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Fonduta - Piemontesisches Käsefondue
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Kochen in Europa
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Zutaten für 4 Personen

  • 300 gr Fontinakäse (ersatzweise Provolone oder italienischer Bergkäse mit mind. 40% Fett i.Tr.)
  • 1 dl Milch
  • 1 EL Butter
  • 3 kleine Eigelb
  • Weisser Pfeffer aus der Mühle
  • 8 kleine Brotscheiben

    Zubereitung

    Den Käse in kleine Würfel schneiden, die Milch angiessen, zugedeckt an einem kühlen Ort über Nacht durchziehen lassen.

    Für die weitere Zubereitung auf jeden Fall Wasserbad (besser noch Simmertopf) verwenden. Eine Schüssel aus Edelstahl mit abgerundetem Boden ins warme Wasserbad stellen, Butter hineingeben und zergehen lassen

    Käsewürfel mit der Milch dazugeben, bei niedriger Temperatur langsam schmelzen lassen und dabei ständig mit einem Schneebesen kräftig rühren.

    Sobald der Käse geschmolzen ist und Fäden zieht, die Temperatur des Wasserbades erhöhen. Nacheinander die Eigelb hineingeben und mit einem Holzlöffel kräftig unterrühren. So lange rühren, bis der Käse eine schöne, sämige Konsistenz hat und keine Fäden mehr zieht

    Käsecrème in Portionenschüsselchen füllen, aus der Mühle pfeffern. Brot toasten und dazu servieren

    Die Fonduta ist mehr als nur ein Fondue. Sie wird mit geröstetem Brot oder auf/mit Gemüse als Vorspeise serviert, oder man kann einen angerichteten Risotto damit übergiessen.

    Ein glänzendes Beispiel für einfache, aber raffinierte Küche – mit entsprechend geschickt versteckten Tücken. Das beginnt beim Reifegrad des Käses, reicht über Form und Material der Rührschüssel bis hin zur Grösse der Eier und letztlich zur Geduld des Kochs:

    Kräftiges und ausdauerndes Rühren ist gefragt – selbstverständlich bei genau richtig dosierter Temperatur.

    Ein kleiner Trick für Anfänger:

    Schwitzen Sie in der geschmolzenen Butter zunächst einmal 1 EL Mehl an und rühren Sie dann erst den Käse mit der Milch unter. Wer es sich’s leisten kann und will, krönt diesen Genuss mit einer dünnen Schicht frisch gehobelter Trüffel – am besten aus Piemont.



    Aus der Abhandlung über die Konditorkunst «Trattato di cucina pasticcera» des Piemontesen Giovanni Vialardi. Er war Chefkoch von Karl Albert und von Viktor Emanuel II. (19. Jh.).

    «Fonduta di tartufi bianchi»

    «Man nehme vierhundert Gramm fetten Käse, der Fontina genannt wird, ohne Haut. Man schneide ihn in Stücke, lasse ihn in einem Topf mit frischem Wasser ruhen, giesse das Wasser ab, lasse den Fontina langsam auf kleiner Flamme unter ständigem Umrühren schmelzen, bis er ganz geschmolzen und glatt ist; man füge ein ganzes Ei und drei Eigelb hinzu, oder auch drei ganze Eier, die mit einem halben Glas bester Milch verschlagen wurden, und sechzig Gramm frische Butter; man gebe sie zu dem Fontina unter ständigem Umrühren, bis sich die Fäden, die der Fontina beim Schmelzen formt, auflösen, und bald wird er dickflüssig und glatt wie eine Creme, doch man lasse ihn nie kochen; man schmecke mit Salz und Pfeffer ab und serviere mit sechzig Gramm guten weissen Trüffeln - gesäubert und in hauchdünne Scheiben geschnitten - die zur Hälfte unter den Fontina gemischt und zur Hälfte darauf gestreut werden».

    Fontuta ist ein aus dem Dialekt stammender Begriff, der sich von dem piemontesischen fondua ableitet.



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    Skulptur David (Detail) in Florenz; von Michelanchelo (1475-1564)
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