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Villa Borghese Der Viale del Muro Torto und der Corso d’Italia trennen den Monte Pincio und überhaupt die Stadt vom grössten öffentlichen Park Roms, der Villa Borghese. Sie wurde Anfang des 17. Jh. von Kardinal Scipione Caffarelli-Borghese, dem Neffen Papst Pauls V., angelegt. König Vittorio Emanuele III. kaufte die Anlage 1902 und schenkte sie der Stadt Rom, seit 1903 ist sie öffentlich zugänglich. Der von einigen Strassen durchzogene Park verfügt über schöne Brunnen wie die elliptische Fontana rotonda sowie Denkmäler, u. a. für Goethe und Byron, und eine Pferderennbahn, den Galoppatoio. www.wissen.de Villa Borghese In einem Brunnen plätschert das Wasser über eine laszive Frauengestalt, ein alter Herr liest Zeitung im Schatten der Pinien, Rollerblader sausen am Eiswagen vorbei. Die Villa Borghese, oberhalb der Spanischen Treppe gelegen, ist eine grüne Oase im chaotischen Rom und der wohl beliebteste Park der Stadt - und ein sehr demokratischer dazu: Gut situierte Bürger flanieren hier ebenso wie Obdachlose. Erst vor 100 Jahren wurde die Villa Borghese offiziell von einem adeligen Lustgarten zu einem öffentlichen Park. Jetzt feiert Rom den Übergang der grünen Idylle in den Besitz der Stadt mit einem grossen Festprogramm. Der Kardinal Scipione Caffarelli Borghese, Spross der reichen römischen Adelsfamilie der Borghese, liess den Park zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Weinbergen seiner Familie anlegen. Nur wenige Jahre später zählte der Garten bereits zu den Schmuckstücken Roms, die in jedem Reiseführer beschrieben wurden: Seen, künstliche Jagdgründe und Vogelhäuser umgaben die Villa selbst, die schon damals eine bedeutende Kunstsammlung barg. Heute ist die Galleria Borghese, die fast vierzehn Jahre lang renoviert wurde und erst seit 1997 wieder besucht werden kann, mit berühmten Exponaten wie Berninis barockem «Raub der Proserpina» oder Canovas klassizistischer Skulptur «Paolina Borghese», für die Napoleons Schwester Modell sass, eines der wichtigsten Museen Italiens. Die Krise kam, als Rom nach der Vereinigung im Jahr 1870 zur Hauptstadt des Königreichs Italien wurde: Bauspekulanten hatten die Stadt fest im Griff, auch die Borghese verkauften Teile ihrer Besitztümer. Die Villa jedoch teilte nicht das Schicksal vieler zerstörter römischer Parks: Nach heftigen Debatten erwarb die Stadt Rom die grüne Oase und öffnete sie am 12. Juli 1903 dem Volk, das sich voller Begeisterung der Gärten bemächtigte. Auch Lazio, der älteste Fussballclub der Stadt, trainierte Anfang des Jahrhunderts einige Jahre lang auf den Wiesen der Villa. Heute ist die 80 Hektar grosse Anlage das, was der römische Bürgermeister Walter Veltroni stolz den «grössten Kulturpark Europas» nennt: Nur ein kleine Spaziergang trennt die Meisterwerke in der Galleria Borghese von Bildern von Matisse und Mirò in der Galleria Nazionale d'Arte Moderna und von den bronzenen Urnen im Museo Nazionale Etrusco - dazwischen gibt's Eis am See, in dem Ruderboote dahindümpeln. Oder einen kleinen Ausflug in den Zoo, in dem die Römer seit 1911 Flamingos und Elefanten bestaunen. In den Jubiläumsfeiern wolle man «die Heiterkeit, das Spielerische des Ortes» zum Ausdruck bringen, sagt Veltroni: So wird es neben Konzerten, Theateraufführungen (unter anderem des Théâtre du Soleil von Ariane Mnouchkine), Liederabenden und Ausstellungen auch Programmpunkte wie «Gymnastik im Park» und eine Wiederbelebung des alten Ballspiels «Tamburello» geben. Das dürfte den Kardinal freuen, der sich zu seinen Lebzeiten liberal gezeigt und seinen Park immer wieder dem Volk geöffnet hatte: «Wer du auch seist, fürchte hier keine Regeln, gehe wohin es dir gefällt, verlange nach dem, was du wünschst, verlasse den Park, wann du es möchtest: Diese Herrlichkeit ist mehr für den Fremden als für den Herren selbst gemacht» steht auf einem Stein, den Scipione Borghese seinerzeit im Garten anbringen liess. Die Stadt Rom hat die Inschrift im Fundus der Vatikanischen Museen wiederentdeckt und will nun eine Kopie davon in den Park zurückbringen lassen. dpa Rom Ein Park für die Römer Die Villa wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts entworfen, kurz nachdem Papst Paul V. Borghese den Papstthron bestiegen hatte. Der Stil ist denen der Stadtvillen des 16. Jahrhunderts nachempfunden. Der Parkanlage widmete man damals besondere Aufmerksamkeit, man schuf Volieren für exotische Vögel und belebte den Garten mit Pfauen, Straussen, Gazellen oder gar Löwen, wie in einem kleinen Tierpark. Später verwandelte sich der Park in einen Garten englischen Stils nach dem Entwurf des Gartengestalters Jacob Moore. Besonders schön ist der kleine See, den ein Gitterwerk umgibt, das die unregelmässige Form hervorhebt. Mitten im See befindet sich eine kunstvoll aufgeschüttete Insel mit einem kleinen, Äskulp, dem Gott der Heilkunde, gewidmeten Tempelchen. Berühmt ist die Piazza di Siena, auf der seit der Entstehung bis zum heutigen Tag spektakuläre Pferderennen ausgetragen werden. Es gibt dort auch Karusselle für die Kinder. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts öffnete Marco Antonio Borghese den Park zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Er liess ein Manifest veröffentlichen, in dem er die Römer einlud, sich an der Schönheit der Gärten zu erfreuen. Yahoo Travel Villa Borghese Der grosse Erholungspark, die grüne Lunge Roms, voll von Kinderwagen, Brunnen, Coladosen und mit bemerkenswerten Museen. Der Viale del Muro Torto und der Corso d’Italia trennt den Monte Pincio und überhaupt die Stadt vom grössten öffentlichen Park Roms, der Villa Borghese. Der Park wurde Anfang des 17. Jh. von Kardinal Scipione Caffarelli Borghese, dem Neffen Papst Pauls V., angelegt. Er wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach verändert, 1902 von König Vittorio Emanuele III. angekauft und der Stadt Rom geschenkt. Seitdem ist er öffentlich zugänglich. Der Park, der von einigen Strassen durchzogen ist, enthält schöne Brunnen, z. B. die elliptische Fontana rotonda, Denkmäler, u. a. für Goethe und Byron, und eine grosse Pferderennbahn, derGaloppatoio. Ausserhalb der Porta del Popolo liegt rechts, heute leider vom starken Verkehr beeinträchtigt, der ehemalige Haupteingang in Form von Propyläen ionischer Ordnung (von Luigi Canina, ca. 1825). Im Windschatten der sozusagen klassischen Museen und auch etwas abseits liegt die Galleria Nazionale d’Arte Moderna, wenig von Touristen besucht, aber lohnend. Das Museum wurde 1883 gegründet und enthält wohl die bedeutendste Sammlung italienischer Kunst des 19. und 20. Jh. Das Museum bietet Gelegenheit, die bei uns nahezu unbekannten italienischen ›Romantici‹ und Impressionisten kennen zu lernen, von denen manche den Vergleich mit den berühmten Franzosen nicht zu scheuen brauchen (Silvestro Lega, Vito d’Arcona, Raffaelo Sernesi). Ausserdem verfügt das Museum über Werke von Van Gogh, Monet, Picasso, Degas, Cézannes, Klimt, Morandi und Modigliani, alle von herausragender Qualität. Gut vertreten ist auch die italienische futuristische Schule sowie die Pittura Metafisica. Im Park befindet sich das Museo e Galleria Borghese. Kardinal Scipione Caffarelli-Borghese liess von dem niederländischen, in Rom naturalisierten Baumeister Jan van Santen (Giovanni Vasanzio) das Casino Borghese genannte Lustschloss erbauen (1613-15). Ende des 18. Jh. wurde die Innenausstattung erneuert, unter anderem die z. T. illusionistischen Decken- und Wandfresken angebracht. Schon im 17. Jh. diente das Casino Borghese auch der Aufnahme der Kunstsammlung der fürstlichen Familie, die Königin der Privatsammlungen der ganzen Welt. Fürst Camillo Borghese musste allerdings 1807 gegen eine hohe Entschädigung die Sammlung an seinen Schwager Napoleon abtreten, weshalb sich berühmte Stücke wie der ›Borghesische Fechter‹ heute im Louvre in Paris befinden. Der Fürst fing sogleich neuerlich zu sammeln an und schon bald erreichte der Bestand wieder eine bemerkenswerte Höhe, bis die Familie 1890 (wegen zu kühner Spekulationen im Bauboom nach 1870) in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geriet, sodass wiederum ein Teil der Sammlung verkauft werden musste (1892/93). Der Rest wurde immerhin noch auf 7,5 Millionen Gold-Lire geschätzt und 1902 für 3,6 Millionen an den italienischen Staat verkauft. Seitdem ist das Casino Borghese staatliches Museum (Museo e Galleria Borghese). Es wurde sorgfältig restauriert und ist nunmehr wieder vollständig zugänglich. Eines der berühmtesten der hier gezeigten Gemälde ist Tizians Himmlische und irdische Liebe. Von den Skulpturen sind hervorzuheben die drei Jugendwerke Berninis: Der Raub der Proserpina (1622), Apoll und Daphne und David mit der Schleuder (beide 1624). Dass dem spröden und harten Marmor ein derartiges Mass an dramatischer Sinnlichkeit abgewonnen werden kann, hätte vor Bernini wohl niemand für möglich gehalten. Etwas ungünstig postiert in einer Ecke steht das bedeutende, letzte Werk Berninis: La Verità. Bernini glaubte sich damals beim Papst verleumdet (es handelte sich um angebliche oder wohl wirkliche Irrtümer Berninis bei der statischen Berechnung der Fassade der Peterskirche) und hoffte, dass die Zeit die Wahrheit enthüllen werde. Er entwarf eine entsprechende Statuengruppe, die er, sichtbar für jeden, in der Toreinfahrt seines Hauses bei S. Andrea delle Fratte aufstellen wollte. Von der Gruppe wurde nur die ›Nackte Wahrheit‹ fertig, eine bestechend schöne Statue im warmen, gelblichen Marmor, die nach Berninis Tod seine Erben an die Borghese verkauften. Aus dem Jahr 1805 stammt das wohl berühmteste Werk Antonio Canovas, die skandalumwobene Paolina Borghese, dargestellt als ›Venus Vincitrix‹. Paolina, eine jüngere Schwester Napoleons, war kurze Zeit mit dem Fürsten Camillo Borghese verheiratet. Wer nach dem Gedränge im Casino Borghese Ruhe atmen und eine liebenswürdige Kuriosität sehen will, besuche das Museo Canonica, in einem pseudo-mittelalterlichen Kastell untergebracht. Dort wohnte der Bildhauer Pietro Canonica (1869-1959); dessen Werke und Atelier- und Wohnräume sind zu besichtigen (Di-So 9-13.30; Di und Do auch 16-19.30 Uhr). 1551-53 errichtete Giacomo Vignola für Papst Julius III. einen Sommerpalast ausserhalb der Porta del Popolo nahe der Via Flaminia, die Villa Giulia. Die Anlage ist weit und luftig. Besonders schön das - ebenfalls von Vignola stammende - Nymphäum im zweiten Hof mit künstlichen Grotten, optischen Spielereien und steinernen Flussgöttern (Tiber und Arno). Seit 1889 beherbergt die Villa das Museo Nazionale di Villa Giulia, das wohl bedeutendste Museum für etruskische Kunst überhaupt. Die Etrusker waren ein Volk rätselhafter Herkunft, das im heutigen Umbrien und in der Toskana siedelte. Auch die Sprache, die im 1. Jh. v. Chr. ausstarb, ist noch nicht entschlüsselt. Lange wurde die Bedeutung dieses Volkes unterschätzt, das seine Blüte vom 8. bis 5. Jh. v. Chr. hatte und von dem das frühe Rom kulturell und politisch abhing. Viele Funde und Forschungen aus den letzten hundert Jahren haben das Bild von dem rätselvollen Volk etwas zurechtgerückt. Man weiss heute, dass die römische Kultur, Staatsverfassung, Religion und Zivilisation auf den Errungenschaften der Etrusker fusst. Die ›Kapitolinische Wölfin‹ ist ziemlich sicher eine etruskische Arbeit. Im Museum werden in über dreissig Sälen bedeutende Funde gezeigt, vor allem sehr viele bemalte Vasen und Kleinplastik, alles Grabbeigaben. Berühmt ist der ›Sarkophag der Eheleute‹ aus Terrakotta mit den beiden archaisch lächelnden, voll Realismus dargestellten sitzend-liegenden Figuren (aus Cerveteri, dem etruskischen Caere) und die ›Göttin mit Kind‹ aus einem Tempel von Veji. Im Saal 20 ist eine Sammlung etruskischer Goldschmiedearbeiten zu sehen, die einmalig auf der Welt und von unschätzbarem Wert ist. ADAC Reiseführer Rom ![]() |
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