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Ursprung, Geschichte und Traditionen

Kochen in den verschiedenen Regionen
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Kochen in Europa
Länder und Regionen


In Europa entwickelte sich auf der italienischen Halbinsel die erste wirkliche Kochkunst. Ihre Begründer, die alten Römer, holten sich einen Teil ihrer kulinarischen Einfälle aus Kleinasien und Griechenland. Gleichzeitig machten sie eine Fülle der im eigenen Land wachsenden Zutaten und Vorräte zunutze. Dank dieser Zusammenwirkung fiel Italien die Rolle zu, Frankreich und allen anderen abendländischen Kulturen das Wesen einer guten Küche und guten Essens zu vermitteln. In der Tat gibt sogar der Larousse Gastronomique, die Bibel der französischen Küche, zu, dass die italienische Küche für alle Länder des westlichen Europa als wahrer Ursprung aller Kochkunst gelten muss.



Abruzzen / Abruzzo

In den Abruzzen spielt die Natur eine sehr wichtige Rolle, darum findet man auch in den typischen Gerichten viele natürliche Zutaten. Und welcher könnte der höchste gastronomische Ausdruck einer Region sein, deren Wirtschaft jahrtausendelang auf die Schäferei gegründet war? Das Lamm natürlich.

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Aostatal / Valle d'Aosta

Die alten Menüs, die in den Archiven zu finden sind, gehörten zur Gastronomie der höheren Schichten. Sie spiegeln folglich nicht die Gewohnheiten des Volkes wider, die an Gemüse (vor allem Kohl), Roggenbrot und Kastanien gebunden waren und ausserdem - in sehr verhaltenem Masse - an Milch, an Wildbret und an Kleinvieh, von dem sich die weniger Wohlhabenden die nicht verkäuflichen Teile aufbewahrten. Ebenso war unter ihnen das Seras, das letzte Produkt der langen Milchverarbeitung, sehr verbreitet.

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Apulien / Puglia

Ein kulinarischer Höhepunkt der Küstengebiete ist Taranto, die Hochburg der Fischküche. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Taranto profitiert durch seine Lage in einer Bucht (mar Grande) und einem Lagunenbecken (mar Piccolo) von zwei ausgesprochen fischreichen Gewässern. Den verwöhntesten Gaumen bieten sich hier erstklassige Zahnbrasse, Oktopus und Babytintenfisch, köstlicher Hummer, Tintenfisch oder Goldbrasse, gar nicht zu reden von den Miesmuscheln, die im Lagunenbecken zu geradezu gigantischer Grösse heranwachsen.

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Basilikata / Basilicata

Schon in der Antike, als der Landstrich noch Lucania hiess, lobten römische Schriftsteller wie Cicero, Martial und Horaz die örtlichen Wurstwaren, und der Feinschmecker Apicius lieferte sogar die erste Beschreibung der lucanica, einer appetitlichen frischen Schweinswurst, die lukanische Sklaven auf die Tische ihrer römischen Herren brachten.

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Emilia Romagna

Es wird oft behauptet, dass die Weise, in der man kocht und isst, den eigenen Charakter widerspiegelt. Die Emilia Romagna scheint den Beweis dafür zu liefern - ihre reiche, opulente Küche ist das Ergebnis der Zeit und Mühe, die ins Kochen investiert wurden, verbunden mit der Überzeugung, dass es ein Vergnügen ist, sich an den Tisch zu setzen und in aller Ruhe köstliche Gerichte mit selbstgemachten Nudeln zu geniessen. Die Bewohner der Emilia Romagna sind unbeschwert, fröhlich und ein wenig verspielt. Mit ihrer bewundernswerten Art haben sie eine Küche geschaffen, die jeden in gute Laune versetzt, der sich ein wenig Zeit für sie nimmt. Wenn sie könnten, würden die Emilianer ihr Hab und Gut, ihre Häuser und Städte in Eiernudelteig verpacken, denn das Wahrzeichen dieser Region schlechthin sind gefüllte Nudeln.

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Friaul / Friuli

Die Region besteht aus drei sehr unterschiedlichen geographischen Landschaften: die Berglandschaft der Karnischen Alpen, die friaulischen Hügel voller Weingärten und der rauhe Karst, der wie von einer Laune der Natur als Rahmen um den herrlichen Golf von Triest gelegt wurde.

Die komplexe Geschichte dieses Landstrichs ist bedingt durch die geographische Lage und die beiden Weltkriege, die dieses Gebiet in der ersten Hälfte des 20. Jh. erschüttert haben. Österreichische, slawische und deutsche Einflüsse sind in vielen Sitten und Gebräuchen der Bevölkerung festzustellen. In allen Aspekten des Lebens bestehen alte Traditionen weiter, einschliesslich der Küche, die bei aller Einfachheit gleichzeitig äusserst abwechslungsreich ist.

Ein importiertes Merkmal, das einen Grossteil der friaulischen Küche kennzeichnet, ist die unterschiedslose Verwendung von Zucker, Käse, Butter, Obst, Marmelade und Senf in allen Gerichten, von den ersten Gängen bis hin zu den Süssspeisen. So beschrieben kann man sich diese Speisen schwer annehmbar schmeckend vorstellen, doch bei guter Zubereitung und vor allem, wenn man sie vor Ort bei einer gewissen Stimmung und einem gewissen Klima verspeist, haben sie ihren Reiz.

Die Ursprünge dieses Miteinanders, das Gewürzkräuter, Marmelade und geräucherten Ricotta kombiniert, sind zum Teil orientalischer und zum Teil österreichischer Herkunft. Das in der gesamten Region sehr verbreitete Gulasch ist ungarischen Ursprungs.

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Kalabrien / Calabria

In der Art und Weise, wie sich die Kalabreser ernähren, ist etwas Heiliges und Antikes, und es werden Verhaltensregeln aus früheren Jahrhunderten beachtet. Man könnte sagen, dass zwischen der Sila und der Meerenge von Messina die Verbindung zwischen den Bedürfnissen der Ernährung und denen des Geistes mehr als woanders empfunden wird: Jedes religiöse Fest hatte in Kalabrien seine eigene Speise, jedes Ereignis des familiären Lebens - Hochzeiten, Trauer, Taufen - sein gastronomisches Pendant.

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Kampanien / Campania

Die typischen Speisen sind: Cannelloni gefüllt mit Spinat, Gnocchi mit Saucen und dann im Backofen gegart, Spaghetti mit Muscheln, Spaghetti mit Auberginen, Paprika und Tomaten, Maccheroni im Ofen überbacken, Fischsuppe, Reis mit Orangensauce, Reissartù, handgemachte Nudeln mit Fisch, usw.>
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Latium / Lazio

Die Küche des Latium wird zum grössten Teil von der römischen Küche verkörpert. In dieser wiederum fliessen alle Spezialitäten der kulinarischen Traditionen der Region zusammen, so dass sie zu einer reichhaltigen und sehr schmackhaften Zusammenfassung einer abwechslungsreichen Kochkunst wird, in der Beiträge aus angrenzenden Gebieten und anderen Gemeinschaften erscheinen.

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Ligurien / Liguria

Ligurien ist die kleinste italienische Region und sie hat eine sehr hohe Bevölkerungsdichte. Auch aus diesem Grunde ist die ligurische Küche sehr sparsam und fähig, jede nur essbare Zutat, die der Boden, das Meer und die Arbeit des Menschen hervorbringen, zu nutzen.

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Lombardei / Lombardia

Die komplexen historischen Geschicke der Lombardei, die Kontakte zu den verschiedenen Teilen Europas, die bedeutende, auf Arbeit und Privatinitiative beruhende Entwicklung dieser Region haben sämtliche Sitten und Gebräuche ihrer Einwohner beeinflusst und ernährungsmässige und gastronomische Gewohnheiten verursacht, die in den verschiedenen Städten jeweils sehr unterschiedlich sind.

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Marken / Marche

Erstklassige, frische Zutaten und ein Minimum an dekorativem Drumherum, das kennzeichnet die marchigianische Küche. Da aber die Gerichte ganz nach Tradition und nur mit heimischen Zutaten zubereitet werden, hat jede Gegend ihre jeweils eigene Küche.

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Molise

Wie wäre es mit Ajelle cu le patane? Ein typisches Gericht aus Campobasso, bestehend aus kleingeschnittenem Lammfleisch, das mit Kartoffeln im Ofen gebacken wird. Oder aber mit Crioli alla campuasciana, hausgemachte, nudelähnliche Teigwaren, die in Streifen geschnitten mit Tomatensauce serviert werden.

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Piemont / Piemonte

Es ist wohl wahr, dass die piemontesische Küche zu den abwechslungsreichsten und feinsten unseres Landes gehört. Es ist jedoch ebenfalls wahr, dass dieser Abwechslungsreichtum und diese Feinheit nicht nur durch den Einfluss des nahen Frankreich bedingt wurden, auch wenn letzteres überall für die komplexe Ausarbeitung und die Reichhaltigkeit seiner Gastronomie anerkannt wird und seit dem 18. Jh. führend in der europäischen Küche ist.

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Sardinien / Sardegna

Sardinien ist nicht nur geograhisch betrachtet eine Insel: als abgelegener Landstrich blieb es viele Jahrhunderte in seine archaische und strenge Kultur, in seine Mühe und in seine Würde eingeschlossen. Landwirtschaft und Viehzucht sind seit jeher die Grundlagen der sardischen Wirtschaft gewesen.

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Sizilien / Sicilia

Dort wo die Natur grosszügig ist - wo Zitruspflanzen, Mandelbäume, Feigenkakteen blühen und wo Gemüse, Getreide und Früchte aller Art von aussergewöhnlicher Qualität sind - bietet Sizilien ein derart fantasiereiches und prunkvolles Repertoire an charakteristischen Speisen und Erzeugnissen, dass es mit keiner anderen Region vergleichbar ist.

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Südtirol / Trentino

Jahrhundertelang war in dieser Region der Unterschied zwischen der armen Küche und der Küche der Mächtigen riesengross: Auf dem Land hat die Pellagra infolge einer vitaminarmen Unterernährung jahrhundertelang geherrscht. Die Polenta in ihren verschiedenen Formen (aus Mais, aus Kartoffeln, aus Buchweizen) war zusammen mit Kartoffeln die einzige Nahrung der Bauern.

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Toskana / Toscana

Die Küche der Toskana ist einfach und bodenständig. Sie geht grösstenteils auf bäuerliche Traditionen zurück und verlässt sich auf den Eigengeschmack der Zutaten, die daher möglichst frisch und nach Jahreszeit verwendet werden.

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Umbrien / Umbria

Die Gärten liefern Frischobst und Frischgemüse, die Olivenhaine ein Öl von hoher Qualität, die Schweinezucht hervorragende Wurst, die Rinderzucht zartes Fleisch für Steaks, die Flässe und der Trasimenische See Karpfen, Forellen, Hechte, Meeräschen und Barsche, die Wälder liefern Pilze, bester Qualität die Valnerina Schwarztrüffel, Linsen und Käse, das Tal des oberen Tibers und die Eugubino Gualdese weisse Trüffel, die Hügel mit ihren Rebstöcken einen hervorragenden Wein, der jedes gute Essen abrundet.

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Venetien / Veneto

Vier Grundelemente beherrschen die venetische Ernährung: Polenta, Reis, Bohnen und baccalà (Klippfisch). Auf diesen Angelpunkten entwickelt sich eine Geschmacksbandbreite, die ihre Auswahl in der Produktion der regionalen Landwirtschaft und Viehzucht und in der Verarbeitung der Produkte trifft.

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Die Italienische Küche - Geschichte
Auf den Gastmahlen der Familie der Medici herrschten gute Manieren und absolute Sauberkeit. Vasen, Kandelaber und Silbergeschirr wurden ihres künstlerischen Wertes wegen ausgewählt und im Gegensatz zu anderen Höfen tobten sich die von der Dame des Hauses geführten Köche der Medici nicht in schlecht schmeckenden Kunstwerken aus. Stattdessen verwendeten sie rigoros die naturreinen Produkte der Region für Gerichte der toskanischen Tradition, die oft der Volksweisheit entstammten.
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Die italienische Kochkunst
In Europa entwickelte sich auf der italienischen Halbinsel die erste wirkliche Kochkunst. Ihre Begründer, die alten Römer, holten sich einen Teil ihrer kulinarischen Einfälle aus Kleinasien und Griechenland. Gleichzeitig machten sie eine Fülle der im eigenen Land wachsenden Zutaten und Vorräte zunutze. Dank dieser Zusammenwirkung fiel Italien die Rolle zu, Frankreich und allen anderen abendländischen Kulturen das Wesen einer guten Küche und guten Essens zu vermitteln. In der Tat gibt sogar der Larousse Gastronomique, die Bibel der französischen Küche, zu, dass die italienische Küche für alle Länder des westlichen Europa als wahrer Ursprung aller Kochkunst gelten muss.
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Kulinarisches Italien
Natürlich spielt die Geschichte des Landes bei der Entstehung seiner kulinarischen Tradition eine ebenso grosse Rolle wie bei der Entwicklung seiner Kultur. Die Republik Italien besteht aus zwanzig Regionen, von denen vor der Einigung des Landes Mitte ds. 19. Jh. viele unabhängige Königreiche und Republiken waren. Jede Region hat seine besonderen geographischen, klimatischen, historischen, gesellschaftlichen, sozialen und politischen Eigenheiten, die den Essgewohnheiten und der Küche ihren lokalen Charakter verliehen. So gibt es in Italien seit langem eine ungewöhnlich grosse Vielfalt regionaler Gerichte, die ihrem Abwechslungsreichtum einzigartig wenn nicht weltweit, so sicher unter den europäischen Küchen ist.
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Gemüse. Photo: Zoe Berlin
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