
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    Die Geschichte einer Bewegung

    Mitten in Zürich steht ein Monument, das kein Tourismusführer erwähnt. 1952 - also vor rund 50 Jahren - wurde am Bürkliplatz der Ganymed enthüllt: ein Jüngling, umflattert vom Adler, der den Göttervater Zeus darstellt. Der Sage nach näherte sich Zeus dem hübschen Ganymed als Vogel, um ihn als Bettgefährten in den siebten Himmel zu entführen.

    Zürichs Ganymed geht auf eine listige Initiative des Professors für Kunstwissenschaften Heinrich Wölfflin zurück. Anfang vierziger Jahre schrieb dieser an den Plastiker Hermann Hubacher, er möge doch eine männliche «Figur von zuchtvoller Schönheit» schaffen, einen Ganymed, da es in Zürichs öffentlichem Raum an Männerbildnissen fehle. Angesichts einer Schwulenkultur, die mit der Antike liebäugelte, war auch ohne viel Worte klar, dass damit der gleichgeschlechtlichen Liebe ein Denkmal gesetzt werden sollte.

    «Kranke»

    Zürich war international zum Mekka der Schwulen geworden, was mit der Urbanität der Grossstadt, mit der Aufhebung des Verbots homosexueller Beziehungen durch das schweizerische Strafgesetz und mit dem Aufstieg Nazideutschlands zu tun hatte. Die Keime der Bewegung aber wurden schon zur Zeit des Ersten Weltkrieges gelegt.

    In den Jahren 1914 bis 1918 sammelten sich in der kriegsverschonten Stadt Emigranten aus ganz Europa, die nach neuen Kultur- und Lebensformen suchten. Die Dadaisten, Söhne und Töchter des Bürgertums, waren im Trubel die schrillste Stimme. Und wenn auch die Sexualfrage nicht im Zentrum der Diskussionen stand, zeigten doch manche durch ihre Lebensführung, dass sie ihren Neigungen nicht mehr durch eine heuchlerische Moral Gewalt antun wollten.

    Die Schriften des Berliner Sexualtheoretikers Magnus Hirschfeld fanden in Zürich Verbreitung. Unter deren Einfluss erhob sich Kritik gegen die Psychiatrisierung und gesellschaftliche Ächtung der Homosexuellen. 1918 besuchte Hirschfeld auch den Zürcher Psychiater Forel. Etwas widerwillig anerkannte dieser, dass homoerotische Orientierungen die Grundlage der Gesellschaft nicht gefährdeten: «Wozu die Urninge» - er nannte die Homosexuellen Urninge, was an Wesen aus dem Urschlamm denken lässt - «strafrechtlich verfolgen? Es ist für die Gesellschaft ein wahres Glück, wenn diese unglücklichen Psychopathen untereinander sexuell verkehren und auf diese Weise keine Nachkommen erzeugen.» Unter Hirschfelds Einfluss begann Forel, die Homosexuellen «als Variante des normalen Menschen» anzuerkennen.

    Damenclub Amicitia

    Die ersten Keime einer Organisation von Homosexuellen sind seit Anfang der zwanziger Jahre bekannt, doch gab es wohl schon früher heimliche Treffs. 1925 eröffneten Frauen und Männer in Zürich das Lokal eines «Schweizer Freundschaftsbundes». 1931 entstand in «Grosszürich» der «Damenclub Amicitia». Tonangebende Persönlichkeit dieser Szene von Lesben - die sich damals noch nicht so nannten - war «Mammina», mit bürgerlichem Namen Anna Vock. Die «Damen» gewährten während der dreissiger Jahre homosexuellen «Herren», deren eigener Zusammenschluss in die Krise geriet, Aufnahme in ihrer Organisation.

    Der Kreis

    Im Lauf der Jahre erlangten dann allerdings die Männer die Macht. 1943 übernahmen die Herren von «Amicitia» die Alleinredaktion der Vereinszeitschrift und tauften sie um in «Der Kreis». Fortan spielten die Frauen in der Bewegung der Homosexuellen die zweite Geige, wenn sie überhaupt in Erscheinung traten.

    Als Seele des «Kreises» wirkte Karl Meier alias Rolf. Meier war Schauspieler und Regisseur am Schauspielhaus und Mitglied des Ensembles im Cabaret Cornichon. Er redigierte die Publikation des «Kreises». Da sie die einzige Zeitschrift für Schwule in Europa war, erhielt sie 1954 gar einen englischen Teil. Der «Kreis» ist eine Legende geworden, ein bibliophiles Magazin mit Zeichnungen und Gemälden schöner Männerkörper nach dem Vorbild der Antike.

    Symbol des «Kreises» war die Flamme, die aus einer Schale hochzüngelt. Die Feuerflamme war für die Schwulen, was für die spätere Frauenbewegung die Sonne. Juweliere an der Bahnhofstrasse boten Ringe mit diesem Zeichen an, zählten doch die Abonnenten des Kreises oft zu den Wohlhabenden. Zürichs langjähriger Stadtpräsident Emil Klöti - offiziell Junggeselle - soll ein Sympathisant der Bewegung gewesen sein und immer wieder schützend seine Hand über sie gehalten haben.

    Bis vor den Zweiten Weltkrieg galten homosexuelle Beziehungen gemäss Zürcher Strafgesetz-buch als strafbar. Der Paragraph 123b bestimmte: «Wer widernatürliche Unzucht treibt oder dazu Vorschub leistet, wird mit Gefängnis, in schweren Fällen mit Arbeitshaus oder Zuchthaus bestraft».

    1938 verabschiedete das eidgenössische Parlament nach zähem Ringen ein Strafgesetz, das den gleichgeschlechtlichen Verkehr zwischen Erwachsenen von der Strafe befreite. «Die Unglücklichen, die homosexuell veranlagt sind, sind eigentlich selber genug gestraft», argumentierten die Befürworter. Andere betonten, auch bei den Griechen und Römern sei diese quere Veranlagung straffrei gewesen. 1942, mitten im Krieg, trat das Strafgesetz in Kraft, die kantonalen Verbote entfielen.

    Nicht wenige, die sich als Schwule in Deutschland oder den von Nazis besetzten Ländern bedroht sahen, fanden in dieser Liberalität den Grund, um in die Schweiz zu fliehen.

    Fortan war der «Kreis» ein Treff für Männer aus ganz Europa. Nach dem Krieg organisierte man im ersten Stock des Neumarkttheaters, wo 1948 ein Vereinslokal eingerichtet wurde, wöchentlich Zusammenkünfte. Es ging bürgerlich-gesittet und etwas steif zu. Berühmt sind allerdings die Fasnachtsbälle, wo Schwule als bunt kostümierte Vögel aufmarschierten oder auch als halb entblösste Schönheiten.

    Noch waren mit der strafgesetzlichen Liberalisierung nicht alle Hürden beseitigt. Der Schwulen-strich blieb verboten. Manche sahen in der homosexuellen Prostitution eine besonders verbrecherische Gefahr für die Allgemeinheit und verlangten, den «Sumpf» auszutrocknen. Ihre Erregung steigerte sich, als 1957 der Komponist Robert Oboussier ermordet wurde, offenbar von einem jungen Freund, den er finanziell unterstützte und der ihn erpresst hatte. Oboussier hatte als häufiger Gast an den Veranstaltungen des «Kreises» teilgenommen.

    Ordnungsliebende Sozialdemokraten schlossen sich der Hetze an. Das «Volksrecht» schrieb 1963: «Das Männermilieu erweist sich in zweierlei Hinsicht als ein sehr gefährliches Milieu: gesundheitlich und kriminell». Von den Lesben nahm man weiterhin kaum Notiz.

    In diesem Klima kam es Anfang sechziger Jahre zu einer Anzahl von Razzien an den Orten, wo Schwule verkehrten: an der Place Pigalle, wie eine Kreuzung zweier Gassen im Zürcher Niederdorf genannt wurde, rund um den Hauptbahnhof, der als Schwulenstrich bekannt war, sowie in der einschlägigen Schwulenbar «Barfüsser».

    Treffpunkt «Fuess»

    Der «Barfüsser», der 1956 als öffentliches Trinklokal seine Türen öffnete, wurde eine der wichtigsten Adresse für Europas Schwule. Er war ein Jedermannstreff, wie ein passionierter Besucher erzählte: «Die Tunte war immer da, die Krawatte war da und der Ledersepp». Der «Fuess» war ein Heim, ein Markt, ein Alkoholsumpf, ein Sündenpfuhl, das Paradies, eine Insel, ein Widerstandsnest, ein Zoo...

    Die Gerantin des Lokals ermöglichte es, dass sich auch Lesben im vorderen Teil des Lokals trafen; eine kleine Revanche für die Gastfreundschaft, die der Damenclub Amicitia einst den Männern gewährt hatte.

    Die polizeilichen Verfolgungen wurden beendet durch die Bewegung, die dem Aufbruch der 68er Generation entsprang. Als 1969 die Bar Stonewall an der Christopher Street in New York von der Polizei ausgenommen wurde, führte dies in New York zu Strassenkämpfen und zu einer Bewegung mit politischen Forderungen. Die Christopher Street Parade entstand in Erinnerung an dieses Ereignis.

    In den folgenden Jahren veranstalteten Mann für Mann und Frau für Frau ihr Coming Out. Noch brauchte es Jahre, bis die Bewegung das Parlament erreichte. Schliesslich wurde in der neuen Bundesverfassung die Bestimmung aufgenommen, wonach niemand auf Grund seiner Lebensform benachteiligt werden darf. Mit 85'000 Unterschriften reichten Schwule und Lesben 1995 die Petition «Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare» bei der Bundeskanzlei ein. In verschiedenen Kantonen kam es zu ähnlichen politischen Vorstössen. Und Zürich ist nun also der erste Kanton, der gleichgeschlechtliche Paare anerkennt und ihnen finanzielle Rechte und Pflichten zuspricht.

    Ganymed hat diesen Geschehnissen in Zürich - und dem munteren Treiben, das sich nächtens oft im nahen Gebüsch der Seeanlage abspielte - mit zartem Lächeln zugeschaut. Er wusste: Wer unter der Obhut der Götter steht, dem werden sie früher oder später ermöglichen, auch in irdischen Gefilden seinen Neigungen gemäss zu leben...

    NZZ am Sonntag, 15. September 2002 (gekürzt)



    Alt Züri aktuell

    Die Wirtschaft «Alt Züri» bewahrte etwas, was auch heute noch den Charme dieses kleinen, gepflegten Lokals ausmacht, nämlich Kultur.

    Alles wird älter, die Wirtschaft «Alt Züri» war schon immer betagt, aber sie bewahrte etwas, was auch heute noch den Charme dieses kleinen, gepflegten Lokals ausmacht, nämlich Kultur. Die Speise- und die Weinkarte sind zürcherisch ausgerichtet, hingegen die Kultur, kann man sagen, ist auch schon einmal international.

    Beginnen wir mit dem Essen und hier sofort mit einer Ausnahme vom Zürcherischen, einer Curryrahmsuppe mit Crevetten, die schön scharf und mit vielen Crevetten erfreute (Fr. 9.–, als Hauptgang Fr. 16.–). Beim Tomatensalat wird speziell die mit wenig Balsamico gewürzte Sauce gelobt (Fr. 8.–). Alpenlammschnitzel aus der Tageskarte waren zart und die Spätzli und der Rosenkohl waren gut und reichlich auf dem Teller (Fr. 19.50). Nun kommen wir zur Hauptsache, dem «Zürcher Chatzegschrei», Gehacktes von Rind und Kalb auf Hörnli, das vielleicht Gottfried Keller, der hier Stammgast war, schon genossen hatte. Oder vielleicht auch nicht, da Keller Katzen gerne hatte, wie seine Erzählung «Spiegel, das Kätzchen» beweist. Jedenfalls mundete die Sache gut und die Portion war gar nicht klein (Fr. 21.–). Zudem wurden drei Brotsorten gereicht. Zum Dessert erschien ein hausgemachter Schoggikuchen, mit oder ohne Rahm ein Gedicht.

    Neben der normalen Speisekarte mit Älpler-Maccaroni, Bassersdorfer Schüblig, Sechseläutenbratwurst, Kalbszüngli nach Chorherren-Art und Kalbsfilet «Gottfried Keller» mit grünem Pfeffer gibt es eine Grillkarte, eine Vegikarte und die Lunchkarte für jeden Tag, zum Beispiel am Mittwoch im September Rindsbraten an Burgundersauce mit Rüebli und Kartoffelstock.
    Unser Mahl eröffnete ein Pineis Räuschling aus der Staatskellerei, frisch und mundig (dl Fr. 5.80), gefolgt von einer Flasche Burgreben aus Riesbach, auf Wunsch normal oder kühl, die ebenso guten Zuspruch fand (Fr. 36.–). Auf der Karte gab es bei den Weissen noch einen Fechy «Le Bayols» (dl Fr. 4.30) und den Aigle «Les Murailles» (dl Fr. 6.60) und bei den Roten den Weinländer Klevner von der Staatskellerei (dl Fr. 4.20) und den «Dôle des Monts» von Gilliard.

    Kultur in Wort und Ton

    Wer sich am Freitag auf einen der vierzig Plätze in der Wirtschaft oder an die Bar setzt, kann immer mit Konzert rechnen. Einmal ein Klarinettist aus dem Opernhaus, dann Sänger aller Tonarten oder Schwyzerörgeli oder Gitarre, und nicht zuletzt leitet ein Stamm-Barpianist, der Donnerstag, Freitag und Samstag spielt, durch den Abend. Lesungen gibt es zum Geburtstag von Gottfried Keller und im Winter auf Einladung, wobei die Lesenden illustre Namen tragen. Ihre Konterfeis hängen gerahmt an der Wand und man erkennt Maria Becker, Anne-Marie Blanc, Victor Schobinger (Mundart), Ulrich Knellwolf, Robert Freitag, Peter Stamm, Hugo Loetscher und Simon Estes, der das Lokal mit seiner Stimme füllte. Wenn man Glück hat, kann man hier auch noch einmal die berühmten Chansons von Friedrich Holländer hören. (Einladungen erhält man, wenn man seine Adresse hinterlegt oder www.alt-zueri.ch eintippt. Das Nachtessen mit Lesung kostet von Fr. 35.– bis 70.–.)

    Haus und Leute

    Walter Baumann berichtet: Die «Häfelei», die sich heute «Alt Züri» nennt, beherbergte die intellektuelle Vorstufe zum «Gambrinus» (heute Heilsarmee), Treffpunkt von Schauspielern, Künstlern und liberalen Professoren der Universität. In der «Häfelei» tranken Studenten, Kunstadepten und spätpubertierende Revoluzzer billigen Kopfwehwein. Berühmtester Gast war der junge Gottfried Keller, der eben daran war, den Pinsel gegen Poesie auszutauschen. Er wohnte noch bei seiner Mutter am Rindermarkt und verfasste eisenfresserische Gedichte gegen Reaktion und Klerisei. Aber im Gegensatz zu seinem literarischen Vorbild Herwegh wollte Keller nicht nur mit der Feder kämpfen. Ein Bild in der Wirtschaft zeigt denn auch den Auszug des kleinen Freischarzuges nach Luzern, im Sommer 1845. Sie kamen nicht weit, das Ende war ein Gelage. (Quelle «Zu Gast im alten Zürich», von Walter Baumann.)

    Das Haus gehört heute einem Teil der Verbindung der Turicer, die hier auch ihren Tisch haben. Geführt wird die Wirtschaft seit zehn Jahren von Werner Tanner und seiner Schwester Irene Tanner, welche während dreissig Jahren Swissair-Gäste betreute. Diesen Charme spüren auch noch die heutigen Gäste. Am Herd steht Küchenchef Jadiel Fentosa, der – wie gesagt – die zürcherische Küche bestens beherrscht.

    Peter Keck

    Wirtschaft «Alt Züri», Schoffelgasse 11, Ankengasse 6, 8001 Zürich. Telefon 01 251 24 38. Offen Dienstag bis Freitag 11.30 bis 14 und ab 18 Uhr bis Schluss, Samstag ab 18 Uhr, Sonntag und Montag geschlossen. Im Sommer 20 Plätze auf der Terrasse.
    www.alt-zueri.ch