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Bern - die Hauptstadt mit Charme Berühmte Berner Künstler und Künstlerinnen
Esther Altorfer Esther Altorfer, am 8. Oktober 1936 in Lausanne geboren, wächst in Urdorf (ZH) und im Waisenhaus von Wollishofen auf. Ihre Ausbildung als Keramikmalerin erhält sie in Langnau i. E. bei Jakob Stucki, wo sie bis 1963 bleibt. Dann lässt sie sich in Bern nieder, um als freie Künstlerin zu arbeiten. weiter... Cuno Amiet Talent und Neigung zur Malerei werden früh erkannt, sein Vater willigt in die Malerlaufbahn ein. Während der Gymnasialzeit erhält er 1884-1886 sporadisch Malunterricht bei Frank Buchser. Reist 1886 nach München, studiert an der Akademie. Trifft 1887 den gleichaltrigen Giovanni Giacometti aus Stampa, mit dem er in der Folge eng zusammenarbeitet und mit dem ihn lebenslange Freundschaft verbindet. weiter... Albert Anker Anker wurde 1831 in Ins als Sohn eines Tierarzts geboren. Seine erste Ausbildung verdankt er dem Neuenburger Maler Friedrich Wilhelm Moritz. Nach abgebrochenem Theologiestudium wurde er Schüler des Waadtländer Malers Charles Gleyre. weiter... August von Bonstetten Der Maler August von Bonstetten (1796-1879) war in der Öffentlichkeit bislang wenig bekannt. Dies hängt damit zusammen, dass sich viele seiner Bilder noch immer im Besitz der Familie befinden und nicht zugänglich sind. weiter... Serge Brignoni In Bern arbeitet Brignoni ab 1940 in ruhiger Abgeschiedenheit unermüdlich an seinem malerischen und plastischen Werk weiter. Er entwickelt in seinen Bildern eine intensive Farbigkeit und öffnet die Räume durch das Einführen von Horizontlinien und hellen, transparenten Zonen auf eine landschaftliche Wirkung hin. Die vielschichtigen Bilder Brignonis, in denen er ein abstraktes Grundgerüst durch bewegte Formen allmählich belebt, brauchen Zeit zur Betrachtung. Jedes seiner Werke ist ein ganzer Kosmos, in dem ein breites Spektrum unterschiedlichster Farben, Formen und Bewegungen miteinander in Beziehung gebracht wird. weiter... Arnold Brügger Lithografenlehre in der elterlichen Kunstanstalt Meiringen. 1908-09 Kunstgewerbeschule Bern, Freundschaft mit Otto Morach. 1909-12 Kunstgewerbeschulen Köln, Berlin (erste Malversuche) und München. 1912 mit Otto Morach im Pariser Künstlerhaus Ruche. 1918-20 Mitglied der Künstlergruppe Das Neue Leben. Gebrauchsgrafik (Plakate, Prospekte, Inserate usw.) und Möbelentwürfe. 1922 mit Eidg. Kunststipendium in Berlin und Hamburg. Zwischen 1924 und 1939 häufig in Paris und Südfrankreich. Ab 1939 meistens in Meiringen. Nach Bindungen an eine kubist.-orphist. Richtung, an den dt. Expressionismus und den Surrealismus wurden nach der Rückkehr in die heimatl. Bergwelt Alpenlandschaften und arbeitende Landleute zu den Grundthemen von Brüggers Malerei. weiter... Max Buri Erhält schon während seiner Schulzeit privaten Zeichenunterricht bei Paul Volmar in Bern. 1885 Übersiedlung nach Basel. Eintritt in die Zeichenschule, dann in die Gewerbeschule als Schüler von Fritz Schider, mit dem er sich später befreundet. 1886 nach München an die Akademie, Schüler von Professor Raupp, der ihn als faul und talentlos entlässt. weiter... Emil Cardinaux Der zeichnerisch und malerisch begabte Emil Cardinaux, 1877 in Bern geboren, siedelte als Student der Rechte 1898 nach München über. Das künstlerische Klima dieser Stadt - eine der Geburtsstätten des Jugendstils, Erscheinungsort der Zeitschriften «Siinplizissimus» und «Jugend» - bewog Cardinaux, das Jus-Studium aufzugeben und sich der Kunst zu widmen. Während zwei Jahren war er Schüler des Malers Franz von Stuck, des Protagonisten einer symbolistischen Kunst, die zum Linienstil des Jugendstils weiterführt. Von 1903 an lebt Cardinaux wieder in Bern und reist in den folgenden Jahren nach Paris und nach Italien. Er zeichnet und malt als begeisterter Alpinist auch in den Bergen. weiter... Urs Dickerhof Maler. Buchautor und Direktor der Kantonalen Schule für Gestaltung in Biel. Ausstellungsorganisator. Kunst im öffentlichen Raum, Objektkunst und Druckgrafik. Lebt in Biel und in Südfrankreich. weiter... Rolf Dürig Dürigs kraftvolle, spontane Malerei spiegelt die Fabulierlust des Weitgereisten und die innige Naturverbundenheit des Gartenarchitekten wieder. Der grosszügig angelegten szenischen Bildanlage entspricht die eruptive, spontane Pinselführung mit ungebrochenen Farben, der nur das Lineament von Schilfrohr, Rankengeflechten der Dschungelvegetation und der Takelage von Schaluppen entgegenwirkt. weiter... Franz Eggenschwiler Schon 1955 hatte sich Franz Eggenschwiler mit drei anderen Künstlern, mit Peter Meier, Konrad Vetter und Robert Wälti zur Berner Arbeitsgemeinschaft (bis 1971) zusammengetan. Zum Konzept gehörte das gemeinsame Bearbeiten bestimmter Themen, und die Suche nach neuen Mitteln dafür führte 1966 zum gemeinschaftlichen Betrieb einer Photoreproanlage und einer Offset-Druckerei. Serigraphie und Offsetlitho sowie das Einbeziehen von Photographie in Druckprozesse wurden von Fachleuten und Sammlern zunächst nur widerstrebend als originalgraphische Verfahren anerkannt, weil sich darin die Grenzen zwischen handwerklicher und technisch automatisierter Herstellung verwischen. Vermisst wurde der Duktus der persönlichen Niederschrift, die man in solchen Hervorbringungen verloren glaubte. Nun garantiert aber keine Technik an sich künstlerische Echtheit: ob sie traditionell oder neu ist. Es ist der Künstler, der sie dazu tauglich oder untauglich macht. Franz Eggenschwilers Offsetdrucke gehören jedenfalls zum Innovativsten auf diesem Gebiet. weiter... Hans Eggimann Als junger Architekt arbeitete er in Lausanne an den Plänen für das dortige Postgebäude, dann wurde er von Ingenieur Simons zur Ausgestaltung der Kornhausbrücke in Bern herangezogen. Nachher betraute ihn Professor Auer mit der Innengestaltung des Parlamentsgebäudes. weiter... Franz Gertsch Linol- und Holzschnitte hatte Franz Gertsch (1930) schon als Malschüler seit 1947, und früher, angefertigt. Zu den ersten, die der Künstler heute als Frühwerke gelten lässt, zählen Köpfe und Gesichter von ein oder zwei Personen. Von Anfang seiner druckgraphischen Arbeit an sind also Thema und Motiv exponiert, an die sich Gertschs künstlerisches Interesse künftig, man darf wohl sagen: ausschliesslich band. Seinen Durchbruch als Maler erreichte er um 1970, als er überlebensgross und photographisch genau nach Diaprojektionen zu arbeiten begann. Es waren Porträts aus dem Kreis der Künstlerfreunde, zuerst eine Art von modernen Konversationsstücken, dann konzentriert auf Kopf und Gesicht von einzelnen. weiter... Thomas Hirschhorn Unzufrieden mit den aufgezwungenen Definitionen und Beschränkungen einer hyperkapitalistischen, multinationalen Globalisierungsrhetorik macht Thomas Hirschhorn sich das kommunikative Potenzial des Denkens zunutze. Sein Werk, in dem der materielle Wert hintangestellt ist, umfasst verschiedene skulpturale Modelle, die vornehmlich aus den billigen Produktverpackungsmaterialien der Konsumindustrie - Alufolie, Plastik, Karton und Sperrholz - gefertigt sind und überführt so die Begierden des Kapitalismus in einen Zustand dauerhafter kreativer Anarchie. weiter... Ferdinand Hodler Oskar Bätschmann hat kürzlich ausführlich dargelegt, wie der Blick ins Unendliche Hodler seit dem Bildnis des greisen, in seiner gewohnten Tätigkeit innehaltenden und aufschauenden Sargschreiners beschäftigt. Der Maler tilgt in diesen Gemälden jede Erinnerung an die Zivilisation. Nackte, sich merkwürdig gebärdende Figuren treten an die Stelle der armen, enttäuschten, in ihrer sozialen Realität gezeigten und von ihr gezeichneten kleinen Leute. Die Titel der beiden Gemälde Zwiegespräch mit der Natur (1884) - nebenbei bemerkt die erste Arbeit Hodlers, die in Frankreich Beachtung findet-, und Das Aufgehen im All (1892), die Hodler 1893 unter dem gemeinsamen Titel Communion avec 1'infini ausstellt, suggerieren die mögliche Überwindung der Kluft zwischen Mensch und Natur. Tatsächlich wirken die Figuren jedoch isoliert, blind und unsicher. weiter... Rolf Iseli Die künstlerische Laufbahn Rolf Iselis (1934) hatte in den Jahren 1950 bis 1954 mit dem Besuch der Kunstgewerbeschule und mit einer Lehre als Farblithograph in Bern begonnen. Das Handwerk war ihm also vertraut, als der Künstler fünfzehn Jahre später, 1965, wieder zu lithographieren begann. Inzwischen war er als Maler bekannt geworden. Sein Stil war zuerst ein gestisch offenes, dann aber beruhigtes, fast monochromes Informel. Dabei war das Wesentliche zuletzt nicht mehr der Duktus beim Farbauftrag gewesen, sondern wie Farbe Raum formen kann, und zwar frei von jeder anekdotischen Erinnerung und ohne Zuhilfenahme illusionistischer Mittel. Mitte der sechziger Jahre hat Iseli die Malerei auf Leinwand aufgegeben. Als Bildträger dient ihm seither Papier, er hält es für den lebendigeren Malgrund. weiter... Johannes Itten Die Auswirkungen der Kunst und der Lehre des Bauhauses sind bis heute an allen Orten und Pflegestätten der westlichen Kultur erkennbar, wenn nicht gar von grundlegender Bedeutung. Im folgenden sei auf die besonders engen persönlichen Beziehungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern am Bauhaus und Bern hingewiesen. Wir denken hier vor allem an Johannes Itten, Paul und Felix Klee sowie Hildegard und Otto Nebel. In ihrem persönlichen Schicksal wie in der Kunst- und Kulturgeschichte verdichteten sich Zufälle zur Geschichte, nicht zuletzt zur Geschichte Berns im 20. Jahrhundert. weiter... Paul Klee «Klees künstlerischer Einfluss reicht vom französischen Surrealismus bis zu den Konstruktivisten, von den Anfängen des amerikanischen abstrakten Expressionismus bis zur Kunst unserer Gegenwart. Sein Werk hat seit Ende des Zweiten Weltkrieges eine erstaunliche Popularität auch in breitester Öffentlichkeit erlangt. Bis heute garantieren Klee-Ausstellungen, ob in Europa, in Japan oder in Amerika, den Museen einen regen Besucherzuspruch. - Ein Teil der Anziehungskraft ist wohl darauf zurückzuführen, dass Klee dem Betrachter mit seinen Bildern immer wieder neue Geschichten erzählt. Die Bildtitel animieren dazu, das Gesehene sorgfältiger als gewohnt nach den inneren Zusammenhängen zu befragen. weiter... Werner Otto Leuenberger Der international anerkannte Berner Künstler Werner Otto Leuenberger, bekannt unter der Signatur W.O.L., blickt nach rund vierzig Jahren produktiven Arbeitens auf ein reiches Werk zurück. Charakteristisch sind die thematischen Arbeitszyklen, während derer er sich mit einem Motiv bis ins Äusserste auseinandersetzt. weiter... Carlo E. Lischetti Der Berner Künstler Carlo E. Lischetti ist nichts ausschliesslich, sondern alles zusammen: Maler, Bildhauer und Videoartist ebenso wie Aktionist und Performer, Liedermacher und Wortjongleur - auf Lischettis eigene Kurzformel gebracht: «Ich bin mein Beruf». weiter... Bernhard Luginbühl 1968 wurde vor der Kunsthalle Bern der Grosse Zyklop aufgestellt: «Ein fünfzigjähriges Jubiläum konnte 1968 nur a. o. gefeiert werden. Ein komplexes Inneres, das durch Environments von Christo, Warhol, Rinke, Schnyder, Raysse, Kowalski und anderen mehr in einer Weise versperrt war, wie es sich normale Museen gar nicht leisten können, rief nach Wucht im Aussenraum: nach hiesigem Supranationalem, dem Querschläger zum Ephemeren, dem ungläubigen Thomas vorm Environment. Nur Bernhard Luginbühl konnte ihn liefern, diesen Gegensatz vom Kern her. Und es war der Grosse Zyklop - die gelbe, einäugige Wucht in erster Aufstellung. Eine Premiere - und was für eine. Mythos am Brückenkopf. Die Environmentalisten in der Kunsthöhle, der Zyklop versperrte ihnen den Weg, wie ein Fabelwesen, das von seiner antiken, vorzeitlichen Ur-Trunkenheit das Gerüst seines Überlebens in kunstvoll verschraubtes, statisches Eisenleben bis zu uns rübergebracht hat: als ein Eindeutiges vor der mehrdeutigen Kunsthalle plaziert. Luginbühl und Bern, und vor allem die Kunsthalle. Was war das für ein Fest. weiter... Oscar Lüthy Architekturstudien an der Berner Kunstschule, er arbeitet auf einem Baubüro und bei einem Ingenieur. In den Jahren nach der Jahrhundertwende Übergang zur freien Malerei, Abbruch des Architekturstudiums. 1903-1907 lebt er im Wallis, zeitweise in Gemeinschaft mit seinem Freund Hans Beat Wieland. Es entstehen kleine dumpftonige Berglandschaften. Angeregt von Segantini-Reproduktionen gelangt er zu symbolistischen Darstellungen, vorgetragen in divisionistischer Malweise. Nach dem Wallis-Aufenthalt studiert er bei Hans Lietzmann in München. Auseinandersetzung mit der Theosophie. Seit 1908/09 lebt er in Luzern und Weggis, wo er 1911 mit den ebenfalls dort wohnenden Malern Hans Arp und Walter Helbig die Künstlergruppe «Der Moderne Bund» gründet. weiter... Charles Martin Laufende Maschinen üben eine enorme Faszination auf Menschen aus. Erstaunlicherweise tun sie es heute, im Zeitalter der Elektronik, noch immer. Vor allem dann, wenn es sich um Maschinen handelt, die nicht dazu gemacht sind, Arbeit zu verrichten, sondern ihre Betrachter mit Humor und Ironie zu unterhalten. Genau das ist aber auch der Sinn meiner Maschinen. Das Staunen und die Freude der Betrachter, ob jung oder alt, ist für mich die Bestätigung meiner Arbeit. weiter... Otto Meyer-Amden Die Malerei betreibt Meyer-Amden zu Beginn seines Aufenthaltes in Amden nur am Rande. Um 1915/18 entstehen die Graphite. In dieser Zeichnungsgruppe wendet der Künstler eine für seine Zeit ungewöhnliche Bleistifttechnik an, die wir heute hauptsächlich mit dem Namen Georges Seurats verbinden. Er versieht das Papier mit einem Grundton, so dass dunkle und lichte Partien über Zwischentöne vermittelt sind. Dieses Verfahren kam seiner durch das ganze Werk verfolgbaren Absicht entgegen, Licht als einen latent vorhandenen Aspekt des Dunklen zu zeigen. Um 1918 beginnt er mit den Internats-Zyklen (Schlafsaal, Impfung, im Münster, Esssaal), der, wie Carlo Huber ausführt, einheitlichsten Werkgruppe: «Zunächst im Motivischen : da sind die Etappen auf dem Weg eines Zöglings aufgezeichnet. weiter... Louis Moilliet Obwohl Moilliet ganz unbestreitbar zu den ganz wichtigen Vertretern der Moderne gehört, blieb er vergleichsweise unpopulär. Dies hat mehrere Gründe. Nach dem Ersten Weltkrieg bricht der Maler die Kontakte zu den Kunstzentren ab. Nicht mehr München und Paris sind seine Reiseziele, sondern vor allem Spanien und Nordafrika. Hier findet er jenes Licht, das ihm adäquate Licht-Farb-Umsetzung auf dem Blatt ermöglicht. Dann hält er sich aus der Kunstszene und dem -markt heraus. Seine Aquarelle sind verteilt auf relativ wenige Sammler, die überwiegend mit seinen Freunden identisch sind. In ihrer Delikatesse sind die Blätter von Kennern und Künstlern hochgeschätzt, der flüchtige Betrachter übersieht sie. Noch immer rangiert in dessen Hierarchie der Künste die kammermusikalische Qualität des Aquarells unter dem vergleichsweise massiven Auftreten der Ölmalerei. Mit seiner kleinen Gemeinde von Verehrern gleicht Moilliet Rene Auberjonois, der im Aquarellisten den überragenden Maler erkannte. weiter... Otto Morach Morach gehört zu den Pionieren des Schweizer Marionettentheaters, arbeitet mit Sophie Taeuber-Arp und Ernst Gubler zusammen und hat Kontakt zu Oskar Schlemmer und dessen Bühnenwerkstatt im Bauhaus. Seit 1953 als freier Künstler tätig. 1971 Wilhelm-Gimmi-Preis und Kunstpreis des Kantons Solothurn. 1909-1911 besucht Morach in Paris verschiedene Akademien, studiert bei Vallotton, Maurice Denis, Matisse und Vuillard. Zögernd nur nähert er sich Cézannes Malerei. weiter... Olivier Mosset Die Abstraktion unserer Welt ist schon lange erreicht und alle Formen der Kunst einer gleichgültigen Welt tragen die gleichen Wundmale der Gleichgültigkeit. Das ist weder eine Verneinung noch eine Herabsetzung, vielmehr ist dies der aktuelle Stand der Dinge: ein authentisches zeitgenössisches Bild muss sich selbst gegenüber so gleichgültig sein, wie die Welt gleichgültig geworden ist, nachdem die grossen Einsätze immer wieder gespielt und verloren sind und das Faktum dieses Verschwindens als Vorgabe für jegliches weitere Handeln Eingang in die Gewohnheiten des Lebens gefunden hat. Kann diese entdramatisierte Nachahmung endlos fortgesetzt werden? Wir sind, unter was für Formen auch immer, mit Sicherheit für lange in das Psychodrama des Verschwindens und der Transparenz aufgebrochen. Man darf sich von einer falschen Kontinuität der Malerei und ihrer Geschichte nicht zum Narren halten lassen. weiter... Max von Mühlenen Max von Mühlenen gehört zu den bedeutenden Vertretern der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wuchs in Bern auf und machte seine Matura im Jahr 1922. Von 1923 bis 1924 besuchte er die Gewerbeschulen in Bern und Zürich. Im Jahr 1924 zog er nach Paris und studierte an der Académie Julian bei André Lothe (1885-1962). In Paris freundete er sich mit Serge Brignoni an. Die beiden ziehen in Épinay-sur-Seine zusammen. Max von Mühlenen betrieb in dieser Zeit vornehmlich die Landschaftsmalerei. weiter.... Rudolf Mumprecht Das Oeuvre des Schweizer Künstlers Rudolf Mumprecht hat sich in der über 60-jährigen Schaffenszeit sehr gewandelt. Die Perioden des Experimentierens und des Suchens sind sehr wichtige Abschnitte in der Entwicklung von Mumprechts Kunst. Seine Bilder offenbaren ein Leben aus Zeichen - eine Welt voller Sprache. Das Schreiben von Worten bildet die Gestaltungsgrundlage. Die geschriebene Aussage sowie der Klang bestimmter Wörter dient als Kern des Kunstwerkes. Der Künstler arbeitet gleichzeitig an verschiedenen Bildern. Zug um Zug baut sich die Komposition des jeweiligen Bildes auf - häufig auch ohne vorgefasstes Konzept. Einzelne Buchstaben und Worte in verschiedenen Sprachen, Zahlen sowie die Farbe sind Elemente, welche der Künstler seit Jahrzehnten in seinen Kompositionen verwendet. Zahlen wie auch Buchstaben werden mit Hilfe einer Schablone ins Bild integriert. Wörter sind mit einer Schablone gezeichnet oder mit Mumprechts eigenwilliger und unverkennbarer Handschrift auf die Bildfläche hingeworfen. weiter.... Rudolf Münger Müngers Neigung zur Kostümkunde wurde 1883 an der Kunstgewerbeschule in München geweckt. Der lernbegierige Kunstjünger, der sich nach einer aufgezwungenen Maler- und Gipserlehre der angewandten Kunst zuwenden durfte, kopierte aus deutschen Gemälden des 15. und 16. Jahrhunderts allerlei ländliche Figuren und setzte dieses Selbststudium nach seiner Heimkehr in der Schweiz fort. Im Abzeichnen von Bildquellen und Trachtenleuten eignete sich Rudolf Münger technische Fertigkeit und kostümkundliche Kenntnisse an. Die Detailstudien liessen sich aber auch für die eigene heraldische und künstlerische Arbeit, für die Rückführung modisch entstellter zu traditionellen Volkstrachten und für die Schöpfung neuer Modelle verwenden. weiter... Otto Nebel Zeichner, Maler, Dichter und Schauspieler. Tätig in Berlin im Umfeld von Der Sturm, später in Bern. Ohne grosszügige Förderung und Unterstützung durch die Guggenheim Foundation in New York hätte Nebel in der Schweiz nicht existieren können.... weiter... Meret Oppenheim Schon in jungen Jahren machte die Künstlerin durch bizarre Zeichnungen auf sich aufmerksam. Sie fühlte sich hingezogen zur Hauptstadt der Avantgarde - Paris, wo sie ab 1932 lebte. Hier entwickelte sie sich zur Surrealistin. In ihren Objekten verfremdete sie Alltagsgegenstände durch Veränderungen des Materials. Berühmt wurde sie durch »Das Frühstück im Pelz«, eine Tasse samt Löffel und Untertasse - mit feinem Pelz überzogen. Für Picasso entwarf sie Kostüme und Masken und arbeitete mit dem Surrealisten Max Ernst zusammen. 1982 erhielt O. den Kunstpreis der Stadt Berlin. Sie wurde 1985 Mitglied der Akademie der Künste und galt als ein Idol der jungen Künstlergeneration. Seit 1948 lebte und arbeitete sie in Bern. weiter... Markus Raetz Es gibt bei Markus Raetz so etwas wie eine Philosophie des Materials bis hin zum Pinselstrich, der so ausgeführt wird, dass er beispielsweise Licht und Schatten zugleich beinhaltet, somit Fläche und Raum bewirkt. Die vielen verschiedenen Materialien sind nicht einfach Ausdrucksträger, sondern sie generieren konstitutiv Wahrnehmung und Wahrgenommenes in der ihnen zugrunde liegenden Natur und in dem ihnen zugeordneten Dispositiv. weiter... Dieter Roth Variablilität, Dekonstruktion sowie eine Prozess- und Materialorientierte Arbeitsweise verbinden das Werk des Künstlers; seine Techniken umfassen Zeichnungen, druckgraphische Arbeiten, Assemblagen, Bücher, Installationen, Filme und Objekte mit Lebensmitteln. weiter... Ted Scapa Ted Scapa wurde am 17. Januar 1931 in Holland geboren. Nach dem Studium der graphischen Kunst an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag ist er einige Jahre im Ausland tätig, u. a. in den USA, in Indien, Indonesien und Hongkong. Als Cartoonist zeichnet er für verschiedene internationale Tageszeitungen und Zeitschriften wie «Punch» in England oder den «Nebelspalter» in der Schweiz, er veröffentlicht zahlreiche Kinderbücher und Cartoonsammlungen. weiter... Jimmy Fred Schneider Eisenplastiker mit vielen Gruppen- und Einzelausstellungen; Arbeiten in, an und bei Bauten und im öffentlichen Raum; Reliefs und Plastiken. weiter... Jean-Frédéric Schnyder Schnyder begann mit Photos. Er liess eine Kamera in einem Zylinder kreisen, dessen Wände rasterartig perforiert und mit transparenten, beleuchteten Farbpapierbändern überzogen waren. Das Resultat waren durch die Bewegung der Kamera bedingte, leicht verschwommene Farbkreise. Schnyder demonstriert in diesen Arbeiten nicht eine Immaterialisation, sondern stellt sie als in sich sinnvolles Objekt dar. weiter... Daniel Spoerri Als Objektkünstler zählt er nicht nur zu den führenden Vertretern des von ihm 1960 in Paris mitbegründeten Nouveau Réalisme, sondern auch zu den originellsten Protagonisten einer an den Dadaismus und Marcel Duchamp erneuernd anschliessenden Kunst- und Aktionspraxis. Bis heute arbeitet Spoerri mit unerschöpflicher Phantasie an seinen Objekten, die uns Geschichten aus der Sicht eines unermüdlichen Nomaden und Lebenskünstlers erzählen. weiter... Viktor Surbek Surbek zählt zu den typischen Vertretern der von Heimatverbundenheit und Weltoffenheit geprägten gegenständlichen Kunst in der Schweiz, die bis in die 50er Jahre Bestand hatte. Die Spannweite von Victor Surbeks Werk reicht von der Detailstudie bis zur grossräumigen Landschaft, von der genauen Schilderung zur stimmungsvollen Impression, vom Porträt zur grossen symbolischen Figurenkomposition. weiter... Erich Wassmer - Künstlername Ricco Es gibt Menschen, an deren Wiege Malerei und Poesie Pate stehen. Erich Wassmer (1915-1972) gehört zu diesen wenigen. Die heile Welt seiner Kindheit im elterlichen Schloss Bremgarten bei Bern war erfüllt mit Kunst. weiter... Caspar Wolf Caspar Wolf zählt zu den Pionieren der Alpenmaler. Er drang in die lange als hässlich empfundene Bergwelt vor. Trotz mehrerer Grafik-Editionen und verschiedener Dekorationsaufträge war Wolf zeitlebens nicht besonders erfolgreich und wurde erst im 20. Jahrhundert berühmt. Die Hauptwerke sind Gebirgslandschaften, die 1774-78 im Auftrag von aufgeklärten Forschern rund um Haller entstanden sind. weiter... Adolf Wölfli Geboren in Bern. Der Vater, ein Steinhauer, war Alkoholiker. Mit acht Jahren wurde Wölfli Vollwaise und in einer Pflegefamilie untergebracht, dort jedoch schlecht behandelt. 1890 Sittlichkeitsdelikte an zwei Mädchen. 1891 mystische Halluzinationen. 1895 AUftreten von Verfolgungswahn. Nach einem weiteren Sittlichkeitsdelikt Dauerinternierung in der Waldau, Bern. Einige Jahre nach seiner Einweisung in die Klinik begann Wölfli zu zeichnen, zu schreiben und zu komponieren. In seinem zeichnerischen Werk schuf er sich eine eigene Welt. Seine Autobiographie umfasst rund 20 mal tausend grossformatige Blätter. Der Grossteil seines Werkes, das zu den wichtigsten künstlerischen Aeusserungen unseres Jahrhunderts zählt, wird heute von der Wölfli-Stiftung im Kunstmuseum Bern betreut. weiter... Emil Zbinden Emil Zbinden verdankt seinen Ruf als hervorragender Holschnittkünstler vor allem seinen über 900 Illustrationen und Typografien zur Gotthelf-Gesamtausgabe der Büchergilde Gutenberg, die er zwischen 1937 und 1953 geschaffen hat. weiter... Fortsetzung folgt Kurzbiographien Johann Ludwig Aberli 1723-1786 Albert Anker 1831-1910 Eduard Boss 1873-1958 Raphael Christen 1811-1880 Johannes Dünz 1645-1736 Balthasar Anton Dunker 1746-1807 Sigmund Freudenberger 1745-1802 Constant Charles François de Goumoëns 1803-1864 Karl Adolf von Graffenried 1801-1859 Albrecht Kauw d. Ä. 1621-1681 Franz Niklaus König 1765-1832 Simon Daniel Lafond 1763-1831 Gabriel Lory fils 1784-1846 Gabriel Lory père 1763-1840 Adolf Methfessel 1836-1909 Gottfried Mind Joseph Plepp 1595-1642 Heinrich Rieter d. Ä. 1751-1818 Karl Emanuel von Tscharner 1791-1873 Joseph Simon Volmar 1796-1865 Sigmund Wagner 1759-1835 Jakob Samuel Weibel 1771-1846 Fritz Widmann 1869-1937 Plakatgestalter in Bern Die Berner Graphik wird von einigen profilierten Persönlichkeiten verschiedener Herkunft und Generationszugehörigkeit geprägt, die - mit gelegentlichen Berührungspunkten - keine eigentlichen Übereinstimmungen erkennen lassen. Es sind individuelle graphische Stile oder Sprachen, die jeden dieser Graphiker als unverwechselbaren Gestalter erscheinen lassen. Hans Hartmann Hugo Wetli Adolf Flückiger Kurt Wirth Herbert Auchli Heinz Jost Claude Kuhn-Klein Stephan Bundi Berner Theaterplakate |