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Sizilien ist eine der grössten Regionen mit Weinbau und Weinerzeugung des Mittelmeers und es weist aufgrund der vielen besonders für den Anbau des Weinstocks berufenen Gebiete eine breite Palette an önologischen Erzeugnissen auf.
Weinbau und Weinerzeugung waren auf dieser Insel bereits im zweiten Jahrtausend v. Chr. vorhanden, noch vor der Landung der griechischen Ansiedler also, denen jedoch der Verdienst zusteht, die Anbautechnik verbessert zu haben. Der sizilianische Wein, der noch heute ein grundlegendes Erzeunis für die Inselwirtschaft ist, stellte seit der Antike ein wichtiges Element für die Entwicklung des Exports dar. Es fehlte jedoch auch nicht ein Zeitraum grosser Krise: zwischen dem 3. und 2. Jh. v. Chr. wurde aus der exportierenden Insel eine importierende Insel, und zwar infolge der mit der römischen Besetzung verbundenen Kriege und der kulturellen Transformation, die nach den agrarpolitischen Entscheidungen Roms zu einer Bevorzugung des Getreides im Vergleich zum Weinstock führte. Sizilien wurde so zu einer «Kornkammer» des Römischen Reiches. Trotzdem verschwanden die grossen Weine der Insel nicht und sie waren auf den Tafeln der Kaiser und anderer Persönlichkeiten der damaligen Epoche konstant vorhanden: Julius Cäsar bevorzugte den Mamertino, Plinius den Taorminawein. Die historischen Geschicke, die auf den Niedergang des Weströmischen Reiches (476 n. Chr.) folgten, führten jahrhundertelang zu der Bevorzugung anderer Kulturen gegenüber dem Wein. - Die Situation wurde erst im 15. Jh. wieder günstig für den Wein, als von den Häfen Siziliens Schiffe ausliefen, die vollbeladen waren mit Wein: mit Mamertino und, später dann, mit den neuen Weine aus Syrakus, vom Ätna, aus Palermo. Damals begann die Blütezeit der leichten Weine von den Hängen des Ätnas, der etwas alkoholhaltigeren aus dem Trapanese und dem Palermitano, und anderer: die farbenprächtigen Erzeugnisse aus Milazzo, die leuchtend roten Weine aus dem Siracusano und dem Ragusano, die grossartigen und süffigen aromatischen Dessertweine aus Catania, Syrakus, Palermo, von den Äolischen Inseln und Pantelleria, und der unnachahmliche besondere Wein, der Sizilien in der ganzen Welt berühmt gemacht hat, der Marsala. Im Jahre 1870 und in den darauf folgenden Jahrzehnten, nach der Zerstörung eines grossen Teils der französischen Weinberge aufgrund der Invasion der Phylloxera (Reblaus) und der Peronospora (Blauschimmel), stellte die sizilianische önologische Produktion eine wichtige Importquelle für die französischen Industriellen dar, die so ihre Märkte in Nordeuropa und in anderen Ländern halten konnten. Die neuen Anbautechniken und die Möglichkeit der Bewässerung brachten gemeinsam mit der Einführung anderer Rebsorten (toskanischer Trebbiano, Sangiovese, Barbera, Lambrusco) und der Potenzierung des Anbaus von Tafeltrauben radikale Änderungen im Weinschatz der Insel mit sich. Die wichtigsten Weine dieser Insel, die sich längst auf dem Markt durchgesetzt und seit vielen Jahren die Bezeichnung DOC innehaben, werden im folgenden genannt. BIANCO ALCAMO strohfarben, neutraler Geruch, trocken im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 11,5° und wird mit einer Temperatur von 8° zu allen Momenten der Mahlzeit oder zu Antipasti, Frittüren, Fisch und weissem Fleisch serviert. CERASUOLO DI VITTORIA kirschrot, weiniger Geruch, trocken im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt zwischen 13° und 14° und wird mit einer Temperatur von 16° zu Braten von rotem Fleisch und zu Wildbret serviert. DOC seit 1973. ETNA BIANCO strohgelb, milder Geruch, trocken im Geschmack. Er hat zwischen 11° und 12° und wird mit einer Temperatur von 10° zu Antipasti, Frittüren, Fisch und Krustentieren serviert. DOC seit 1968. ETNA ROSATO hellrubinrot, weiniger Geruch, trocken im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 12,5° und wird mit einer Temperatur um die 12° zu allen Momenten der Mahlzeit oder zu weissem Fleisch, gekochtem Fleisch und Gemüse serviert. DOC seit 1968. ETNA ROSSO rubinrot/granatfarben, charakteristischer Geruch, trocken im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 12,5° und wird mit einer Temperatur von 18° zu Fleischgerichten, Schmorbraten und gereiften Käsesorten serviert. DOC seit 1968. FARO rubinrot, ätherischer Geruch, trocken im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 12° und muss ein Jahr lagern. Er wird mit einer Temperatur von 18° zu allen Momenten der Mahlzeit oder zu sehr herzhaften Suppen und geschmortem Fleisch serviert. DOC seit 1977. MALVASIA DELLE LIPARI goldfarben, aromatischer Geruch, süss im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 11,5° und wird mit einer Temperatur von 10° ausserhalb der Mahlzeiten oder zum Dessert serviert. Er kann Likörwein (Passito, Liquoroso) sein. DOC seit 1974. MARSALA bernsteinfarben, angenehmer Geruch, trocken/süss im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt zwischen 17° und 20°. Er kann Fine, Superiore, Vergine oder mit Ei sein. Er wird mit einer Temperatur von 13°-15° zum Dessert serviert. DOC seit 1969. MOSCATO DI NOTO goldgelb, wohlriechendes Bukett, süss im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 11,5° und wird mit einer Temperatur um die 8° zum Dessert oder zu trockenen Süsswaren serviert. Er kann Schaumwein oder Likörwein (Liquoroso) sein. DOC seit 1974. MOSCATO DI PANTELLERIA goldfarben/bernsteinfarben, wohlriechendes Bukett, süss im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 12,5° und wird mit einer Temperatur um die 10° zum Dessert serviert. Er kann Schaumwein und Likörwein (Passito, Liquoroso) sein. DOC seit 1971. MOSCATO DI SIRACUSA dunkelgoldgelb, milder Geruch, süss im Geschmack. Er hat einen Alkoholgehalt von 16,5° und wird mit einer Temperatur von 8° zum Abschluss der Mahlzeit zu Obstsalat, trockenem Gebäck oder Eis serviert. DOC seit 1973. Ein näheres Eingehen verdient der in der ganzen Welt berühmte Marsalawein, der seinen Namen von der Stadt Marsala hat und eine besondere Verarbeitung, die nicht frei von Eigentümlichkeiten ist, erfordert. Er ist ein Wein mit hohem Alkoholgehalt, mehr oder weniger stark, körperreich, samtig, mit charakteristischem Geschmack und Bukett. Er stammt aus Rebsorten, die catarratto genannt werden und bei dem warmen Klima des westlichen Siziliens auf trockenen, tiefen, an Eisensalz reichen und an organischen Stoffen armen Böden wachsen. Die industrielle Herstellung nach klassischer Methode wurde in Sizilien im Jahre 1780 von dem Engländer J. Woodhouse begonnen, gefolgt von seinen Landleuten B. Ingham und Stephens. Im Jahre 1840 organisierte Vincenzo Florio das erste grosse italienische Werk. Seitdem haben sich die mittelgrossen und kleinen Anlagen in der Gegend um Marsala und Trapani vervielfacht und einen blühenden Export zum Leben erweckt. Die Zubereitung des Marsala geht aus von ausgewählten Weissweinen, die reich an Extrakten und arm an Säure sind und die verschnitten und im richtigen Mass mit Alkohol versetzt werden. Nun wird die sogenannte concia durchgeführt, d.h. die Zugabe von sifone (alkoholisierter Most) und von cotto (gekochter Most) im Verhältnis von zirka 5/7% beziehungsweise 3/9%, je nach den Sorten. Es folgen verschiedene Abklärungen (meistens mit frischem, von Fibrin befreitem Ochsenblut), die sich mit Ruhezeiten und Umfüllungen abwechseln. Die natürliche Lagerung dauert mindestens drei Jahre, sie kann jedoch beschleunigt werden, indem man den Marsala mit einem Apparat zur Wärmebehandlung von Weinen bei 50/60°C pasteurisiert und ihm den charakteristischen Geschmack mit kleinsten Zugaben von Teer verleiht. Quelle: Welcome to Italy Links Weinbaugeschichte, Regionen, Weine und Rebsorten Der Ursprung der italienischen Weinkultur liegt in der griechischen Kolonisation, mit der - beginnend auf der Insel Sizilien und den heutigen Regionen Kampanien und Kalabrien - griechische Weinbaukultur auf die Halbinsel gebracht wurde. Aber es wurde auch schon vorher Wein angebaut, dieser geht zumindest auf 1.500 Jahre vor der Zeitenwende zurück. Die Griechen brachten viele Rebsorten nach Italien und gaben dem für Weinbau geradezu idealen Land den Namen Oinotria Die Römer entwickelten die Rebenzucht weiter und führten die Weinbereitung zur hohen Kunst. Eine Spezialität war das Würzen mit Harz, Honig, Gewürzen und Kräutern um den Wein geschmackvoller und haltbarer zu machen. Es wurde bereits perlender Wein durch Lagern der mit Wein gefüllten Amphoren in kaltem Quellwasser (Gärungs-Unterbrechung) erzeugt. Im ersten Jahrhundert n. Chr. beschäftigte man sich intensiv mit der Rebsorten-Züchtung und versuchte für den jeweiligen Boden die am besten geeignete Sorte zu finden. Viele der heutigen autochthonen Weintrauben stammen von den damals kultivierten antiken Rebsorten ab. weiter... Die Weine der Welt - Italien Dank seines verlässlichen mediterranen Klimas und seiner mindestens 3000 Jahre bis zu den Etruskern zurückreichenden Weinbautradition ist Italien in der Lage, mit Frankreich um den Platz des grössten Weinproduzenten der Welt zu konkurrieren; als Weinexporteur steht es sogar im allgemeinen an erster Stelle in der Welt. Der italienische Weinexport belief sich im Jahre 1980 auf die unglaubliche Menge von 70'000'000 Hektolitern - ganz zu schweigen von der Vielfalt der Weine: rote und weisse, trockene und süsse, Still- und Schaumweine sowie gespritete Weine werden von den italienischen Weinbauern erzeugt, deren genaue Anzahl niemals festgestellt wurde. weiter... Weinanbau in Italien - Geschichte Der Wein ist in allen Kulturen und in den Banketten aller Zeitepochen gegenwärtig. Seine Verwendung wird in den Büchern der ältesten Literatur bezeugt, vor allem was die sehr häufig erwähnten, seit jeher berühmten italienischen Weine anbetrifft. Man bedenke nur, dass Italien in der Antike Enotria genannt wurde, also Heimat des Weins, auch wenn Armenien und Mesopotamien die antike Wiege der vitis vinifera sind. weiter... Italien - Weine in den Regionen Italien zählt zu den klassischen Weinländern. Namen wie Chianti, Valpolicella oder Soave kennt fast jeder und auch Prosecco erfreut sich anhaltender Beliebtheit. In Italien wird mehr Wein als in jedem anderen Land erzeugt. Es gibt eine unglaubliche Vielzahl verschiedener Weinstile, was zum einen an ein paar hundert verschiedenen angebauten Traubensorten liegt, zum anderen aber auch an den verschiedenen klimatischen Bedingungen der einzelnen Anbaugebiete und den vielen verschiedenen traditionellen Weinbereitungsverfahren. weiter... La Grappa - Definition, Herstellung, Lagerung und Konsum Die Grappa ist ein Tresterbrand und gehört demnach zur Gruppe der Getränke, die durch Destillation einer alkoholhaltigen Substanz gewonnen werden und sich durch einen hohen Alkoholgehalt (mindestens 37,5% äthylalkohol) und einen sehr niedrigen Zuckergehalt (2 %) auszeichnen. Und er ist ausschliesslich italienischer Herkunft: dieses historisch verbriefte Recht ist von der EG definitiv anerkannt und in der neuen Verordnung über Spirituosen festgeschrieben worden. Grappa muss aus der direkten Destillation des Tresters gewonnen werden; das heisst, dass die ausgepressten Weintrauben in einen Destillierkolben gelegt und dann destilliert werden müssen. Es ist es verboten, Grappa aus dem Trester von Zweitweinen, die durch Auslaugen mit Wasser entstanden sind (so wie man es in vielen anderen Ländern macht) und dessen anschliessender Destillation zu gewinnen. weiter... Europa - Weinkultur in den Ländern und Regionen Die Länderartikel sind in keiner Weise umfassend, wollen sie doch nur eine allererste Einführung in die jeweilige Weinkultur eines Landes geben. weiter...
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