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Festland-Italien (Norditalien) umfasst den italienischen Alpenanteil an Westalpen und Südlichen Kalkalpen sowie die norditalienische Tiefebene (besonders die Poebene). Als Halbinsel-Italien (Mittel- und Süditalien) wird die vom Apennin durchzogene Apenninhalbinsel bezeichnet; der Westteil wird von einem beckenreichen Hügelland mit Vulkanismus und Ebenen an der buchtenreichen Küste eingenommen; auf der Ostseite grenzt das Apenninhügelland unmittelbar an die Ausgleichsküste; im Südosten ist die Kalktafel Apuliens angegliedert. Insel-Italien, etwa ein sechstel der Landesfläche, umfasst Sizilien, Sardinien und kleinere Inseln. Unter den Flüssen ist neben Tiber und Arno nur der Po mit seinen Nebenflüssen von Bedeutung. Der Gardasee am Alpenrand ist der grösste See Italiens. In Italien gibt es mehrere, z. T. noch aktive Vulkane (Ätna, letzter Ausbruch 2001); auch Erdbeben treten relativ häufig auf (zuletzt 1997 in Umbrien und Marken).
Klima und Vegetation Das Klima ist in Norditalien eher mitteleuropäisch, südlich von Rom mediterran mit trockenheissen Sommern und milden, niederschlagsreichen Wintern. Die Pflanzenwelt trägt in Norditalien und den Gebirgen der Apenninhalbinsel vorwiegend atlantisch-mitteleuropäischen Charakter (mit Laub- und Nadelwäldern); im mittelmeerischen Klimabereich herrschen Hartlaubgewächse, Pinien, Zypressen und Ölbäume vor. Bevölkerung Die überwiegend römisch-katholischen Italiener bilden mit 94% den Hauptteil der Bevölkerung (Sprachinseln: u. a. Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal, Rätoromanisch in Friaul und in den Dolomiten). Die Bevölkerung konzentriert sich besonders in den fruchtbaren Ebenen und im Küstenland; 67% leben in Städten (Städteballung im Nordwesten). Wirtschaft Italien ist ein Industriestaat mit starken Nord-Süd-Gegensätzen; Problemgebiet ist der schwach entwickelte Mezzogiorno. Italien verfügt nur über geringe Bodenschätze. Die Wasserkräfte in den Alpen und dem Apennin sowie die Erdöl- und Erdgaslager in Sizilien werden intensiv genutzt; dennoch ist Italien auf hohe Energieimporte angewiesen. Seit jeher als wertvoll gelten die Marmorbrüche von Carrara. In Westeuropa ist Italien der zweitgrösste Stahl-, Zement- und Kunstfaserproduzent sowie der viertgrösste Eisen- und Kunststofferzeuger. Es zählt zu den wichtigsten Herstellern von synthetischem Kautschuk, Papier, Woll- und Baumwollgeweben, Kunstdünger, ist wichtigster Schuhproduzent und steht an fünfter Stelle der Produktion von Personenkraftwagen. Die Industrie ist vorwiegend in Nord- und Mittelitalien konzentriert, in Süditalien nur an wenigen Küstenstandorten. Die Landwirtschaft mit Anbau von Weizen, Mais, Reis, Oliven, Gemüse, Obst, Wein und Südfrüchten, Seidenraupenzucht (Poebene) und Viehzucht (Rinder im Norden, Schafe im Süden) ist stark exportorientiert. Italien ist weltweit der grösste Weintraubenproduzent und der zweitgrösste Weinerzeuger. Der Fischfang beschränkt sich auf die küstennahen Gewässer des Mittelmeers (Thunfische, Tintenfische, Krebse, Muscheln). Italien ist nach der Zahl der einreisenden Touristen eines der bedeutendsten Fremdenverkehrsländer der Welt. Der Badetourismus konzentriert sich auf die nördliche Adriaküste, die Rivieren und die toskanische Küste. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Textilien und Fahrzeuge; Hauptaussenhandelspartner sind Deutschland und Frankreich. Verkehr Das Strassen- und Bahnnetz ist in Norditalien am dichtesten; von hier verlaufen die Hauptverkehrsachsen entlang der Küste nach Süden, während das Landesinnere weniger erschlossen ist. Das Autobahnnetz (6957 km) wird ständig weiter ausgebaut. Italien verfügt über 25 internationale Flughäfen (insbesondere Rom, Mailand und Venedig). Die wichtigsten Seehäfen sind Genua, Triest, Venedig und Tarent. Germanenreiche, Kirchenstaat und Byzanz Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reichs 476 (Römisches Reich) entstanden auf italienischem Boden germanische Nachfolgereiche. Zunächst übte der germanische Söldnerführer Odaker die Herrschaft aus. 493-553 bestand das ostgotische Reich; es unterlag Byzanz. Seit 568 fielen die Langobarden in Oberitalien ein und gründeten in Nord- und Mittelitalien ein Königreich, in Unteritalien die Herzogtümer Spoleto und Benevent, so dass Italien in einen langobardischen und einen byzantinischen Teil geteilt wurde. Der Papst rief gegen die langobardische Umklammerung die Franken zu Hilfe; die Pippinische Schenkung (754) sicherte ihm den Besitz von Rom, Perùgia und Ravenna, den Keim des späteren Kirchenstaats. Karl der Grosse vernichtete 774 das langobardische Königreich, machte das Herzogtum Spoleto zur fränkischen Mark und brachte Benevent in Lehnsabhängigkeit. Nur Unteritalien blieb byzantinisch. Im 9. Jahrhundert eroberten die Araber Sizilien. Durch die karolingische Reichsteilung von Verdun fiel Italien an Lotharingien. Die Herrschaft der Karolinger erlosch Ende des 9. Jahrhunderts. Reichsitalien und Normannenstaat 962 unterlag Berengar von Ivrea Kaiser Otto I. Das Regnum Italicum blieb seit der Kaiserkrönung Ottos des Grossen bis zum Tod Friedrichs II. (962-1250) Teil des römisch-deutschen Kaiserreichs. Die Verleihung von Grafenrechten an die Bischöfe war die Grundlage der kaiserlichen Herrschaft. Widersacher waren das erstarkende Papsttum, zahlreiche Adlige und die aufblühenden Kommunen. Im Wormser Konkordat (1122) musste der Kaiser auf die Investitur der Bischöfe in Italien und Burgund verzichten. Während dieser Wirren gewannen die Städte immer grössere Unabhängigkeit von den Lehnsherren. Das feudale System erhielt sich nur in Savoyen und Friaul sowie im Kirchenstaat und dem nicht zum Reich gehörenden Süditalien. In den byzantinischen Gebieten Siziliens und Kalabriens hatten sich im 9. und 10. Jahrhundert Sarazenen festgesetzt; im 11. Jahrhundert wurden diese Gebiete von Normannen erobert, die das Land 1059 vom Papst zu Lehen nahmen. Die normannischen Fürstentümer wurden 1130 von König Roger II. zu einem Staat moderner Prägung vereinigt. Im sog. Reichsitalien versuchte Friedrich I. auf dem Reichstag von Roncaglia (1158), die kaiserliche Herrschaft über die oberitalienischen Städte durchzusetzen, stiess aber auf den Widerstand des Lombardischen Städtebunds (Guelfen) und des Papstes. Der Friede von Venedig mit Alexander II. 1177 und der von Konstanz mit den Städten 1183 brachten nur einen Kompromiss: die von den Städten gewählten Bürgermeister (Podestà) wurden vom Kaiser bestätigt und die Reichsverwaltung durch die Einsetzung von Generalvikaren neu organisiert. Die Heirat Kaiser Heinrichs VI. mit der Erbin des Normannenreichs, Konstanze, vereinigte zum ersten Mal seit dem Untergang Westroms fast ganz Italien unter einer Herrschaft. Papst Innozenz III. versuchte vergeblich, die staufische Einkreisung des Kirchenstaats zu durchbrechen. Heinrichs Sohn Friedrich II. konnte im Kampf mit Papst Gregor IX. und den lombardischen Städten die kaiserliche Herrschaft in Nord- und Mittelitalien erneut festigen. Nach seinem Tod (1250) und dem seines Sohns Konrad IV. (1254) konnte dessen Bruder Manfred sich noch bis 1266 (Schlacht bei Benevent) gegen den vom Papst zu Hilfe gerufenen Karl von Anjou behaupten. Mit der Hinrichtung Konradins in Neapel (1268) brach die staufische Herrschaft zusammen. Karl von Anjou verlor zwar durch die Sizilianische Vesper (1282) Sizilien an Peter von Aragón, vermochte aber ebenso wie seine Nachfolger seinen Einfluss über ganz Italien auszudehnen. Erleichtert wurde dies durch die Niederlage des Papsttums im Kampf mit Frankreich, die zum Babylonischen Exil der Kirche in Avignon (1309-1376) führte. Renaissance Die Versuche deutscher Kaiser, in Römerzügen die kaiserliche Gewalt wiederherzustellen, scheiterten ebenso wie der Versuch der Erneuerung der römischen Republik durch Cola di Rienzo 1347 an der wachsenden Selbständigkeit der Städte. So bildete sich das italienische Staatensystem des 14./15. Jahrhunderts: die Republiken Venedig und Genua, zunächst auch noch Florenz, die Fürstentümer der Visconti und Sforza (Mailand), der Este (Mòdena), Scaliger (Verona) u. a. Mit Beendigung des Schismas (1415) festigte sich auch der Kirchenstaat wieder. 1442 gewannen die sizilianischen Aragonesen Neapel zurück; in Florenz setzten sich die Medici durch, und nach dem Frieden von Lodi (1454) herrschte ein Gleichgewicht von 5 Mittelstaaten (Neapel-Sizilien, Florenz, Kirchenstaat, Mailand, Venedig). Im 13. und 14. Jahrhundert war Italien das wirtschaftlich führende Land Europas. Erst die Verlagerung des Welthandels an die Atlantikküsten leitete hier einen Umschwung ein. Mit Humanismus und Renaissance war Italien im 15. Jahrhundert führend in Kunst und Wissenschaft in Europa. Herrschaft der europäischen Grossmächte Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Ära des Gleichgewichts abgelöst durch den Machtkampf um Italien zwischen Frankreich, Spanien und den deutschen Habsburgern. Er endete in den beiden Friedensschlüssen von Cambrai 1529 und Cateau-Cambrésis 1559 mit der Niederlage der Franzosen und deren Verzicht auf Ansprüche in Italien. Unerschüttert blieben Venedig und Savoyen sowie der Kirchenstaat. Die florentinischen Medici wurden 1532 Herzöge und 1569 Grossherzöge von Toskana. Mailand kam bei der habsburgischen Länderteilung mit Neapel-Sizilien und Sardinien an Spanien. Der neue Zustand der spanischen Vorherrschaft, verschärft durch den Machtrückgang Venedigs und Genuas, die ihre Aussenbesitzungen an die Türken verloren, dauerte bis zum Spanischen Erbfolgekrieg. Nur Savoyen-Piemont konnte sich zwischen Spanien und Frankreich erfolgreich behaupten. Es gewann im Utrechter Frieden 1713 Montferrat, Sizilien und die Königskrone; 1720 tauschte es Sizilien gegen Sardinien ein. Österreich erhielt Anfang des 18. Jahrhunderts Mantua und die Lombardei, Neapel und Sardinien, tauschte Sardinien 1720 gegen Sizilien, musste dies und Neapel aber 1734 an eine Nebenlinie der spanischen Bourbonen abtreten; eine andere Nebenlinie dieses Hauses regierte seit 1731 in Parma und Piacenza; nach dem Aussterben der Medici fiel Toskana 1737 an Franz Stephan von Lothringen, den Gemahl Maria Theresias, und damit an die Habsburger. Die Französische Revolution zerstörte die im Aachener Frieden 1748 geschaffene Ordnung der italienischen Staatenwelt. 1802 entstand die Italienische Republik. Nach seiner Erhebung zum Kaiser liess sich Napoleon I. 1805 zum König von Italien krönen. Sein Stiefsohn Eugène Beauharnais war Vizekönig. Piemont, Toskana, Genua und Rom wurden mit Frankreich vereinigt, Neapel kam 1806 an Napoleons Bruder Joseph Bonaparte, 1808 an seinen Schwager J. Murat. Nur in Sizilien und Sardinien hatten sich die bisherigen Dynastien behaupten können. Der Wiener Kongress stellte die alte Ordnung weitgehend wieder her: Venetien und die Lombardei fielen an Österreich; habsburgische Nebenlinien kamen in Toskana und Mòdena auf den Thron. Die Bourbonen kehrten nach Neapel und Parma-Piacenza zurück, der Kirchenstaat wurde erneuert. Sardinien, um Genua vergrössert, blieb als einziger Staat unter einer nationalen Dynastie bestehen. Risorgimento und Einigung Die in den 1820er Jahren verstärkt einsetzende Reaktion gegen die nationalen und liberalen Bestrebungen führte 1830 zur Revolution, die sich nicht durchsetzen konnte und in verschärfter Reaktion endete. Dieser Misserfolg bewirkte in der Geschichte des Risorgimento den Übergang von terroristischen Aktionen zur Gründung der Volksbewegung des Giòvane Itàlia durch G. Mazzini und G. Garibaldi. Ihr Erhebungsversuch 1848/49 scheiterte infolge innerer Uneinigkeit, obwohl Karl Albert von Sardinien mit einer liberalen Verfassung sich an die Spitze der Bewegung gestellt hatte. Karl Albert dankte zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab; die Leitung der Aussenpolitik ging an C. Cavour über. Diesem gelang es mit französischer Unterstützung, die Staaten Mittelitaliens, die Romagna und das Königreich beider Sizilien durch Volksabstimmungen zum Anschluss an Sardinien zu gewinnen. 1861 entstand das neue Königreich Italien mit Turin, seit 1865 Florenz als Hauptstadt. Durch die Teilnahme am Preussisch-Österreichischen Krieg 1866 gewann Italien Venetien, während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 Rom, das nunmehr Hauptstadt wurde. Der Nationalstaat Das neue Italien hatte weder Trient noch Venèzia Giùlia gewinnen können, was zu schweren Spannungen (Irredenta) mit Österreich führte, und es hatte für Frankreichs Hilfe mit der Abtretung von Savoyen und Nizza bezahlen müssen. Trotz des Gegensatzes zu Österreich schloss Italien 1882 den Dreibund mit Deutschland und Österreich-Ungarn, lockerte jedoch später die Bindungen und schloss geheime Neutralitätsverträge mit Frankreich (1902) und Russland (1909). Wenig glücklich war die italienische Kolonialpolitik: 1881-1885 wurde am Roten Meer das Gebiet von Eritrea besetzt, 1889 die Somaliküste; der Versuch, Äthiopien zu unterwerfen, scheiterte in der Schlacht von Adoua 1896. Erst 1911/12 gelang die Erwerbung von Tripolis und der Cyrenaica in einem Krieg mit der Türkei; dazu erwarb Italien als Pfandbesitz Rhodos und die Inseln des Dodekanes. Innenpolitisch war Italien belastet durch den sich verstärkenden Gegensatz zwischen dem agrarisch-feudalen Süden und dem industriell-bürgerlichen Norden sowie durch den Gegensatz zur Kurie, die das Ende der weltlichen Herrschaft des Papsttums nicht anerkannte. Eine soziale Entspannung setzte durch den Aufschwung der Wirtschaft seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein, im Verhältnis Staat-Kirche durch die Lockerung der Haltung der Kurie unter Pius X. seit 1904. Nach der Ermordung König Umbertos I. (1900) und der Militärdiktatur des Generals L. Pelloux wurde seit 1903 G. Giolitti, gestützt auf die Liberalen, der führende Politiker, bis die Einführung des allgemeinen Wahlrechts eine Linksmehrheit unter A. Salandra ans Ruder brachte. Trotz der Erneuerung des Dreibunds 1912 blieb Italien bei Ausbruch des 1. Weltkriegs neutral. Gegen die Kammermehrheit, aber unterstützt von Interventionisten unter Führung Mussolinis und G. d'Annunzios, erklärte Salandra Österreich am 23. 5. 1915, Deutschland am 28. 8. 1916 den Krieg. Der Friede von Saint-Germain 1919 brachte Italien die Brennergrenze, Görz, Triest, Istrien, Teile des Küstenlandes und Zara ein; auf Dalmatien und Fiume musste es zugunsten Jugoslawiens, auf die kleinasiatischen Mandatsgebiete zugunsten der Türkei verzichten. Enttäuschung über den Friedensschluss und wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zu innenpolitischer Radikalisierung und zum Aufstieg der von Mussolini gegründeten faschistischen Bewegung. Durch den Marsch auf Rom zwang Mussolini Viktor Emanuel III., ihm die Regierung zu übertragen (31. 10. 1922). Das faschistische Italien Mussolini festigte seine Macht im Innern durch Errichtung eines autoritären Staats und durch die Bereinigung des Verhältnisses zur Kirche in den Lateranverträgen von 1929 (revidiert 1984). 1935 griff er Äthiopien an. Wegen der deshalb verhängten Sanktionen des Völkerbunds im Abessinien (Äthiopien-)krieg näherte er sich dem nationalsozialistischen Deutschland: gemeinsame Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg 1936, Bildung der Achse Rom-Berlin (25. 10. 1936), Austritt aus dem Völkerbund und Beitritt zum Antikominternpakt (1937), Eroberung Albaniens April 1939, Stahlpakt mit Deutschland 22. 5. 1939. Vergeblich versuchte Mussolini beim Kriegsausbruch 1939 zu vermitteln, blieb zuerst neutral und erklärte Frankreich erst nach dessen Zusammenbruch am 10. 6. 1940 den Krieg. Nach Abschluss des Dreimächtepakts mit Deutschland und Japan (1940) eröffnete Italien erfolglos den Krieg gegen Griechenland und in Nordafrika. Ostafrika ging 1942 verloren, in Nordafrika hielt man sich mit deutscher Hilfe bis 1943. Nach der Landung der Alliierten in Sizilien wurde Mussolini am 25. 7. 1943 gestürzt und verhaftet, die faschistische Partei von der Regierung P. Badoglios aufgelöst. Am 3. 9. schloss Badoglio einen Waffenstillstand, dessen Verkündung zur deutschen Besetzung Italiens, zur Entwaffnung der italienischen Armee und zur Befreiung Mussolinis (12. 9.) führte. Im deutsch besetzten Teil organisierte Mussolini die Repùbblica Sociale Italiana. Nach der Befreiung Roms (4. 6. 1944) verzichtete Viktor Emanuel III. zugunsten seines Sohnes Umberto II. auf den Thron. Am 28. 4. 1945 wurde Mussolini von Partisanen ermordet, nach der deutschen Kapitulation die erste neue gesamtitalienische Regierung des Partisanenführers F. Parri gebildet. Italien nach 1945 Durch den Pariser Frieden vom 10. 2. 1947 verlor Italien Rhodos und den Dodekanes an Griechenland, Istrien, die Küstenlande und Zara an Jugoslawien; es verzichtete auf alle Kolonien in Afrika. Eine Volksabstimmung am 12. 6. 1946 entschied sich für die Republik. Seit den Wahlen von 1948, die der Democrazia Cristiana (DC) unter A. De Gasperi die absolute Mehrheit brachten, war Italien bis 1953 politisch stabil. De Gasperi integrierte Italien in die westeuropäischen Gemeinschaften. 1954 wurde die Triest-Frage mit Jugoslawien gelöst; die Stadt Triest kam an Italien. Die Südtirol-Frage fand trotz des Gruber-De-Gasperi-Abkommens 1946 lange keine befriedigende Lösung. Nach dem Verlust der Stimmenmehrheit der DC 1953 kam es zu häufig wechselnden Koalitionen bzw. Minderheitsregierungen; 1963 wurden erstmals die Sozialisten an der Regierung beteiligt; seither regierten häufig Mitte-links-Koalitionen. In den 1960er Jahren nahm Italien einen grossen wirtschaftlichen Aufschwung. Zugleich verschärfte sich der Gegensatz zwischen dem industrialisierten Norden und dem zurückgebliebenen Süden. Seit 1970 erschütterten Arbeitslosigkeit, Währungsverfall und Zerrüttung der öffentlichen Finanzen die wirtschaftliche Prosperität. Es häuften sich Terrorakte links- und rechtsextremer Gruppen (1978 Ermordung des DC-Vorsitzenden A. Moro durch Linksextremisten). Der Kommunistischen Partei (PCI) verschafften 1976 grosse Stimmengewinne eine Schlüsselstellung. Sie wurde praktisch Teilhaberin der Regierungsmacht. Die Frage ihrer direkten Regierungsbeteiligung wurde ein Hauptthema der innenpolitischen Auseinandersetzung. Bei den Wahlen 1979 und 1983 erlitt sie jedoch Rückschläge; der von ihr angestrebte historische Kompromiss (Koalition mit der DC) kam nicht zustande. Innenpolitische Affären beschädigten zunehmend das Ansehen der etablierten politischen Kräfte. Seit 1981 regierte eine Fünfparteien-Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Liberalen und Republikanern. Mit dem Republikaner G. Spadiolini übernahm erstmals ein Politiker das Amt des Ministerpräsidenten, der nicht der DC angehörte. Nach den Wahlen 1983 wurde PSI-Führer B. Craxi Regierungschef. Nach dessen Rücktritt kam es zu wechselnden Regierungen (Ministerpräsident 1989-1992 G. Andreotti) unter Beibehaltung der Fünfer-Koalition, aus der die Republikaner nach einer Regierungskrise 1991 ausschieden. Das innenpolitische Klima verschlechterte sich rapide. Die Wirtschaftsentwicklung wurde durch die hohe Staatsverschuldung blockiert. In der Aussenpolitik engagierte sich Italien für die Europäische Union. 1992 wurde der Südtirolkonflikt mit Österreich auch völkerrechtlich für beigelegt erklärt. Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr erlitt die DC schwere Verluste, blieb aber erneut stärkste Partei. Staatspräsident F. Cossiga erklärte kurz vor Ablauf der regulären Amtszeit seinen Rücktritt. Nachfolger wurde O. L. Scalfaro. Im Juni 1992 bildete der Sozialist G. Amato eine Koalitionsregierung aus Christdemokraten, Sozialisten, Sozialdemokraten und Liberalen. Inzwischen führte die Aufdeckung zahlreicher Korruptionsskandale zu einer Staats- und Parteienkrise. Im April 1993 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum für institutionelle Reformen aus. Im Anschluss an das Referendum trat die Regierung Amato zurück. Der parteilose Finanzfachmann C. A. Ciampi stellte ein neues Kabinett zusammen. In der Folgezeit veränderte sich die bereits durch Neugründungen bzw. Umbenennungen modifizierte traditionelle Parteienlandschaft radikal. Die seit dem 2. Weltkrieg tonangebende Democrazia Cristiana zerfiel in mehrere kleine Parteien. Bei vorgezogenen Neuwahlen im März 1994 gewann ein Rechtsbündnis unter Führung des Medienunternehmers S. Berlusconi die absolute Mehrheit. Berlusconi wurde neuer Ministerpräsident. Differenzen zwischen ihm und U. Bossi, dem Vorsitzenden der Lega Nord, führten sehr schnell zum Bruch der Koalition und zum Rücktritt der Regierung Berlusconi im Dezember 1994. Neuer Ministerpräsident wurde L. Dini, der frühere Generaldirektor der Bank von Italien. Sein Kabinett trat im Januar 1996 zurück. Vorgezogene Parlamentswahlen im April 1996 gewann das von den Reformkommunisten geführte Mitte-links-Bündnis L'Ulivo mit dem Spitzenkandidaten R. Prodi. Prodi wurde Ministerpräsident an der Spitze einer Minderheitsregierung. 1998 entzog das Parlament der Regierung Prodi das Vertrauen. M. D'Alema, Führer der postkommunistischen Linksdemokraten, bildete eine neue Mitte-links-Koalition. 1999 wurde C. A. Ciampi zum Nachfolger Scalfaros als Staatspräsident gewählt. Nach anhaltenden Unstimmigkeiten in der Regierungskoalition trat Ministerpräsident D'Alema im Dezember 1999 zurück. Nach kurzen Verhandlungen bildete er im gleichen Monat eine neue Mitte-links-Regierung. Bei den Regionalwahlen im April 2000 musste das Regierungsbündnis eine Niederlage hinnehmen. Daraufhin trat D'Alema endgültig zurück. Nachfolger wurde G. Amato (parteilos, früher Sozialist. Partei). Für die Parlamentswahlen im Mai 2001 nominierten die Regierungsparteien F. Rutelli, den Bürgermeister von Rom, als Spitzenkandidaten. Er konnte nicht verhindern, dass das von S. Berlusconi geführte Parteienbündnis Casa delle libertà in beiden Kammern des Parlamentes die absolute Mehrheit der Mandate gewann. Berlusconi wurde neuer Ministerpräsident an der Spitze einer Mitte-rechts-Koalition. Politik und Verfassung Die Verfassung trat am 1. 1. 1948 in Kraft. Danach ist Italien eine demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident. Er wird auf 7 Jahre von einer Körperschaft gewählt, die aus den beiden Kammern des Parlaments und je 3 Vertretern der Regionen besteht. Er ernennt den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die Minister. Die Legislative, das Parlament, besteht aus 2 Kammern: dem Abgeordnetenhaus und dem Senat. Die 630 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden für 5 Jahre gewählt. Der Senat mit seinen 315 gewählten Mitgliedern (dazu 10 auf Lebenszeit ernannte Senatoren) ist das Vertretungsorgan der Landesteile. Die Senatoren werden ebenfalls für 5 Jahre gewählt. Im italienischen Parteiensystem lassen sich zwei Lager unterscheiden, das Mitte-links-Bündnis L'Ulivo (Ölbaum) sowie das Mitte-rechts-Bündnis Casa delle Libertà (Haus der Freiheiten). Zum L'Ulivo gehören u. a. die Linksdemokraten (Democrati di Sinistra), die aus der ehemaligen Kommunistischen Partei (PCI) hervorgingen, die aus der Democrazia Cristiana entstandene Italienische Volkspartei (Partito Popolare Italiano) sowie die Südtiroler Volkspartei (SVP), die die Interessen der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol vertritt. Orthodox-kommunistische Positionen finden sich im Programm der Rifondazione Comunista (RC). Die von S.?Berlusconi gegründete Bewegung Forza Italia (FI) ist die stärkste Kraft des Mitte-rechts-Bündnisses Casa delle Libertà. Ihm gehören u.a. die aus dem rechtsextremen Movimento Sociale Italiano-Destra Nazionale (MSI-DN) hervorgegangene Alleanza Nazionale (AN), die föderalistische Lega Nord (LN) sowie kleinere christdemokratische Parteien an. Das italienische Recht ist nach französischem Vorbild kodifiziert. Höchste gerichtliche Instanz der Zivil- und Strafgerichtsbarkeit ist der Oberste Kassationsgerichtshof in Rom. Über die Einhaltung der Verfassungsgesetze wacht der Verfassungsgerichtshof. Architektur Vom 4. Jahrhundert bis zum Untergang des Römischen Reichs (553) war die Basilika der bevorzugte Bautyp, im Allgemeinen dreischiffig, in den kaiserlichen Prachtbasiliken fünfschiffig. Zentren der Architektur waren Rom (S. Paolo fuori le mura, 395 vollendet; Sta. Sabina, 422-432; S. Lorenzo, 579-590; Sant'Agnese fuori le mura, 625-630), Mailand (S. Lorenzo, um 370) und Ravenna (S. Apollinare nuovo, um 490; S. Apollinare in Classe, 532-549). Die Taufkirchen (Baptisterien) waren zentral angelegt (Rom: Taufkapelle des Lateran, 312-336; Ravenna: 2 Baptisterien, um 500), ebenso die Grabkirchen (Rom: Sta. Costanza, nach 354; Ravenna: Grabkapelle der Galla Placidia, um 450). Diese Grundform findet sich auch am Grabmal des Theoderich in Ravenna (um 526), in Anknüpfung an die römischen Mausoleen der Kaiserzeit. Die in der altchristlichen Kunst wurzelnde romanische Baukunst entwickelte sich in wenigen Zentren. Die Kirchen der Lombardei und der Emilia (Verona, Mòdena, Piacenza, Cremona, Ferrara, Parma, Como, Mailand), meist ohne Querschiff, mit Stützenwechsel, reichem Portalschmuck, figuraler Fassadenornamentik und Zwerggalerie, erinnern an den nordischen Kirchenbau dieser Zeit. Die florentinische Romanik (sog. Protorenaissance) blieb stärker mit der antiken Tradition verbunden (S. Frediano in Lucca, Badia in Fiesole, S. Miniato al monte und das Baptisterium in Florenz). In Pisa (Dombezirk mit Baptisterium und Campanile) bildete sich die Säulenarchitektur am glanzvollsten aus. Die dem italienischen Empfinden eigentlich fremden Baugedanken der Gotik wurden, durch burgundische Zisterzienser vermittelt, erstmals in den Abteien von Fossanova und Casamari aufgenommen. Bedeutende Bauten errichteten die Bettelorden in Assisi (S. Francesco) und Florenz (Sta. Croce und Sta. Maria Novella), die dann von den Domen in Siena, Orvieto und Florenz an Grösse, Schmuck und Ausstattung übertroffen wurden. Am weitesten ging der nordische Einfluss in Bologna (S. Petronio) und Mailand (Dom). Immer stärker traten jetzt auch Profanbauten neben die Sakralarchitektur. In der florentinischen Frührenaissance wurde der Typus des italienischen Palasts ausgebildet, der mit einigen Abwandlungen 300 Jahre lang im ganzen Land gültig blieb: ein breiter, rechteckiger, regelmässiger Baukörper, im Innern ein säulengetragener Hof. Als eine eigene Bauform kam zum Palast die Villa hinzu, ein aus dem antiken Landhaus entwickeltes Landschlösschen (Poggio a Caiano, um 1480). Die im Kern florentinische Leistung der Frührenaissance ging vor allem auf die genialen Bauideen F. Brunelleschis zurück. Ihm ging es in seinen Bauten (San Lorenzo mit Sakristei, Santo Spirito, Pazzikapelle, Findelhaus und Domkuppel in Florenz) um eine Wiedergeburt der antiken Formenwelt, deren Studium er - zusammen mit Donatello - eifrig betrieben hatte. Man bevorzugte einfache stereometrische Gebilde und erstrebte eine überschaubare, in sich geschlossene Raumordnung. Brunelleschis Schüler Michelozzo brachte sie nach Oberitalien. Mit der mehr auf machtvolle Raumeinheit gerichteten Baukunst L. B. Albertis begann eine spätere Phase der Renaissancearchitektur, die sich nun auch theoretisch mit der Antike auseinander setzte. Mit den Bauten D. Bramantes kam die entscheidende Wende zur Hochrenaissance (Sta. Maria delle Grazie in Mailand, Tempietto im Hof von S. Pietro in Montorio). Er brachte mit seinen Entwürfen die Zentralbau-Idee auch in die Planung der Peterskirche in Rom ein. In Michelangelos Schaffen begegneten sich Hochrenaissance, Manierismus und Barock. A. Palladio entwickelte auf der Grundlage der Antike und der Hochrenaissance einen Klassizismus, der bis zum 19. Jahrhundert in ganz Europa und in Amerika schulbildend war. Vignolas Il Gesù verkörperte als erste Kirche in Rom die Baugedanken des Frühbarocks. Während C. Maderna (Sta. Susanna und Vorhalle von St. Peter in Rom) zum Hochbarock überleitete, fand diese Entwicklung ihre bedeutendsten Repräsentanten in G. L. Bernini (Kolonnaden des Petersplatzes) und F. Borromini (S. Carlo alle quattro fontane und S. Ivo in Rom). Im 19. Jahrhundert legte Gianantonio Antolini (* 1754, † 1842) bedeutende Entwürfe für das Foro Bonaparte in Mailand vor; vollendet wurde aber nur der Arco della Pace (1806-1838) von Luigi Cagnola (* 1762, † 1833), in der Tradition der altrömischen Triumphbögen. Giuseppe Valadier (* 1762, † 1839) gestaltete 1784-1816 die Piazza del Popolo in Rom. 1865-1867 entstand die als Typ wichtige grosse Kaufhalle der Galleria Vittorio Emanuele in Mailand von Giuseppe Mengoni (* 1829, † 1877). Der Faschismus verschrieb sich einer bombastischen neuklassischen und neubarocken Bauweise. Nach dem Krieg mischten sich moderne Tendenzen in vielfältiger Weise, ein Beispiel für den plastischen Stil ist der schon 1950 vollendete Hauptbahnhof in Rom. Vertreter der postmodernen Architektur versammelten sich ab 1964 in der Gruppe G.R.A.U. Von überragender Bedeutung sind die Ingenieurbauten P. L. Nervis; beim Pirelli-Haus in Mailand (1958) arbeitete er mit G. Ponti zusammen. Zu den berühmtesten italienischen Architekten des 20. Jahrhunderts gehört A. Rossi (* 1931, † 1997), der mit dem Welt-Theater in Venedig (1979) oder der Stadthalle von Borgorico/Padua (1986) seinen internationalen Ruf festigte. Plastik In altchristlicher Zeit entstanden vor allem Sarkophage, die Holztüren von S. Ambrogio in Mailand (Ende 4. Jahrhundert) und Sta. Sabina in Rom (um 430). Erst rund 500 Jahre später gelang ein neuer Anfang mit den Bronzetüren von S. Zeno in Verona. B. Antelami (nachweisbar bis 1233) entfaltete in Parma eine reiche Tätigkeit. Bedeutende Werke des Bronzegusses sind die Türen der Dome von Trani, Benevent, Pisa und Monreale (um 1170 bis Anfang des 13. Jahrhunderts). In der Gotik des 13. Jahrhunderts verbanden Niccolò Pisano und Giovanni Pisano sowie Arnolfo di Cambio französisches Formengut mit einer ursprünglichen Nähe zur Antike (Arbeiten in Florenz, Orvieto, Perùgia, Pisa, Pistòia, Rom, Siena). Während L. Ghiberti (Bronzetüren am Baptisterium und Figuren für die Kirche Or San Michele in Florenz) noch der Gotik verpflichtet blieb, führte Donatello das Standbild, die freistehende Statue, einer neuen Blüte entgegen (Reiterdenkmal des Gattamelata in Padua) und gab der Bildnisbüste eine Bedeutung zurück, wie sie sie seit dem Ausgang der Antike nicht mehr besessen hatte. Mit seinem bronzenen David (Florenz, Bargello) brachte er die Aktfigur zu neuer Geltung. Neben und nach ihm wirkten in Florenz N. di Banco, L. della Robbia, Desiderio da Settignano, A. Rosselino, Mino da Fiesole, B. da Maiano, in Siena J. della Quercia. Im Schaffen von A. del Verrocchio (Reiterdenkmal des Colleoni in Venedig) und A. del Pollaiuolo, die beide in erster Linie Bronzeplastiker waren, wurde die Darstellung persönlicher. Im plastischen Werk Michelangelos (Pietà, Juliusgrab, Medicigräber in Florenz), das zum Titanischen neigt, verlor die Darstellung die Züge des Menschlich-Vergleichbaren; sie löste sich aus der Zeitgebundenheit und führte in eine Welt des Sinnbildhaft-Allgemeingültigen. B. Cellini und Giovanni da Bologna waren Hauptmeister der manieristischen Skulptur. G. L. Bernini fasste in seinem reichen Werk alle Möglichkeiten des Hochbarocks zusammen: Pathos und Dramatik, eine ausgreifende Räumlichkeit und die gestalterischen Kräfte von Farbe und Licht. Am Ende des Jahrhunderts steht A. Canova mit seinem weich modellierenden Klassizismus. Im 19. Jahrhundert brachte Italien keine Plastik von europäischem Rang hervor, erreichte aber im Denkmal für Viktor Emanuel II. in Rom 1885 einen sonst nirgendwo erreichten Gipfel des Bombasts. Um so bedeutender ist die Plastik der Gegenwart mit P. Consagra, E. de Fiori, G. Manzù, M. Marini, Arnoldo Pomodoro, Gio Pomodoro, A. Viani, M. Merz oder G. Zorio vertreten. Malerei Die Malerei in den Katakomben Roms begann im 3. Jahrhundert. Über schlichte Handwerklichkeit gehen nur wenige ausdrucksstarke Köpfe im impressionistischen Stil der Spätantike hinaus. Die Orans - eine Gestalt mit erhobenen Händen - verkörpert die dem Tod verfallene Menschheit, die betend die Arme zu Gott hin öffnet. Noch häufiger ist Christus als der Gute Hirte dargestellt. Im 4. Jahrhundert entstand aus dem Erlebnis der Transzendenz eine raumbeherrschende Monumentalmalerei, die übersinnlich leuchtenden Mosaiken in den Kuppeln von Zentralbauten und in den Apsiden, an Triumphbögen sowie an den Wänden der Langhäuser von Basiliken. Zentren dieser Kunst waren Rom (4.-7. Jahrhundert) und Ravenna (5./6. Jahrhundert). Zur romanischen Epoche gehören die Szenen der Clemens- und Alexiuslegende in der Unterkirche von S. Clemente in Rom (um 1080), das bedeutendste Werk der europäischen Monumentalmalerei aus diesem Jahrhundert, sowie der Bilderzyklus in Sant'Angelo in Formis (2. Hälfte des 11. Jahrhunderts), das vollständigste erhaltene Beispiel für die Ausmalung einer christlichen Basilika. Im Trecento entwickelten P. Cavallini, Jacopo Torriti, Cimabue und Duccio di Buoninsegna aus der maniera greca einen neuen Stil in der Begegnung mit der Antike. Die Neigung zum Plastischen und Raumhaften, zu farbigem Reichtum und leidenschaftlicher Beseelung wird deutlich. Radikal durchbrach dann Giotto den Bann der Traditionen: er schuf die Grundlagen für die Malerei der Renaissance in Italien, für die gesamte nachmittelalterliche Malerei in Europa. Das spätere Trecento stand im Zeichen der Giotto-Nachfolge (B. Daddi, T. Gaddi u. a.). Eigene Wege ging die Schule von Siena: S. Martini leitete die westlich-gotische Richtung in Italien ein. A. Lorenzetti schuf mit den Fresken im Rathaus von Siena einen Mittelpunkt der politischen Besinnung und zugleich ein kühnes Beispiel für eine die Weite des Raumes umfassende Landschaftsmalerei. Im Quattrocento war in Florenz eine Fülle überragender Meister tätig, u. a. Masaccio, P. Uccello, A. del Castagno, Veneziano. Die menschliche Gestalt wurde statuarisch vor einen perspektivisch gebildeten Raum gestellt und mit ihm verbunden. Während die Florentiner (Fra Filippo Lippi, Fra Angelico, B. Gozzoli) um die Mitte des Jahrhunderts die Details des Bildes verfeinerten, vereinigte der Stil des auch als Malereitheoretiker tätigen P. della Francesca Körperlichkeit, Bildfläche und Farbkraft zu wuchtiger Wirkung. In dieser Zeit traten nach Thema und Form neuartige Bildgattungen auf. Man liess Bilder in Wandvertäfelungen oder in Möbelstücke (Cassone) ein. In zunehmendem Mass wurden antike Göttersagen oder geschichtliche Ereignisse dargestellt. Diese Entwicklung wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts in Florenz durch D. Ghirlandaio, S. Botticelli, F. Lippi, Piero di Cosimo, in Umbrien durch P. Perugino und L. Signorelli, in Oberitalien durch Gentile und Giovanni Bellini, V. Carpaccio und A. Mantegna auf ihren Höhepunkt geführt. Leonardo da Vinci und Raffael waren die grossen Meister der Hochrenaissance, die in Leonardos Theorie, Naturstudien und individualisierender Menschendarstellung und in den Madonnen und Fresken Raffaels ihre Vollendung fand. Die oberitalienischen Künstler suchten bei stärkerer Bewertung des koloristischen Elements eine grössere Naturnähe (Giorgione, Tizian). Die Spätwerke Raffaels und Michelangelos sowie die Einwirkung der deutschen Spätgotik führten in Florenz um 1520 zum Manierismus, der sich im Laufe des Jahrhunderts in lokal modifizierten Formen über ganz Italien ausbreitete (J. Pontormo, Rosso Fiorentino, A. Bronzino, Parmigianino, Tintoretto, J. Bassano, P. Veronese, A. A. da Corrèggio). Die Malerei des Barocks zeigte eine naturalistische und eine klassizistische Richtung. Caravàggio, Hauptvertreter der ersten, verband in seinen Werken krasse, realistische Sachlichkeit mit einer effektvollen Hell-Dunkel-Technik, die in der europäischen Kunst Epoche machte und auf Rembrandt, Rubens und Velázquez wirkte. Die klassizistische Barockmalerei ging vornehmlich von den Bologneser Akademikern (Carracci) aus und beeinflusste besonders die französische Kunst. Im 18. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt des Kunstlebens nach Oberitalien, wo G. B. Tiepolo und seine Söhne die Tradition der italienischen dekorativen Malerei zum letzten Mal glänzend zusammenfassten und bis nach Deutschland und Spanien trugen. Im Werk F. Guardis und der Canalettos blühte die Vedutenmalerei. Der Malerei des 19. Jahrhunderts blieb eine übernationale Auswirkung versagt. Der Beitrag Italiens zur Malerei des 20. Jahrhunderts ist von grundlegender Bedeutung: im Futurismus (U. Boccioni, C. Carrà, L. Russolo, G. Severini) und in der Pittura metafisica (M. Campigli, C. Carrà, G. de Chirico, G. Morandi). In der abstrakten Malerei fanden R. Birolli, A. Burri, G. Capogrossi, A. Magnelli und E. Vedora internationale Beachtung. L. Fontana ist der Exponent des 1946 in Mailand entstandenen Spazialismo. Die im gleichen Jahr gegründete Vereinigung Fronte Novo delle Arti bemühte sich um eine Erneuerung der figurativen Malerei, die in R. Guttuso ihren bedeutendsten Vertreter fand. Die Gegenwartsszene bietet ein breites Spektrum heterogener Bestrebungen. M. Merz vertritt die Objektkunst, P. Manzoni die Arte Povera, V. Adami die Narrative Figuration und S. Chia als jüngster die neoexpressionistische gegenständliche Malerei. Literatur Die italienische Literatur begann später als die eigensprachige Literatur der anderen romanischen Länder, da bis ins 13. Jahrhundert das Lateinische die beherrschende Sprache blieb. Am Beginn stehen der Cantico delle Creature (Sonnengesang) des Franz von Assisi, entstanden 1224/25, und die Laude (geistliche Lobgesänge) des Jacopone da Todi (im ersten bzw. letzten Drittel des 13. Jahrhunderts). Ins gleiche Jahrhundert fällt die sog. Sizilianische Dichterschule, die von einem Dichterkreis am Hof Friedrichs II. in Palermo begründet wurde; nachempfunden wurde die Troubadourlyrik der Provence in italienischer Sprache. Als neue Form entstand das Sonett, dessen ältestes uns erhaltenes Beispiel von Giacomo da Lentino (*um 1185, † um 1250), dem Kanzler des Kaisers, stammt. Die Lauden Jacopones da Todi sind eine der Keimzellen des späteren italienischen Dramas, da sich aus ihnen die Mysterienspiele des späteren Mittelalters entwickelt haben. Im 13. Jahrhundert formte G. Guinizelli in Bologna aus dem provençalisch-sizilianischen Minnesang den Dolce Stil Nuovo (Süssen Neuen Stil), der besonders in der Toskana angesiedelt war. Das 14. Jahrhundert führte die italienische Literatur mit dem klassischen Dreigestirn Dante, F. Petrarca, G. Boccaccio auf den ersten Höhepunkt, dem grösste europäische Bedeutung zukommt. Dantes Göttliche Komödie ist eine Summe des mittelalterlich-abendländischen Denkens. Die Ausdruckskraft der Sprache der Lyriker des Dolce Stil Nuovo war so verfeinert, dass sie später auch zum vollkommenen Instrument der hohen Gefühls- und Gedankenlyrik F. Petrarcas werden konnte, in der sich antikes Form- und Gedankengut mit einer neuen Welterfahrung und den Errungenschaften des Neuen Stils verknüpfte und die für Jahrhunderte das grosse Vorbild der Dichter Italiens und Europas wurde. G. Boccaccios Decamerone begründete die italienische Kunstprosa und wurde das klassische Modell der italienischen Novellistik. A. Poliziano schrieb mit seinem Orpheus das erste weltliche Schauspiel, J. Sannazaro wurde mit dem Versroman Arcadia zum Vorbild für die gesamte europäische Hirtendichtung der Neuzeit. M. M. Boiardos Der verliebte Roland brachte eine Wiederbelebung des höfischen Epos französischen Stils in romantisch-ironisierender Form. In der Hochrenaissance im 16. Jahrhundert setzte sich die Vulgärsprache entgültig gegen das Lateinische durch. P. Bembo wurde der erste Grammatiker und glänzender Stilist dieser neuen italienischen Sprachblüte. Er begründete zudem durch seine absichtsvolle Nachahmung F. Petrarcas den formstrengen Petrarkismus, dem auch die gefühlsstarke Lyrik der Dichterinnen Gaspara Stampa und Vittoria Colonna entsprang. Abseits des Formalismus stehen die zugleich sprach- und aussagegewaltigen Gedichte Michelangelos. Das romantisch-ironisierende Ritterepos gelangte in L. Ariostos Der rasende Roland zu höchster Vollendung. T. Tassos Aminta und G. B. Guarinis Der treue Schäfer brachten Schäferdichtung und Schäferspiel zu europäischer Geltung; sie wurden zum künstlerischen Erlebnis ganz Europas. Die Novellistik ist durch viele glänzende Namen vertreten, vor allem durch M. Bandello. Schliesslich reifte das Drama von der antikisierenden Komödie bis zu der von Berufsschauspielern geprägten Commedia dell'Arte heran. In der Barockzeit, dem Secento, verlor das Epos an Bedeutung, doch entwickelte sich eine rege wissenschaftliche Prosa (G. Galilei, G. Bruno, T. Campanella). Im 18. Jahrhundert fand das Drama in C. Goldoni und C. Gozzi neue Meister. A. Manzoni fasste die romantischen Ideale der Vaterlandsliebe, der christlichen Gesinnung und der Geschichtsnähe in seinen Hymnen und seinem historischen Roman Die Verlobten zusammen. Klassische Form und romantisches Fühlen vereinen sich in den durch Erfindungsreichtum ausgezeichneten Gesängen G. Leopardis. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde von der Lyrik G. Carduccis, G. d'Annunzios und G. Pascolis beherrscht, während in der Erzählkunst A. Fogazzaro ein Meister des italienischen psychologischen Romans wurde. Ihn übertrifft an Wirkung noch G. Verga, der Begründer des Verismus, dem M. Serao und G. Deledda folgten. Welterfolg hatten die Romane G. d'Annunzios, die Jugendschriften E. de Amicis' und C. Collodis. Zwischen 1900 und 1950 hatten die philosophischen und literarästhetischen Werke B. Croces grossen Einfluss. Nach dem 1. Weltkrieg gab L. Pirandello besonders dem Schauspiel neue Impulse. Bedeutsam sind nach 1945 die gesellschaftskritisch-psychologischen Romane A. Moravias und die sozialkritischen Bücher C. Levis und I. Silones sowie die neorealistischen Romane von C. E. Gadda, P. P. Pasolini, C. Pavese, V. Pratolini und E. Vittorini. Zu internationalen Erfolgsautoren wurden die Schriftsteller C. Malaparte (Kriegsromane), G. Guareschi (mit Schelmenromanen um Don Camillo und Peppone), G. Tomasi di Lampedusa (historischer Heimatroman Der Leopard). Seit Anfang der 60er Jahre setzten sich fantasievolle Erzähler gegenüber dem Neorealismus durch (I. Calvino, D. Buzzati, T. Landolfi); U. Eco errang mit einem wissenschaftlichen Kriminalroman einen grossen Erfolg; L. Sciascia klagt in seinen (Kriminal-)Romanen die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Sizilien an. Der Dramatiker D. Fo schreibt gesellschaftskritische Agitationsstücke. Als Lyriker traten G. Ungaretti, E. Montale, U. Saba und S. Quasimodo hervor. Musik Im Gegensatz zur Musik der Römer hat die italienische Musik entscheidenden Anteil an der Entstehung und Fortentwicklung der abendländischen Musik gehabt. Dies hängt vor allem mit der frühen Christianisierung Italiens zusammen, woraus einmal die Übernahme östlicher, vor allem griechischer und später alexandrinischer und byzantinischer Musikübung, dann überhaupt die Förderung der Musik durch die Kirche, schliesslich die Verbreitung der in Italien sich herausbildenden musikalischen Formen über das christliche Abendland hin resultierte. Die erste eigene Musikschöpfung Italiens war der gregorianische Choral, der über Europa hinausstrahlte und die Grundlage aller späteren nationalen Musikarten wurde. Für ihn führte um 1000 Guido von Arezzo die Neumen ein, aus denen sich die spätere Notenschrift entwickelte. Mehrstimmige Musik in Organum-Technik ist für den kirchlichen Bereich schon im 10. Jahrhundert belegt (Mailand). Einen ersten Höhepunkt hatte die italienische Musik im Trecento (14. Jahrhundert): F. Landino, G. da Cascia u. a. entwickelten in Madrigal, Ballata (Tanzlied) und Caccia (Kanonart) die neue vielstimmige Vokalmusik (mit weltlichen Texten), die sehr schnell besonders nach Bologna (Jacopo da Bologna), Padua und Brescia übergriff. Zu einer abermaligen Erneuerung kam es gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch die Übernahme volksmusikalischer Elemente: Frottola (heiteres Volkslied), Villanella (Tanzlied) und Kanzonetta wurden gesellschaftsfähig und gaben der Kunstmusik neues Leben. Auch das Madrigal erlebte einen neuen Aufschwung; eine neue Harmonik, die bereits die Chromatik verwendete, diente tonmalerischen Absichten. Cyprian de Rore (* 1516, † 1565), Gioseffo Zarlino (* 1517, † 1590), A. Gabrieli, L. Marenzio, Nicola Vicentino (* 1511, † 1572), C. Gesualdo und C. Monteverdi waren seine besten Vertreter. Daneben stand die reine Instrumentalmusik (absolute Musik) in den Formen des Ricercar und der Fantasia (später zur Fuge weiterentwickelt), Präludium und Toccata, schliesslich die Sonate. Hier wurde besonders Venedig mit A. Gabrieli führend. Beide, die mehrstimmige Vokalmusik (Madrigal) wie die Instrumentalmusik, wirkten bereichernd auf die Kirchenmusik zurück, die in der neuen Vielstimmigkeit und Mehrchörigkeit eines Giovanni Gabrieli höchste Farbenpracht erreichte. Dagegen blieb allein die päpstliche Kapelle in Rom der gregorianischen Tradition treu. Palestrina entwickelte hier in Messe und Motette seinen sich von der Realistik des Madrigals abwendenden, in Linienführung und Harmonik alten Traditionen verpflichteten Stil. Um 1600 begannen mit der Entstehung der Oper ganz neue Impulse die italienische Musik zu beleben. Noch im Zusammenhang mit den Bestrebungen der Renaissance versuchte in Florenz ein Kreis von Gelehrten, Dichtern und Musikern (Florentiner Camerata) die Erneuerung der antiken Tragödie, was zur Schaffung eines ganz neuen, andersartigen musikalischen Stils führte. Im Gegensatz zur Kunst des Madrigals entstand der Sologesang mit einer einfachen harmonischen Begleitung, d. h. Arie und Rezitativ mit Generalbass (Lodovico Viadana, * 1564, † 1645, E. del Cavalieri, G. Caccini, J. Peri), woraus sich wenig später die ersten Opern, u. a. Monteverdis (Orfeo 1607), entwickelten. Mit der Berufung dieses Meisters wurde Venedig der Mittelpunkt der neuen Kunstrichtung und mit den Nachfolgern F. Cavalli und M. A. Cesti Ausgangspunkt einer neuen Epoche der abendländischen Musik. Die Motette entwickelte sich im 17. Jahrhundert zur Kantate (S. Rossi, F. Cavalli, A. Scarlatti); als Gegenstück zur Oper entstand das Oratorium (Cavalieri, G. Carissimi), die Kammerkantate löste das Madrigal ab. Ebenso stark äusserten sich die neuen Impulse in der Monodie (Einstimmigkeit), in der Orgel- (G. Frescobaldi) und in der Instrumentalmusik. Hier trat noch besonders der virtuose Zug hervor. Fuge, Kammer- und Triosonate, Concerto grosso und Solokonzert (denen A. Stradivari, A. Amati und G. Guarneri die neuen Instrumente schufen) wurden die adäquaten Formen des barocken Musizierens. Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts sah die italienische Musik in der Vollendung dieser Barockmusik auf einem unvergleichlichen Höhepunkt. Weltweite Bedeutung gewannen für die Instrumentalmusik B. Marini, Giuseppe Tartini (* 1692, † 1770), P. A. Locatelli, G. Torelli, A. Vivaldi, A. Corelli, Giovanni Battista Sammartini (* 1698, † 1775) und im 19. Jahrhundert N. Paganini. In Neapel erlebte die Oper, die die Schönheit der Melodie und die Virtuosität des Gesangs (Kastratenwesen) pflegte, eine neue Blüte. Hier entstand auch die Opera buffa. Die Werke von Francesco Durante (* 1684, † 1755), N. Jommelli, L. Leo, N. Piccini, G. B. Pergolesi, D. Cimarosa wurden oft gespielt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts behielt nur die italienische Oper weiterhin Weltgeltung, und Namen wie G. Rossini, V. Bellini, G. Donizetti, G. Spontini beherrschten die Opernbühnen. In G. Verdi entstand der italienischen Musik schliesslich das grösste dramatische Genie. Um ihn gruppierten sich, in Abwehr des Wagnerischen Musikdramas, P. Mascagni und R. Leoncavallo, dann U. Giordano, G. Puccini und F. Busoni. In ihrer Nachfolge standen, wenn nun auch schon durch die neuen Stilelemente des Impressionismus und danach der modernen Musikentwicklung abgehoben, u. a. R. Malipiero, O. Respighi und A. Casella sowie deren Schüler (L. Dallapiccola u. a.). Die neue italienische Musik nach 1945 ist verbunden mit den entsprechenden Entwicklungen in anderen europäischen Ländern (serielle und elektronische Musik). Ihre wichtigsten Vertreter sind L. Berio, S. Bussotti, F. Donatoni, F. Evangelisti, B. Maderna, G. Manzoni, G. Petrassi und vor allem der auch politisch engagierte L. Nono. Quelle: www.wissen.de
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