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Amedeo Modigliani
Italienischer Maler und Bildhauer, * 12. 7. 1884 Livorno, † 25. 1. 1920 Paris; ab 1906 in Paris; verband in melancholisch gestimmten Bildnissen und Akten einen das Gegenständliche begrenzenden Linienstil mit flächiger, von Paul Cézanne angeregter Farbgebung.

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  • Amedeo Modigliani
  • Geschichte der Malerei in Italien
  • Amedeo Modigliani (Biographie)
  • Amedeo Modigliani (Wikipedia)
  • Antike (Wikipedia)
  • Abbildungen



    Amedeo Modigliani

    Der am 12. Juli 1884 in Livorno (Italien) geborene Amedeo Modigliani besuchte in den Jahren 1902 und 03 die Kunstakademien von Florenz und Venedig, zog 1906 nach Paris und lernte dort Picasso, Kees van Dongen und später Juan Gris kennen; sowie auch den Schriftsteller Apollinaire und Maurice Utrillo. Modigliani führte ein Leben, das von Krankheit, Armut, Alkohol und Drogen geprägt war.

    Ab 1915/16 hatte Modigliani seinen Stil gefunden und malte vom Kubismus beeinflusste Porträts mit überlängten Hälsen, versetzten, blindwirkenden Augen, pendelnden Nasen und Körpern in Extremhaltungen, wozu er überwiegend rostige Farben benutzte.

    Seine Bildnisse (u.a. Picasso, 1915; Chaim Soutine, 1917) überliefern gleichsam eine Galerie der Pariser Künstlerschaft seiner Zeit. Auffällig ist immer wieder, dass Modigliani die Augen der von ihm Portraitierten ohne Pupille malte, was den Gestalten einen hohen Grad von Verinnerlichung verleiht.

    Angeregt von Brancusi, arbeitete Modigliani ab 1909 auch als Bildhauer. Seine Skulpturen sind unverkennbar durch afrikanische und Südseekulturen inspiriert.

    1895
    Besuch eines Lyzeums, Erkrankung an einer Brustfellentzündung

    1898
    Beendet das Lyzeum und nimmt erste Malstunden bei Micheli in Livorno

    1900 bis 1901
    Erkrankung an Tuberkulose; Reise nach Capri um sich zu erholen; Reisen nach Rom, Venedig, Florenz und Amalfi

    1902
    Tritt in die Scuola Libera di Nudo de l`Accademia die Belle Arti in Florenz ein

    1903
    Wird am Instituto die Belle Arti in Venedig aufgenommen

    1905
    Kommt Ende 1905 oder Anfang 1906 nach Paris und wohnt zunächst auf der Rue Coulaincourt am Montmatre

    1906
    Besucht die Akademie Colarossi

    1906
    Macht die Bekanntschaft mit Maurice Utrillo, André Salmon, Guillaume Apollinaire, Max Jacob und Pablo Picasso

    1907
    Macht im Herbst die Bekanntschaft mit Dr. Apul Alexandre, der ihm mehrere Bilder abkauft

    1907
    Wird Mitglied der Société des Artistes Indépendants

    1908
    Stellt im Salon des Artistes des Indépendants fünf Bilder und eine Zeichnung aus

    1909
    Verbringt den Sommer und Herbst in Livorno, wo er sich mit plastischen Arbeiten beschäftigt

    1909
    Lernt durch Vermittlung von Dr. Alexandre Constantin Brancusi kennen

    1910
    Stellt erneut im Salon des Artistes des Indépendants sechs Bilder aus

    1912
    Zeigt im Salon d`Autonome sieben Plastiken

    1914
    Lernt die Kunsthändler Paul Guillaume und Leopold Zborowski kennen

    1914
    Bekanntschaft mit der englischen Dichterin Beatrice Hastings, mit der er zwei Jahre zusammen lebt

    1916
    Der Kunsthändler Zborowski wird Modiglianis einziger Händler

    1917
    Er lernt Jeanne Hébuterne kennen, die eine Schülerin der Akdemie Colarossi ist. Sie beziehen ein gemeinsames Atelier in der Rue de la Grande Chaumiére

    1918
    Erholungsaufenthalt an der Riviera in Nizza und Cannes zusammen mit Jeanne Hébuterne

    29.11.1918
    Geburt seiner Tochter

    05.1919
    Kehrt nach Paris zurück und wohnt einige Zeit bei Zborowski in der Rue Joseph Bara

    22.01.1920
    Wird im Pariser Hospital Charité eingeliefert, wo er am 25.01.1920 stirbt.

    Literatur
    Ceroni Ambro, Amedeo Modigliani, Genf, 1958
    Roy Claude, Amedeo Modigliani, Genf, 1958
    Russoli Franco, Amedeo Modigliani, Milano, 1963
    Sichel Pierre, Amedeo Modigliani - A biography, New York, 1967




    Geschichte der Malerei in Italien

    Die Malerei in den Katakomben Roms begann im 3. Jahrhundert. Über schlichte Handwerklichkeit gehen nur wenige ausdrucksstarke Köpfe im impressionistischen Stil der Spätantike hinaus. Die Orans - eine Gestalt mit erhobenen Händen - verkörpert die dem Tod verfallene Menschheit, die betend die Arme zu Gott hin öffnet. Noch häufiger ist Christus als der Gute Hirte dargestellt.

    Im 4. Jahrhundert entstand aus dem Erlebnis der Transzendenz eine raumbeherrschende Monumentalmalerei, die übersinnlich leuchtenden Mosaiken in den Kuppeln von Zentralbauten und in den Apsiden, an Triumphbögen sowie an den Wänden der Langhäuser von Basiliken. Zentren dieser Kunst waren Rom (4.-7. Jahrhundert) und Ravenna (5./6. Jahrhundert).

    Zur romanischen Epoche gehören die Szenen der Clemens- und Alexiuslegende in der Unterkirche von S. Clemente in Rom (um 1080), das bedeutendste Werk der europäischen Monumentalmalerei aus diesem Jahrhundert, sowie der Bilderzyklus in Sant'Angelo in Formis (2. Hälfte des 11. Jahrhunderts), das vollständigste erhaltene Beispiel für die Ausmalung einer christlichen Basilika.

    Im Trecento entwickelten P. Cavallini, Jacopo Torriti, Cimabue und Duccio di Buoninsegna aus der maniera greca einen neuen Stil in der Begegnung mit der Antike. Die Neigung zum Plastischen und Raumhaften, zu farbigem Reichtum und leidenschaftlicher Beseelung wird deutlich. Radikal durchbrach dann Giotto den Bann der Traditionen: er schuf die Grundlagen für die Malerei der Renaissance in Italien, für die gesamte nachmittelalterliche Malerei in Europa. Das spätere Trecento stand im Zeichen der Giotto-Nachfolge (B. Daddi, T. Gaddi u. a.). Eigene Wege ging die Schule von Siena: S. Martini leitete die westlich-gotische Richtung in Italien ein. A. Lorenzetti schuf mit den Fresken im Rathaus von Siena einen Mittelpunkt der politischen Besinnung und zugleich ein kühnes Beispiel für eine die Weite des Raumes umfassende Landschaftsmalerei.

    Im Quattrocento war in Florenz eine Fülle überragender Meister tätig, u. a. Masaccio, P. Uccello, A. del Castagno, Veneziano. Die menschliche Gestalt wurde statuarisch vor einen perspektivisch gebildeten Raum gestellt und mit ihm verbunden. Während die Florentiner (Fra Filippo Lippi, Fra Angelico, B. Gozzoli) um die Mitte des Jahrhunderts die Details des Bildes verfeinerten, vereinigte der Stil des auch als Malereitheoretiker tätigen P. della Francesca Körperlichkeit, Bildfläche und Farbkraft zu wuchtiger Wirkung. In dieser Zeit traten nach Thema und Form neuartige Bildgattungen auf. Man liess Bilder in Wandvertäfelungen oder in Möbelstücke (Cassone) ein. In zunehmendem Mass wurden antike Göttersagen oder geschichtliche Ereignisse dargestellt. Diese Entwicklung wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts in Florenz durch D. Ghirlandaio, S. Botticelli, F. Lippi, Piero di Cosimo, in Umbrien durch P. Perugino und L. Signorelli, in Oberitalien durch Gentile und Giovanni Bellini, V. Carpaccio und A. Mantegna auf ihren Höhepunkt geführt.

    Leonardo da Vinci und Raffael waren die grossen Meister der Hochrenaissance, die in Leonardos Theorie, Naturstudien und individualisierender Menschendarstellung und in den Madonnen und Fresken Raffaels ihre Vollendung fand. Die oberitalienischen Künstler suchten bei stärkerer Bewertung des koloristischen Elements eine grössere Naturnähe (Giorgione, Tizian).

    Die Spätwerke Raffaels und Michelangelos sowie die Einwirkung der deutschen Spätgotik führten in Florenz um 1520 zum Manierismus, der sich im Laufe des Jahrhunderts in lokal modifizierten Formen über ganz Italien ausbreitete (J. Pontormo, Rosso Fiorentino, A. Bronzino, Parmigianino, Tintoretto, J. Bassano, P. Veronese, A. A. da Corrèggio).

    Die Malerei des Barocks zeigte eine naturalistische und eine klassizistische Richtung. Caravàggio, Hauptvertreter der ersten, verband in seinen Werken krasse, realistische Sachlichkeit mit einer effektvollen Hell-Dunkel-Technik, die in der europäischen Kunst Epoche machte und auf Rembrandt, Rubens und Velázquez wirkte. Die klassizistische Barockmalerei ging vornehmlich von den Bologneser Akademikern (Carracci) aus und beeinflusste besonders die französische Kunst.

    Im 18. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt des Kunstlebens nach Oberitalien, wo G. B. Tiepolo und seine Söhne die Tradition der italienischen dekorativen Malerei zum letzten Mal glänzend zusammenfassten und bis nach Deutschland und Spanien trugen. Im Werk F. Guardis und der Canalettos blühte die Vedutenmalerei.

    Der Malerei des 19. Jahrhunderts blieb eine übernationale Auswirkung versagt. Der Beitrag Italiens zur Malerei des 20. Jahrhunderts ist von grundlegender Bedeutung: im Futurismus (U. Boccioni, C. Carrà, L. Russolo, G. Severini) und in der Pittura metafisica (M. Campigli, C. Carrà, G. de Chirico, G. Morandi). In der abstrakten Malerei fanden R. Birolli, A. Burri, G. Capogrossi, A. Magnelli und E. Vedora internationale Beachtung. L. Fontana ist der Exponent des 1946 in Mailand entstandenen Spazialismo. Die im gleichen Jahr gegründete Vereinigung Fronte Novo delle Arti bemühte sich um eine Erneuerung der figurativen Malerei, die in R. Guttuso ihren bedeutendsten Vertreter fand.

    Die Gegenwartsszene bietet ein breites Spektrum heterogener Bestrebungen. M. Merz vertritt die Objektkunst, P. Manzoni die Arte Povera, V. Adami die Narrative Figuration und S. Chia als jüngster die neoexpressionistische gegenständliche Malerei.


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