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Homosexualität im antiken Rom Einleitung Das Bild römischer Homosexualität, das antike Quellen ebenso wie deren Lesarten in unserem Jahrhundert zeichnen, ist ein sehr widersprüchliches. Genaugenommen handelt es sich auch nicht um ein Bild, sondern mindesten um zwei äusserst konträre. Ebenso kann eigentlich nicht von Homosexualität in der Antike die Rede sein, ohne einen anachronistischen faux pas zu begehen. Trotzdem soll in der folgenden Arbeit das Wort Homosexualität auch für die antike gleichgeschlechtliche Sexualität stehen, einfach aus Mangel an besseren Alternativen. Denn die in manchen Arbeiten an seine Stelle gesetzten Begriffe wie Bisexualität oder Päderastie fallen dem selben Anachronismus anheim, andere Umschreibungen sind schlicht plump und hindern LeserInnen vermutlich auch nicht an der gedanklichen Verbindung zu modernen Vorstellungen über gleichgeschlechtliche Sexualität und Liebe. Mit unserer Arbeit wollen wir versuchen, in diese verwirrende Zeit mit ihren noch verwirrenderen Einstellungen zur Sexualität etwas Licht zu bringen. Um das Thema auf ein bearbeitbares Mass einzugrenzen, mussten wir uns im Wesentlichen auf die Zeit des heidnischen Roms (den Schwerpunkt bildet die Epoche vom 2. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr.) beschränken. Das Christentum und seine Einflüsse auf die gelebte Sexualität weisen erst ab der Spätantike in eine eindeutige(re) Richtung, für die Zeit davor bilden die verschiedenen Strömungen der frühchristlichen Gemeinden ein beinahe unentwirrbares Knäuel an unterschiedlichen Aussagen zur Sexualität, dass ihnen eine eigene Arbeit gewidmet werden müsste. Des weiteren bezieht sich das Gesagte zunächst auf die Stadt Rom. Die Quellenlage ist ohnehin schlecht genug, für die Provinzen ist sie bezüglich sozialgeschichtlicher Thematiken eher katastrophal. Unsere Arbeit spiegelt die anfangs genannt Widersprüchlichkeit wider. Zunächst soll eine Art Mainstream der römischen Sichtweise von gleichgeschlechtlicher Sexualität dargestellt werden. Dass es sich dabei fast ausschliesslich um männliche Homosexualität handelt, liegt zum einen an der Quellenlage, zum anderen daran, dass lesbische Sexualität eben nicht Teil eines römischen Mainstreams gewesen ist. Dieser Bereich wird im zweiten Abschnitt der Arbeit behandelt, der einerseits aus antikem Blickwinkel aussergewöhnliches Sexualverhalten umfasst und andererseits das anfangs einheitlich gezeichnete Bild durch aussergewöhnliche moderne Interpretationen antiker Sexualität korrigiert. Die Kenntnis einiger römischer Einstellungen zur Homosexualität kann vielleicht auch Aufschluss über die Organisation antiker Sexualität überhaupt geben oder zumindest den Blick schärfen, ebenso wie eine grundlegende Kenntnis antiken Sexualverhaltens (soweit sie der Forschungsstand erlaubt) nötig ist, um sich dem Verhältnis der RömerInnen zur Homosexualität nähern zu können - ein Ziel, dem auch wir uns mit dieser Arbeit nähern wollten. Autorinnen: Maria Kröll und Valentina-Johanna Baumgartner Fortsetzung... Homosexualität im antiken Rom Einleitung/ Allgemeine Einstellung zur Sexualität/ Frühzeit/ Homosexualität vom 2. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr./ Homosexualität ausserhalb der Norm/ Prostitution/ Die Rolle der Sklaven/ Homosexuelles Verhalten als Norm/ Veränderung der römischen Moral am Ende des 2. Jh. n. Chr./ Theorie von Paul Veyne in: Die römische Gesellschaft/ Theorie von David F. Greenberg in: The Construction of Homosexuality/ Pathicus/ Begriffe/ Überlegungen zur Rolle des pathic/ Religiöse Subkulturen/ Städtische Subkulturen (Rom)/ Zeitfolge/ Ehe/ Antike Askese/ Kurzer Abriss zur Stellung der Frau/ Resümee/ Literatur | ||||||